Ratgeber – Dunkle Scheiben am Auto zweckmäßig?

Die Gründe für dunkle Scheiben am Auto können vielfältig sein. Sonnen- und Sichtschutz sind definitiv die Hauptgründe für den Einsatz einer solchen Abdunklung.

Doch auch optische Aspekte spielen eine nicht gerade untergeordnete Rolle. Bei vielen Marken und Modellen kann man heute eine Scheibentönung bereits ab Werk bestellen. Privacy-Verglasung wird diese Abdunklung beispielsweise genannt.

Es gibt aber auch Nachrüstmöglichkeiten. Was dabei zu beachten ist, klärt dieser Ratgeber.

 

Muss das überhaupt sein?

Diese Frage muss sich jeder selbst beantworten. Es gibt wie so oft, neben Vorteilen durchaus auch einige negativen Effekte.

Die Vorteile wären zuallererst die Reduzierung von Licht und Sonneneinstrahlung im Innenraum, was zu einer weniger starken Aufheizung im Sommer führt, sowie für eine durch die Lichtdämpfung beruhigte, oft als angenehme Atmosphäre sorgt.

Ein weiterer Punkt ist, dass der Innenraum vor allzu neugierigen Blicken von Außen bewahrt bleibt. Je nach Tönungsstärke kann das bis zu einer totalen Blickdichtheit sorgen. Als netter Nebeneffekt bleiben so Insassen aber auch Gegenstände für potenziell Interessierte zunächst unsichtbar. Dadurch kann man eine abgedunkelte Verglasung am Auto durchaus auch als passiven Diebstahlschutz bewerten.

Viele Autos werden durch eine abgedunkelte Verglasung optisch attraktiver. Die Seitenlinie wirkt schlanker, der Gesamteindruck erhält einen sportlich frischen Touch.

Doch auch Nachteile sind omnipräsent. Durch die Verdunklung fällt es beispielsweise ungleich schwerer, in Park- und Rangiersituationen den notwendigen Überblick – oder besser gesagt – Durchblick zu behalten. Vor allem bei Dämmerung oder nachts tun sich nicht wenige Autofahrer schwer, mit abgedunkelten Scheiben, sicher zu manövrieren.

Ein weiterer negativer Aspekt – vor allem bei sehr stark getönten Folierungen – können die aufgrund der Reduzierung des sichtbaren Lichtspektrums geweiteten Pupillen der Insassen werden. Dadurch kann unsichtbares und für die Augen schädliches UV-Licht stärker ins Auge eindringen. Diese Gefahr besteht vor allem bei Folien ohne ausreichenden UV-Block.

 

Ist eine Nachrüstung möglich?

Definitiv ja. Neben einer sündhaft teuren Anschaffung neuer Scheiben in getönter Ausführung, gibt es die allbekannte Abdunklung durch Folien in zahllosen Ausführungen.

Da die erste Variante aus monetären Gründen meist eine untergeordnete Rolle spielen dürfte, liegt bei der Nachrüstungsart der Fokus eindeutig auf einer Folierung.

Hier sollte man jedoch nicht in erster Instanz den Preis für die Folie allein entscheiden lassen. Denn die qualitativen Unterschiede sind so enorm, wie die Ortschaftsentferungen in Sibirien.

 

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No View – Getönte Scheiben verhindern neugierige Blicke in den Innenraum.

 

Was muss man beachten?

Der erste zu erfüllende Punkt ist die Berücksichtigung der gesetzlichen Vorschriften und Einschränkungen, welche durch die StVZO geregelt sind:

  1. Die Front- und Seitenscheiben vorn dürfen in keiner Form abgedunkelt werden. Laut § 40 StVZO müssen Scheiben im Sichtfeld des Fahrers in klarer, nicht sichteinschränkender Art ausgeführt sein. Auch wenn man immer wieder vor allem ausländische Fahrzeuge mit getönten vorderen Seitenscheiben sieht, ist dies in Deutschland verboten. Bei einer Kontrolle droht Strafe oder im Extremfall erlischt womöglich die Betriebserlaubnis des Autos. Generell gilt, Abdunklung der Scheiben ab B-Säule nach hinten.
  2. Verwendete Folien müssen eine allgemeine Bauartgenehmigung besitzen. Die Genehmigungsnummer ist auf den entsprechenden Folien angebracht und muss nach der Montage von außen (!) sichtbar sein.

 

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Von Außen gut sichtbar – E-Prüfzeichen auf original getöntem Seitenfenster

 

Weitere wichtige und beachtenswerte Punkte vor einer Montage von einer Tönungsfolie sind folgende:

  • Lassen Sie die Montage von einem Fachmann ausführen. Das kostet zwar mehr, dafür ist das Ergebnis zweifellos besser als jede Eigenleistung. Dazu besteht Gewährleistung auf die Montage. Seriöse Händler bieten einen Festpreis für die Folierung an.
  • Wählen Sie die Tönungsart sorgfältig aus und wägen Sie gut ab. Weniger ist oftmals mehr und bietet eine gute Gratwanderung zwischen Abdunklung und Sicht nach Außen bei Nacht.
  • Achten Sie auf Folien mit einem UV-Schutz und einer langen Garantielaufzeit. Billige Folien altern schneller und besitzen meist keinen UV-Schutz.
  • Zusätzlich sorgen manche Folien für Lichtirritationen durch Halo- und Schlierenbildung. Das sollte vorher mit einem Musterstück getestet werden.

 

Zu guter Letzt

Falls Sie eine Abdunklung anstelle mittels Folien doch lieber durch echtes, abgedunkeltes Glas vornehmen wollen, achten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit und deren anderer unbedingt darauf, dass es sich um Originalglas, oder zumindest um Drittanbieterware mit Bauartgenehmigung und gültigem EU-Prüfzeichen handelt.

Wenn Sie im Besitz eines Leasing-Fahrzeuges sind, bedenken Sie bitte, dass eine nachträgliche Scheibenabdunklung einer Bauartänderung gleich kommt, wodurch Sie zum Vertragsende einige Probleme bekommen könnten. In dem Fall sollten Sie die geplante Änderung vorab mit der Leasinggesellschaft absprechen.

Im Falle, dass Sie eine Folie mit exotischer Farbgebung montieren lassen wollen, aber Ihr Auto später weiter  verkaufen möchten, berücksichtigen Sie diesen Umstand bitte. Denn dies kann den erreichten Verkaufspreis gegebenenfalls deutlich nach unten drücken, genau wie eine aufwändige Entfernung der Tönungsfolie Ihr Budget unerwartet stark belasten kann.

 

Text: NewCarz

 

 

 

 

 

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