Seat Ibiza SC 2.0 TDI FR – Sparsamer Stadtflitzer

Der Seat Ibiza SC erfüllt auf dem Papier das perfekte Profil, was ein Auto für die Stadt erfüllen muss: klein, sparsam, oben drauf noch ein paar PS. Damit sollten auf der einen Seite Parkplätze in der Stadt, auf der anderen Seite aber auch längere Ausfahrten auf der Autobahn problemlos zu Meistern sein. Doch hält der Seat Ibiza SC das, was er verspricht?

Den Seat Ibiza kann gefühlt schon seit Ewigkeiten auf den Straßen entdeckt werden. So abwegig ist das nicht, denn die erste Version des Kleinwagens kam schon 1984 auf den Markt. In diesem mehr als ein Vierteljahrhundert langen Zeitraum wurden insgesamt 4 Seat Ibiza vorgestellt, letztmals die aktuelle Version von 2008. Dieser basiert auf dem VW Polo. In der von uns getesteten Variante Seat Ibiza SC 2.0 TDI FR stellt der kleine spanische Flitzer die sportliche Adaptation des Wolfsburger Kleinwagens dar.

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Exterieur

Von Außen wirkt der Seat Ibiza dank der Sportcoupé-Form sehr dynamisch. Die Verarbeitung der Karosserie ist sehr gut. An der Front ist ein zweigeteilter Kühler zu entdecken, der dem 2.0 TDI ordentlich Luft zuführen kann. Neben dem üblichen „Seat“-Zeichen ist auch noch direkt das kleine „FR“. Es steht für „Formula Racing“ und schon ist klar, womit man es hier zu tun bekommt: Der Kleine hat ordentlich Kraft unter der Haube.

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Vom Scheinwerfer aus zieht sich eine Linie über die gesamte Seite des Seat Ibiza SC, was den Wagen einerseits länger wirken lässt, als er in Wirklichkeit ist, andererseits sorgt das für einen sehr schönen Anblick. Auch die Seitenschweller und die etwas hervorgehobenen Radkästen deuten nochmals auf einen sportlicheren Anspruch des Kleinen hin. Am Heck findet wir elegante LED-Leuchten, die ein kleines Zick-Zack-Muster beinhalten. Endlich mal nicht die 0815-Bremslichter, sondern mal etwas Originelles und gleichzeitig auch gut aussehendes. Außerdem ist der markante Doppelauspuff zu sehen.

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Interieur

Nun mal rein ins Fahrzeug. Der Innenraum wirkt sehr aufgeräumt, nicht überladen mit unnötigen Knöpfen und auch nicht billig. An der Windschutzscheibe ist noch ein kleines Display, das sogenannte „Seat Portable System“, welches zu einem Aufpreis von rund 500 Euro zu haben ist. Schalthebel, Pedale und das einstellbare Lenkrad sind gut angeordnet, Tacho- und Drehzahlmesser liegen gut im Blickfeld.

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Die Knöpfe in der Mittelkonsole sind ebenfalls gut erreichbar, auch dadurch, dass alle wichtigen Elemente beleuchtet sind und ein wenig zum Fahrer geneigt sind. Das Platzangebot vorne ist ausreichend. Auch auf dem Fond ist genug Platz, dank der hohen Dachlinie ist sogar ein wenig Kopffreiheit geboten. Ein wenig längere Fahrten auf der Rückbank sollten kein Problem sein.Die Vordersitze bieten guten Seitenhalt, auch bei kurvigen Fahrten.

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Noch kurz zum Kofferraum: In der Mitte des Kofferraumdeckels ist wieder das Firmenlogo, welches klappbar ist und als Kofferraumöffer dient. Die Heckklappe öffnet nicht allzu hoch, bei größeren Personen gilt Kopfstoßgefahr. Doch das Kofferraumvolumen an sich bietet für diese Wagenklasse sehr gute 285 Liter, bei (asymmetrisch) umgeklappten Sitzen der Rückbank können es sogar bis zu 620 Liter werden.

Funktionalität

Der Seat Ibiza SC bietet zwar keine große Auswahl an Assistenzsystemen oder Multimedia-Funktionen. Den größten Anteil daran nimmt das „Seat Portable System“, welches sich per Touch-Bedienung problemlos und selbsterklärend bedienen lässt.

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Das beinhaltet das Navigationssystem, Freisprechanlage, Medienverwaltung und den Bordcomputer. Der Bordcomputer enthält Informationen über Reichweite, aktuellem und durchschnittlichen Spritverbrauch. Das „Seat Portable System“ ist für einen Aufpreis für rund 500 Euro zu haben. Nimmt man dieses raus, so blickt man auf die Grundausstattung. Auch dann bleibt noch eine gute Grundausstattung des Seat Ibiza SC übrig. Soundsystem, Tempomat, Kurvenlicht, ESP, Klimaautomatik und Radio bieten alles Wichtige.

 

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Das Soundsystem verbirgt zwar keine wahren Wunder, doch ist es für das Kleinwagensegment ausreichend. Ein wenig störend ist die Tankanzeige, die nur digital zwischen Drehzahlmesser und Tachometer angezeigt wird, was keine wirklich genaue Angabe zulässt. Bei genaueren Daten muss dann schon zu dem „Seat Portable System“ gegriffen werden. Doch wer viel unterwegs ist, der wird aufgrund des Navigationssystems nicht drum herum kommen.

