Genf 2015: Porsche Cayman GT4 – Das Reptil mit Biss

Auf dem 85. Genfer Automobilsalon präsentieren die Stuttgarter das neue Topmodell der Cayman-Baureihe, den Porsche Cayman GT4. Wie es das etwas kryptische Kürzel schon anregt, darf diese Variante als wahres Track-Tool angesehen werden. Allein die aggressive Optik mit dem großen Heckflügel deutet in diese Richtung, doch in Weissach ließ man sich nicht lumpen und krempelte auch die Komponenten unter dem Blech kräftig um.

Um es vorweg zu nehmen: Mit einer Rundenzeit von 7:40 Minuten auf der Nürburgring Norschleife rückt der Cayman GT4 gestandenen Sportwagen auf den Leib, wie etwa dem großen Bruder, dem 911 Turbo. Überhaupt darf die 911-Serie als großer Teilespender gelten: Die Keramik-Bremse stammt zu großen Teilen aus dem GT3 und das Aggregat ist in seinen Grundzügen vom 911 S abgeleitet. So verfügt der GT4 über 385PS, um den Respektabstand zum größeren Bruder zu wahren und wird ausschließlich mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe ausgeliefert. Dadurch darf eine Abwanderung der bisherigen GT3-Kunden hin zum GT4 erwartet werden, da dieser nur noch mit dem Doppelkupplungsgetriebe DKG verfügbar ist und den Sport-Fan, der auf puren Fahrgenuss gepolt ist, damit nicht immer befriedigen kann.

Die, erstmals in der Cayman-Baureihe, verfügbare GT-Version bietet einen Hubraumzuwachs von 3,4 auf 3,8 Litern auf liegt damit auf Augenhöhe mit dem 911S. Die Fahrleistungen, die diesem Aggregat entlockt werden können, dürfen sich sehen lassen: 4,4 Sekunden sollen für den Sprint auf Landstraßen-Tempo vergehen und die maximal erreichbare Geschwindigkeit soll erst bei 295km/h liegen. Dabei darf das gelbe Reptil sogar als sparsam angesehen werden, soll der NEFZ-Verbrauch doch bei verträglichen 10,3 Litern auf 100 Kilometern liegen. Gerade in Anbetracht der Fahrleistungen ein durchaus respektabler Wert.

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Zum Grundpreis, der bei 85.776€ startet, können natürlich noch allerlei Annehmlichkeiten hinzuaddiert werden. Dazu zählen in erster Linie aber Dinge, die den Sportsgeist und die Performance des GT4 verbessern sollen. So steht beispielsweise die bereits erwähnt Keramikbremse ebenso auf der Liste, wie Vollschalensitze aus GFK, ein Sport-Chrono-Paket inklusive einer Rennstrecken App oder aber verschiedene Clubsport-Details, wie etwa ein Überrollbügel oder ein Feuerlöscher. Wer auf die schraubstock-artigen Schalen verzichtet, bekommt stark ausgeformte Sitze mit einem Leder-Alcantara-Bezug, die ebenfalls nicht mit Halt geizen und mit ihrer Polsterung optisch hervorragend ins Interieur passen. Schließlich fand Alcantara nicht nur am Lenkrad, sondern nahezu im kompletten Innenraum Verwendung: Die Unterseite des Armaturenbretts, der Schaltknauf, die Türtafeln und weitere Teile. Für einen angenehmen Kontrast sorgen Doppelnähte in einer sich abhebenden oder Wagenfarbe.

All das zeigt schon recht deutlich, dass dieser Cayman ein echtes Rennstrecken-Tool ist. Das zeigt sich auch an Komponenten, wie etwa dem Fahrwerk, das das Coupé 30 Millimeter näher an den Asphalt rückt, den großen vergitterten Lufteinlässen an der Front oder aber der gesamten Aerodynamik, die mit ihrem großer Heckspoiler konsequent auf Abtrieb getrimmt wurde.

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Das sportlichste aller Cayman-Modelle kann ab sofort bestellt werden und dürfte für Aufruhr auf den Rennstrecken dieser Welt sorgen.

Bilder/Video: Mikhail Bievetskiy, NewCarz / Text/Moderation: Adam Meyer, NewCarz

1 comments

Für mich wäre da eher ein Wechsel von GT4 auf GT3 sinnvoll, aber Gänge selbst einzulegen ist scheinbar noch immer Mode.

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