Das PDK – Porsches Erfolgsgeschichte

1984 wurde die erste Version vorgestellt. 2008 ging diese Technik erstmals in Serie. Fast jedes Modell von Porsche hat es mittlerweile eingebaut. In dem neuen Porsche 911 GT3 ist eine überarbeitete Ausführung davon an Bord. Was ist gemeint? Richtig – das Porsche Doppelkupplungsgetriebe, kurz PDK.

Das in den 1980ger Jahren für den Renneinsatz entwickelte PDK war eine Weltneuheit und öffnete Porsche Tür und Tor für eine erfolgreiche Rennsport-Ära. Erst 24 Jahre später konnte das Projekt PDK dank größerer Rechnerkapazitäten und technischen Fortschritten auch für die Serienentwicklung realisiert werden. Der 2008 vorgestellte Porsche 911 Carrera war der erste Sportwagen mit Doppelkupplungsgetriebe und bildete damit den Startschuss für die darauf folgende Erfolgsgeschichte des PDK, welches innerhalb von nur fünf Jahren zum Bestseller wurde.

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Bild: Porsche

Doch was sind die Besonderheiten des PDK?

Die Gänge des PDK sind auf zwei Teilgetriebe verteilt, die über zwei parallele Lastschaltkupplungen mit dem Motor verbunden sind. Kupplung I ist mit den ungeraden Gängen sowie dem Rückwärtsgang verbunden. Kupplung II ist mit den geraden Gängen verbunden. Dies sorgt für einen Gangwechsel ohne Zugkraftunterbrechung und reduziert den Kraftstoffverbrauch. Der Gangwechsel war schon in der Ur-Version der 1980ger Jahre schon bis zu 60% schneller als bei einem Automatikgetriebe. Somit vereint das Porsche Doppelkupplungsgetriebe Fahrdynamik und den sehr guten mechanischen Wirkungsgrad eines manuellen Schaltgetriebes mit dem hohen Schalt- und Fahrkomfort eines Automatikgetriebes.

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Bild: Porsche

Doch natürlich stehen auch bei Porsche die Entwicklungen nicht still. In diesem Jahr stellt Porsche mit dem neuen Porsche 911 GT3 eine komplett überarbeitete Version des PDK vor und setzen damit neue Maßstäbe. Das Resultat ist ein Getriebe, das dem Fahrer alle fahrdynamisch wichtigen Eigenschaften des bisher manuellen Schaltgetriebes bietet und mit den Performance-Vorteilen des Doppelkupplungsgetriebes ergänzt. Eine grundlegende Neuerung sind dabei die „Blitzschaltungen“. Die Schaltstrategie ist auf maximale Performance entwickelt und ermöglicht beim Hochschalten eine Reaktionszeit von unter 100 Millisekunden. Das sind Zeiten, welche man sonst nur im Motorsport finden kann.

Mit an Bord ist auch die neue „Paddle Neutral“-Funktion. Diese neue Kupplungsfunktion wird über die Schaltpaddles bedient. Zieht der Fahrer an beiden Schaltpaddles gleichzeitig, werden die Kupplungen des PDK geöffnet und der Kraftfluss zwischen Motor und Antrieb unterbrochen. Werden die Schaltpaddles wieder gelöst, schließt die Kupplung wieder. Durch diese Funktion kann der Fahrer einer Untersteuerung entgegen wirken. Fahrer mit Blut im Benzin haben hierbei aber einen anderen Blickwinkel: Durch das impulsartige Einsetzen der Antriebskraft beim Einkuppeln kann das Heck bewusst destabilisiert werden.

Im inneren Aufbau des PDK hat sich ebenfalls was geändert. Einsatz von leichteren Materialien sorgen für eine neue Charakteristik, die in Verbindung mit der verkürzten Hinterachsenübersetzung für kürzere Gesamtübersetzungen sorgen. Die Höchstgeschwindigkeit wird im siebten und damit höchsten Gang erreicht, im Sprint auf 100 km/h braucht der neue 911 GT3 nur 3,5 Sekunden.

Mit dem Doppelkupplungsgetriebe stellte Porsche in den 1980ger Jahren eine Weltneuheit vor, welche spätestens seit 2008 das kleine Erfolgsrezept von Porsche ist. Die überarbeitete Version des PDK im neuen Porsche 911 GT3 erreicht ein neues Level. Sicherlich ein ähnlich erfolgreiches.

Bild/Quelle: Porsche

About Markus Stempel

Markus ist Gastautor auf NewCarz und schreibt über das automobile Leben.

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