Wasser im Auto – Hochwasserschäden gering halten

Aus aktuellem Anlass beschäftigen wir uns mit dem Thema Wasser im Auto – und das nicht in Form von Kondens- oder Schwitzwasser, sondern als Folge von Überschwemmung.

Trotz aller Vorsicht und Sorgfalt, kann es aufgrund von unverhersehbaren Situationen dazu kommen, dass das eigene Auto durch ein plötzlich auftretendes Hochwasser überschwemmt wird. In jedem Fall gilt, ein Auto was mit Hochwasser – egal in welcher Form – in Kontakt kam, sollte vor der nächsten Wiederinbetriebnahme von einem Fachmann überprüft werden.

Falls es die Situation erfordert und Sie ohne fachliche Hilfe weiterkommen müssen, sollten Sie dies nur im absoluten Ausnahmefall, und nur wenn das Wasser nicht höher als die Türunterkante gestanden hatte, versuchen.

Bedenken Sie, der eigentlich entstandene Schden kann sich durch einen Startversuch vervielfachen! Auch das Einschalten der Zündung kann bereits die empfindliche Bordelektronik beschädigen oder zerstören.

Die Folgen einer Überschwemmung sind ärgerlich, doch um diese Folgen nicht womöglich in einem wirtschaftlichen Totalschaden münden zu lassen, sind folgende Regeln zu berücksichtigen.

  1. Prüfen Sie vor dem ersten Startversuch, ob Wasser in den Motorraum gedrungen ist. Hier ist besonders sorgfältig zu prüfen, ob der Ansaugtrakt, sprich das Luftfiltergehäuse oder der Luftfilter selbst mit Wasser in Kontakt kam. Diese Bauteile sind bei fast jedem Auto mit wenigen Handgriffen erreichbar und prüfbar. Beim geringsten Indiz auf Feuchtigkeit – auf keinen Fall den Motor starten! Wenn der Motor Wasser ansaugt, droht durch den so genannten Wasserschlag ein kapitaler Motorschaden. Auch bei weniger Wasser, kann es zu Zündproblemen kommen, wodurch unverbrannter Kraftstoff bis zu den Katalysatoren gelangen kann und diese zerstört.
  2. Wenn das Einschalten der Zündung keine Reaktionen, wie beispielsweise Startbereitschaft durch aufleuchtende Kontrollleuchten auslöst, sollten Sie das Fahrzeug in jedem Fall stehen lassen. Hier geht ohne fachmännische Hilfe offensichtlich gar nichts mehr.
  3. Funktioniert alles wie gewohnt und auch der Motor springt an, sollten Sie dennoch nicht sofort los fahren, sondern zunächst das Fahrzeug rundum auf etwaige Blockaden oder Verschmutzungen am Fahrwerk und der Bremsanlage prüfen.
  4. Falls bei dieser Sichtkontrolle nichts feststellbar ist, sollten die ersten beiden Kilometer in Schrittgeschwindigkeit gefahren werden, wobei immer wieder die Bremsen, Lenkung und das Fahrwerk auf ihre Funktionsweise geprüft werden sollten.
  5. Gibt es hierbei keine augenscheinlichen Auffälligkeiten, fahren Sie so langsam wie möglich den kürzesten und direkten Weg zu einer Fachwerkstatt und lassen Sie Ihr Fahrzeug komplett überprüfen.

 

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Gelangt Wasser in den Ansaugtrakt ist es fast das sichere Aus für den Motor.

 

Hat es Ihr Auto schlimmer erwischt und das Wasser stand so hoch, dass auch der Innenraum durchnässt wurde, sollte das Fahrzeug fachmännisch trockengelegt werden. Diese Trockenlegung gestaltet sich oft als sehr umfangreich und aufwändig. Daher informieren Sie im Vorfeld Ihre Versicherung – sofern vorhanden. Eine Teil- oder Vollkaskoversicherung übernimmt Hochwasserschäden in der Regel. Durch die Versicherung wird dann meistens ein Gutachter beauftragt, welcher die Kosten ermittelt.

Ist das Auto nicht versichert, sollten Sie vorab einen Kostenvoranschlag von der entsprechenden Fachwerkstatt verlangen, damit Ihnen böse Überraschungen in Bezug auf Rechnungshöhe und Werkstattaufenthaltszeit erspart bleiben.

Wurde das Auto komplett überspült, das heißt, das Wasser stand über der oberen Dachkante, gilt es in der Regel als Totalschaden. Doch auch hier hängt dies von weiteren Faktoren ab, wie von der Dauer der Überschwemmung, dem Grad der Verschmutzung des Wassers sowie vom Zustand und dem Wert des Fahrzeuges.

 

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Durchfahren von Wasser sollte man lieber lassen – die Risiken sind immens!

 

Falls Sie unterwegs von Hochwasser überrascht werden, versuchen Sie keinesfalls hindurch zu fahren. Sie kennen weder die genaue Tiefe des Wassers, noch die darunterliegende Beschaffenheit des Geländes. Ebenso kann die Strömung so stark sein, dass sie das Auto wie ein Zweiglein mit sich reißt.

Wenn irgendwie möglich, verlassen Sie das Gefährungsgebiet – meist im Rückwärtsgang. Wenn das alles nicht möglich ist, verlassen Sie das Fahrzeug und retten Sie sich. Die Vermeidung für Leib und Leben geht immer vor dem Schutz des Materiellen. Im Klartext: Lassen Sie lieber das Auto absaufen, als beim Rettungsversuch desselbigen auch sich selbst.

 

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Nur auf diese Art bleibt eine Wasserdurchfahrt ungefährlich.

 

Unser Tipp zum Schluss: Vermeiden Sie bei prekären Wettersituationen in der Nähe von fließenden Gewässern, Abhängen beziehungsweise großen Gefällestrecken zu parken. So können Sie die Wahrscheinlichkeit eines Hochwasserschadens zumindest vermindern.

Kommen Sie trocken durch alle Unwetter!

 

Text: NewCarz

 

1 comments

Danke für den umfassenden Bericht! Ich habe genau diese Situation gehabt und wusste nicht genau,ob ich den Motor starten sollte oder einen Profi rufen. Es wurde der Profi, aber zum Glück hat sich der Schaden in Grenzen gehalten!

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