Kolumne: Happy Birthday – Die Roadster-Ikone Mazda MX-5 wird 25.

Kein anderer zweisitziger Sportwagen wurde im vergangenen Vierteljahrhundert so oft geordert wie er: Sagenhafte 947.000 Exemplare rollten vom Händlerhof. Damit sicherten sich die Japaner einen Platz im Guinness Buch der Rekorde. Zum Auftakt der 4. Generation ließ sich Mazda etwas ganz Besonderes einfallen und stellte Livestreams aus Barcelona, Tokio und Monterrey bereit, um bei der Weltpremiere dabei zu sein. Gleichzeitig konnten die Enthusiasten sich über Twitter und Co. mit Gleichgesinnten austauschen. Willkommen im Next-Generation-Marketing.

Die vierte Generation des Mazda MX-5 ist kürzer, breiter, flacher und bietet mehr Platz im Innenraum. Wie das geht? Der Radstand, obwohl die Wagengenlänge um 10,5 cm geschrumpft ist, wuchs um 1,5 cm im Vergleich zur dritten Generation. Eigentlich hat sich an der Optik Einiges getan, bei genauer Betrachtung kommt einem der Roadster aber doch sehr vertraut vor.

Foto: Hildebrandt/LorenzDer MX-5, Werksbezeichnung „ND“, steht ganz unter dem Stern der KODO-Design-Linie der Japaner. Jenes Design soll die natürlichen Bewegungen von Mensch und Tier widerspiegeln. Die Geschwindigkeit und die Spannung von freigesetzter Energie spielen hierbei eine große Rolle und wurden erstmals 2010 mit dem Concept-Car „Shinari“ der Öffentlichkeit präsentiert.

An der Front besticht nun ein größerer Kühlergrill mit Querstreben und neuen, sehr schmal gehaltenen Scheinwerfer. Die Motorhaube verlor ihren Powerdome und unterzog sich einer leichten Absenkung. Ganz im Gegenteil zu den Kotflügeln, welche wiederum leicht angehoben und stärker ausgestellt wurden. Diese Maßnahmen lassen den „ND“ bulliger und wuchtiger erscheinen; die Silhouette, mit ihrer wellenförmigen Linie, gleicht allerdings noch der, der Vorgängermodelle.

Foto: Hildebrandt/LorenzDas Heck, mit seiner kleinen, neuen Abrisskannte und den zwei Rundleuchten, die sich in Richtung Kotflügel verjüngen, erinnert allerdings an einen ähnliches Produkt eines bayerischen Automobilproduzenten. Beim Mazda befinden sich die Rückfahrtleuchten allerdings in der Schürze.

Ein Grund für die beeindruckende Performance des Kurvenräubers ist seit jeher die ausgeglichene Gewichtsverteilung und die Gesamtmasse – Kotflügel, Motorhaube, Kofferraumdeckel und Radkasten sind komplett aus Aluminium gefertigt.

Foto: Hildebrandt/Lorenz

Im Innenraum wagte man nicht allzu viele Experimente. Viele Elemente wurden aus der vorangegangenen Generation übernommen, beispielsweise das Multifunktions- Dreispeichenlenkrad, Schaltknauf und Handbremshebel, sowie die hervorragenden Sportsitze. Neuerung bieten der Steuerungsknopf neben dem Handbremshebel und der freistehende Bildschirm. Das Verdeck lässt sich, wie eh und je, in Windeseile mit einem Handgriff öffnen – eine genial einfache Konstruktion.

Motormäßig gibt es kein neues Feuerwerk: Für ausreichenden Vortrieb werden aller Wahrscheinlichkeit nach ein 1,6-Liter- mit 130 PS und ein Zweiliter-Aggrgat mit 160 PS sorgen – beides klassische 4 Zylinder-Benziner ohne jegliche Aufladung. Auch hier zogen die potenten und sparsamen „SKYACTIV“ Triebwerke ein. Die, schon aus dem Mazda 3 bekannten Motoren, sorgen für einen geringeren CO2-Austoß und einen erheblich reduzierteren Verbrauch. Ein weiteres Plus konnte zur Straßenlage verbucht werden, da die SKYACTIV–Aggregate mittiger und tiefer positioniert werden konnten. Um die Wahl des geeigneten Ganges kümmert sich entweder ein knackiges Sechsganggetriebe oder, für diejenigen, die es dagegen entspannter angehen wollen, ein Automatikgetriebe.

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Womit die Japaner allerdings zu beeindrucken wissen, ist nicht unbedingt die PS-Zahl ihrer Triebwerke. Nein, für Leistung en Masse gibt es bekanntlich ganz andere Fahrzeuge. Sie beeindrucken mit einem Kampfgewicht von knapp einer Tonne! Dank Radikaldiät speckte der Miata ganze 100kg ab. Diese Werte wurden zuvor nur von dem Ur-MX-5 erreicht und sind in dieser Fahrzeugklasse quasi ein Alleinstellungsmerkmal.

Mazda hat mit seinem MX-5 in den vergangen 25 Jahren einen Roadster-Kult erschaffen, der Seinesgleichen sucht. Ein erschwinglicher Sportwagen, der vor allem in der heutigen Zeit durch sein Leistungsgewicht zu überzeugen weiß. Die vierte Auflage steht dem „Spirit der echten Roadster“ in nichts nach und besitzt alle notwendigen Kriterien um wieder einmal zum Verkaufsschlager zu werden. Frei nach dem Prinzip des „Jinba Ittai“, welches die symbiotische Einheit zwischen Reiter und Pferd bildet, wird dieser Roadster die Herzen der Fahrgefühlenthusiasten überzeugen können. Aber begrenzen wir uns nicht nur auf innere Werte: Mit seinem optischen Charme wird er mit Sicherheit auch die Frauen um den Finger wickeln.

Bilder: Mazda

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