Peugeot 208 HYbrid FE – Einblicke in die Technologien

Letzte Woche bin ich einer Einladung von Peugeot gefolgt, um mir in den heiligen Hallen des PSA-Konzerns den Stand der Entwicklung zum neuen Hybriden anzuschauen. Bereits auf dem diesjährigen Genfer Automobilsaon wurden einige Eckdaten vom Peugeot 208 HYbrid FE bekannt gegeben. Nun konnten wir die Updates der Entwicklung sowie die Design-Silhouette des Fahrzeuges begutachten, bevor wir den fertigen Technologieträger auf der IAA in Frankfurt begutachten können.

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Technik

Peugeot entwickelt in Kooperation mit dem Schmierstoffehersteller TOTAL ein Fahrzeug, dass sowohl Spaß als auch Sparsamkeit liefern soll. Dies erkennt man auch den Buchstaben FE, die für „Fun & Emotion“ stehen sollen. In Zahlen bedeutet das konkret: 49/8 – Ein CO2-Ausstoß von 49 g/km und eine Beschleunigung von 0-100 km/h in 8 Sekunden. Um das zu erreichen stehen knapp 5 Millionen Budget und ein gutes Dutzend Mitarbeiter zur Verfügung.

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Für Antrieb sorgt ein 1.0 VTi-Dreizylinder-Aggregat, das man bereits aus dem Peugeot 208 kennt mit einer Leistung von 68 PS. Als Getriebe findet man eine Fünf-Gang-Automatik vor, welche nicht überarbeitet wurde. Der Verbrennungsmotor wurde vor allem in Hinsicht auf Wärmeentwicklung und Reibung optimiert. Ein echtes Highlight stellen aber die Gewichtseinsparungen dar: rund 200 Kilogramm hat der französische Kleinwagen gegenüber seinem Schwestermodell abgespeckt.

Highlights

Am Meisten hatte mich die Leichtbautechnologie „CCP“ überrascht, aus der unter anderem die Motorhaube gefertigt ist. Jene Motorhaube ließ sich ohne Probleme mit einer Hand tragen, ohne schwer zu sein, was vor allem dem Polycarbonat-Material geschuldet ist.

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Spannend waren aber auch die Modifikationen, die vorgenommen wurden, um den cW-Wert zu verbessern. Erreicht wurde hier ein Wert von 0,25. Diese aerodynamische Kunst hatte mich schon beim neue Mercedes-Benz CLA (cW = 0,22) überrascht, der immer Rekordwerte einfuhr. Die Stellschrauben hierfür sind unter anderem ein schmales Reifenprofil (145/65 R19), digitale Außenspiegel per eigebauten Kameras und einige Veränderungen an der Silhouette. So wurden Überstände teils kleiner, um ein deutlich „flüssigeres“ Design zu erwirken.

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Hinter dem Reifen findet man übrigens auch ein interessantes Detail: statt einem Querlenker oder einer Feder, findet man ein Glasfaser-Brett (kurz: „HCB“, entwickelt durch die TOTAL-Gruppe). Im Gegensatz zu den sonst verwendeten Teilen spart das ungefähr die Hälfte an Gewicht ein.

Interieur

Wie bereits im hier getesteten 208 GTi werden wir hier eine sportlichere Optik vorfinden. Man rechnet mit einem Boden aus Carbon – die Armaturen hingegen könnten in das selbe Material wie auch die Motorhaube („CCP“) geschürrt werden. Ansonsten wird sich sehr wenig verändern im Interieur, da der Fokus hier vor Allem auf dem Exterieur liegt.

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HYbrid

Neben dem angesprochenen Verbrenner findet man einen 120 kW-Elektromotor vor, der auf 100 kW gedrosselt wurde. Dieser musste in der Beschleunigung auf insgesamt 40 kW beschränkt werden – die Rekuperation kann weiterhin bei 100 kW erfolgen. Diese Limitierung hängt vor allem mit dem sogenannten Atkinson-Zyklus zusammen, den man sonst eigentlich nur von Viertaktern kennt.

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Fazit

Vor den Entwicklern kann man bei diesem Versuchsträger nur den Hut ziehen. Trotz des vergleichsweise geringen Budgets werden einige interessante Verfahren verwendet, die man in der Form bisher weniger kannte. Natürlich gibt es Design-Elemente, über die man sich streiten kann, wie in meinen Augen die fehlenden Außenspiegel. Der Straßenverkehr ist meiner Meinung nach aktuell noch nicht auf dem Stand, um auf mechanische Außenspiegel verzichten zu können, jedoch freue ich mich auf das Endprodukt.

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Nichtsdestotrotz ergeben diese kleinen Veränderungen im Gesamtbild einen interessanten Technologieträger, auf den ich mich auf der IAA in Frankfurt schon freue.

Mehr zu dem Fahrzeug gibt es bei Autophorie. Auf technische Daten wird in diesem Beitrag gänzlich verzichtet, da es sich nicht um finale Daten handelt.

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