E-Prämie – Zuschuss für E-Autos & Plug-in-Hybriden fraghaft?

Seit einer Weile besteht bereits die Diskussionsgrundlage, einen Zuschuss in Form einer sogenannten E-Prämie für E-Autos und Hybride ins Leben zu rufen. Nun wird es ernst.

Die Bundesregierung stellt für diese Aktion 600 Millionen Euro bereit und trägt damit die Hälfte der Kosten. Die andere Hälfte geht zu Lasten der Hersteller.

Aufgeteilt wird das Ganze dann mit 4.000 Euro Zuschuss pro E-Auto und 3.000 Euro für Plug-in Hybridfahrzeuge. Doch Achtung – es gibt eine Grenze nach oben, die bei 60.000 Euro liegt und der Kaufpreis des begehrten Objektes nicht darüber liegen darf. Bei Plug-in-Hybriden darf nicht mehr als 50 Gramm pro Kilometer emittiert werden.

Damit fallen schon mal alle stärkeren, dazu recht gut aussehenden und auch Spaß generierenden Modelle wie Tesla oder BMW i8 leider durch das vorgegebene Raster.

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Wir müssen draußen bleiben – Tesla ist zu teuer und wird nicht bezuschusst.

Der Anreiz – das leuchtet ein – soll den Verkauf von Elektromobilen ankurbeln und das Verhältnis von herkömmlichen Verbrennungsantrieben zu Elektromobilen signifikant verschieben. Alles im Namen des Umwelt- und Klimaschutzes. Soweit die Theorie.

 

Schauen wir aber doch mal über den Tellerrand.

Den Herstellern ist es zwangsweise recht, denn bei der ohnehin starken Einflussnahme mittels Druck und Geldgewinnungstaktiken von Bund und einer mittlerweile beträchtlichen Öko-Lobby, ist diese Bezuschussung definitiv das kleinste Problem.

Im Klartext – der Autoindustrie wird seit Jahren, auf einer mitunter fragwürdigen Basis, ein Pamphlet an Auflagen erteilt, um offiziell das Klima, die Erde und schlussendlich uns zu retten.

Das kostet die Autoindustrie gewaltige Summen, die mehr oder weniger vollständig auf die Verbraucher umgelegt werden. Nur durch den ökologisch initiierten Auflagenzwang kam es zum Downsizing, zum Bau von serienreifen Hybriden und Elektroautos – indirekt auch zum ‚Dieselgate‘ und anderen Abgasskandalen. Nebenher auch zum fragwürdigen Plakettenzwang in Ballungsgebieten, zur Ökosteuer auf Kraftstoffe, zum gemiedenen E10 und vieles mehr. Mittlerweile wird mit dem Öko-Aspekt mehr Geld verdient als in ganzen Industriezweigen.

Natürlich ist die Entwicklung und der Bau von E-Mobilen und Hybridfahrzeugen keineswegs verwerflich, nein mit Sicherheit sogar notwendig. Aber nicht, wenn dabei das Pferd sozusagen von hinten aufgezäumt wird.

 

Wie lautet der Status Quo?

Elektro- und Plug-in-Hybrid Fahrzeuge kosten im Schnitt 30 Prozent mehr als ein herkömmliches Auto. Im Verhältnis des Anschaffungspreises, wirkt sich die Prämie fast schon relativierend aus.

Damit bleibt die finanzielle Erreichbarkeit in erster Linie den etwas besser situierten Menschen vorbehalten.

Die Interesse ist aber nicht allein aus finanziellem Aspekt gering. Momentan belegt der Elektroanteil bei Neufahrzeugen deutschlandweit magere 0,7 Prozent.

 

Der Blick in die Glaskugel

Das Ziel ist, bis 2020 eine Anzahl von 1 Million Elektrofahrzeuge auf die deutschen Straßen zu bekommen. Eine sportliche Aufgabenstellung.

Als Gebrauchte kommen später – vor allem im höheren Laufe eines Autolebens – nicht unbeträchtliche Mehrkosten durch erhöhten Wartungsaufwand und teure Ersatzteile auf den Besitzer zu.

