Kia Optima – Geheimtipp Mittelklasselimousine

Nach bereits interessanten Überraschungen in letzter Zeit durch den Kia Sportage, den Kia Cèed oder den Kia Niro, war unsere Erwartungshaltung vor dem Test des Kia Optima natürlich sehr hoch.

Bereits beim Erstkontakt haben wir einen sehr positiven Eindruck zur aktuellen oberen Mittelklasse des koreanischen Herstellers erhalten. Umso genauer schauten wir nun im Rahmen unseres ausgiebigen Tests hin.

Einst stellte er als Kia Clarus und später Kia Magentis in Europa eher ein Nischenprodukt dar, das nur geringe, wenn auch stetig steigende Beachtung fand. Den Namen Optima erhielt das Modell erst vor sieben Jahren, mit dem sich viele Dinge – insbesondere das Aussehen – signifikant änderten. Europäisches Design, moderne Motoren und üppige Ausstattungen sollen die Kunden auch in Deutschland für den Koreaner begeistern.

Wir testeten die Limousine und sammelten unsere Erfahrungen auf einem Roadtrip quer durch die österreichischen Alpen. Das Ergebnis hiervon in nachfolgendem Fahrbericht.

 

 

Exterieur – veni vidi vici

Es gibt bei einigen Menschen immer noch diese Kopfbilder, wenn man von einem Kia spricht, legt sich mindestens eine Falte auf die Stirn. Fernost, billige Anmutung, liebloses Design und so weiter. Doch jetzt, wenn dieser Kia Optima vorfährt, scheinen die Augen bei ebendiesen Skeptikern plötzlich mehr als 30 Prozent der Gesichtsfläche auszumachen. Zumal sie in diesem Fall andere aktuelle Modelle des südkoreanischen Herstellers offenbar noch nie zu Gesicht bekamen.

 

Kia Optima schräg vorn
Weiß wie die Unschuld und mit Tigernase: Kia Optima in Ausstattungsvariante Spirit.

 

Eine überaus dynamische Karosserieform, wie sie die Platzhirsche der Automobilindustrie kaum besser designen könnten, ist dem Optima eigen. Kein designtechnischer Ausreißer, keine Fragezeichen, sondern eine wie aus einem Guss wirkende Ansicht – gleichgültig aus welcher Position – so präsentiert sich diese wunderschöne Limousine fast wie ein Statement in der Art „veni vidi vici“ – sie kam, sah und siegte.

Eine durchweg muskulöse Linienführung, angefangen vom bekannten Tigernasen-Frontgrill, den die breiten Xenon-Scheinwerfer fortführen, über die breiten Radhäuser bis hin zu einem schräg abfallenden Heck – ganz in charakterlicher Art eines Gran Turismo – bietet der Kia Optima aus jedem Blickwinkel Balsam für die Augen satt.

 

Kia Optima schräg hinten
Sehr europäisch – das Design von Peter Schreyer ist den hiesigen Erwartungen gewogen.

 

Man möchte sich gar nicht satt sehen und besagte Skeptiker glauben es womöglich erst nach dem zweiten Blick auf das Markenlogo, dass es sich dabei in der Tat um einen Kia handelt.

Als unique dürfen sich die jeweils dreiflammigen LED-Nebelleuchten im Wabendesign nennen, durch deren irisstachelnde Leuchtfeuer der maskuline Eindruck der Front verstärkt wird.

 

Kia Optima Nebelleuchte
Lumen-Gatling – Wie Laserkanonen lauern die Nebelleuchten tief in der Frontschürze.

 

Die Heckansicht wird von den schmalen, weit in die Kotflügel ragenden Heckleuchten bestimmt, welche die wuchtig charismatische Erscheinung des Kia-Hinterteils elegant harmonisiert.

 

Kia Optima Heck
Stämmiger Hintern – der Kia Optima hat eine präsente Erscheinung auch in der Heckansicht.

 

Am Testfahrzeug fügten sich zweifarbige 18-Zoll-Räder serienmäßig in die Radhäuser der „Spirit“-Version, welche sich sehr schön in die Seitenlinie integrierten. Die Farbgebung in Snow White Pearl sorgte im Sonnenlicht für einen hübsch anzusehenden Perleffekt und passte kontrastierend perfekt zum schwarz abgesetzten Panoramaschiebedach.

