Präsentation: Volkswagen T6 – Rückkehr des Klassikers

In Amsterdam präsentiert Volkswagen die sechste Generation des erfolgreichen, in Hannover produzierten Transporters. Seine Nachfrage ist, besonders im letzten Jahr, ungebremst, doch nach 12 Jahren Bauzeit und zwei Millionen verkauften T5 wurde es Zeit für einen Nachfolger.

Design: Unverkennbar ein Bulli

Der neue Volkswagen T6 wurde in seiner Gestaltung nur vorsichtig modernisiert, schließlich wirkte gerade das Facelift des Vorgängers immer noch aktuell und alles andere als altbacken. Die Linienführung wurde straffer, gibt sich aber klar als VW zu erkennen. Das zeigt sich besonders am bekannten Familiengesicht mit dem typischen, die Breite des Fahrzeugs betonenden Grill. So wirkt das Fahrzeug nun noch eine Spur hochwertiger und wie aus einem Guss.

Nichtsdestotrotz bleibt die Basis aber das Nutzfahrzeug – der Transporter. Doch das ist alles andere als eine schlecht Eigenschaft: Diese Basis steht nämlich für Robustheit und Zuverlässigkeit, gepaart mit einer Langlebigkeit, die man von einem silchen Fahrzeug erwartet.

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Doch auch für die gehobenen Ansprüche bleibt genug Raum: Das Topmodell der Baureihe ist und bleibt der Multivan, der in den Ausstattungslinien „Trendline“, „Comfortline“ und erstmals auch „Highline“ zu haben sein wird. Dazwischen sortiert sich der „Caravelle“ ein, der speziell für den beruflichen und privaten Einsatz vorgesehen ist und die Lücke zwischen Nutzfahrzeug und Lifestyle-Laster schließt.

Beiden Varianten, „Multivan“ und „Caravelle“, gemein ist aber das hochwertige Interieur. Es verschreibt sich dem betont nutzenorientierten Charakter, ist für die Topversion aber besonders edel und individuell gestaltet – je nach Kundenwunsch. So kann man, modellabhängig, auf verschiedene praktische Ablagen zurückgreifen, die sowohl einen Zollstock, einen großen Kaffeebecher oder das Handy sicher verwahren.

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Antriebe: Moderne Neukonstruktionen

Mit dem T6 startet auch eine komplett neue TDI-Motoren-Generation, die werksintern den Namen „EA288 Nutz“ trägt. Sie wurde speziell im Hinblick auf die „harten“ Anforderungen eines Nutzfahrzeugs entwickelt und soll für den Kerntugenden der T-Baureihe stehen: Langlebigkeit und Robustheit. Alle Aggregate sind quer eingebaut und um acht Grad nach vorn geneigt. Die TDI verfügen dabei über einen Hubraum von 1.968 cm3 und leisten 62 kW / 84 PS, 75 kW / 102 PS, 110 kW / 150 PS und 150 kW / 204 PS.

Natürlich sind auch Benziner im Programm, die jedoch erfahrungsgemäß nicht den Löwenanteil an den Verkaufszahlen ausmachen. So stehen lediglich zwei Benzin-Direkteinspritzer mit Turboaufladung parat. Sie leisten entweder 150 oder 204PS und greifen beiden ebenfalls auf zwei Liter Hubraum zurück. Allen Aggregaten gemein ist, dass sie über vier Zylinder verfügen: Die Zeiten der großvolumigen Sechszylinder sind gezählt.

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Insgesamt sie die Antriebe – quer durch die gesamte Baureihe – sparsamer geworden und sollen sich mit etwa einem Liter weniger Kraftstoff auf 100 Kilometer begnügen. Die Einsparung gegenüber dem Vorgänger beziffert man im Hause Volkswagen damit auf etwa 15%.

Komfort: Moderne Assistenzsysteme jetzt auch für den praktischen Kastenwagen

Neu für den T6 ist jetzt die Fahrwerksregelung Dynamic Cruise Control (DCC), die jedoch nur für die geschlossenen Aufbauten erhältlich ist. Diese hält drei Fahrmodi parat: Komfort, Normal und Sport. Somit wird eine Anpassung der Dämpfung via vorgewählter Programme an ausgewählten Fahrstil gewährleistet und bietet so eine etwas größere Spreizung der Nutzungsmöglichkeiten für den großen Van.

Auch die Variabilität der Sitzlandschaft im Fond zählt zu den Stärken des „Bulli“. Vielfältige Sitzkonfigurationen oder ein riesiger Kofferraum stehen dann – je nach Wunsch, Nutzung und Geldbeutel –  parat. So gestaltet sich der T6 als Lifestyletransporter für das Surf-Equipment oder als wahrer Lademeister im Handwerk; alles ist möglich.

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Um dem Premiumanspruch, den sich VW zum Ziel gesetzt hat, auch gerecht zu werden, bietet das Nutzfahrzeug erstmals auch eine elektrische Heckklappe. In der erste Steigerung bietet sie eine reine automatische Zuziehhilfe, die das Schließen mit deutlich geringerem Kraftaufwand ermöglicht und die Klappe zudem mit einem wesentlich dezenteren Geräusch ins Schloss „fallen“ lässt. Ausbaustufe zwei ist etwas komfortabler: Sie öffnet automatisch über den Heckklappengriff, schließt per Schlaufenzug oder Taster und öffnet per Knopfdruck über die Funkfernbedienung oder einen Taster in der Fahrertür.

