Toyota Mirai – Mit Wasserstoffantrieb in die Zukunft

Nach dem Toyota sein erstes Brennstoffzellen-Auto erst kürzlich auf der IAA in Frankfurt vorgestellt hat, kann er nun auch in Deutschland bestellt werden.

Nachhaltige individuelle Mobilität ist das Stichwort, worum sich die die Entwicklung des Mirai gedreht hat. Entgegen des Hybrid-Trends wurde der Fokus auf den Wasserstoffantrieb gelegt, da bei diesem statt einem Verbrennungsmotor eine Brennstoffzellen-Einheit durch die chemische Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff elektrische Energie generiert und diese in die Batterie weiterleitet. Von dort wird der Elektromotor mit Strom versorgt.

Futuristisches Heck - Auch von hinten macht der Mirai eine gute Figur
Futuristisches Heck – Auch von hinten macht der Mirai eine gute Figur

Wasserstoff – was ist das?

In erster Linie ist Wasserstoff ein erneuerbarer Energieträger, der aus einer Vielzahl natürlicher Quellen, wie beispielsweise Klärschlamm oder Biomasse gewinnen lässt. Ebenso kann er unter Zuhilfenahme von Wind- und Sonnenkraft direkt aus Wasser hergestellt werden. Im gasförmigen, komprimierten Zustand weist er eine höhere Energiedichte als Batterien auf und lässt sich darüber hinaus einfach transportieren und speichern.

Wasserstoff ist das leichteste Gas der Welt, farb- und geruchlos und völlig ungiftig. Reagiert es mit Sauerstoff, entsteht eine exotherme Reaktion, das heißt, Energie wird freigesetzt. Die Endprodukte sind Elektrizität und Wasser, sodass keinerlei CO2-Emissionen anfallen. Aus diesem Grunde können Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb die Elektrizität, die sie für den Elektromotor benötigen, selbst produzieren. Die einzige Emission ist Wasser.

Fuel Cell - Hier erzeugt die Brennstoffzelle Elektrizität
Fuel Cell – Hier erzeugt die Brennstoffzelle Elektrizität

Der Toyota Mirai – DAS Eco-Car

Als derzeit modernstes Eco-Car der Welt betitelt, bietet der Mirai dabei jedoch den gleichen Komfort und die gleichen Fahreigenschaften wie ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Der größte Unterschied ist wohl mit Abstand die Laufruhe des Fahrzeugs, da es außer Wind- und Reifengeräuschen schlicht und ergreifend keine gibt. Die Brennstoffzelle arbeitet lautlos, ebenso wie der E-Motor, der bis auf ein leises Surren keinen Hinweis auf seine Tätigkeit von sich gibt.

Laut Toyota soll der Mirai neben seinem futuristischen Design vor allem Fahreigenschaften mitbringen, die einem vergleichbaren Modell mit Verbrennungsmotor in nichts nachstehen. Durch den Umstand, dass die Wasserstoff-Tanks, die Brennstoffzellen-Einheit und andere Komponenten am Fahrzeugboden angeordnet sind, besitzt der Mirai einen tiefen Schwerpunkt, sowie eine ausgeglichene Achslastverteilung, was ihm einen dynamischen Charakter verleiht, der insbesondere auf kurvigen Strecken zur Geltung kommt.

Der gut 1,8 Tonnen schwere und 154 PS starke Mirai sprintet in 9,6 Sekunden von null auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 178 km/h.

Lademeister - Trotz Brennstoffzellen-Einheit und Batterie bietet der Kofferraum 361 Liter Ladevolumen
Lademeister – Trotz Brennstoffzellen und Batterie bietet der Kofferraum 361 Liter Ladevolumen

Wasserstoff-Tanks – ist das sicher?

Immer wenn das Thema Wasserstoff und Auto in Verbindung gebracht werden, wird die Frage nach der Sicherheit gestellt. Laut Toyota gibt es keinen Grund zur Sorge. Der Mirai wurde ausgiebig unter widrigsten Bedingungen und Temperaturen getestet, wie -30 Grad Celsius in Finnland oder über 40 Grad plus in Südspanien. Sämtliche Prüfungen hat er anstandslos gemeistert. Um es auf die Spitze zu treiben, wurde der Wasserstoff-Tank sogar mit Hochgeschwindigkeits-Projektilen beschossen – und blieb unbeschädigt. Das ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass Toyota diesen komplett aus Karbon hergestellt hat, mit einer zusätzlichen Innenauskleidung aus Kunststoff, um das Austreten von Wasserstoff aufgrund einer Undichtigkeit zu verhindern.

Des Weiteren verfügt der Tank über eine Außenhülle aus GfK, die hauptsächlich dazu dient, beispielsweise nach einem Unfall die Unversehrtheit zu überprüfen, oder ansonsten das Fahrzeug in der Werkstatt reparieren zu lassen. Für den höchst unwahrscheinlichen Fall, dass doch Wasserstoff austritt, ist der Toyota Mirai mit hochsensiblen Wasserstoff-Sensoren ausgestattet, die sofortiges Austreten des Gases umgehend registrieren und das Fahrzeug abschalten. Der Innenraum ist darüber hinaus so abgedichtet, dass ein Eindringen von Wasserstoffgas unmöglich ist.

Wasserstofftankstellen - Mangelware in Deutschland
Wasserstofftankstellen – Mangelware in Deutschland

Die Infrastruktur stellt das größte Problem dar

In Deutschland werden circa 40 Wasserstofftankstellen betrieben, wovon rund 16 öffentlich genutzt werden können. In ganz Europa gibt es insgesamt nur etwas 67 dieser Tankstellen. Um den Bedarf an Wasserstoff weiträumig zu decken, wären etwas 900 bis 1000 Tankstellen nötig. Seit September 2013 liegt ein konkreter Plan vor, auf welchen sich unter anderem die Partner Shell, Linde, Total und Daimler verständigt. Dieser sieht vor, dass die Infrastruktur von Wasserstofftankstellen bis 2023 auf 400 Stück erweitert wird.

Text: NewCarz / Fotos: Toyota

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