Was in den ersten Jahren mit Garantien und Prämien gedeckelt wird, reißt ab einem bestimmten Alter den Zweit- oder Drittbesitzern höhleneingangsgroße Löcher in ihre Geldbörse. Zugegeben dass sich einige der Kosten bei einer Großserienfertigung relativieren würden.

Damit dürfte sich eine Prognose für den Gebrauchtwagenmarkt dennoch ernüchternd zeigen.

Es gibt noch mehr Nachholbedarf. Momentan gibt es ungefähr 5.900 öffentliche Ladestationen plus 150 Schnell-Ladestellen in Deutschland. Eine verschwindend geringe Anzahl, in Anbetracht der angestrebten Zulassungen. Auch hier muss die Infrastruktur intensiv erweitert werden.

 

Das größte Fragezeichen steht doch an ganz anderer Stelle.

Noch weit vor dem Elektromobil – nämlich in der Energieerzeugung selbst.

Bislang handelt es sich nur um einen kleinen Teil der erzeugten Elektroenergie, welche tatsächlich aus regenerativen Quellen stammt. Der Großteil wird – und dies voraussichtlich noch Jahrzehnte – auf herkömmliche Weise gewonnen. Dadurch verschiebt sich die Emissionsbildung nur, aber wird nicht verhindert.

 

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Emissionslos fahren? Auch mit E-Mobility noch ein Märchen.

 

Es stellt sich daraus die berechtigte Frage: Warum wird Schritt zwei vor dem ersten Schritt gemacht?

Normalerweise sollte es für jeden Menschen einleuchtend sein, dass ein emissionsloser Antrieb nur emissionslos ist, wenn der benutzte Energieträger bei seiner Generierung ebenso keine Emissionen hervorgerufen hat.

Diese Thematik hatten wir übrigens bereits in der Vergangenheit an dieser Stelle beleuchtet.

Und schon haben wir die nächste Frage: Warum werden derartige Gelder nicht zuerst für die Erforschung und den Ausbau von regenerativen Energiequellen verwendet? Denn von einer sinnvolle Umstellung der Antriebsquellen, kann zu den aktuellen Bedingungen nicht die Rede sein.

Erst dann, wenn die Energie so sauber ist, wie man das Elektroauto gern darstellt, erweist sich eine Bezuschussung sinnvoll. Diese würde in dem Fall übrigens auch von den Herstellern allein zu tragen sein. Bei vorhandener Peripherie, wird die Nachfrage das Angebot regeln – nicht eine Prämie eine dadurch sporadisch gesteigerte Nachfrage.

Fassen wir zusammen

Zusammenfassend kann man sagen, dass ein Elektroauto zwar zukunftsweisend zeigt, wohin einer der Wege führen sollte, aber aktuell gar nicht umweltfreundlich betrieben werden kann.

Somit sind weder die durch eine Prämie lediglich reduzierten Mehrkosten für den Verbraucher, noch der Einsatz als umweltfreundlichere Alternative zu rechtfertigen. Und die Zeche bezahlt unterm Strich der Steuerzahler und Verbraucher.

An dieser Stelle sei noch einmal in aller Deutlichkeit gesagt, dass Elektromobile und Hybridfahrzeuge selbstverständlich ihre Daseinsberechtigung haben. Genauso wie ein Diesel neben dem Benziner. Und dass diese Fahrzeuge auch jede Menge Spaß – auch Fahrspaß – bieten, ist unbestritten, was wir in diversen Fahrberichten auch oft genug bestätigen konnten.

Man darf sich als Besitzer eines solchen Fahrzeugs sicherlich auch als Vorreiter betrachten. Aber definitiv nicht als Besitzer eines emissionsfreien Fortbewegungsmittels. Es sei denn, man glaubt tatsächlich, der Strom käme direkt aus der Steckdose.

Text: NewCarz

 

2 comments

Ob sich durch die Prämie die Anzahl der Käufer erhöht, wird erst die Zeit zeigen. Ich jedenfalls bin sehr gespannt, wie sich das alles noch entwickeln wird.

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