 

Kia Optima Alufelgen
Genau richtig – Die 18-Zoll-Räder scheinen wie gemacht für die Radhäuser.

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Interieur – Willkommen zu Hause

Der Innenraum des Kia Optima vermittelt von Anbeginn einen heimeligen Eindruck. Man fühlt sich quasi zu Hause und findet auf Anhieb alle Dinge genau da, wo man sie vermutet. Obgleich es eine überdurchschnittliche Anzahl an Bedienelementen gibt, so erfordert dies keineswegs ein Studium des Benutzerhandbuches. Innerhalb weniger Augenblicke hat man das Bedien-Einmaleins autodidaktisch in petto.

 

Kia Optima Armaturenbereich
Nüchtern und aufgeräumt – alles findet man an den vermuteten Plätzen im Optima.

 

Das Lenkrad passt wie maßgeschneidert, fiel aber links und rechts an den Griffmulden aus unserer Sicht etwas zu dünn gepolstert aus und passt besser zu filigranen Händen.

 

Kia Optima Lenkrad
Sollbruchstellen? Nein, aber an den Griffmulden ist das Lenkrad auffällig dünn.

 

Auf den Ledersitzen lässt es sich bequem aushalten und sie erwiesen sich trotz etwas wenig Seitenhalt als absolut langstreckentauglich. Ermüdungserscheinungen blieben auch nach mehr als sechsstündiger Fahrt aus.

Dank der üppigen Platzverhältnisse müssen sich selbst Gardemaße von zwei Metern und mehr keinerlei Sorgen um ihren Kopf und schon gar nicht um ihre Knie zu machen. Im Fond erstaunte die Testpassagiere das Platzangebot – für eine fast coupé-artige Dachlinie ist dies eine Überraschung gewesen.

Als kleiner Clou zeigte das Dach für die äußeren beiden Sitzplätze im Dachhimmel sogar eine Ausformung, um noch mehr Kopffreiheit zu gewährleisten.

 

Kia Optima Vordersitze
Dauerhaft bequem – die Bestuhlung ist absolut reisetauglich.

 

Alle Materialien überzeugen mit einem wertigen Eindruck. Softtouch-Oberflächen und eine tadellose Verarbeitung trugen unter anderem dazu bei. Der Armaturenträger in Lederoptik hielt der augenscheinlichen Prüfung in diesem Zusammenhang gut stand, auch wenn es mit dem ersten Blick ersichtlich wird, dass es sich um kein echtes Leder handelt, vermittelt es in der Gesamtheit doch eine hohe Wertigkeit.

 

Kia Optima Rücksitze
Auch für Limousinenservice tauglich – bei diesen Platzverhältnissen.

 

Mitunter bezeichnete man in unserer Redaktion den Innenraum als nüchtern, unauffällig und leicht fahrerorientiert, was entfernt schon ein wenig an einen deutschen Hersteller mit drei Buchstaben aus dem Süden erinnert. Doch dies kommt ebendarum der Übersichtlichkeit und Bedienfreundlichkeit zugute.

Mit dem optionalen, sich weit öffnenden Panoramadach hielt eine lichtintensive Freundlichkeit Einzug in den Innenraum.

 

Kia Optima Panoramadach
Macht auch außen optisch was her – das große Panoramadach.

 

Der Laderaum besetzt im Wettbewerbsvergleich einen überdurchschnittlichen Platz. Mit 510 Litern Ladevolumen und geteilt umklappbaren Rückenlehnen, durch die das Gesamtvolumen auf opulente 1.686 Liter erweitert wird, konnten überzeugen. Zumal eine niedrige Ladekante sowie fehlende Zerklüftungen des nutzbaren Kofferraums weitere Pluspunkte einbrachte.

 

 

Die Rundumsicht ist an und für sich sehr gut. Nur den rückwärtigen Blick stören die breiten C- und D-Säulen mit dazwischen positionierten – den Opernfenstern aus vergangenen Autoepochen nicht unähnlichen – Fensterchen.

 

Kia Optima D-Säule
Opernfenster oder Bullaugen – die Aufteilung in C- und D-Säule verringert die Rundumsicht.

 

Zum Glück besitzt der Kia Optima eine umfangreiche Park- und Rangierassistenz, zu der wir später kommen.