Motor

Der Motor ist das Herzstück des Seat Ibiza SC. Es ist der gleiche Motor wie beim VW Golf. Ein 2.0 TDI mit satten 143 PS. Wenn man bedenkt, dass der Seat Ibiza SC gerade einmal 1,2 Tonnen wiegt, sind das dann doch schon eine ganze Menge Kraft für so einen kleinen Flitzer. Und das spürt man auch. Schnelle Beschleunigung, kräftiges sportliches Brummen und sechs Gänge lassen für jeden Fahrtypen den Spaß aufkommen.

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 Die sechs Gänge des Seat Ibiza SC sind sehr lang übersetzt. Das ist im ersten Moment gewöhnungsbedürftig, besonders auch dank der eingebauten Schaltempfehlung. Dazu später mehr. Doch auch der Schalthebel könnte ein wenig besser sein. Der hatte doch schon ein bisschen zu viel Spiel, auch wenn ein Gang eingelegt war. Dafür sind wiederum die Schaltwege extrem kurz, was schnelle Gangwechsel ohne Probleme möglich macht. Im unteren Drehzahlbereich von unter 1.500 Umdrehungen brummt der Motor ziemlich stark, sodass die Vibrationen auch im Innenraum zu spüren sind.

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Fahrverhalten

Der Seat Ibiza SC fährt sich sehr angenehm. Egal ob es geradeaus geht, oder man sich durch enge Kurven schlängeln muss, das sportliche Fahrwerk des kleinen Flitzers sucht seinesgleichen. Eine sehr direkte Lenkung macht auch höhere Kurvengeschwindigkeiten zu einem Klacks. Kleines Manko ist die Schaltempfehlung. Diese ist sehr ökonomisch eingestellt, sodass die Empfehlung zum Hochschalten schon im relativ frühen Drehzahlbereich kommt. Wenn man sich daran hält, wird man quasi in die Umdrehungsbereich von 1.000 – 1-300 Umdrehungen/Minute gedrängt. Und da ist das Brummen und die Vibrationen des Motors schon störend. Lernt man aber daraus und schaltet immer erst ein paar 100 Umdrehungen später, dann hört sich der 2.0 TDI schon deutlich gesünder an und dem Fahrspaß steht nichts mehr im Weg. Die elektronische Differentialsperre XDS macht seine Arbeit gut und sorgt für eine ausreichende Traktion in jeder Kurvenlage.

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In unserem Test lag der Verbrauch bei gut 5 Litern auf 100 km. Das liegt zwar etwas höher als die Herstellerangaben aussagen, da wir den Seat Ibiza SC aber auch nicht mit Samthandschuhen angefasst haben, sondern auch ein bisschen gefordert haben, geht das vollkommen in Ordnung. Die Herstellerangaben von 4,6 Litern auf 100 km sind realistisch. Nun, was kostet der ganze Spaß? In der Grundausstattung gibt es den Seat Ibiza SC 2.0 TDI FR für 20.625 Euro. Wer nicht auf das „Seat Portable System“ mit Navigationssystem und Bordcomputer verzichten will, zahlt ungefähr 500 Euro oben drauf, sodass sich ein Preis von rund 21.000 Euro ergibt. Das liegt zwar schon etwas oberhalb des typischen Kleinwagensegments, ist aber aufgrund der Leistung des Seat Ibiza SC noch angemessen.

Fazit

Viel Auszusetzen gibt es an dem Seat Ibiza SC 2.0 TDI FR nun wirklich nicht. Ein Kleinwagen, ideal für Stadt und Land. Schon die Grundausstattung ist sehr gut, das Fahrverhalten ist nach kurzer Eingewöhnung an die Gangübersetzung sehr angenehm. Der Seat Ibiza SC liegt gut auf der Straße und das Kofferraumvolumen ist für diese Wagenklasse ebenfalls gut.

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Der Verbrauch des kleinen Flitzers steigt auch nicht ins unermessliche, sodass es noch ein Pluspunkt für den Seat Ibiza SC ist. Ein paar Kleinigkeiten hier und da, wie z.B. der wacklige Schalthebel, könnten zwar noch verbessert werden, doch alles in Allem macht man bei dem Kauf des Seat Ibiza SC nichts falsch. Jedoch sollte man nicht auf das „Seat Portable System“ verzichten, doch auch für rund 21.000 Euro ergibt sich eine klare Kaufempfehlung.

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Technische Daten: Seat Ibiza SC 2.0 TDI FR

Motor: 2 Liter Vierzylinder Diesel

Antriebsart: Frontantrieb

Getriebeart: 6-Gang Schaltgetriebe

Hubraum: 1.968 ccm

Leistung in kW/PS: 105/143

Max. Drehmoment: 320 Nm

Länge/Breite/Höhe: 4034/1693/1428 in mm

Leergewicht: 1.254 kg

Zul. Gesamtgewicht: 1.671 kg

Kofferrauminhalt: 285 l (mit herunter geklappter Rückbank bis zu 620 l)

Bereifung: 215/40 R17

Felgen: 17″ Leichtmetallfelgen

Beschleunigung: 8,2 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h

Tankinhalt: 45 l

Kraftstoffverbrauch innerorts: 5,9 l auf 100 km

Kraftstoffverbrauch außerorts: 3,9 l auf 100 km

Kraftstoffverbrauch kombiniert: 4,6 l auf 100 km

Preis: 20.625 Euro inkl. MwSt. in der Grundausstattung

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Bilder: Mikhail Bievetskiy

About Markus Stempel

Markus ist Gastautor auf NewCarz und schreibt über das automobile Leben.

3 comments

Beim 2.0 tdi ist der Kofferraum kleiner da die Batterie nicht im Motorraum sondern im Kofferraum ist ! D.h. nur 236 l statt 285 l …

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