Renault Talisman Grandtour – Volumen auf Max.

Nachdem wir der Limousine bereits einen Fahrbericht und einen aktuell noch laufenden Dauertest widmeten, schauen wir uns nun die Kombivariante genauer an – den Renault Talisman Grandtour.

Für unseren Fahrbericht testeten wir den Renault Talisman Grandtour ENERGY dCi 130 – eine Dieselvariante mit 1.6-Liter Turbovierzylinder und 130 PS in der Ausstattungsvariante ‚Life‘.

 

Exterieur – Ganz vorne, erste Reihe

Wer mit einem Renault Talisman unterwegs ist, fällt auf – dies gilt auch uneingeschränkt für den Grandtour. Das überaus gelungene Karosseriedesign setzt Maßstäbe und das fast sonor positive Feedback zum optischen Eindruck, hat schon fast Verwöhnungscharakter.

 

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Eleganter Schwung – der Grandtour besitzt eine dynamische Seitenlinie.

 

Die massive, aber sehr wohl proportionierte Front zeigt dem Vorausfahrenden eine unverkennbare Signatur – wenn man ihn erst einmal kennt. Ansonsten gibt es zunächst durchweg Reaktionen der Verblüffung, des Erstaunens, ja der Ungläubigkeit. „Wie bitte? Das ist ein Renault? Donnerwetter!“ – so und so ähnlich reagieren so gut wie alle Betrachter, welche beim Anblick des Franzosen ihre „talismanische Jungfräulichkeit“ verlieren.

 

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Beeindruckender Auftritt – die Talisman Front.

 

Wie schon die Limousine, hat Renault auch bei der Kombiversion designtechnisch die volle Punktzahl verdient.

Die ab dem letzten Drittel der Hintertüren deutlich aufsteigende Gürtellinie, schwelgt der nach hinten abfallenden Dachkante entgegen und sorgt dadurch für eine erfrischende, sehr harmonische Linienführung. Der Kombi wirkt hierdurch in der Länge gestreckt und verströmt sportlich vitale Noten.

 

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Hofknicks – kleine Welle mit großer Wirkung.

 

Auffällig ist die trapezförmige Konturierung im Dachverlauf bis in den Dachspoiler reichend, deren Aufgabe offensichtlich auch eine partielle Versteifung der Karosserie übernimmt.

Die Heckansicht des Grandtour wirkt im Gegensatz zur Limousine weniger breit und dadurch kompakter. Der leicht schräge Verlauf der Heckscheibe lässt den Kombi aufrechter als sein Pendant wirken.

 

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Aufrecht und kompakt – der Kombi wirkt höher und schmaler.

 

Auch der Grandtour besitzt die nur durch den Rhombus am durchgehenden Verlauf gehinderte LED-Signatur am Heck und garantiert dadurch den uneingeschränkten Wiedererkennungswert.

Das farbliche Gewand des Grandtour in Kosmos-Blau ist ein Metallic-Lack, der bei wenig Licht fast wie ein dunkles Anthrazit wirkt.

Die optionalen 18-Zoll-Leichtmetallfelgen ‚Ceres‘ passen gut zum Grandtour, lassen aber optisch noch Luft nach oben.

 

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Tolles Bi-Color-Design – die 18-Zoll-Räder.

 

 

Interieur – Wohlfühl-Kombi Nation

Auch die ‚Life‘-Ausführung des Talisman Grandtour besitzt bereits serienmäßig den schlüssellosen Zugang, durch den bei Annäherung des Schlüsselinhabers die Außenspiegel ausgeklappt und die Beleuchtung aktiviert wird. Das Berühren des Türgriffs entriegelt dann den Talisman Kombi.

 

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Sehr üppig – das Design des Cockpits und Mittelkonsole.

 

Die Fahrertür ließ sich nur mit einem etwas höheren Kraftaufwand schließen. Auffällig dabei war, dass die Außenverkleidung offensichtlich nicht passgenau sitzt und daher beim Öffnen und Schließen der Fahrertür schleift. Unterstrichen wurde dies durch im Innenraum vernehmbare Fahrtwindgeräusche an ebendieser Stelle.

 

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Verpasst – die Fahrertürverkleidung steht ab und klemmt beim Schließen.

 

Die Sitze mit Stoffbezug Life in der Farbe Titanium-Black, besitzen vorne Lordosenstützen – auf der Fahrerseite elektrisch plus Massagefunktion. Der Sitzkomfort ist in Ordnung, auch wenn er nicht an das Niveau der Initiale Paris Komfortsitze heranreicht. Aber über fehlende Sitzergonomie zu klagen wäre Jammern auf hohem Niveau.

