Citroen DS3 Racing S.L. Edition

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Mittlerweile ist es schon ein paar Tage her, dass ich den Citroen DS3 Racing fahren durfte. 2 Wochen begleitete mich der kleine Rennflitzer im Alltag und ich bin sehr glücklich darüber, ihn gefahren zu haben. Warum? Das erfahrt ihr in diesem Artikel.

Als ich gefragt wurde, ob ich nicht Lust hätte, einen Kleinwagen zu fahren, war ich etwas enttäuscht, denn schließlich ging es auf den Winter zu. Ein paar Sekunden später, erfuhr ich, um welchen Wagen es sich handeln würde. Ein mattschwarzer DS3 Racing mit adenroten Elementen, Rallye-Optik und einem Sebastien Loeb Schriftzug auf dem Dach. Er ist förmlich prädestiniert dazu, den Drehzahlmesser in den roten Drehzahlbereich zu jagen, schoss es mir durch den Kopf. Die Zahlen sind so brachial, wie das Auto auch tatsächlich ist: 207 PS, 275 NM Drehmoment, 4 Zylinder-Direkteinspritzer mit einem Turbo, der einem ab 2000 Umdrehungen das Lächeln ins Gesicht jagt.

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Bei diesen Leistungsdaten geht man natürlich nicht ganz ohne Erwartungen an einen solchen Wagen heran. Alleine die Tatsache ein Exemplar der auf 200 Stück streng limitierten Auflage fahren zu dürfen machte mich neugierig auf die Qualitäten dieses kleinen Teufels. Nüchtern betrachtet ist die Sebastien Loeb-Sonderedition mit einem Preis von ca. 33.000 € sicher kein Schnäppchen, Konkurrenten wie der Golf GTI (ab 27.000 €) sind mehr als ernstzunehmen und bieten verlässlichen Fahrspaß auf hohem Niveau.
Geht es um die Optik, so spielen der DS3 Racing und der Golf GTI dann doch in einer vollkommen anderen Liga. Allerdings wird sich wohl kaum jemand nach einem handelsüblichen Golf GTI umdrehen (außer natürlich er hat 700 PS). Ganz anders der DS3. Schaut man sich diesen Wagen an, weiß man sofort: Dieses Geschoss will auffallen. Nimmt man die Faktoren der mattschwarze Silhouette, den adenroten Elementen und den sich hinter den 18” Alu-Felgen versteckenden Brembo-Bremsscheiben einmal alle zusammen, so lässt sich unschwer erkennen, dass Citroen in Kooperation mit Sebastien Loeb eine nicht zu übersehende Rennsemmel auf die Beine – pardon Räder stellen wollte. Nun, dass dies gelungen ist, lässt sich wohl nur schwer abstreiten. Brachial ist der Look jedenfalls.

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Doch wie das Sprichwort schon sagt, das Äußere ist nicht alles, denn auch unter dem Blechkleid muss es passen! Es heißt also: Einsteigen, anschnallen, anlassen. Giftig klingt er schon, der kleine Franzose. Natürlich ist der Sound aus dem 1,6 Liter-Triebwerk, das maximal 275 NM Drehmoment an die Vordachse liefert, nicht mit dem Sound eines 8-Zylinders zu vergleichen. Auch fällt die große Anstrengung der Ingenieure auf, einen möglichst beachtlichen Teil des Motorsounds in den Innenraum zu transportieren. Lauscht man dem Aufheulen des Motors jedoch von außen, so klingt dieser nicht nur noch einen Tick böser, sondern auch weniger künstlich erzeugt.
Positiv fällt das sauber zu schaltende 6-Gang-Getriebe auf, dem die Ingenieure besonders kurze und knackige Schaltwege verpasst haben. Doch was nützt die schönste Schaltung, wenn man den richtigen Moment verpasst: Ich hätte mir ein Shift-Light gewünscht. Wenn schon Motorsport, dann richtig.
Dass sich der DS3 sportlich und flott bewegen lässt, steht wohl außer Frage, die Werksangabe von 6,5 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 kann ich grob bestätigen, doch wie sieht es mit dem Verbrauch aus, sollte man den Wagen doch einmal vernunftsgeleitet bewegen wollen? Die Antwort fällt erfreulich aus: Gut! Trotz meiner wenig spritsparenden Fahrweise stand nach zwei Wochen ein Durchschnittsverbrauch von nur 8,1 Litern auf 100 km zu Buche. Die Werksangabe von 6,4 Litern ist selbstverständlich mit einem großen “Kann” versehen. Möchte man jedoch ein wenig Spaß, so “Muss” man dann doch den einen oder anderen Tropfen Benzin mehr investieren.

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Um die knapp über 200 PS Leistung aus dem 1,6 Liter-Triebwerk zu quetschen musste natürlich ein Turbolader her, der in diesem Fall bei ca. 2000 Umdrehungen seinen Dienst antritt. Ab diesem Moment unterstützt der Turbo in Sachen Vortrieb und sorgt für einen beachtlichen Vorwärtsdrang.