Sicherheit: Vorne mit dabei

Zum ersten mal im Transporterbereich ist bei Volkswagen das Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“ erhältlich. Außer für den Multivan Business ist es allen anderen Varianten als Option vorbehalten.

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Es soll, dank einer Radar gestützten Kamera, unterschrittene Abstände zum vorausfahrenden Farhzeug hilft erkennen und so den Anhalteweg verkürzen. Der Front Assist warnt sowohl optisch, wie auch akustisch und signalisiert mit einem leichten Bremsruck eine kritische Situation. Inbegriffen ist auch die City-Notbremsfunktion, die bei Geschwindigkeiten unterhalb von 30 km/h automatisch abbremst und sogar bis zum Stikkstand verzögern kann, sollte der Fahrer einmal ein Hindernis über sehen haben.

Darüber hinaus verfügt die sechste Generation des „Bulli“ über eine Müdigkeitserkennung, die Abweichungen vom „normalen“ Fahrverhalten erkennen soll und darauf aufbauend die Empfehlung zu einer Pause gibt.

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Optional ist auch eine elektronische Gespannstabilisierung für den T6 verfügbar. Nicht selten wird der Van schließlich als Zugfahrzeug genutzt, um Pferde von A nach B zu bringen, die Gartenabfälle zu entsorgen oder aber – als Transporter – den Betonmischer an den Haken zu nehmen. Das System nutzt eine im Anhängerbetrieb angepasste Steuerung des serienmäßigen ESP, die beispielsweise das Aufschaukeln des Gespanns verhindern soll.

Infotainment: Schöne neue Welt auch im Transporter

Ganz gleich welches Radio- oder Infotainment-Gerät man wählt, eine serienmäßige Bluetooth-Freisprecheinrichtung ist immer mit an Boord. Diese Verbindung finden wir sehr löblich, ist heutzutage schließlich niemand mehr ohne ein Handy oder Smartphone unterwegs.NewCarz-Volkswagen-T6-Bulli-235

Wählt man das beste Radio-Navigationssystem, hält ein 6,33 Zoll großer Bildschirm Einzug in den Innenraum des T6, der mit einer Annäherungssensorik aufwartet. So kann man überWischgesten durch Listen scrollen um etwa CD-Covern zu durchstöbern, die auf einer SD-Karte in der eigenen Mediathek hinterlegt sind.

Generation SIX: Mit Retro-Design in die Moderne

Zum Start der neuen Baureihe bringt Volkswagen auch das Sondermodell „Generation SIX“ auf den Markt. Es basiert auf dem Multivan Comfortline und bietet exklusive Ausstattungsumfänge. Dazu zählen eine Privacy-Verglasung, LED-Frontscheinwerfer und -Rückleuchten, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht und ein Chrompaket, das das Äußere des, ohnehin nicht unauffälligen T6 „Six“, nochmals aufwertet. Das Sondermodell ist nämlich exklusiv in vier Zweifarblackierungen erhältlich, wie beispielsweise mit einer weißen Fahrzeug-Ober- und einer roten Unterseite. Hinzu gesellen sich farbelich auf die jeweilige Außerlackierung abgestimmte Dekorelementen im Armaturenbrett sowie 18 Zoll große Leichtmetallräder „Disc“ im Retrodesign, wie wir sie schon in ähnlicher Form beim aktuellen Beetle sehen können.

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Zur reichhaltigen Serienausstattung der „Six“ gehört darüber hinaus auch eine kleine Armada an elektronischen Helfern: Ein Parkpilot vorn und hinten, der Side Assist mit elektrisch anklappbaren Spiegeln, eine Geschwindigkeitsregelanlage sowie die Adaptive Cruise Control (ACC) sind serienmäßig vorhanden.

Im Innenraum verwöhnen die Passagiere letztendlich Alcantara-Sitze in eine farblich passenden, zweifarbigen Design, die Radioanlage „Composition Media“, ein Multifunktionslenkrad sowie eine Sitzheizung und Climatron. Keine Spur also von Sparsamkeit und Askese.

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Preise: Günstiger als bisher

Die Preise für die sechste Generation sollen sich auf dem dem Niveau der Vorgänger-Generation bewegen, teils sogar leicht darunter. So beginnt der Einstieg für den Transporter bei 23.035 Euro (exklusiv Mehrwertsteuer) für den Basis Diesel mit 62 kW-TDI in der Euro5-Abgaseinstufung.

Der Multivan beginnt als Conceptline bei 29.952 Euro (inkl. Mwst), der ebenfalls mit dem Basis-Diesel vorfährt, während die bisherige Startline durch den höherwertigen „Trendline“ ersetzt wird. Die Preise starten für dieses Modell bei 34.301 Euro (inkl. Mwst).

Fotos/Video: Mikhail Bievetskiy, NewCarz

Moderation / Text: Nina Rathfelder und Adam Meyer, NewCarz

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