Ruhig Blut beim Autofahren – Beleidigungen sind oft folgenschwer

Es ist leider keine Seltenheit in den Autos dieser Republik. Kaum hat man hinter dem Steuer Platz genommen, scheinen die meisten zu einem Aggressor zu mutieren.

Es scheint, als sei das Vokabular des ansonsten rundum kultivierten und zivilisierten Menschen auf ein Repertoire von Schimpf-Tiraden geschrumpft. ‚Fahr doch endlich, du …!‘, ‚So ein …!‘ oder ‚Du …!‘ – kombiniert mit dem berühmten Mittelfinger oder dem Vogelzeig, sind dann typische Entgleisungen gegenüber anderer Verkehrsteilnehmer. Jeder denkt von sich, er wäre ein guter, vielleicht gar der beste Autofahrer überhaupt. Die anderen sind in jedem Fall immer schlechter.

Der ADAC warnt aktuell wieder vor Beleidigungen im Straßenverkehr.

Denn die Blechhülle um den Insassen ist kein Schutzschild der Anonymität oder Freibrief für verbale Ergüsse und Gesten der Missbilligung.

Mit anderen Worten – Beleidigung, Kränkung und Drohung kann teuer werden. Richtig teuer. Denn diese Dinge sind allesamt ein Straftatbestand und können im Extremfall sogar Freiheitsstrafen auf die Tagesordnung rufen.

Besonders schlaue Zeitgenossen werden einwenden, dass ihnen beispielsweise die 50 Euro für das Zeigen des Mittelfingers wert seien. Weit gefehlt, denn Gerichte entscheiden grundsätzlich im Einzelfall und damit kann die Strafe bedeutend höher ausfallen.

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Animalisch verhalten – Aggressionen bringen wie so oft nur Ärger.

Hand aufs Herz, wer möchte selbst gern beleidigt/bedroht werden?

Ist man selbst grundsätzlich frei von Fehlern? Wohl kaum. Niemand ist fehlerfrei und der Fahrstil und das Verhalten ist bei jedem Menschen nun mal etwas anders.

Eine Deeskalation ist dabei so einfach. Der ADAC empfiehlt hier bei einer derartigen Situation sich einfach zu entschuldigen. Dafür reicht meist eine einfache Geste und damit ist der generierte Ärger schnell wieder verflogen. Falls dies nicht der Fall ist, sollte man nicht auf Provokationen oder Beleidigungen reagieren, denn die Erwiderung dieser kann zu weiteren derartigen Gesten, im schlimmsten Fall zu gefährdenden Situationen bis hin zu Unfällen führen.

Die Devise lautet – ruhig bleiben, durchatmen und ignorieren.

Es hilft laut ADAC auch, bereits vor der Fahrt darauf zu achten, dass man sich nicht verärgert oder gar wütend hinters Steuer setzt. Die berühmte ‚Runde um den Block‘ vor dem Start, oder erst einmal ‚bis Zehn zählen‘, helfen dabei ungemein, wieder zur eigenen Ruhe zurück zu finden.

Auch die Fahrweise ist eine signifikante Variable beim eigenen Aggressionspotential. Wer hastig, schnell und riskant fährt, neigt um ein vielfaches mehr zur Missbilligung von Mitmenschen und überschreitet schnell Grenzen, die er mit Gelassenheit nicht ansatzweise erreicht hätte.

Dabei sollte man auch achten, nicht unter Zeitdruck zu stehen. Denn dies ist einer der Hauptgründe für aggressives Fahrverhalten. Es ist zudem erwiesen, dass forcierte Fahrweise keinen entscheidenden Zeitgewinn bringt, aber die Wahrscheinlichkeit in einen Unfall verwickelt zu werden, um ein vielfaches steigert.

Ein weiterer, nicht ganz unerheblicher Punkt, ist unserer Meinung nach die Auswahl der musikalischen Untermalung während der Fahrt. Sicher hat der eine oder andere schon einmal erlebt, wie bestimmte Musikrichtungen die eignenen Gemütszustände und damit auch die Fahrweise beeinflussen können. Wenn Sie bemerken, dass Sie ohnehin bereits aufgewühlt und gereizt sind, dann sollten Sie sich – auch zu Ihrer eigenen Sicherheit – eine beruhigende Musik als Begleiter wählen. Das hilft sich zu entspannen und es ist dadurch einfacher, eine gelassene Fahrweise an den Tag zu legen.

Am Ende wünschen wir uns alle dasselbe: gesund und unbehelligt ankommen.

Achten Sie daher beim nächsten Mal genau auf das eigene Verhalten. Reagieren Sie bewusst freundlich und rücksichtsvoll. Jemanden beispielsweise mit einem Lächeln die Spur wechseln zu lassen, bringt meist ein Lächeln und eine Dankesgeste zurück. Sie werden angenehm überrascht sein, wie gut man sich selbst dabei und danach fühlt.

Autofahren soll seinen Zweck erfüllen um von ‚A‘ nach ‚B‘ zu kommen, kann aber auch so viel Spaß machen. Wenn jeder den anderen respektiert und sich entsprechend verhält.

Kommen Sie gut und gelassen an.

Text: NewCarz / Foto: ADAC, Pixabay

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