Chevrolet Camaro – Sechs oder acht?

Spätestens als Ford 2014 den neuen Mustang vorgestellt hat, stand Chevrolet unter Zugzwang. Besonders das Interieur des Camaro war bis dato die reinste Plastiklandschaft. Das soll sich nun ändern.

Hübscher Hintern - Das Heck des Ami kommt schnittiger
Hübscher Hintern – Das Heck des Ami kommt schnittiger

Chevrolet stellte unlängst seinen komplett neu entwickelten Camaro vor, welcher vor allem eins ist: modern. Besonders der Innenraum hat enorm an Wertigkeit zugelegt. Die Instrumententafel wirkt dynamischer, das kleine Informationsdisplay in der Mitte ist jetzt besser ablesbar. Die runden Luftausströmer versprühen eine sportliche Note, die auch von dem dick gepolsterten Lenkrad unterstrichen wird. Außerdem finden sich überall Steppnähte und Aluminiumapplikationen. Die schmale Leiste mit den Knöpfen für die Klimaanlage ist ebenfalls ein Novum und erinnert ein wenig an die neueren Mercedes-Modelle. Die sehr engen Sportsitze sind für amerikanische Verhältnisse ungewöhnlich, bieten aber einen hervorragenden Seitenhalt. Insgesamt hinterlässt das Cockpit einen durchweg positiven Eindruck, nicht zuletzt durch die hochwertige Materialauswahl und die Übersichtlichkeit im gesamten Interieur.

Billig war gestern - Das Cockpit wirkt wertig
Billig war gestern – Das Cockpit wirkt wertig

Design – Dem Ursprung treu geblieben

Außen ändert sich der Chevrolet Camaro in seiner Grundform nicht wesentlich. Es wurde viel mehr das Design erweitert. Der Wagen hat durch gezielte Eingriffe insbesondere am Heck deutlich an Dynamik gewonnen. Die Front wirkt etwas geschärfter, wenn nicht gar aggressiv. Chevrolet hat den Camaro kompakter gestaltet, sodass er jetzt 4,78 Meter lang und 1,90 Meter breit ist. Das sind immer noch die Ausmaße einer deutschen Limousine der oberen Mittelklasse, dennoch erscheint der Camaro kompakter und athletischer als Fords Mustang, welcher nach wie vor den American Dream verkörpert. Des Weiteren hat der Camaro an Gewicht verloren. Gut 133 Kilogramm weniger wiegt der Ami, wenn man ihn mit einem V6 bestellt. Rund 1554 Kilogramm bringt er dann auf die Waage.

Antrieb – Drei auf einen Streich

Das Camaro erscheint zuerst in den USA, und zwar in drei Motorisierungen. Die Top-Ausführung ist das SS-Modell mit einem 6,2-Liter-V8 unter der Haube, welcher ursprünglich aus der Corvette stammt. Er leistet 461 PS und stellt 617 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung. Der nächst kleinere ist der bereits angesprochene 3,6-Liter-V6-Motor mit 340 Pferdestärken und 385 Newtonmetern. Auch den Camaro gibt es mit einem umstrittenen Vierzylinder, der immerhin aus zwei Litern Hubraum eine Leistung von 279 PS generiert. Chevrolet hat angekündigt, dass später noch weitere V8-Versionen mit höherer Leistung folgen sollen.

Gib mir sechs! - Auch der "kleine" Camaro macht was her
Gib mir sechs! – Auch der „kleine“ Camaro macht was her

V6 oder V8 – Das ist hier die Frage

Natürlich gibt es genügend Gründe für einen Achtzylinder im Camaro. Der typisch amerikanische V8-Brabbel-Sound, der riesige Hubraum und die Gelassenheit, die ein Motor dieser Dimension mit sich bringt sind nur einige der Punkte, die einen potentiellen Kunden den Blick auf dem SS-Modell verharren lassen. Dennoch sollte dieser aber auch dem V6 wenigstens mal die Chance geben sich zu beweisen. Durch sein Mindergewicht von 133 Kilogramm in Kombination mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe gehen wir davon aus, dass der 3,6er eine denkbar gute Alternative sein könnte. Im Frühjahr 2016 kommt der Camaro zu uns nach Deutschland, zu den Preisen hält sich Chevrolet bis dato noch verschlossen. Wir gehen aber davon aus, dass sich die Preise weitestgehend am Vorgängermodell orientieren.

Text: NewCarz / Bilder: Jens Meiners, ampnet

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