Michelin Winterreifenprogramm 2014 – Das schwarze Gold

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Bei 4°C, Sprühregen und feuchter Fahrbahn glauben viele mit Sommerreifen gut unterwegs zu sein. Doch das ist ein Trugschluss: Bereits ab 7°C bieten Winterreifen entscheidende Vorteile und erhöhen die Fahrsicherheit beträchtlich. Welche Vorteile genau die neuesten Winterpneus von Michelin mit sich bringen, zeigen wir anhand der drei weiterentwickelten Modelle Pilot Alpin PA 4, Latitude Alpin LA2 sowie dem Alpin 5. Michelin, einer der größten Reifenhersteller der Welt, stellte nahe des Polarkreises diese neuen Winterreifenmodelle vor und wir haben genauer hingesehen.

Doch zunächst ein kleiner Exkurs zum Unternehmen selbst: Der französische Hersteller ist nicht nur Produzent von PKW-Reifen, sondern auch für nahezu jedes andere Fortbewegungsmittel. Selbst der Airbus A 380 oder die NASA werden mit Michelin-Rundlingen ausgestattet. Dennoch konzentriert sich das Unternehmen nicht nur auf das schwarze Gold, sondern ist auch für seine Reise- und Restaurantführer bekannt.
Angefangen hat alles 1891, als die Brüder André und Edouard Michelin mit der Produktion von Luftreifen für Fahrräder begannen. Und dabei sollte es nicht bleiben: Das Unternehmen wuchs und wurde zu einem der renommiertesten Hersteller unserer Zeit. Seit 1990 gehört auch die Uniroyal Goodrich Tire Company zum Konzern, der seitdem viele weitere Joint Ventures, wie z.B. mit BFGoodrich oder Kleber, einging, um nur einige davon zu nennen. Zusammen mit dem Automobilzulieferer Valeo besteht aktuell auch ein Engagement im Bereich elektrischer und alternativer Antriebe.

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Michelin Pilot Alpin PA4 und Latitude Alpin LA2

Der Pilot Alpin PA4 ist speziell für leistungsstarke Limousinen und Sportcoupés entwickelt worden und zeichnet sich ebenso, wie sein auf Premium-SUV spezialisiertes Schwestermodell, der Latitude Alpin LA2, durch seine besonders ausgewogenen Fahreigenschaften aus. Dabei wurde das Augenmerk auf eine hohe Sicherheit, gute Traktion und außerordentliche Laufleistung bei unterschiedlichsten Fahrbahnbedingungen gelegt.

Beide Pneus zeigen sich durch Spezifikationen, den steigenden Ansprüchen der Kunden, mit High-Speed-Indizes, sowie Größen von bis zu 21 Zoll durchaus gewachsen. Um den selbstgesetzten Zielen gerecht zu werden, entwickelten die Ingenieure drei Technologien, die das Design der Laufflächen, die Lamellengestaltung und die Gummimischung betreffen. Die Maxi Edge-Lauffläche gewährleistet dabei außergewöhnliche Leistungen beim Bremsen auf Schnee und Eis, sowie eine gute Traktion. Umgesetzt wurden diese Ziele durch eine Erhöhung der Profilkanten um 74%, sowie bis 135% mehr Lamellen beim PA4. Der LA2 glänzt hier mit bis zu 40% mehr Profilkanten und maximal 75% mehr Lamellen gegenüber dem Vorgänger.

Des Weiteren sind die „StabiliGrip“ genannten Lamellen mit ihrer erhöhten Anzahl an Profilkanten dafür zuständig, dass mehr Traktion generiert wird. Die steiferen Profilblöcke hingegen, ermöglichen ein besseres Durchbrechen des Wasserfilms und können so der Gefahr des Aquaplanings entgegenwirken.

Die dritte Innovation hört auf den Namen „Helio Compound-Gummimischung“. Dieser Mix aus Silica und Sonnenblumenöl wurde von den Franzosen patentiert und ermöglicht eine nochmals optimierte Haftung bei winterlichen Verhältnissen.

Die damit erzielten Resultate sprechen dabei eine deutliche Sprache: Bis zu drei Meter kürzere Bremswege auf nassem und bis zu vier Meter kürzere Bremswege auf vereistem Untergrund. Außerdem kommen eine bessere Traktion und ein berechenbareres Fahrverhalten hinzu, wie auch die Tests am Polarkreis gezeigt haben.

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Michelin Alpin 5

Im Februar diesen Jahres präsentierte Michelin die bereits fünfte Generation des sehr erfolgreichen PKW-Reifens, der speziell für europäischen Länder, mit ihren im Winter hauptsächlich „schwarzen Straßen“ entwickelt wurde. Auch hier stand die Sicherheit an zentraler Stelle, weshalb die Ausrichtung auch speziell an den alten Kontinent angepasst wurde.

Bei diesem Pneu wurde das Laufflächenprofil in Richtung eines Zahnradeffekts entwickelt, um sich im Schnee zu verzahnen und Aquaplaning besser zu widerstehen. Dabei erhielten die Profilblöcke einen hohen Negativanteil, der den Reifen in den Schnee drückt und so einen guten Grip gewährleistet. Außerdem kanalisiert die Neuausrichtung das aufgenommene Wasser nach außen hin und minimiert so das Phänomen des Aufschwimmens deutlich.

Auch bei diesem Pneu, wie schon beim LA2 und PA4, vertraut Michelin auf die „StabiliGrip“-Technologie, um durch größtmögliche Kontaktflächen bessere Haftung, also auch hohe Lenkpräzision sicherzustellen. Selbstredend findet auch hier die Helio-Compound Gummimischung ihre Anwendung und steigert abermals die Bodenhaftung bei kalter, nasser Fahrbahn.

Durch einen guten Winterreifen wird die kritische Schnittstelle zwischen Automobil und Fahrbahnbelag optimiert. Man investiert also in seine eigene Sicherheit, die schon bei milden winterlichen Temperaturen nicht mehr mit einem Sommerpneu gewährleistet ist.

Weitere Berichte vom Polarkreis gibt es im Automobil-Blog, bei Autophorie, Autogefühl und Auto-Geil.

Bilder: Mikhail Bievetskiy / Canon 1D-X / 24-70 II ƒ2.8

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