Volkswagen elektrifiziert zwei Massenautos

Gute Nachricht für Interessenten an Elektroautos. Volkswagen stellt auf der Frankfurter IAA (11. bis 22. September 2013) die Großserienmodelle  Golf und Up in Elektroversion vor.

Sie werden von den gleichen Produktionsbändern laufen wie die  Varianten mit Verbrennungsmotor. Auch die Ausstattung signalisiert Normalität: vier Türen, Klimaautomatik mit Standheizung und -kühlung, Radio, Navigationssystem und beheizte Frontscheibe sind serienmäßig.

Der kleine e-Up soll 11,7 kWh Strom auf 100 Kilometern verbrauchen, der e-Golf zapft 12,7 kWh ab.  VW rechnet vor, dass bei einem aktuellen Strompreis von 0,258 Euro je Kilowattstunde 100 Kilometer mit dem e-Up 3,02 Euro, mit dem e-Golf 3,30 Euro kosten. Und proklamiert innovative Antriebstechnologien als Kernkompetenz der Marke. Daher seien die e-Motoren, Getriebe und Lithium-Ionen-Batterien unternehmenseigene, deutsche Entwicklungen konzerneigener Komponentenwerke.

Der neue Volkswagen e-up! und der neue Volkswagen e-Golf
Volkswagen bringt mit dem e-Up und dem e-Golf (rechts) den Elektroantrieb für Großserienautos – und einem fast akzeptablem Aktionsradius.

Der e-Golf wird von einem 85 kW / 115 PS starken Elektromotor angetrieben. Beim Start liegt schon ein maximales Anfahrmoment von 270 Nm an. Bis 100 km/h vergehen 10,4 Sekunden, der frontgetriebene e-Golf wird bei 140 km/h elektronisch abgeregelt und kann im Idealfall mit einer 24,2 kWh-Batterieladung  bis zu 190 km Reichweite erzielen.

Der Elektromotor des e-Up  leistet 60 kW / 82 PS. Beim Start wuchtet er 210 Nm an die angetriebene Vorderachse, erledigt den Standardsprint auf 100 km/h in 12,4 Sekunden und darf 130 km/h schnell sein. Wer die Leistung nicht voll ausnutzt, kommt mit dem kleinen Viersitzer bis zu 160 Kilometer weit – mit einer Ladung zu 18,7 kWh.

Bei beiden stehen als Fahrprogramme zwei Eco-Sparmodi und vier Energie-Rückgewinnungsstufen zur Verfügung des Fahrenden. Hält man sich vor Augen, dass laut Bundesverkehrsministerium rund 80 Prozent aller Autofahrer in Deutschland täglich weniger als 50 Kilometer fahren, reichen die Aktionsradien aus.  An den schnellsten Gleichstrom)-Ladestationen verkürzt sich die Ladezeit für 80 Prozent der Batteriekapazität auf etwa eine halbe Stunde.

Für den VW e-Up werden wohl knapp 27 000 Euro fällig. Die Batterien sind – anders als beim etwas größeren und mehr als 5000 Euro billigeren Konkurrenten Renault Zoe – im Preis enthalten. Der gut ausgestattete e-Golf soll sich preislich Richtung 35 000 Euro bewegen und würde so zum Konkurrenten des fahraktiven BMW i3.

Text: Fred Ascheberg / Foto: Volkswagen

3 comments

Na also, so langsam verstehen es auch die Wolfsburger! 190 km Reichweite sind doch schon mal ein guter Start in die Alltagstauglichkeit. Mal abwrten, wie die Preise sein werden – mir schwant Böses…

Sobald wir die Autos auch mal im Alltag gefahren sind, können wir wirklich sagen, ob die angegeben Reichweiten realistisch sind. Gerne weichen mal Herstellerangaben ab vom „alltäglichen“ Wert.

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