Das integrative Sitzgefühl resultiert an der hohen Gürtellinie sowie der breiten Mittelkonsole. Um diese gibt es aufgrund des manuellen Schaltgetriebes weniger Platz für Ablage & Co. Dadurch mussten beispielsweise die USB-Anschlüsse in das Ablagefach unter der Armauflage ausweichen.

 

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Platzverweis – der Fahrersitz massiert auf Wunsch.

 

Anstelle des großen hochformatigen Touchscreens, gibt es im Testwagen einen Siebenzoll Touchscreen im klassischen 16:9 Format, welcher wenn auch kleiner dimensioniert, nicht verloren im Armaturenträger erscheint.

Das Platzangebot ist – wie auch in der Limousine – üppig, in der zweiten Reihe ist das Raumgefühl noch besser als in der Limousine. Beim Laderaum setzt der Grandtour im Vergleich aber noch einen mächtig drauf. Auch wenn er mit 572 Litern reichlich 30 Liter weniger zur Verfügung stellt als die Limousine, so glänzt der Kombi mit einem besser nutzbaren Volumen, einmal durch eine extrem niedrige Ladekante und außerdem durch eine große, nicht einschränkende Ladeöffnung.

 

 

Klappt man die geteilte Rückbank vollkommen um, stehen beim Grandtour gewaltige 1.681 Liter Ladevolumen zur Verfügung. Auch eine Durchladevorrichtung, beispielsweise für eine Skiausrüstung, ist verfügbar.

Nur der nicht ganz ebene Boden des Laderaums bei umgeklappten Rückenlehnen und der breite Fortsatz des Stoßfängers, welcher ungeschützt seine lackierte Oberfläche genau an der Ladekante den mechanischen Gefahren beim Be- und Entladen entgegenstreckt, trüben das Gesamtbild ein wenig.

 

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Blessuren vorprogrammiert – breite, ungeschützte Lackfläche des Stoßfängers.

 

Das Öffnen der Heckklappe erwies sich mitunter etwas hakelig, denn bei einmaligem Betätigen des Tasters wurde die Arretierung einige Male nur in der ersten Stufe gelöst, was eine zweite Betätigung des Öffnungstasters notwendig werden ließ um die Klappe vollends aus dem Scharnier zu befreien.

 

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Das Plus an Raum – Vergleich des Heckabschlusses der beiden Karosserieformen.

 

Die Laderaumklappe kann man gegen Aufpreis auch elektrisch öffnen und schließen lassen. Auch ein Fußsensor ist optional, je nach Ausstattungsvariante, verfügbar.

 

Motorisierung und Fahreindrücke

Das Herz des getesteten Renault Talisman Grandtour bestand aus einem 1,6 Liter großen Vierzylinder Commonrail-Dieselmotor mit 130 PS, was für einen derart großen Kombi zumindest theoretisch als recht wenig erscheint. Doch die Praxis sieht etwas anders aus.

 

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Nicht müde – der Vierzylinder schlägt sich wacker, dank 320 Nm ab niedrigen 1.750 Touren.

 

Aufgrund des maximalen Drehmoments von 320 Newtonmetern, welcher bereits ab 1.750 Touren anliegt, wirkt der Diesel krafttechnisch nur marginal schwächer als sein großer Pendant dCi 160, der 160 PS und 380 Newtonmeter aufwarten kann. Man spürt die Abstufung erst, wenn Geschwindigkeiten jenseits der 120 km/h gefahren werden.

Und einen weiteren, entscheidenden Vorteil kann der dCi 130 für sich verbuchen: Der Verbrauch liegt im Schnitt fast zwei Liter unter dem des großen Bruders. Nach unserem Testzeitraum lag der Durchschnitt bei 5,5 Litern auf 100 Kilometer. Für diese Fahrzeuggröße ist dies mehr als in Ordnung.

 

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Abwärtstrend – der Verbrauch sank noch weiter; ohne Mäßigung der Fahrweise.

 

Das hohe Drehmoment lässt den Talisman im Teillastbereich durchaus flott agieren. Will man mehr und versucht es mit sportlichen Fahrstil, gelangt man sehr schnell an die Grenzen des Machbaren. Wie auch sein größerer Motorenbruder, mag die Motorisierung untere Drehzahlen und Zwischenspurts, worin sie punkten kann. Höhere Drehzahlen und Vollgasorgien lassen den Diesel dagegen gequält wirken.

Die Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h erreicht der Talisman auch nach einem längeren Anlauf nicht – mehr als 200 waren nicht drin.

