Nissan Qashqai+2 im Fahrbericht

Zwei Wochen hat mich der neue Nissan Qashqai+2 begleitet und nun erlaube ich mir ein Fazit zu dem Fahrzeug.

Qashqai Front

Ich war schon ganz aufgeregt, als die ersten Schneeflocken fielen und die Temperaturen in die Minusbereiche gingen, denn ich wusste, dass ein ganz besonderer SUV den Weg zu mir finden wird. Es handelt sich dabei um den „größeren“ Qashqai, der mit zusätzlichen zwei Sitzen oder alternativ mit weiteren 140 Litern Kofferraum punktet. Wie erging es mir auf der ersten Fahrt?

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Die erste Fahrt

Der schneeweiße Qashqai+2 hat ein ausgeklügeltes Keyless-Go System. Ich betätigte den Knopf an der Fahrertür und das Auto öffnet sich. Der Schlüssel bleibt dabei in der Tasche. Auf den ersten Blick ungewöhnlich verlief das Starten, denn ich muss keinen Schlüssel in ein Zündschloss stecken. Sobald ich an der Zündung gedreht habe, startet das äußerst kultivierte Diesel-Aggregat. Ich lege den Rückwärtsgang ein und die vier Kameras aktivieren sich. Dabei gewähren sie mir einen Blick rund um das sehr übersichtliche Auto. Sofort erkenne ich Parallelen zu den Infiniti-Modellen mit ähnlicher Menüführung und Darstellung.

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Motor top!

Sehr angetan war ich vom Dieselaggregat, das wir im Qashqai vorfinden. Dieses verhielt sich extrem sparsam im Test. Trotz häfiger Bedienung der Sitzheizung, Klimaautomatik und nicht immer warmem Motor, hielt sich der Wagen wacker unterhalb der Sechs-Liter-Grenze. So kam ich mit häufiger Autobahn- und Landstraßenfahrt auf 5,7 Liter im Schnitt. Sicherlich war dafür das Start-Stopp-System förderlich, welches sehr sauber gearbeitet hatte.

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Als ungewöhnlich erachtete ich die Umschaltung von 2WD (Vorderachse) auf 4WD (Allrad) in der Mittelkonsole. Über diesen Drehregler wollte ich sehr häufig das Infotainment ansteuern, wie ich es von der Konkurrenz gewohnt war. Glücklicherweise gewöhnt man sich an diese Kleinigkeiten recht zügig.

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Sehr löblich fand ich auch die Übersetzung des Getriebes, weil dieses bereits ab rund 1200 Umdrehungen ordentlich Vorschub gewährt. Obwohl häufig in Online-Foren bemängelt wird, dass die ersten beiden Gänge nicht sauber schalten würden, konnte ich dies beim Testwagen nicht festmachen.

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Infotainment flop!

Das Infotainment wird ein zunehmend wichtigerer Punkt in Autos. Man erwartet stets große Bildschirme und eine gute Einbindung seines Smartphones in das Auto. Dies war für mich bei diesem Auto weniger der Fall, da beispielsweise die Bluetooth-Verbindung an meinem iPhone mehrmals abbrach und keine Musik-Titel im Bildschirm darstellte. Auch war die Navigation keinesfalls aktuell und so gab es zu viele nicht digitalisierte Straßen. Da muss eindeutig nachgebessert werden, jedoch ist sich Nissan um diesen Umstand bewusst. Auf die Größe des Bildschrims sowie Sichtbarkeit (Stichwort: Sonneneinstrahlung und Ablesbarkeit) sollte ebenfalls ein Augenmerk gelegt werden. Wirklich toll sind jedoch die BOSE-Boxen, die serienmäßig verbaut sind. Daumen hoch hierfür!

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Alltag

Im Alltag hat das Fahrzeug Spaß gemacht, denn es bietet ausreichend Platz, ohne wie ein Van bzw. überdimensionierter SUV auszusehen. Einparken fällt äußerst leicht mit dem Auto, da es eine gute Rundumsicht bietet, welche um die 360° Ansicht ergänzt wird. Durch den sehr geringen Verbrauch mit rund 5,7 Litern eignet es sich somit perfekt als Familienauto auch für längere Reisen. Dank optionalem 4WD fällt das Vorankommen auch nicht wirklich schwer. Einzig die hohe Motorlautstärke im Innenraum ab ca. 150km/h fällt negativ auf.

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Positiv erwähnen sollte man jedoch den großen Kofferraum mit rund 550 Litern (bei umgeklappter Rückbank). Auf der hintersten Sitzreihe – welche man auch als „Schwiegermutterstize“ bezeichnen könnte – sollten keine Personen für längere Zeit Platz nehmen, die größer als 1,60m sind.

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Fazit

Der Nissan Qashqai+2 bietet für sein Geld deutlich mehr, als man zunächst erwartet. Dank großzügiger Serienausstattung bleiben die Anschaffungskosten transparent. Auch sind die weiteren Unterhaltskosten recht gering, da der Dieselverbrauch extrem gering ist in dieser Fahrzeugklasse. Man bekommt ein sehr zuverlässiges Fahrzeug in seiner Klasse, welches zudem übersichtlich ist.Da können sich sogar einige Vans eine Scheibe von abschneiden.

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Technische Daten

Nissan Qashqai+2 1.6 dCiMotor: 1.6-l-Diesel (96 kW/130 PS), Schaltgetriebe
max. Drehmoment: 320 Nm,
Effizienzklasse: A,
Verbrauch: 5,3 l, CO2: 139 g/km (Werk),
6-Stufen-Handschaltung.
Maße: Länge: 4,45 m,
Leergewicht: 1.640 kg, zul. Gesamtgewicht: 2.320 kg,
Testverbrauch: 5,7 l.
Grundpreis: 34.450 Euro, Zusatzausstattung: Start-Stopp-System
Testwagenpreis: 34.700€
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Nissan Deutschland hat mir einen Testwagen bereitgestellt. Dennoch hat der Hersteller ausdrücklich von der Beeinflussung der Berichterstattung abgesehen. Mein Urteil bleibt unverkäuflich.

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