Renault Talisman – Testfahrt am Großglockner

Dauertest Renault Talisman

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22.07.2016 – km-Stand 16.892 | Testfahrt am Großglockner

Über 2.000 Kilometer hat uns der Talisman in der letzten Zeit begleitet und musste dabei einige Strapazen auf sich nehmen. Die Meisten davon absolvierte er erfolgreich. Wenn auch sich einige der altbekannten Fehler wieder meldeten und einige neue Dinge teilweise für amüsante Momente sorgte.

Doch der Reihe nach.

Der Punkt mit dem schwachen Radioempfang bei analogem FM besteht definitiv weiterhin. Im direkten Vergleich mit anderen Autos, hatte der Talisman empfangstechnisch das Nachsehen.

 

Am Großglockner findet man die Wahrheit auf der Straße

Auf einer der für die Technik nicht anspruchslosesten Strecke, der Hochalpenstraße am Großglockner in Österreich, verließ uns das Empfangssystem sogar einmal vollkommen, indem es keinen einzigen Sender mehr fand. Dies beendete erst ein Neustart des Systems.

 

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Noch unter der Baumgrenze – der Talisman muss noch weit nach oben.

 

Auffällig war bei dieser zunächst Bergauf-Tortour, dass die Automatik mit zunehmender Erwärmung ein überaus ruppiges Anfahrverhalten an den Tag legte. Garniert wurde das Ganze mit der altbekannten Gedenksekunde, bevor es losging. Je höher die mechanische und damit einhergehende thermische Belastung war, umso stärker zeigte sich der Effekt.

Doch auch das beim Anhalten kurz vor dem Stillstand auftretende Ruckeln blieb uns vollständig erhalten.

 

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Weit oben konnte der Talisman nur kurz verschnaufen.

 

Die Geruchsentwicklung des Talismans war bergab erwartungsgemäß gut ausgeprägt. Kein Wunder, so wird das Bremssystem kaum woanders mehr belastet als hier. Dennoch gab es keinerlei Beanstandung in puncto Bremsleistung oder –dosiermöglichkeit. Das System arbeitete durchweg souverän gleichbleibend.

 

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Im Tal 31 Grad, oben nur 11 Grad, aber Sonne pur.

 

Selbstständige Lautstärkeregelung

Die Systemlautstärke wird beim Start des Systems recht laut angespielt und nach einer Sekunde heruntergeregelt – unabhängig davon, wie laut man beim letzten Mal die Lautstärke eingestellt hatte. Dies hat nichts mehr mit dem Absenken der Lautstärke beim Parkvorgang aufgrund des Vorrangs der Parksensoren zu tun. Offensichtlich scheint dieser Fehler seit dem Softwareupdate verschwunden zu sein. Doch es gibt dafür andere Auffälligkeiten.

 

Stotternde Navigation und Freisprecheinrichtung

Ein sehr merkwürdiger Fehler zeigte sich wiederholt bei der akustischen Navigationsführung, die eine bis zur dreifachen Wiederholung eines Wortes beinhaltet. Sehr einfach ist dieser Fehler replizierbar, indem man mit aktiver Navigation einen Kreisverkehr anfährt. Die Ansage spricht in so einem Fall wie folgt: „Fahren Sie in den Kreisverkehr und nehmen Sie die die die dritte Ausfahrt!“. Ganz genau drei Mal wird der Artikel in schneller Folge hintereinander genannt. Das funktioniert in jedem Kreisverkehr, von denen wir extrem viele in Österreich testen konnten.

Damit nicht genug, fiel uns auf, dass bei aktiver Freisprecheinrichtung, immer wieder gesprochene Worte des Teilnehmers gedoppelt wurden. Das passiert in nahezu jedem Gespräch und das mehrfach.

Wo wir anfangs noch von einem Fehler in den Navigationssprachmustern ausgingen, mussten wir unsere Vermutung hierdurch revidieren und vermuten eher einen Verarbeitungsfehler der Sprachausgabe.

 

Regenschauer beim Öffnen der Heckklappe

Sehr ärgerlich finden wir die Tatsache, dass beim Öffnen der Heckklappe nach Regen oder dem Besuch der Waschanlage, sich eine nicht unerhebliche Menge Wasser von der Kofferraumklappe  in den geöffneten Laderaum ergießt. Das ist insbesondere bei wasserempfindlicher Ladung mehr als unpassend.

 

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Hat’s geregnet oder kommt der Talisman aus der Waschanlage…

 

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… ergießt sich beim Öffnen der Kofferraums nicht wenig Wasser in denselbigen.

 

Resonanz und Feedback durchweg positiv

Auf der anderen Seite wurden wir überraschend oft von Passanten und auch Hotelgästen auf den Renault Talisman angesprochen. Alle ohne Ausnahme fanden den Talisman wunderschön und stellten begierig viele Fragen über den Wagen. Vor allem Engländer und Holländer zeigten sich überaus interessiert am hübschen Franzosen.

Sicher gab es genausoviele deutsche Interessenten, die aber eine dezente Inaugenscheinnahme der direkten Ansprache den Vorzug gaben.

 

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Überaus beliebt – der Renault Talisman zog überall neugierige Blicke auf sich.

 

Im Tenor zollte man großen Respekt dem Design des Talisman, den die Interessenten mit einem Satz mit der E-Klasse und dem 5er BMW nannten. Man kann also zweifelsfrei erkennen, dass Renault mit den optischen Aspekten zweifelsfrei der Einstieg in die Liga der oberen Mittelklasse gelungen ist – und das durchaus bravourös.

 

Dauerlauf oder Marathon? Kein Thema.

Wie auch bereits zuvor, können wir dem Talisman wiederholt eine ausgezeichnete Langstreckentauglichkeit bescheinigen. Die Sitze sind ein Traum und dank Sitzklimatisierung sind auch bei hochsommerlichen Werten keine Schwitzkastenattacken zu erwarten. Lediglich der miniaturartige Tank trübt dieses Gesamtbild der perfekten Langstreckentauglichkeit bei jedem notwendigen Tankstopp. Ansonsten scheinen auch stundenlange Fahrten an den Insassen, insbesondere dem Fahrer, spurlos vorbeizugehen.

 

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Langstreckenliebling unserer Redaktion – der Talisman.

 

Die positiven Aspekte des Talisman überwiegen in jedem Fall und wir sind zuversichtlich, dass die noch offenen Punkte alsbald durch Renault behoben werden können.

Text/Fotos: NewCarz

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Keine Sorge – der Talisman musste nicht verladen werden.

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