Renault Megane GT – Kraftpaket aus Frankreich

Renault Megane FV-02

Zum ersten Mal konnten wir den neuen Renault Megane auf der diesjährigen IAA in Frankfurt begutachten. Nun sind wir das Topmodell, den Renault Megane GT gefahren.
Von außen betrachtet macht der Alpha-Megane bereits auf den ersten Blick seine Stellung als sportlichster Vertreter der Baureihe deutlich. Das komplett auf den GT abgestimmte Bodykit sorgt für einen muskulöseren Auftritt, die Seitenlinie verleiht ihm darüber hinaus eine dynamische Note. Das Heck wird dominiert von einem Diffusor und den beiden ovalen Endrohren. Die Lichtsignatur in Form von lang gestreckten LED-Bändern wartet mit einem 3D-Effekt auf und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert.

Markant - Die LED-Leuchtbänder sorgen für hohen Wiedererkennungswert
Markant – Die LED-Leuchtbänder sorgen für hohen Wiedererkennungswert

Das Bose Soundsystem sollte unseres Erachtens unbedingt mitbestellt werden. Insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten weiß die Audioanlage mit satten Bässen und klaren Höhen zu überzeugen. Das Renault R-Link II Infotainment lässt sich frei konfigurieren, der üppig dimensionierte 8,7-Zoll-Bildschirm überzeugt mit scharfer Grafik.

 

Fahreindrücke

Der Renault Megane GT wird von einem 1,6 Liter starken Turbo-Vierzylinder angetrieben, der eine Leistung von 205 PS generiert. Diese sorgen für einen Spurt von null auf 100 km/h in gerade einmal 7,1 Sekunden.
Subjektiv fühlt sich die Kraftentfaltung sehr homogen an, ab 200 km/h geht es nur noch verhältnismäßig zäh voran.
Erstaunlich sind die beiden unterschiedlichen Charaktere des GT, welche dank des Renault Multi-Sense Systems on demand abrufbar sind. Auf Knopfdruck wird der Wolf zum Schaf, im Komfortmodus rollt der Kompaktsportler entspannt über die Landstraße. Das 7-Gang-EDC-Getriebe sorgt dabei für eine konstant niedrige Drehzahl.
Zurück im Sportmodus kommt erneut der Wolf zum Vorschein, die Gänge werden höher ausgelegt, das Fahrwerk wird straffer, die Lenkung schwergängiger – formidabel! Parallel dazu erfolgt unter anderem auch eine Veränderung der Ambientebeleuchtung, sowie der Akustik des Motorsounds.

Der Verbrauch des Renault Megane GT ist stark davon abhängig, wie man ihn bewegt. Zwischen den angegebenen sechs Litern und einem zweistelligen Verbrauch pro 100 Kilometer ist alles möglich. Ambitionierte Fahrer werden ihre helle Freude mit dem Franzosen haben, denn für einen Fronttriebler ist das Fahrverhalten – vor allem in Kurven – unglaublich souverän. Nur im Grenzbereich wird der GT als frontgetriebenes Fahrzeug enttarnt.

Das überzeugende Fahrwerk wird zudem von der aus anderen Modellen bekannten 4Control Allradlenkung unterstützt, welche geschwindigkeitsabhängig die hinteren Räder wahlweise in die gleiche oder in die entgegengesetzte Richtung einschlägt. Was im ersten Moment wenig überzeugend klingt, macht sich insbesondere in engen Kurven bemerkbar.

Der Megane GT lässt sich so extrem präzise um jede Ecke manövrieren, ohne dass der Fahrer feuchte Hände bekommt. Auch auf der Autobahn macht sich die Allradlenkung bezahlt. Ein Spurwechsel bei 190 km/h hat unserer Meinung nach noch kein Fahrzeug dieser Klasse derart souverän umgesetzt.

Fazit

Der Renault Megane GT ist ein alltagstauglicher Kompaktsportler, in dessen Brust zwei Herzen schlagen. Nein, wir sprechen hier nicht von einem Hybridfahrzeug, sondern von zwei unterschiedlichen Charakteren, zwischen denen der Fahrer mit einem Knopfdruck wechseln kann.

Dank der Allradlenkung 4Control und dem Multisense System bietet der GT zwei Alleinstellungsmerkmale in seiner Klasse, die ihm eine exponierte Stellung verschaffen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist stimmig, die Ausstattung umfangreich. Der einzige Kritikpunkt ist das nicht sehr hochwertig wirkende Cockpit, was dem relativ hohen Plastikanteil geschuldet ist. Dafür gibt es jedoch ein modernes Infotainment, das voll und ganz auf der Höhe der Zeit ist.

Text / Fotos: NewCarz

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