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Motorisierung und Fahreigenschaften – bodenständig und beherzt

Im getesteten Kia Optima schlug als Herz der 1.7-Liter CRDi Dieselantrieb mit 141 PS und 340 Newtonmetern maximalen Drehmoment. Der Motor erwies sich unterm Strich als vollkommen ausreichend, für einen Diesel sogar überraschend drehfreudig.

 

Kia Optima Motorraum
Engagiert – Trotz seiner theoretischen Leistungswerte konnte der Dieselantrieb überzeugen.

 

Die Leistungsentfaltung suggerierte mitunter mehr, als das Papier vorwies und die besagte Drehfreudigkeit sucht man bei anderen Wettbewerbern wie beispielsweise dem Direktkonkurrenten Renault Talisman vergebens. Dafür besitzt das Kia-Herz einen etwas knurrigeren Charakter, was aber aufgrund der hervorragenden Geräuschdämmung im Innenraum vernachlässigt werden kann.

Das Fahrwerk wirkt insgesamt komfortorientiert, konfrontiert dadurch bei voller Zuladung die entlastete Vorderachse mit Traktionsproblemen, vor allem bei nasser Fahrbahn. Auch das Fahrverhalten ändert sich durch die dadurch entstehende Hecklastigkeit deutlich. Dabei zeigte sich je nach Fahrweise eine erhöhte Tendenz zum Unter- oder bei Lastwechselreaktionen auch Übersteuern. Die Lenkung zeigte sich leichtgängig komfortabel, würde mit einer Spur mehr Direktheit aber besser aussehen. Kurze Fahrbahnunebenheiten ließen das Fahrwerk zum Poltern neigen.

 

Kia Optima Schiebedach
Fahrfreude vorhanden – Auch bei Zwischenstopps mit sichtbarer Nachhaltigkeit.

 

Doch auch ohne direkt sportive Eigenschaften generierte der Kia Optima auf engen Bergserpentinen, die auf unserem Roadtrip quer durch die Steiermark und das Salzburger Land verliefen, immer noch eine wenn auch überschaubare Portion Fahrfreude. Gemächliches Cruisen liegt der Limousine dann doch spürbar mehr, als hastige Richtungswechsel.

Das siebenstufige Direktschaltgetriebe übernahm dabei auf Bergabfahrten durch zeitiges Herunterschalten die Bremsunterstützung durch den Motor, was man sich bei der Größe des Diesels als nicht übermäßig hilfreich vorstellen sollte. Doch besser haben als nicht. Die Assistenz der serienmäßigen Berganfahrhilfe zeigte sich im Gebirge oftmals sehr hilfreich und erwies sich als zuverlässiges Ausstattungsmerkmal.

 

Kia Optima DCT
Auch manuell bedienbar – Das Direktschaltgetriebe im Kia Optima.

 

Das adaptive Fahrwerk erlaubte die Anpassung der Charakteristik von Schaltvorgängen und der Gasannahme sowie auch der Dämpfer. Der Unterschied war allerdings nur zwischen „ECO“ und „Sport“ merklich spürbar und das vor allem beim Agieren des Direktschaltgetriebes, welches im Sportmodus fixer zwischen den Gängen wechselte und die Stufen weiter ausdrehte.

Die Änderung der Dämpfereinstellung hingegen spürte man nur in Nuancen. Im Übrigen wird der Sportmodus nach Abstellen und Neustart des Fahrzeuges nicht reaktiviert, sondern wechselt ungefragt in den normalen Modus.

Die Schaltcharakteristik des Getriebes kann man im sportlichen Modus als wieselflink und im normalen sowie im ECO-Modus als zurückhaltend und mitunter etwas desorientiert beschreiben.

Vereinzelte Gangwechsel im Teillastbereich und dazu in Kurven störten die Fahrdynamik mitunter etwas. Insgesamt passte die automatische Kraftübertragung jedoch sehr gut zum Dieselantrieb.

 

Kia Optima ECO Dynamics
ECO dynamics – Stimmt beides: Er ist verbrauchsarm und agil.

 

Beim Spurtvorgang vergehen aus dem Stand 11 Sekunden bevor Tempo 100 anliegt. Das fühlt sich aufgrund der Motorcharakteristik jedoch schneller und auch agiler an. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 203 km/h überbot das getestete Modell deutlich mit 220 km/h auf der Anzeige, was einer GPS-Messung von 207 km/h entsprach. Der Tacho schien hier etwas sehr opti(ma)mistisch.