 

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Ausgeglichen – Vollgasorgien sind nicht das Gebiet des Grandtour.

 

Erstaunlich ist, dass sich die Angaben zur Höchstgeschwindigkeit in der Zulassung und den aktuellen Angaben auf der Renault Website unterscheiden. Die Zulassung zeigt 205, der Konfigurator 200 km/h. Neugierig geworden, verglichen wir auch die Werte des dCi 160 der Limousine und stellten hier auch ebensolchen Unterschied fest. In der Zulassung – wie auch in den ersten Prospekten – war die Geschwindigkeit mit 215 km/h angegeben, die das Auto ebenso knapp verfehlt. Die auf der Website angegebenen 213 km/h erreicht er. Offensichtlich wurde hier nachträglich nach unten korrigiert.

Davon unabhängig wird einmal mehr klar, der Talisman ist auch mit dem dCi 130 ein eher bequemer Gleiter, der es nicht darauf anlegt, auf der Autobahn die linke Spur zu pachten.

 

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Blender – die Endrohre sind Attrappe. Die Abgasführung endet nach unten gebogen bereits davor.

 

Das manuelle Sechsganggetriebe erfreut mit einer passenden Abstufung, exakter Gangwahl und eine Anfahrschwäche zeigt der Grandtour damit nicht. Entscheidender Vorteil gegenüber dem optionalen Doppelkupplungsgetriebe EDC ist, dass die manchmal nervende Gedenksekunde beim Anfahren komplett entfällt.

Sehr komfortabel erwies sich zudem die leichte Drehzahlanhebung, sobald man im ersten Gang oder Rückwärtsgang die Kupplung kommen lässt. Das ermöglicht leichtes Rangieren ohne das Gaspedal bedienen zu müssen.

Nur die ungewohnt hohe Positionierung des Ganghebels befanden wir als wenig ergonomisch, da man zum Schalten eine unnatürliche Armhaltung einnehmen muss.

 

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Im Leerlauf – die Drehzahl erhöht sich beim Kupplung kommenlassen auf 1.000 Touren.

 

Unser Testwagen in der Ausstattung ‚Life‘ besaß keine Allradlenkung 4Control. Wenn man den Vergleich fährt, spürt man das Fehlen recht deutlich, da es doch einer Portion mehr Handlichkeit fehlt, das Auto ohne 4Control fahrtechnisch etwas größer wirkt. Wer die 4Control nicht kennt, wird sie nicht vermissen. Andersherum wird jeder, der die Allradlenkung bereits gefahren hat, auch beim Talisman Kombi darauf Wert legen.

Das Fahrwerk entscheidet sich ansonsten kaum von dem der Limousine.

Durch die fehlende 4Control besitzt der Talisman Grandtour mit 52 Litern Fassungsvermögen etwa 4,5 Liter mehr Tankvolumen, was beim Verbrauch des Diesels immerhin zirka 80 Kilometer mehr Reichweite bedeutet.

 

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Ohne Allradlenkung – dennoch gut im Handling.

 

Die Bremsanlage arbeitet auch im Grandtour gut dosierbar und bleibt auch nach einer Gefahrenbremsung aus höheren Geschwindigkeiten standfest. Nervig war an unserem Testwagen allerdings das deutlich vernehmbare Quietschen beim Bremsen im Bereich von etwa 30 km/h bis zum Stillstand.

 

Ausstattung und Komfort – That’s Life

Auch in der Basisausstattung ‚Life‘ erlaubt das Multi Sense System, bedienbar über den Touchscreen oder den Drehknopfregler in der Mittelkonsole, die individuelle Einstellung von Fahrzeugparametern. Ob sportlich oder komfortabel, oder eben ganz nach eigenen Vorstellungen, lassen sich unter anderem Parameter wie Gasannahme, Motorenklang oder Dämpferabstimmung darüber justieren.

 

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Immer dabei – das Multi Sense System ist bei allen Talisman Serie.

 

Das ‚Renault R-Link 2‚ wird in der ‚Life‘ Version mit einem kleineren, im herkömmlichen Querformat angeordneten Touchscreen kombiniert. Einen riesigen Vorteil hat dies, denn der zusätzliche Platz unter dem Bildschirm wurde auch einem Drehknopfregler für die Lautstärke spendiert. Aus unserer Sicht ein dickes Plus an Bedienkomfort gegenüber den Sensortasten des größeren Systems.

 

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Besserer Drehkomfort – der mittig positionierte Lautstärkedrehknopf unter dem Bildschirm.

