Land Rover Experience Tour 2013: Dritte Etappe von Lemberg nach Odessa

Neuer Tag, gleiches Spiel: Für die Teilnehmer der Land Rover Experience Tour 2013 ging es heute schon um sechs Uhr morgens los. Mit 800 Kilometern stand die größte Etappe nach Odessa an. Nach den letzten Tagen war allen klar: Ein langer Tag im Auto stand uns bevor.

Die lebhafte, verkehrsturbulente Stadt, die wir am vom Vorabend kennengelernt hatten, schläft noch bei Abfahrt. Optimal für Foto- und Filmaufnahmen unseres Konvois während des Sonnenaufgangs. Nun geht es auf der Landkarte immer weiter Richtung Osten.

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Nachdem wir die Stadtgrenzen von Lemberg verlassen haben, verändert sich sowohl die Wetter- als auch die Straßenverhältnisse. Es geht durch Nebelfelder und über eine Art „Landstraße“ wie wir Deutschen sagen würden. Obwohl das Wort „Straße“ die Art nicht wirklich trifft. Der Asphalt ist komplett versehen mit tiefen Schlaglöchern und aufgeplatztem Teer. Die Range Rover Evoques fahren Slalom damit die größten Löcher vermieden werden. Öfters mal taucht eine Ölspur auf dem Weg auf und kurze Zeit später der dazu passende Lkw mitten auf der Fahrbahn. Ein Zeichen dafür, dass er es wohl nicht geschafft hat den Löchern auszuweichen.

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Mit 50 km/h im Durchschnitt schaffen wir in der ersten Stunde der Etappe nur 39 Kilometer. Durch die holprige Fahrt reißen dann auch noch die ersten Spanngurte des Gepäcks auf dem Dach. Alle anhalten! Es muss neu gesichert werden,  da fliegende Kanister oder Ersatzreifen erheblich die hinterherfahrenden Autos gefährden könnten.

Die Experience-Fahrzeuge sind für die Tour aber auf schlechte Gegebenheiten vorbereitet. So wurden sie unter anderem mit einem Unterbodenschutz, Zusatzscheinwerfern und einem integrierten GPS-System ausgestattet. Zusätzlich wurde zur Sicherheit der Rußpartikelfilter ausgebaut, da der Diesel-Sprit ab Russland deutlich schlechter wird.

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Nach ein paar Stunden auf der Straße kommen wir etwas schneller voran. Doch Pausen und Tankstopps fressen wieder viel kostbare Zeit. Und auch die Wege bleiben unverändert schlecht. Und dann gibt es ja auch noch die ukrainischen Verkehrsteilnehmer. Der Fahrstil lässt sich in einem Wort beschreiben: Unberechenbar. Wer bremst, der verliert. Sicherlich das Motto von vielen. An jeder noch so unübersichtlichen Stelle wird überholt. Kurz vor dem entgegenkommenden Gegenverkehr scherrt das Auto wieder ein. Mit der Hoffnung, dass der Hintermann schon bremsen wird. Wenn es nicht klappt, gibt es ja noch den Weg zwischen Asphalt und Bäumen. Bei zweispurigen Fahrbahnen wird zusätzlich einfach noch eine dritte Fahrbahn aufgemacht, nämlich die des Gegenverkehrs. Dazu kommen die nicht verkehrssicheren Straßen. Es gibt keine Seitenstreifen, Markierungen oder geschweige denn Leitplanken die vor Bäumen schützen. Das alles erklärt, warum es in der Ukraine jährlich über 30.000 Verkehrstote gibt. Zum Vergleich: Deutschland hatte im Jahr 2012 insgesamt 3600 – der beste Wert seit 1950.

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Wie bei der letzten Etappe schon berichtet, nehmen die Ukrainer die Polizeikontrollen sehr sehr ernst. Auf der ganzen Fahrt fahren wir an circa 20 Polizisten vorbei, die am Fahrbahnrand die Fahrzeuge rauswinken. Durch die Zusammenarbeit im Team konnten wir uns aber immer gegenseitig vor Gefahrenstellen warnen. Ein Hoch auf das altmodische Funksystem!

Für die letzten 250 Kilometer fahren wir auf eine Art „Autobahn“. Doch auch dort spürt man den Unterschied zwischen EU-Land und nicht EU-Land. So gehen beispielsweise Menschen neben der Fahrbahn spazieren oder es kommen einem auf dem Seitenstreifen Fahrradfahrer entgegen. Fahrzeuge werden ebenfalls auf dem rechten Fahrstreifen ohne große Absicherung repariert.

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„Passt auf. Es will jetzt eine Kuhherde die Autobahn kreuzen!“, tönt es aus dem Funk. Was? Kühe auf der Autobahn? Tatsächlich: Ein Mensch schwenkt eine rote Flagge. Alle Fahrzeuge bleiben vor der Kuhherde stehen bis alle erfolgreich über die Straße gebracht worden sind. Dann geht die Fahrt weiter.

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Nach 15 Stunden kommen wir endlich in Odessa an. Sofort ist das Meer sowie eine andere Luft spürbar. Odessa glilt als Touristenstadt, vor allem für Russland. Meine Reise endet leider hier. Noch insgesamt 13.000 spannende Kilometer warten auf die Teilnehmer, die schon jetzt Schwierigkeiten haben all dies in Worte zu fassen. Roadtrips wie die Land Rover Experience Tour besitzen einen ganz eigenen, unbeschreiblichen „Spirit“. Mit jedem Kilometer schwindet die Realität durch die Vielzahl von Erlebnissen. Neue Landschaften, neue Städte, neue Kulturen. Es ist wie ein fahrendes Kino, was immer neue Eindrücke liefert. Und das macht das Auto fahren zu etwas ganz besonderem.

Wie die Tour weitergeht, könnt ihr bei Alex Kahl von probefahrer lesen.

Bilder/Text: Lena Ließfeld

About Lena Liessfeld

Lena hat Online-Journalismus studiert und beschäftigt sich derzeit im Master mit dem Medienwandel. Neben neuen Autos schlägt ihr Herz auch für Oldtimer und Mountainbiking.

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