Die Bremsleistung des Kia Optima verlangte nach keinerlei Kompromissen und überzeugte durch Standfestigkeit und sehr gute Dosierbarkeit. Vor allem auf kilometerlangen Alpenpässen mit teils extremen Steigungen und Gefälle bewies der Koreaner wiederholt seine vorbildliche und unerschütterliche Souveränität.

 

Kia Optima Front
War zu keinem Zeitpunkt ein Verkehrshindernis: Der Optima hält überall gut mit.

 

Die Innengeräusche bleiben stets auf einem moderaten Level. Hier hat Kia mit der Dämmung des Innenraums ganze Arbeit geleistet. Ein unabdingbarer Aspekt für die Langstreckentauglichkeit.

Ebenso erfreulich zeigten sich die Verbrauchswerte des Koreaners, welche zwar klar über den Herstellerangaben von 4,4 Liter auf 100 Kilometer lagen, aber mit 6,2 Liter im Durchschnitt grundsätzlich für Reichweiten von deutlich über 1.000 Kilometern pro Tankfüllung ausreichte.

Ermöglicht wird dies neben dem moderaten Verbrauch durch den grandios voluminösen Tank, welcher 70 Liter fasst – in der heutigen Zeit ist dies bei einer Mittelklasselimousine fast schon ein Alleinstellungsmerkmal.

 

Kia Optima Verbrauch
Alter – pardon – neuer Knauser: Der Kia sieht bei über 1000 km Reichweite selten eine Tankstelle.

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Assistenz, Technik, Sicherheit im Kia Optima

In dieser Rubrik offenbart Kia mit dem aktuellen Optima, dass auch eine koreanische Mittelklasselimousine ganz vorne mitspielen kann und dies auch macht.

Mit dem – im Optima übrigens grundsätzlich serienmäßigen – Navigationssystem zeigen die Koreaner eindrucksvoll, wie komfortabel eine Routenführung mit entsprechenden Mitteln ablaufen kann.

Angefangen von einer sehr genauen und schnellen Stauumfahrung TMC – Kia Connected Services powered by TomTom sei Dank – überzeugte auch die hyperschnelle Rechenleistung des Systems, durch welche Routenberechnungen in Windeseile neu durchgeführt wurden.

 

Kia Optima Navi
Der Schein trügt: Das Navigationssystem des Optima ist aktuell eines der besten Routenführer.

 

Selbst im Großstadtchaos von Prag erwies sich das Navigationssystem trotz zahlreicher Sperrungen und Baustellen als zuverlässiger Lotse durch das stark frequentierte urbane Geflecht.

Einzig die sehr sensitive Positionsortung wurde bei räumlich großzügigen baustellenbedingten Routenänderungen – wenn man zu Beispiel auf einer Autobahn vorübergehend auf die Gegenspur geleitet wird – dies mitunter mit dem Verlassen der Route verwechselt und das Fahrzeug als „off road“ angezeigt.

Eine klare, verständliche und dazu harmonisch klingende akustische Routenführung nötigt den Fahrer zudem nicht gleich nach der zweiten Ansage zur Deaktivierung selbiger.

Obacht heißt es, wenn man aus den drei angebotenen Routen – „Schnell“, „Öko“, „Kurz“ – eine ausgewählt hat und später während der aktiven Routenführung in die Routenoptionen wechselt. Falls hier bei der letzten Routenführung ein anderer Routentyp eingestellt war, berechnet das System beim Verlassen des Optionsmenüs die Route anhand der voreingestellten Routenart automatisch neu.

Dadurch wird schnell aus einer schnellen Route die Öko-Strecke, wodurch sich die Reisezeit bei langen Strecken gerne um mehr als eine Stunde verlängern kann. Kein Problem, wenn man es weiß – ärgerlich, wenn man es nicht sofort bemerkt, sondern erst während der Routenführung spürt, dass sich etwas „geändert“ hat.

 

Kia Optima Touchscreen
Detaillierte Infos zum momentanen Standort auf Knopfdruck.

