ADAC: Datenklau im Auto – Hersteller sammeln ungefragt Fahrzeugdaten

Der ADAC hat vier Fahrzeugmodelle einem umfangreichen Test unterzogen und dabei geprüft, welche Daten durch die Bordelektronik erhoben und welche davon an den Hersteller übermittelt werden – ungefragt. Das Ergebnis ist erschütternd.

Alle modernen PKW’s sind rollende Computersysteme, voller Steuergeräte mit hochleistungsfähigen Prozessoren und Speicherelementen. Die Hersteller nutzen dies auch für eine lückenlose Datenerhebung – ohne dem Wissen und der Einschränkungsmöglichkeit durch den Besitzer.

 

Ich sehe was, was du nicht weißt

Getestet wurden die Bordsysteme von einer Mercedes B-Klasse, einem BMW 320d und i3 sowie einem Renault Zoe. Heraus kam dabei, dass die Datenerhebung ein erschreckend breites Spektrum abdeckt.

Beim Renault Zoe beispielsweise, wird aller 30 Minuten ein Datenpaket an den Hersteller übermittelt. Unter anderem beinhaltet dieses Paket die Fahrgestellnummer des jeweiligen Autos, der Ladezustand der Akkus, die genaue Position laut GPS inklusive Datum und Uhrzeit.

Doch auch bei den anderen Herstellern sieht das nicht anders aus. Bei Mercedes wird aller zwei Minuten (!) nach Hause telefoniert – Reifendruck, genauer Standort des Autos, Kilometerstand und Kraftstoffverbrauch.

Allein durch die Erfassung der GPS-Daten, ist der Hersteller in der Lage, umfangreiche Bewegungsprofile der Autobesitzer zu erstellen. Das kann man beliebig ausweiten und diese Daten entsprechend weiter verwerten. Wo kaufen Sie ein? Wo arbeiten SIe? Wohin fahren Sie in den Urlaub? Welche Tankstellen werden bevorzugt? Dieser Fragenkatalog kann beliebig erweitert werden.

Im BMW registriert man auch, ob und wie oft man das CD-Laufwerk oder einen USB-Anschluss nutzt. Der Hersteller kann daraufhin ein Nutzungsprofil für entsprechende Schnittstellen anlegen.

 

Unerwünscht gläsernes Fahrverhalten

Doch die Datensammlung geht noch viel weiter und verblüffte die Mitarbeiter des ADAC mit unfassbaren Datendetails. Die Straffungsvorgänge von elektromotorischen Gurtstraffer beispielsweise, geben dem Hersteller Aufschluss über den Fahrstil und könnten bei etwaigen Schäden über die Art der Kulanz entscheiden. Ebenso dürften die Versicherungen über derartige Daten großes Interesse bekunden.

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Wer es wie hier öfter krachen lässt, könnte zukünftig Probleme bei Garantie- und Versicherungsfragen bekommen.

 

Richtig bitter wird es, wenn beispielsweise Renault über diese Datenerhebung seine Kunden maßregelt. Der Renault Zoe kann bei Bedarf säumige Kunden das Laden der Akkus verwehren. Bezahlt man dann seine Leasingrate zu spät oder versäumt eine Inspektion entsprechend zu lang, wird das Fahrzeug auf diese Art technisch stillgelegt.

Zumindest Renault macht aus der Datenerhebung kein Geheimnis, wohl aber zu den Details. Andere Hersteller schweigen sich dazu vollkommen aus.

 

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Neben Airbagauslösung werden auch Dinge wie Gurtstraffung, ABS- und ESP-Aktivierung übertragen.

 

 

Auch ohne Internet werden Daten erhoben

Auch Besitzer von Autos ohne dem notwendigen ‚car-connect‘ mit Internetfunktionalität können sich nicht zurücklehnen. Spätestens bei einer Inspektion oder einem anderweitig notwendigen Werkstattbesuch werden über das Auslesen in der Werkstatt umfangreiche Daten gesammelt und an den Hersteller übermittelt.

 

Hersteller in der Pflicht

Unabhängig davon, dass dieser Datentransfer auch Vorteile birgt, sollte jeder Besitzer selbst entscheiden können, welche Daten erhoben und gesammelt werden dürfen. Aus diesem Grund plädiert der ADAC für eine Verpflichtung zu einer Nachweispflicht aller Hersteller, über deren IT-Sicherheit ihrer Systeme. So ein Nachweis sollte neutral wie beispielsweise durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erteilt werden.

Quelle: ADAC / Text: NewCarz

 

2 comments

war ja klar. erst alles an daten sammeln und dann an hinz und kunz verkaufen. und man wundert sich dann über werbung von orion blos weil der arbeitsweg an so einem erotikshop lang läuft :o((( ich kauf mir kein auto mit ET telefonfunktion

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