 

Die Stimme der Routenführung des Navigationssystems, hat eine angenehmere, nicht so synthetisch quäkende Stimmlage wie die Navigationsansage der auch durch uns getesteten Limousine. Das Stottern beherrscht sie jedoch in selbigem Umfang.

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Nur noch Einer – das DAB fand nichts anderes mehr.

Ebenso beließ uns das System einmal während einer Fahrt durch das urbane Ruhrgebiet, in der das DAB-Spektrum reichhaltig sein dürfte, nur noch einen einzigen DAB-Sender zum Empfang.

Erst nach einem kompletten Neustart waren dann wieder alle Sender verfügbar.

Kurze Zeit später verließ uns das R-Link System durch einen kompletten Absturz. Auch hier scheint es noch Softwareprobleme zu geben.

Schnittstellen a lá Bluetooth, USB und AUX In sind ebenso wie das sehr gut ablesbare und übersichtliche, multifunktionale Tachodisplay vorhanden.

 

Keine Kompromisse zeigen die LED Pure Vision Scheinwerfer, welche uns bereits in der Limousine mit einzigartiger Leuchtdichte und Reichweite überzeugten. Die Lichtautomatik versäumte es mitunter, nach notwendiger Aktivierung des Lichtes – beispielsweise wegen eines Tunnels – dieses danach wieder zu deaktivieren. Da kam es vor, dass wir noch 15 Minuten später mit aktiviertem Abblendlicht unterwegs waren.

Das allein wäre nicht schlimm, aber aufgrund der gleichzeitigen Dimmung aller Instrumente, einschließlich Bildschirms, ist dies dann der Ablesbarkeit weniger zuträglich.

Die Klimaautomatik absolvierte ihre Aufgabe in jeder Hinsicht zufriedenstellend.

Das Basis-Soundsystem wird für viele Autofahrer und Mitfahrer – Freunde des aktiven Hörgenusses mal ausgenommen – genügen. Ein audiophiler Unterschied zur optionalen Bose ist verständlicherweise mehr als deutlich. Dennoch klingt das System nicht schlecht, aber eben nur durchschnittlich.

 

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Klangtechnisch ganz okay – wer mehr Dynamik brauch, muss das Bose ordern.

 

Die serienmäßige Massagefunktion für den Fahrersitz weiß man auf längeren Strecken sehr schnell zu schätzen und die Sitzheizungen der Vordersitze machen sich dank Stoffbezügen innerhalb von maximal 20 Sekunden deutlich bemerkbar. Ein großer Vorteil gegenüber Lederbezügen, bei denen die Sitzheizung das deutlich dickere Material erst einmal durchwärmen muss, bevor es am Hinterteil des Insassen ankommen kann.

 

Assistenz und Sicherheit

Die Parkhilfe in der ‚Life‘-Version arbeitet mit herkömmlichen Sensoren. Bestandteil des optionalen Komfortpaketes sind unter anderem auch die Parksensoren an der Front. Uns fiel hierbei auf, dass beim vorwärts Einparken – wohlgemerkt, im Schritttempo – die vorderen Sensoren nicht oder viel zu spät aktiviert wurden. Dadurch war der Parkvorgang oftmals bereits erledigt, bevor diese Assistenten ihren Dienst aufnahmen.

 

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Fluglotse – Kameras und Sensoren überwachen die Umgebung vor dem Talisman.

 

Dem optional erhältlichen Visio-Plus Paket zuzuorden ist der Fernlichtassistent, der während unseres Tests durchgehend präzise und fehlerfrei arbeitete. Auch die Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitswarner und der Spurhalte-Warner – beides ebenso Komponenten des Visio-Plus Pakets –  absolvierten ihre Aufgaben einwandfrei.

 

Varianten und Preise

Den Renault Talisman Grandtour kann man aktuell in drei verschiedenen Ausstattungslinien und fünf Motorisierungen bestellen.

Als Motoren stehen zwei Benziner,

  • ENERGY TCe 150 1,6 Liter mit 150 PS und 220 Nm
  • ENERGY TCe 200 1,6 Liter mit 200 PS und 260 Nm

und drei Diesel zur Verfügung,

  • ENERGY dCi 110 1,5 Liter mit 110 PS und 260 Nm
  • ENERGY dCi 130 1,6 Liter mit 130 PS und 320 Nm
  • ENERGY dCi 160 1,6 Liter mit 160 PS und 380 Nm

Die Benzinmotoren gibt es nur in Verbindung mit dem siebenstufigen EDC.