 

Der größte Clou des Navigationssystems sind die konfigurierbaren Routeninformationen entlang der Routenführung rechts neben der übersichtlichen Kartendarstellung. Somit hat man immer die nächsten erforderlichen Fahraktionen sowie die nächstmöglichen Rastplätze, Tankstellen und Toiletten im Überblick – inklusive Entfernung und sekundengenaue Zeit bis zum Erreichen dieser. Mehr geht nicht. Wer das alles nicht braucht, kann die Kartendarstellung selbstverständlich auch als Vollbild darstellen lassen.

Die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage plus Kollisionswarner erwies sich im Praxistest als zuverlässig, veranlasste bei vorausfahrendem Verkehr allerdings sehr zeitig den Bremsvorgang, um sich anschließend langsam an den Vorausfahrenden heranzutasten – und zwar unabhängig davon, welche der vier Abstandsstufen man gewählt hat.

Im Alltag und bei hohem Verkehrsaufkommen wird die dadurch entstehende Lücke zum Vordermann gern und intensiv durch andere Verkehrsteilnehmer genutzt, was zu weiteren Bremsvorgängen und Reduzierung der eigenen Geschwindigkeit führt. Daher passt dieser Tempomat eher zu wenig befahrenen Landstraßen oder Autobahnen zu nächtlichen Zeiten.

 

Kia Optima Assistenz
Vielfalt – Assistenzsysteme können vielfach konfiguriert werden.

 

Als überaus genaue und zuverlässige Assistenten erwiesen sich der Totwinkelwarner mit Spurwechselassistent sowie der Querverkehrwarner, der beim Querausparken – vorwärts und rückwärts – herannahende Fahrzeuge erkennt und darauf aufmerksam macht.

Apropos Parken: Mit dem intelligenten Parksystem – Kia nennt dies Smart Parking Assist System – werden Einparkmanöver quer und parallel und Ausparkmanöver parallel zum Kinderspiel, da sie komplett automatisiert ablaufen. Im Praxistest gelang das durchgehend ausgezeichnet und der Optima stand bilderbuchartig exakt in der entsprechenden Parklücke. Dank der Rundumsichtkamera behält man als Fahrer dabei jederzeit den visuellen Überblick auf dem Monitor.

 

Kia Optima Rundumsicht
Überwachung total – Die Umgebung immer im Blick.

 

Auch die Hilfe des autonomen Notbremsassistenten wurde während unseres Praxistests gezwungenermaßen in Anspruch genommen, als bei einer innerstädtischen Durchfahrt ein Fußgänger auf die Fahrbahn rannte und den Vordermann zu einer Gefahrenbremsung nötigte. Der Kia resultierte an dieser Stelle die Situation in eine sofort eingeleitete Vollbremsung, wodurch wir einer Kollision mit dem Vorausfahrenden knapp entgingen. Nicht geplanten Test damit erfolgreich bestanden.

 

Kia Optima Assistenzsysteme
Wichtige Assistenten sind per Knopfdruck ein- und abschaltbar.

 

Unser Testkandidat in Ausstattungslinie Spirit aus Modelljahr 2016 besaß noch die Bi-Xenonscheinwerfer, deren Ausleuchtung und Reichweite durch uns als sehr gut eingestuft werden. Wenn auch Konkurrenten an der Stelle noch mehr herausholen, bleibt sowohl Abblend- als auch Fernlicht auf hohem Niveau einzustufen. Der Fernlichtassistent konnte dagegen nicht immer durch Zuverlässigkeit glänzen. Manchmal versäumte er das Abblenden bei Gegenverkehr, dann „vergaß“ er das Wiederaufblenden nach Passieren des Gegenverkehrs.

 

Kia Optima Bi-Xenon
Noch mit Bi-Xenon – Ab Modelljahr 2017 gibt es im Vision-Modell nur noch LED-Scheinwerfer.

 

Ab dem Modell 2017 verfügt der Kia Optima in der Ausstattungsvariante „Spirit“ übrigens serienmäßig über LED-Scheinwerfer.

Sehr akkurat arbeitete die Verkehrszeichenerkennung, welche in unserem Test tatsächlich mit einer Fehlerquote von null brillierte.

Sieben Airbags, eine Gegenlenkunterstützung, aktives Bremslicht mit Blinkfunktion und vieles mehr werten die Sicherheit im Kia Optima weiter auf.