Befindet man sich auf der Parkplatzsuche (um sich das Interieur des DS3 genauer anzuschauen) freut man sich über die serienmäßige Einparkhilfe, denn bekanntlich kann es auch bei einem Auto mit diesen eher kleinen Ausmaßen zu einem Parkrempler kommen. Sitzt man nun gemütlich im Innenraum ohne gerade eine Beschleunigungsorgie zu starten, so stellt man fest, dass das Platzangebot im DS3 recht gut ist. Im Fond des Wagens rate ich zwar keine Menschen über 1,80 auf längeren Strecken unterzubringen, auf den vorderen Plätzen lässt sich über das Platzangebot jedoch nicht meckern. Die Vordersitze geben zudem einen sehr guten Seitenhalt, aus der Kurve  muss hier sitztechnisch niemand fliegen. Einzig ein Detail an den Sitzen ist zu bemängeln: Bei jedem Einsteigen knickt die Lippe des in Alcantara-Leder gehaltenen Schalensitzes viel zu leicht ab, dies wirkt sich vermutlich auf die Haltbarkeit der Materialien aus. Der Kofferraum fällt in der erwartbaren Größe aus, ein Fahrrad kann man hier nicht gerade transportieren, aber für ein paar Kästen Wasser ist ausreichend Platz vorhanden. Und mal ehrlich – wer möchte denn schon beim Drahtesel in die Pedale treten, wenn man auch mit einem Rallyewagen durch die Gegend heizen kann.
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Das restliche Innenraumdesign ist – nun ja – bestimmt Geschmackssache. Immerhin kann man den Designern zugute halten, dass sie den roten Kampfstil auch im Innenraum durchgehalten haben. Dies resultiert in einem roten Plastikstreifen, der sich durch die gesamte Länge des Cockpits zieht und, wie auf den Bildern zu erkennen, unter anderem das Navigationssystem in sich birgt. Immerhin lässt sich dieses gut bedienen, das Multifunktionslenkrad unterstützt dabei gut. Im Gegensatz zu der sonst sehr aufgeräumten Bedienkonsole konnte ich einem Knopf seine Geheimnisse leider nicht entlocken, was dieser bewirkt oder auslöst blieb mir bis Testende schleierhaft.
Minuspunkt ist zudem die unglücklich angebrachte Innenraumbeleuchtung, diese sitzt fast über den hinteren Sitzen und ist schlecht zu erreichen.
Die Verarbeitung ist Alles in Allem in Ordnung. Nicht mehr und nicht weniger.

Bei einem Preis von 33.000€ hat man sehr viele Erwartungen an ein Fahrzeug und möchte es sicherlich nicht nur als Lifestyle-Objekt betrachten, sondern auch als Nutzgegenstand, was ein Auto ja nun mal ist. Diesen Zweck erfüllt dieses Fahrzeug, meiner Meinung nach, auf ganzer Linie. Der DS3 steht damit in Konkurrenz zum Audi A1 und dem Mercedes A250, vor denen sich der Citroen nicht zu verstecken braucht. Übrigens gibt es noch viel mehr großartige Fotos – von exakt diesem Auto – bei den Kollegen Jan und Teymur. Sollte es Detailfragen zu dem Fahrzeug geben, würde ich mich freuen, Euch diese beantworten zu können.

About Mikhail Bievetskiy

Mikhail Bievetskiy ist Gründer von NewCarz.de und war vorher bereits auf vielen anderen Magazinen und Blogs tätig. Er schreibt hier über das Thema Automotive und schildert seine Erfahrungen mit Fahrzeugen aller Art.

8 comments

Schöner Bericht über ein schöneres Auto, doch einen Satz verstehe ich nicht. Du hast geschrieben, dass „natürlich“ ein Turbolader her musste um aus den 1,6 Liter Motor die 200 PS zu „quetschen“. Da gibt es doch auch noch andere Wege um diese Leistung zu erzielen. Aber ansonsten gehe ich mit deiner Meinung konform, der DS3 Racing ist ein Alltagstaugliches Fahrzeug mit vielen Pferdestärken, die das Fahrzeug schön durch die Kurven ziehen, solange die Vorderräder nicht den Kontakt zur Fahrbahn verlieren.

Das nach vorne schieben habe ich tatsächlich auch bemerkt, aber ich hatte gehofft, dass es nur an den Wetterbedingungen lag, unter denen ich den Test gemacht hatte.

Zum Turbo: Ich finde ihn einfach nur eine tolle Erweiterung bei diesem Fahrzeug, was dem Wagen einfach einen „sportlicheren“ Ansatz verleiht, obwohl der Hubraum nicht dem eines Supersportwagens entspricht.

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