VW Passat Variant – Nutzfahrzeug oder Familienkutsche?

Wie bereits hier angeschnitten, teste ich ja gerade den Quicar-Service (Testbericht dazu kommt Ende Februar). Aus dieser Flotte hatte ich vorletzte Woche einen Passat Variant zum Test. Frisch vom Werk kam er angerollt, um von mir einige Runden gefahren zu werden.

Nutzfahrzeug im Alltagsgewand

Nüchtern kam das Fahrzeug angerollt. Der Innenraum erscheint unauffällig. Befreit von jeglicher Extravaganz setzt man sich in die sehr komfortablen Sitze, auch wenn sie nicht so aussehen auf den ersten Blick. Nach einer entspannten Fahrt zum Supermarkt und einem weniger entspannten Einkauf, stolziert man mit vollen Händen zum Fahrzeug und versucht verbissen den Deckel zu öffnen. „Ein elektrische Heckklappe wäre nun schön“, denke ich mir und lade den Einkauf ein. Nach Betätigen des Knopfs auf der Fernbedienung (und 450€ später), öffnen sich mir 603 Liter Kofferraumvolumen. Da ich natürlich großen Hunger habe, habe ich mir ein ganzes Rind gekauft. Schnell klappe ich die Sitze aus dem Koferraum heraus um und sehe 1731 Liter vor mir. Das Rind ist schnell eingeladen und der Koferraum wieder elektrisch geschlossen. Hätte ich einen Anhänger gebraucht, so ließe sich natürlich auch die Anhängerkupplung per Knopfdruck ausfahren.

Passat als Familienkutsche

Der Kombi maßt sich nicht an, ein Sportwagen zu sein. Mit seinem 1.6 TDI und 77 KW (105 PS) verfügt er über genug Leistung, um sich entspannt im Stadtverkehr zu bewegen oder über die Landstraße und Autobahn zu cruisen. In der Stadt erweist sich der Passat als sehr alltauglich und somit bleibt das Einparken in eine Box unproblematisch. Um längs einzuparken empfehle ich die Rückfahrkamera. Diese liegt preislich bei 600€, welche sehr gut investiert sind. Möglich ist auch die Bestellung eines Parkpiloten, der das Einparken in Quer- und Längslücken für einen übernimmt.

Im Fond befindet sich reichlich Platz für große und kleine Menschen. Diese sitzen sehr entspannt. Kleinkinder haben hinten eine ISOFIX-Halterung, welche gegen Aufpreis bestellt werden kann. „Große Kinder“ hingegen bestellen sich lieber ein Rollo, um nicht von der Sonne geblendet zu werden.

Fahrverhalten und persönlicher Eindruck

Der Passat lässt sich leicht bewegen und ist ein schönes Familienfahrzeug. Sowohl in der Innenstadt als auch in allen anderen Diszipilinen lässt er sich kostengünstig bewegen. Der Durchschnittsverbrauch in meinem Test lag bei rund 6,1 Litern Diesel. Die Herstellerangabe liegt bei 4,4 Litern/100km und ist sicherlich nicht ganz verkehrt. Dafür erhält man ein äußerst laufruhiges Fahrzeug.

An dieser Laufruhe möchte ich jedoch eins bemängeln: Die BlueMotion-Version enthält nämlich das MFA+ (Multifunktionsanzeige), welche auch Schaltempfehlungen gibt. Diese Schaltempfehlungen sind leider verkehrt. Schaltet man in den sechsten Gang, wenn es der Bordcomputer vorschlägt (ca. 1000 U/min), so vernimmt man aus dem Motorraum ein lautes Brummen. Dieses ist äußerst nervig auf Dauer. Deshalb habe ich mich größtenteils auch nicht an die Schaltempfehlungen im Test gehalten.

Neutral werte ich bei diesem Fahrzeug den Preis. Das Testfahrzeug lag nämlich bei rund 36.000€. Zum Vergleich: ein ähnlich ausgestattes C-Klassen-Kombi kostet rund 9.000€ mehr. Dieses hätte dann für den Preis auch schon ein Lederlenkrad mit Multifunktion und keins aus günstigem Plastik, einen Lederinnenraum sowie eine Handyvorrichtung.

Fazit

Der Passat Variant eignet sich perfekt für Familien. Dieser bietet viel Platz im Innenraum, einen großzügigen Kofferraum und einen sehr kultivierten Motor. Preislich – vor allem durch die lange Aufpreisliste –  liegt dieser im sogenannten „Premium“-Segment. Dafür wirkt das Auto keinesfalls überheblich und eignet sich prima für den Alltag.

 

Schreibe einen Kommentar