Beim NCAP Euro Crashtest erhielt der Optima 2015 mit dem Jahr seiner Markteinführung die Bestnote in Form von fünf Sternen.

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Ausstattung und Komfort – beide Daumen hoch

Wer nun glaubt, beim Kia Optima ist es in puncto Komfort mit den großzügigen Platzverhältnissen bereits gewesen, ist definitiv auf dem Holzweg. Der Koreaner besitzt eine Vielzahl an Annehmlichkeiten, mit denen er sich nicht mal im Ansatz vor seiner Konkurrenz verstecken muss.

Angefangen mit optionalen Sitzheizungen – auf Wunsch auch hinten – über dank mehrerer Stufen akkurat dosierbare Sitzbelüftungen vorne bis zum feudal dimensionierten Panoramadach, das sich weit öffnen lässt und einen superschnellen elektrischen Sonnenschutz besitzt, sind schon mal drei wichtige Dinge des Ausstattungportfolio unseres Testfahrzeugs benannt.

 

Kia Optima Klimaautomatik
Klarer Fall – Alle Bedienelemente liegen eindeutig bezeichnet in Reichweite.

 

Die Bedienung des Daches erfolgt über einen Dreiwegetaster, der etwas Feingefühl verlangt, weil er ansonsten gerne Schiebedach und Sonnenschutz gemeinsam öffnet oder schließt – nur die angewandte Druckstärke entscheidet über die Bedienart.

 

Kia Optima Keyless
Dank Keyless-System benötigt man den Fahrzeugschlüssel nicht direkt zum Betätigen der Verriegelung.

 

Übrigens kann man sich im Kia über eine sehr schnelle Reaktionszeit der Sitzheizungen und auch der Lenkradheizung freuen – insbesondere bei Ledersitzbezügen ist dies meistens nicht der Fall. Bereits nach einer Minute spürt man im Kia Optima deutlich die jeweilige Erwärmung.

Weiterhin überzeugte uns in der Limousine das Harman/Kardon-Soundsystem durch seinen ausgewogenen und kraftvollen Klang aus zehn Lautsprechern – inklusive Woofer mit einem angenehmen Bassfundament. Das wahre Potenzial spielte diese Anlage bei höheren Lautstärken aus, wobei sich die Klangdynamik bis hin zur Maximallautstärke unbeirrbar mit verblüffender Pegelfestigkeit auf höchstem Niveau hielt – beeindruckend.

 

Kia Optima Harman/Kardon
Macht akustisch richtig was her: Harman/Kardon garantiert solide musikalische Untermalung.

 

Darüber hinaus begeisterte uns auch die beispielhaft benutzerfreundliche Menüführung über den TFT-LCD-Touchscreen, über den man beispielsweise auch bei riesigen Musiksammlungen auf USB-Speichern jederzeit und kinderleicht die Übersicht behält.

Erfreulich ist an dieser Stelle auch das blitzschnelle Einlesen und die ebenso fixe Verfügbarkeit nach einem Systemstart. Da kommt der akustische Genuss nie zu kurz.

Beim Thema Konnektivität überlässt der Kia Optima auch nichts dem Zufall. Mit einer induktiven Ladestation – ebenfalls ein optionales Ausstattungsmerkmal – bleibt das Smartphone stets bei Kräften und lässt sich ansonsten dank Apple Car Play und Android Auto binnen weniger Sekunden mit dem System koppeln. Dabei gab es mit den gängigen Systemen keinerlei Probleme.

 

Kia Optima Induktives Laden
Immer Saft – Induktives Laden verhindert, dass dem Smartphone der Strom ausgeht.

 

Die Bluetooth-Freisprecheinrichtung konnte durch eine einwandfreie Klangqualität überzeugen und erlaubte ebenso wie alle anderen Bereiche, eine intuitive Bedienung.

Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass wenn man bei laufendem Telefonat das Auto besteigt und startet, man per Dialog auf dem Touchscreen des Multimediasystems gefragt wird, ob das Gespräch auf die Freisprecheinrichtung übernommen werden soll. Ein großer Pluspunkt jeweils beim Schutz der Privatsphäre und dem gewonnenen Komfortzuwachs.

 

Kia Optima Telefonfunktion
Sorgenfrei telefonieren – im Kia Optima kein Problem.

