Kia Optima, Modell 2017 – Upgrade des dynamischen Koreaners

Als wir zur in München stattfindenden Premiere des Kia Optima, Modell 2017 die Fahrzeuge testen konnten, gab es auf der einen Seite einige Überraschungen – auf der anderen Seite keine.

Das darf aber durchaus positiv gewertet werden. Um Verwirrungen zu vermeiden, erklären wir kurz, wobei es keine Überraschungen gab.

 

Äußere Erscheinung – Optima optimal in Europa angekommen

Wie schon beim Kia Niro deutlich erkennbar, sieht man auch am neuen Modell des Optima den klaren Fokus auf dem europäischen Markt, wobei man Dynamik und Wertigkeit in einer modernen und ansehnlichen Formgebung vereinen konnte. Das war zu erwarten und erfreut umso mehr. Dabei zeigt Kia schöne Ansätze von eigenem Design, ohne dabei verstörend zu erscheinen. Der 4,86 Meter lange Optima wirkt ausgesprochen elegant und dynamisch.

 

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Buhlt mit europäischem Design nach Kunden – der Kia Optima SW.

 

Alle Optima werden ausschließlich in Europa angeboten.

 

Die Zahl Sieben – mehr als eine Glückszahl

Ebenso keine Überraschung war, das auch beim Kia Optima geltende Wunschlos-Glücklich-Paket, in Form der 7-Jahre-Herstellergarantie und der 7-Jahre-Mobilitätsgarantie, welche bei Kia nun fast schon Tradition haben.

Dieses 7-Jahre-Paket umfasst darüber hinaus auch das Karten-Update für die Navigation und beim Hybrid die Garantie für den Stromspeicher. Bei solch einer Serviceleistung könnten sich andere Hersteller gern mal eine Scheibe abschneiden.

Kommen wir nun zu der einen oder anderen Überraschung.

 

Allgemeine Eindrücke

Die Platzverhältnisse sind sowohl vorn als auch hinten überraschend großzügig. Ein wenig mehr Seitenhalt wäre allerdings wünschenswert. Gerade im GT rutscht man bei scharf gefahrenen Kurven leicht auf dem Sitz hin und her.

Sämtliche Instrumente sind gut ablesbar, eine intuitive Bedienbarkeit ist uneingeschränkt möglich, wenn auch die Anzahl der Bedienelemente am Lenkrad eine Reduzierung vertragen könnte. Man kann einsteigen und losfahren ohne die Bedienungsanleitung zu lesen – sehr schön.

 

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Passt. – Anordnung, Verarbeitung und Haptik können überzeugen.

 

Die Materialien im Innenraum wirken für diese Klasse ausgesprochen hochwertig. Die Verarbeitung lässt keine Makel erkennen, wir konnten keine Fehler entdecken. Auch die Spaltmaße zeigen sich sauber, gleichmäßig und an keiner Stelle mit Kluftneigung.

 

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Altbacken – der Wahlhebel der Automatik wirkt obsolet und passt nicht recht zum Rest.

 

Das Navigationssystem TomTom Connectet mit Service Radar, Wetter und Verkehrsupdates, führt mit klarer und übersichtlicher Kartenstruktur sowie verständlicher akustischer Zielführung. Das Display ist ausreichend groß und gut ablesbar.

 

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Touchscreen – Neben Navidarstellung und Bedienung aller Funktionen auch Rückspiegel.

 

Beim GT ist die Sicht nach hinten ein wenig eingeschränkt, was beim Sportswagon SW nicht auffällig wurde.

Der Fahrersitz fährt beim Ausschalten automatisch nach hinten und ermöglicht dadurch ein komfortables Ein- und Aussteigen.

Der Laderaum im GT ist mit 510 Liter bereits sehr groß, im SW ist er dann fast schon riesig und kann aus unserer Sicht sehr gut mit der Konkurrenz mithalten – nein eher vorme mitmischen. Bei 552 Litern beziehungsweise 1.686 Litern bei umgeklappten – dreifach teilbaren –  Rücklehnen, dürften kaum Wünsche offen bleiben. Ein Ordnungssystem für das Sichern von Ladungen ist dabei sehr praktisch und daher empfehlenswert.

 

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Lässt kaum Wünsche offen – Laderaum des Optima SW.

