Große DSG-Rückrufaktion: Volkswagen bessert nach

Zum allmählichen Jahresausklang hagelt es bei VW: die bis dato größte Rückrufaktion der Firmengeschichte steht an. Bislang mussten 384.181 chinesische Modelle in die Werkstatt gerufen werden. Der Grund dafür war ein Defekt am 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe „DQ200“.

Hohe Temperaturen sowie erhöhte Luftfeuchtigkeit und stockender Stadtverkehr führten die Fehlfunktion des Getriebes herbei. Volkswagen tauschte daraufhin alle betroffenen Teile aus, in Deutschland schlägt die Reparatur mit rund 2.000€ zu Buche. Am 14.11. gab der Konzern bekannt, den Defekt weltweit reparieren zu wollen. Schuld an dem Defekt soll laut Volkswagen das synthetische Getriebeöl sein, dass „unter dem Einfluss von feucht-heißen Klimabedingungen bei gleichzeitigem Einsatz im verschärften Stop & Go Betrieb“ zu elektrischen Fehlfunktionen in der Stromversorgung des Getriebes führe. Infolgedessen tauscht VW im Rahmen der aktuell laufenden Aktion nicht etwa die Getriebemechatronik sondern das Getriebeöl aus.

„In Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass durch den Einsatz eines mineralischen Getriebeöls diese Probleme ausgeschlossen werden können“, hieß es von Volkswagen.

Der Konzern bittet daher weltweit alle Kunden mit 7-Gang-Direktschaltgetrieben sowie einer Synthetikölfüllung zum Öltausch in die Werkstatt zu kommen. Laut einem Sprecher seien insgesamt etwa 1,6 Millionen Fahrzeuge aus den Modellpaletten der Marken VW, Audi, Seat, Skoda und VW-Nutzfahrzeuge betroffen. Darunter auch ein Teil der ca. 400.000 bereits reparierten Fahrzeuge.

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Der Hersteller erläutert weiterhin, die Serviceaktion ergänze den Rückruf im März: Nur mit mineralischem Öl und einer überarbeiteten Mechatronik in der Steuerungseinheit könne das kleinste Direktschaltgetriebe des Konzerns dauerhaft auch unter widrigen Bedingungen einwandfrei und problemlos funktionieren.

Im Laufe der Produktion des DQ200 hat der Autobauer aus Wolfsburg bereits auf die Verwendung mineralischen Öls umgestellt. Das sogenannte Umölen der älteren Getriebe sei vor allem in Südostasien wichtig, da dort die kritischen Wetterbedingungen auftreten und die rund 750.000 Automobile in ihrer Funktion gefährden. In Deutschland gilt die Aktion für etwa 257.000 Fahrzeuge. Die Halter werden explizit benachrichtigt.

Ausserdem ruft Volkswagen ca. 800.000 Modelle des Tiguan zurück in die Werkstatt, da es laut eigenen Angaben „in Einzelfällen zum Ausfall einer Schmelzsicherung“ komme. Dadurch könne einer der beiden Schaltkreise der Beleuchtung ausfallen. VW will nun die Sicherung gegen ein Bauteil austauschen, das eine robustere Oberflächenbeschichtung aufweist. In Deutschland betrifft diese Rückrufaktion etwa 147.000 VW Tiguan aus dem Bauzeitraum von 2008 bis Mitte 2011.

Hinzu kommt der Rückruf von 239.000 Amarok-Modellen, bei denen es zu Undichtigkeiten an den Kraftstoffleitungen im Motorraum kommt. VW will an den Problemstellen einen Scheuerschutz einbauen. In Deutschland sind davon ca. 12.000 Modelle betroffen.

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