Den kleinsten Diesel, der dCi 110 gibt es nur in Kombination mit dem manuellen Schaltgetriebe. Beim dCi 130 kann man zwischen manueller Gangwahl oder dem sechsstufigen EDC wählen. Den größten Diesel gibt es nur mit dem sechsstufigen EDC Doppelkupplungsgetriebe.

 

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Opulent – im Grandtour sitzt man auch hinten sehr komfortabel.

 

Das Basismodell ‚Life‘ steht ab 28.950 Euro beim Händler. Als ‚Intens‘ werden mindestens 33.350 Euro aufgerufen und für das Topmodell ‚Initiale Paris‘ benötigt man 40.750 Euro für den Einstieg.

Damit kostet der Grandtour immer ungefähr 1.000 Euro mehr als die Limousine. Ein überschaubarer Aufpreis, wie wir finden.

Lässt man in der Konfigurationsliste kein Häkchen aus und fiel vorher die Wahl auf Initiale Paris mit dem stärksten Diesel als preisintensivste Motorisierung, werden für die höchstmögliche Ausstattungsvariante des Renault Talisman Grandtour 45.930 Euro aufgerufen. Kein Schnäppchen mehr, aber im direkten Vergleich zur Konkurrenz immer noch preiswert.

 

Fazit – Auf der Jagd nach Prestige

Mit dem Renault Talisman Grandtour fällt man durchaus auf. Als moderner und sehr elegant geschnittener Mittelklassekombi vereint er gekonnt seine überaus attraktive Erscheinung mit einem sehr großzügigen Platzangebot.

Verstecken muss sich dieser Kombi mitnichten – eher zeigen, nein, sich präsentieren.

 

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Magisch – Der Renault Talisman Grandtour zieht fast magnetisch die Blicke auf sich.

 

Denn diese Erscheinung ist sehenswert und lässt so manchen Wettbewerber ziemlich verwundert aus seiner blechgewordenen Mainstreamwäsche schauen. Prestige im optischen Sinne kann man dem Talisman bescheinigen.

Umso mehr schmerzen dabei die Kleinigkeiten, wie die nicht passgenaue Außenverkleidung der Fahrertür, die Softwareprobleme oder die hakende Heckklappe – alles keine großartigen Dinge, aber auch nicht einfach auszublenden.

Der Talisman hat nach Aussage von Renault die Aufgabe, in seiner Klasse neue Maßstäbe in puncto Komfort und Prestige zu setzen. Dies wurde bereits bei der Vorstellung des Talisman, während der IAA 2015, klar kommuniziert.

Um vor allem beim Prestige als Gesamtpaket ein entsprechend hohes Niveau zu erreichen, bedarf es aus unserer Sicht noch einiger Schönheitskorrekturen, auch wenn Renault im Kern auf einem guten Weg zu sein scheint.

 

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Kein Strohfeuer – der Talisman hat Überzeugungskraft, trotz noch kleiner Makel.

 

Doch trotz all dieser Dinge ist die Kombivariante des Talisman auch aktuell ein absolut ernstzunehmender Kandidat. Wenn man viel Laderaum mit Effizienz und Komfort vereint fahren möchte, sollte man sich den Grandtour unbedingt ansehen. Das wichtige Thema Sicherheit kommt beim neuen Franzosen auch nicht zu kurz.

Darum wird die Käuferschaft wahrscheinlich mehr zu individuellen Freizeitaktivisten und jungen Familien targetieren, als zum vielfahrenden Vertreter oder dem Sportkombi-Enthusiasten. Obwohl auch dies – zugegeben mit einigen Abstrichen – keine echte Herausforderung für den Talisman wäre.

 

 

Text / Fotos: NewCarz

 

 

 

Technische Daten: Renault Talisman ENERGY dCi 130 Life

Länge x Breite x Höhe (m): 4,87 x 1,87 (2,08 mit Außenspiegel) x 1,47

Motor: Vierzylinder Turbo-Dieselmotor mit Common-Rail-Direkteinspritzung

Leistung: 96 kW (130 PS)

Hubraum: 1.598 ccm

Max. Drehmoment: 320 Nm bei 1.750 rpm

Getriebe: manuelles Sechsgang Schaltgetriebe

Antrieb: Front

Durchschnittsverbrauch (NEFZ-Norm): 3,9 L/100 km

CO2-Emissionen: 102 g/km

Abgasnorm: Euro 6

Höchstgeschwindigkeit: 205 km/h

Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 10,4 Sekunden

Leergewicht: 1.579 kg

Kofferraumvolumen: 572 l (1.681 l bei umgeklappten Sitzlehnen)

Höhe Ladekante: 57,1 cm

Kraftstofftank: 51 Liter

Preis des Testwagens: 34.140 Euro

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