 

 

Motorisierungen und Fahrverhalten

Der neue Kia Optima wird in vier verschiedenen Motorisierungen angeboten. Der 1.7-Liter CRDi Turbodiesel mit 141 PS beginnt die Palette und zeigte sich in unserer Testfahrt als grundsolide Basis. Die Beschleunigung geht absolut in Ordnung und der geringe Verbrauch macht den etwas rauhbeinigen Charakter des Selbstzünders wieder wett. Diese Motorisierung mit kräftigen 340 Newtonmetern Drehmoment dürfte in Kombination mit der SW-Karosserievariante bei alldenen die erste Wahl werden, die ein effizientes Vorankommen mit viel Platz bevorzugen.

Den bekannten, leicht überarbeiteten 2.0-Liter-Benziner CVVL mit 163 PS und 196 Newtonmeter haben wir nicht gefahren, er dürfte fahrleistungs- und verbrauchstechnisch etwas über dem Diesel liegen. Die beiden Motoren werden serienmäßig mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe ausgestattet. Der Diesel bekommt optional ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe.

Die neue Topmotorisierung 2.0 T-GT zeigte im Test ein ausgesprochenes Spurtvermögen.  Allerdings hatten wir den subjektiven Eindruck, dass das eingebaute Motorsoundsystem dafür sorgt, dass man noch mehr Leistung erwartet. Die 245 PS des turboaufgeladenen 2.0-Liter-Vierzylinders wirken dadurch etwas weniger kraftvoll. In 7,4 Sekunden liegen aus dem Stand beschleunigt die 100 km/h an – das ist nicht langsam, aber der Sound erweckt mehr Erwartungen. Gerade beim Beschleunigen ab ungefähr 140 mittels Kickdown wirkt die Kraftentfaltung etwas zäh. Die Sechsstufenautomatik absolvierte die Kraftverteilung schnell und zielsicher.

 

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Käme auch ohne digitalem Sound aus – der Topmotor mit 240 PS.

 

Das Handling im Sportmodus des optionalen adaptiven Fahrwerks wirkte ausnahmslos sehr gut, extrem stabil mit einer guten Portion Fahrfreude. Im normalen Modus verhielt sich der Optima dagegen angenehm neutral, reagiert dann in forcierten Fahrsituationen eher untersteuernd.

Zur Plugin-Hybridvariante kommen wir später.

 

Ausstattung – XL Paket schon in der Basis dabei

Die Ausstattung des Kia Optima kann man mit Fug und Recht als üppig bezeichnen.

Bereits die Basisausstattung legt sich unter anderem mit einer 7-Zoll-Kartennavigation, der Rückfahrkamera, der Klimaanlage, einem Audiosystem, der Bluetooth-Freisprecheinrichtung, einem Tempomat, LED-Tagfahrlicht und vielem mehr, mächtig ins Zeug.

 

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Bis zu 18-Zoll kann man am Optima ordern.

 

Natürlich geht noch mehr. Viel mehr. Mit dem intelligenten Parksystem mit Rundumsichtkamera, Verkehrszeichenerkennung, einer induktive Ladestation für Smartphones, Sitze mit Vollklimatisierung, einer Solarverglasung und Panoramadach, oder dem Premium-Sound-System von Harman-Kardon mit 12 Lautsprecher an 8 Positionen sowie Claryfidaten, womit MP3 Daten angereichert werden um den Sound zu verbessern, sowie 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, nennen wir nur einen Teil der Möglichkeiten.

 

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Die optionalen LED-Scheinwerfer sind sehr empfehlenswert.

 

Ablagefächer gibt es übrigens in beiden Karosserievarianten zu genüge.

 

Kia Optima Plugin Hybrid – doppeltes Lottchen

Mit einer Gesamtleistung von 205 PS  und einerm Spurt aus dem Stand auf 100 km/h in 9,4 Sekunden, gehört die Plugin-Hybrid-Variante des Optima nicht gerade zu den untermotorisierten Fahrzeugen. Das zeigt sich auch bei unserer Probefahrt, auf derr dieser Hybrid nicht zuletzt dank 375 Newtonmetern maximalem Drehmoment ein gutes Spurtvermögen an den Tag legen konnte. Der 2.0-Benziner mit 156 PS arbeitet im Atkinson Zyklus optimiert für die Kombination mit dem 68 PS starken Elektroantrieb.

 

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Teamfähig – der Benziner im Hybrid ist ganz mit dem Elektroantrieb abgestimmt.