 

Auch hier gibt es eine zweite Medaillenseite: Stellt man nämlich während eines Gespräches über die Freisprecheinrichtung die Zündung ab, beendet das System ohne Vorwarnung die aktive Freisprechfunktion und legt das Gespräch auf das vorher verbundene Smartphone. Gäbe es hier noch eine Nachfrage zum Vorgehen, wäre das System perfekt.

Der Zugang zum Kofferraum erfolgt entweder klassisch per Knopf direkt an der Klappe sowie mit der Fernbedienung, oder man wartet hinter dem Fahrzeug einfach mehrere Sekunden und Warntöne, bevor die sensorgesteuerte Entriegelautomatik die Klappe selbst öffnet.

Leider gelingt das nicht immer vollständig, sodass man mittels manuellem Aufklappen den Öffnungsvorgang abschließen muss. Grund dafür sind Torsionsstäbe aus Federstahl, welche nicht immer die erforderliche Kraft aufbringen, um die Klappe vollständig zu öffnen, oder in fast geöffneter Position zu halten.

Dabei stießen wir uns sogar beim Ladevorgang den Kopf durch die herunterfallende Kofferraumklappe – nicht unbedingt angenehm.

 

Kia Optima Heckklappe
Hinter der Umlegefunktion der Rücklehnen sieht man die Torsionsstäbe, die das Öffnen der Klappe übernehmen.

 

Positiv aufgefallen sind auch die vorderen wasserabweisenden Seitenscheiben – ein riesiges Plus an Sicherheit und Komfort bei Regen- und Schmuddelwetter. Die Scheiben bleiben dank dieser Beschichtung auch auf längeren Strecken sauberer und der Fahrtwind verdrängt durch eine Art Lotuseffekt jeden Tropfen erfolgreich und sorgt für steten Durchblick.

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Varianten und Preise

Neben dem „normalen“ und hier getesteten Kia Optima bietet der koreanische Hersteller zusätzlich den Optima SW – SW steht für Sportswagon – als Kombiversion an. Zusätzlich gibt es beide Karosserievarianten als GT, der mit dem 2.0-Liter-GDI-Benziner und 245 PS die Leistungsspitze darstellt.

Eine Plug-in Hybridvariante mit 205 PS Systemleistung ist darüber hinaus für beide Karosserieformen erhältlich.

Wir beleuchten an dieser Stelle allein den herkömmlichen Kia Optima als Limousine, da wir die anderen Modellvarianten zu späteren Zeitpunkten testen wollen.

Vier verschiedene Ausstattungsversionen beinhaltet das Portfolio für den Kia Optima

 

  • EDITION 7: Das Basismodell besitzt bereits serienmäßig Navigationssystem, Tempomat, Rückfahrkamera und vieles mehr ab 25.090Euro
  • VISION: Verkehrszeichenerkennung, Spurhalteassistent und beheiztes Lenkrad sind nur einige der serienmäßigen Ausstattung. Der Preis beginnt ab 27.790 Euro.
  • SPIRIT mehr Ausstattung in Form von adaptivem Fahrwerk, Rundumsichtkamera und weit mehr wechselt ab 31.890 Euro den Besitzer.
  • GT-LINE nennt Kia das Topmodell und verlangt für die opulenteste Ausstattungsvariante mindestens 36.190 Euro.

Das Topmodell kann man dann noch mit Dingen wie unter anderem dem Panoramadach, einem Sportendschalldämpfer oder einer Standheizung vervollständigen. Ohne Zubehör und ansonsten allen Kreuzchen auf der Liste werden dann 46.583,79 Euro fällig.

 

Kia Optima schräg Seite
Als „Vision“-Ausstattungslinie ist der Optima definitiv kein Laternenparker.

 

Als Motoren stehen mit insgesamt nur zwei verschiedenen Aggregaten eine nur sehr überschaubare Auswahl zur Verfügung. Ein Benziner mit 163 PS aus einem Zweiliter-Vierzylinder und als Diesel der getestete 1.7-Liter-Vierzylinder, welcher wahrscheinlich das ausgewogenste Verhältnis aus Leistung und Verbrauch bietet.

Ein Allradantrieb ist beim Optima nicht geplant, es gibt ihn ausschließlich als Frontantriebsmodell.

