BMW Driving Academy: Fahrschule für Erwachsene

Den groben Umgang mit Kupplung, Gas und Bremse lernen wir in der Fahrschule, danach folgt im Regelfall ein jahrzehntelanges Selbststudium ohne Manöverkritik. Maximal erfolgt diese von eifrigen Beifahrern, ob folgerichtig bleibt in Frage zu stellen. Auf den richtigen Sitz wird meist das komplette Autofahrerleben kein Blick gelegt. NewCarz war bei der BMW Driving Academy, um es in Zukunft besser zu machen.

Der grundlegende Tenor gleich zu Beginn: Es geht immer um die Kräfteverteilung, welche von zwei Fragen bestimmt wird: Wie wirken Kräfte auf das Fahrzeug und dessen Steuermann oder -frau? Herrscht darüber Klarheit, stellt sich Frage Nummer zwei: Wie kann man hinterm Steuer sitzend, diese gezielt beeinflussen? Bei der Beantwortung unterstützen Fahrzeug- und Trainerflotte von BMW.

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Die Fahrt beginnt beim Einsteigen

Beim gemütlichen Einsinken in die Polster des Sitzes erfolgen die ersten Korrekturen. Die Meisten sitzen zu weit weg vom Lenkrad, die Gegenbewegung zu nah dran. Beides ist gefährlich. Instruktor Josef von der Driving Academy erklärt die richtige Position. Aufrecht und verhältnismäßig nah dran am Lenkrad sollte der Sitz eingestellt sein. Das Knie sollte leicht angewinkelt sein und die Handgelenke bei locker ausgestreckten Armen auf dem Lenkrad zum Liegen kommen. Ziel der Feinjustierung ist, dass freigesetzte Kräfte beim Bremsen nicht zu schweren Folgeschäden führen.

Lenkspiel mit den Ellbogen

In einem zweiten Schritt werden die Bewegungsabläufe beim Einlenken trainiert und nochmals justiert. Beim Einlenken bleiben die Schultern am Sitz und nur die Ellbogen führen die Bewegung aus. Gelingt dies nicht, ist der Sitz oftmals zu weit weg vom Lenkrad.

Die Lenkübungen gehen mit angeschaltetem Motor weiter. Beim Fahren von Achten im 2er BMW wird das gezielte Umgreifen der Lenkradspeichen provoziert. Beide Hände suchen die Einkerbung, die in der Regel zum Standard gehört. Umgegriffen wird nach einer 180 Graddrehung. Dann greift die untere Hand um, die Obere verharrt im lockeren Umgriff des Lenkrads. Zielpunkt der positionswechselnden Hand ist immer besagte Einkerbung.

Wer langsam übt, gewinnt wenn es schnell wird

Die erste Pflichtstunde ist abgeschlossen. Wie man das neugewonnene Wissen im Straßenverkehr anwenden kann, wird auf sicherem Terrain geübt. Im Falle der BMW Driving Academy auf dem Rollfeld des ehemaligen Militärflughafens in Maisach 30 Kilometer vor München.

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Die gelockerten Arme und Ellbogen werden kombiniert mit dem Training der Reaktionszeit. Aus 60 und 70 km/h werden Vollbremsungen geübt. Im Alltag scheuen wir starke und abrupte Bremsungen. Im Gefahrenfall sollte die Bremse jedoch vollkommen durchgetreten werden. Zur Übung heben wir beim Abbremsen zudem die Arme, damit sich die Muskeln nicht verspannen und Verletzungen vermieden werden.

Nach der Pflicht folgt die Kür

Sicheres und konsequentes abbremsen ist die Berechtigung fürs Gas geben. Nun wird der Druck erhöht und die Kontrolle über das Auto getestet, im Slalom auf Zeit im kleinsten der BMW-Flotte. Gas geben, abbremsen und einlenken. Zunächst nach eigenem Können. Mit den Tipps des Trainers der BMW Driving Academy wird es professioneller. Vorrausschauend fahren ist das Zauberwort. Mit einer genauen Vorstellung des Weges sinken die Zeiten. Entweder früh oder spät einlenken. Wer zu viel riskiert, verliert eher Zeit, als das er gewinnt.

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Gefahr auf nassem Grund

Wie gefährlich fehlende Kontrolle über den Untergrund werden kann, zeigt die letzte Übung des Fahrsicherheitstrainings. Übersteuern auf nasser Straße. Nur wer im richtigen Moment gegenlenkt und schnell reagiert, wechselt nicht die Blickrichtung. Auf sicherem Gelände sollte das Übersteuern durch kräftiges Gas geben provoziert werden, um ein Gefühl für die Kräfte zu haben, die plötzlich wirken. Die Kontrolle über ihr Fahrzeug behalten in der Trainingseinheit die Wenigsten. Überforderung ist fast durchgehend vorhanden. Dementsprechend: Vorsicht ist geboten. Wer übersteuern vermeiden will, vermeidet auf nasser Strecke impulsartiges Gas geben. Kontrolliert und gleichmäßig, bei reduzierter Geschwindigkeit, verharrt das Heck in gewollter Position.

Fahrsicherheitstraining: Ja, bitte!

Schlussendlich hilft ein professioneller Blick auf das Fahrverhalten jedem. Die Redaktionsempfehlung: Schon ein einmaliges Fahrsicherheitstraining, geleitet von Profis, kann das eigene Verhalten auf Dauer positiv beeinflussen. Gesteigert wird nicht nur die Sicherheit, ebenfalls der Fahrspaß.

Bericht: Nina Rathfelder / Bilder: Mikhail Bievetskiy

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