Land Rover Defender – Eine Legende verabschiedet sich

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Der letzte Land Rover Defender wird nach 68 Jahren fast unveränderter Produktion im Januar 2016 seinen Geburtsort Solihull verlassen. 

Es ist fast wie beim Ableben eines beliebten Promis. Der Inbegriff der Geländetauglichkeit, das Maß aller Dinge im Offroad-Bereich, der gute alte Defender ist schon bald Geschichte.

Der auch heute noch, um genauer zu sein, seit Juni 1948, fast vollständig in Handarbeit gefertigte Geländewagen, wird nach Januar 2016 nie mehr produziert. Zumindest nicht in Europa.

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Manufaktur – Fast alles per Hand gefertigt.

Ob es eine weiterführende Lizenzfertigung auf einem anderen Teil der Erde geben wird, steht noch zur Diskussion.

Die Produktion des Defender, der erst seit 1990 so heißt und vorher auf den einfachen Namen Land Rover ‚hörte‘, sollte eigentlich schon eher eingestellt werden.

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67 Jahre auf einem Bild – Aktuelles Modell und der erste von 1948 (Hintergrund).

Die Hauptursache für das Aussterben des letzten seiner Art, der sich nach wie vor einer nicht nachlassen wollenden Beliebtheit erfreut, ist der extrem strenge Fußgängerschutz. Wenn man den Defender weiter leben lassen würde, wäre er durch die notwendigen Anpassungen nicht mehr das was er ist – oder nun bald war.

Zuletzt wurden pro Jahr 16.000 Defender gebaut und bis dato – so sagt man – sind noch 66 Prozent aller jemals gefertigten Defender weltweit im Einsatz.

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Prüfungszeit – Qualitätskontrolle bei der Produktion.

Ein Nachfolgemodell ist offiziell vorerst nicht geplant. Die Gerüchteküche sagt dagegen, dass Land Rover eine künstliche Zwangspause einlegt. Denn der kritische Vergleich der Interessenten zum Urmodell wäre niemals größer als zum momentanen Zeitpunkt. Die Fans wollen einen Defender. Ein Nachfolgemodell müsste praktisch der alte Defender sein.

In den 68 Jahren seiner Produktion, gab es immer nur marginale Anpassungen und Modifikationen im Nuancen-Bereich. Kleine Nettigkeiten, wie elektrische Fensterheber oder eine Klimaanlage haben in den Defender gefunden. Im Großen und Ganzen wurde er aber fast nicht verändert.

So können Karosserieteile von heute durchaus auch an einem Modell der Serie II aus dem Ende der 1950er passen

Der zweimillionste Defender wurde beim traditionsreichen britischen Auktionshaus Bonhams versteigert – wir berichteten vor kurzem davon. Dieser Defender brachte 400.000 britische Pfund ein.

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No. 2 Mio – Das versteigerte Sondermodell.

Der neue Besitzer des Zweimillionsten kommt aus Katar. Den Erlös erhalten zwei karitative Einrichtungen. Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften und die Tierschutzorganisation „Born Free Foundation“ – beide Organisationen sind langjährige Partner von Land Rover.

Das Einzelstück trägt als Merkmal beispielsweise eine in den Kotflügel gravierte Karte der walisischen Bucht Red Wharf Bay. An dem Ort, wo vor knap 70 Jahren das Design des Klassikers entworfen wurde.

Die Sonderlackierung in satiniertem Indus Silver besitzt zusätzlich diverse Embleme mit der Aufschrift ‚No 2,000,000’an der Karosserie und im Innenraum. Auch eine Plakette im Innenraum, worauf alle an der Produktion beteiligten Defender-Fans ihr Autogramm gesetzt haben, macht das Modell zum Einzelstück.

Selbst das Kennzeichen ‚S90 HUE‘ erinnert an das erste Vorserienmodell mit dem Kennzeichen ‚HUE 166‘, welches als ‚Huey‘ eine Ikone der Land-Rover-Geschichte darstellt.

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Hey Huey! – Die Legende mit Kennzeichen HUE166

Die zwei Millionen Defender wurden bislang nicht nur in Solihull gefertigt. Der Geländewagen wurde auch in anderen Ländern wie beispielsweise Mexiko, Südafrika oder der Türkei, Indien und auch in Australien gebaut. In insgesamt 45 verschiedenen Fabriken fand die Fertigung des Land Rover Defender statt.

Übrigens ist der Land Rover Defender in Europa nirgendwo so beliebt wie in Deutschland – nach Großbritannien natürlich.

Text: NewCarz /Fotos: LandRover

 

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