Ein unbestreitbares Highlight und gleichzeitig wichtiges Kaufargument ist die Kia-7-Jahre Herstellergarantie, welche auch Kartenupdates für das Navigationssystem für diesen Zeitraum beinhaltet und die Garantie beim Weiterverkauf an den jeweiligen Besitzer übergeht. Maximal 150.000 Kilometer gilt diese Garantie – je nachdem was zuerst erreicht wird.

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Was sagen die Kunden?

Die Kunden schätzen den aktuellen Kia Optima besonders aufgrund seines sehr ansprechenden Designs und der umfangreichen Ausstattung. Besonders das immer noch konkurrenzlose Garantiepaket von Kia findet grenzenlosen Zuspruch und wird nicht selten als ein entscheidendes Kaufargument geführt.

Bedauerlich finden manche User, dass die Auswahl an Motoren nicht größer sei. Vor allem beim Diesel – entgegen der aktuellen Dieseldebatte – wünschen sich nicht wenige Interessenten einen zweiten, stärkeren Dieselmotor im Portfolio.

 

Kia Optima Seitenansicht
Erfreut sich großer Beliebtheit bei Kunden – Kia Optima

 

Ebenfalls durchgehend positive Resonanz ernten das Navigationssystem und das Harman/Kardon-Soundsystem des Optima.

Diese Zusammenfassung bezieht sich ausschließlich auf den Kia Optima der zweiten Generation – Stand Juni 2017 – und darf wie immer als nicht repräsentative Stimmungsanalyse in deutschsprachigen Netzwerken verstanden werden. Nur Mehrfachbenennungen werden aufgeführt. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.

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Fazit – Der Underdog mit der Lizenz zum Wildern

Großzügige Platzverhältnisse und eine angenehme Bestuhlung prädestinieren den Koreaner zu einer Reiselimousine schlechthin. Eine intuitive und logische Bedienung sowie eine Konnektivität auf dem Stand der Zeit sprechen auch für die Zielgruppen junge Familien sowie junge Alternativ- und Lifestyleaktivisten.

Leichte Abstriche aufgrund der nicht ganz präzisen Lenkung, der unzuverlässigen Öffnungsmechanik des Heckdeckels sowie eines mitunter divenhaften Fahrwerks können aber gern auch als Hochniveaugejammer abgewunken werden, bewahren allerdings dann doch den kleinen aber sichtlichen Unterschied zu europäischen Konkurrenten.

Der Preis und die Garantiepolitik katapultieren den Kia Optima dann aber doch wieder in die vorderen Reihen des Segments. Wir sprechen für den Kia Optima daher ganz klar unsere Empfehlung aus.

 

Kia Optima Schrägheck
Vorbehaltlos – den Kia Optima kann man guten Gewissens weiterempfehlen.

 

Mit nur einem Satz resümiert:

Der Kia Optima ist eine ausgewogene Mittelklasselimousine mit einem ansehnlichen, typisch europäischen Aussehen und einer üppigen Ausstattung, welche auch viele aktuelle, topmoderne Assistenzsysteme beinhaltet, mit denen sich der Südkoreaner vor seinen Konkurrenten nicht verstecken braucht.

 

 

Text/Bilder: NewCarz

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Technische Daten: Kia Optima 1.7 CRDi DCT Spirit

Farbe: Snow White Pearl

Länge x Breite x Höhe (m): 4,86 x 1,86 x 1,47

Radstand in mm: 2.805

Motor: Reihenvierzylinder Commonrail Turbodiesel

Leistung: 104 kW (141 PS) bei 4.000 rpm

Hubraum: 1.685 ccm

Max. Drehmoment: 340 Nm bei 1.750 bis 2.500 rpm

Getriebe: 7-Stufen-Direktschaltgetriebe DCT

Antrieb: Front

Durchschnittsverbrauch (NEFZ-Norm): 4,4 L/100 km

Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 6,2 L/100 km

CO2-Emissionen (Herstellerangabe): 120 g/km

Abgasnorm: Euro 6

Höchstgeschwindigkeit: 203 km/h

Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 11.1 Sekunden

Leergewicht: 1.515 kg

Laderaumvolumen: 552 Liter (1.686 Liter bei umgeklappten Rückenlehnen)

Kraftstofftank: 70 Liter

Neupreis des Testwagens: 39.860 Euro (Herstellerangabe; laut Konfigurator 42.060 Euro)

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