 

Das Handling des Optima Hybrid ist sehr gut, gerade auf Überlandtouren macht der Hybrid richtig Spaß. In der Stadt dürfte die elektrische Reichweite von bis zu 54 Kilometern durchaus ausreichen. Lediglich die langen Ladezeiten schränken die Mobilität ein bisschen ein. Auf dem Handlingkurs zeigte das Display eine Kapazität von 70 Prozent an und eine Ladezeit von 1,5 Stunden für die restlichen 30 Prozent.

Rein elektrisch sind übrigens Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h möglich.

Der Kofferraum ist aufgrund der notwendigen Unterbringung der Hybridtechnik mit 307 Liter Fassungsvermögen etwas kleiner als beim herkömmlichen Modell und darüber hinaus auch etwas zerklüftet.

 

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Ladebeschränkt – die Hybridtechnik zehrt vom Ladevolumen des Kofferraums.

 

Der aktive Kühlergrill des Hybrid bleibt geschlossen und öffnet sich zu Kühlzwecken nur bei Bedarf, was der Aerodynamik zusätzlich zugute kommt.

 

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Erkennungsmerkmal – das aktive Frontgitter des Plugin-Hybrid.

 

Vorerst bleibt der Hybrid nur als Limousine erhältlich. Ab dem Sommer 2017 soll dann eine Kombivariante folgen.

 

Technische Besonderheiten

Erwähnenswert ist hier der autonome Notbremsassistent mit Fussgängererkennung – erst der zweite im Markt in diesem Segment. Dieser funktioniert auch einwandfrei – wir konnten auf dem Handlingkurs diese Funktion testen.

Bis 50 km/h absolviert der Optima eine Vollbremsung und bekommt das Auto auch vor dem Hindernis zum Stehen. Bei höheren Geschwindigkeiten wird die Crashsituation zumindest durch einen geminderten Aufschlag entschärft. Das System funktioniert bis zu einer Geschwindigkeit von 180 km/h.

 

Preise & Zielgruppe

Kia erwartet mit dem Kombi SW einen Anteil von ungefähr 90 Prozent des Gesamtabsatzes. Die Zielgruppe könnte dadurch der Familienvater mit sportlichen Ambitionen sein. Man bekommt mit dem Kia Optima sehr viel Auto für sein Geld.

 

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Dynmische Erscheinung – Kia Optima PHEV.

 

Die Preise beginnen mit 25.090 Euro für die Basisvariante ‚Edition 7‘ mit dem 2.0-Liter-Benziner. Als nächsthöhere Ausstattungsvariante ‚Vision‘ sind 27.790 Euro fällig – mit dem Diesel kombiniert sind es 30.090 Euro.

Daneben gibt es noch ausstattungstechnisch aufsteigend die Versionen ‚Spirit‘, ‚GT Line‘ und ‚GT‘, wovon die letztere Topversion nur in Verbindung mit dem 2.0-Liter-Turbo erhältlich ist, und zwar ab 40.890 Euro.

 

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Am Gefragtesten – der SW wird sehr wahrscheinlich der meistverkaufteste Optima.

 

Der Aufpreis für die SW Variante zur Limousine beträgt 900 Euro. Dieser geringe Aufpreis wird Kombiliebhaber sicherlich erfreuen.

Der Plugin-Hybrid ist ab 40.490 Euro erhältlich. Davon sind jährlich 2.000 Einheiten geplant.

 

Aktive und passive Sicherheit

Der Kia Optima bietet sicherheitstechnisch einen sehr hohen Standard. Insgesamt sieben Airbags (inkl. Knieairbag für den Fahrer) bewahren die Insassen im Fall der Fälle vor ernsthaften Folgen. Das Fahrwerk wurde komplett neu entwickelt und besitzt unter anderem neue Radaufhängungen sowie erstmals eine Doppellenker Hiterachse.

Das adaptive Fahrwerk reagiert blitzschnell auf die jeweilige Fahrsituation, wobei jedes Rad einzeln von Sensoren überwacht und gesteuert wird.

 

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GT-Arbeitsplatz – mit roten Akzentnähten für die sportliche Note.

 

Im Zusammenspiel mit diversen Assistenzsystemen, bietet der Kia Optima ein hohes Niveau an Sicherheit in dieser Klasse.

 

Der Kia Optima Sports Wagon ist ab dem 24. September 2016 beim Händler.

Text/Fotos: NewCarz

 

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