Ford Mustang GT Convertible – wildes Open Air Event

Die Kombination aus Cabriolet und kräftigem V8 Saugmotor war jederzeit und ist immer noch eine Delikatesse, welche mit dem Ford Mustang GT Convertible in besonders appetitanregender Art kredenzt wird.

Wir haben uns die offene Version des legendenträchtigen Ponycars genauer angeschaut. Was dabei herauskam, lesen Sie im nachfolgenden Fahrbericht.

 

Kleiner Exkurs zur Namensgebung und der Hintergründe

Der Name Mustang geht aus dem spanischen Wort mestengo hervor, was so viel wie „herrenloses Tier“ bedeutet. Die Ureinwohner Nordamerikas kannten schlichtweg keine Pferde denn es gab dort keine, bevor die Eroberer aus Europa mit ihren Schiffen kamen.

Die Pferde der Eroberer waren wertvolle Andalusier oder edle Araber, die bis heute zu den schönsten und ausdrucksstärksten Pferderassen gehören. Die Urväter der Mustangs waren Tiere, die dann aus den Umzäunungen ausbrachen, von Indianern „entwendet“ wurden oder die herzlos von den Schiffen geworfen wurden, wo sie diese in solchen Fällen nur als Gewicht und aber auch als Nahrung besetzen durften.

Bis heute ist es der Traum vieler, einen wilden Mustang aus der Steppe Nevadas zu fangen und zu zähmen. Da sie sich in den Reservaten stark verbreiten, werden jedes Jahr junge Tiere aus den Herden geholt und wild („roh“) verkauft. Da diese Tiere weder Menschen, Einzäunungen, noch Dinge wie Halfter und Strick kennen, hat man es im Prinzip mit einer Bombe auf vier unfassbar starken Beinen zu tun, die instinktgeleitet funktioniert.

Deshalb ist es für viele der neuen Mustang-Besitzer eine der größten Herausforderungen ihres Lebens, solch ein Tier zu zähmen. Der Mustang wird assoziiert mit Kampfgeist, er wehrt sich – aber einmal gezähmt, hat der stolze Amerikaner den Kampf mit der wilden Natur gewissermaßen gewonnen.

Bis heute weht dieser Hauch des „Wilden Westens“ in den Köpfen, wenn es um einen Mustang geht. Es ist eines der letzten Rückbleibsel der Vergangenheit. Was ist heute sonst noch so unendlich traditionell, wie das Ranchleben, das Dasein als Cowboy und die absolut maskuline Ausstrahlung auf seinem ex-Wildpferd, was man eigenhändig domestiziert hat?

Diese Maskulinität, dieses Festhalten an jahrhundertealten Traditionen und der Duft von Freiheit und Abenteuer, wie er wohl nur noch in den unendlichen Weiten Amerikas gelebt werden kann, ist auch das, wofür der Mustang als Fahrzeug steht.

Mit gerade einmal 48.500 Euro erhält man den Einstieg in die V8-Riege mit Stoffverdeck und diesem serienmäßigen Kultstatus, der dem Mustang seit Anbeginn innewohnt.

 

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Exterieur – Ponycar total

Als Cabriolet wirkt der Ford Mustang GT keine Spur weniger dynamisch, als sein Pendant, das Coupé, den wir bereits testen durften. Im Gegenteil. Vor allem bei offenem Verdeck verströmt der Amerikaner eine gehörige Portion Dynamik, seine wohlproportionierten Radhäuser – vor allem die hinteren – kommen noch mehr zur Geltung und lassen den Betrachter unweigerlich die Lippen schürzen.

Im geschlossenen Zustand wurde die coupehafte Linie sehr schön beibehalten, sodass der Mustang auch mit Stoffmütze eine erstklassige Figur abgibt. Lange Haube, kurzes, gedrungenes Heck – eine entfernte Designverwandtschaft zu einem Roadster werden erkennbar.

 

Ford Mustang GT Convertible Front
Von vorne kaum unterschiedlich – er könnte genausogut ein Fastback sein.

 

Die Front des Ford Mustang GT Convertible gleicht der des Coupés und strotzt genauso vor Willenskraft und Selbstbewusstsein. Die lange, scharf konturierte Haube ist typisch für Ponycars und vermittelt allen die Botschaft:

Ich will nicht nur spielen, ich will die Sporen!

Auch als Cabriolet besitzt das Ponycar die beeindruckende Lichtsignatur der vertikalen LED-Elemente in den Heckleuchten. Retro und Moderne in harmonischer Symbiose. Abrundend bewachen zwei Endrohre einen Heckdiffusor und nominieren sich visuell zu Bestandteilen eines klassischen Ponycars.

 

Ford Mustang GT Convertible Heck
Sehr dezent gehaltene Endrohre = Understatement. Aber bei einem Ponycar?

 

Diese Abgasrohrendungen üben nicht nur klanglich – dazu später mehr – sondern auch optisch Zurückhaltung. Kurz gesagt, sie könnten gerne etwas mehr Durchmesser vertragen – schließlich handelt es sich um einen ausgewachsenen Achtzylinder, welcher durch diese Rohre atmet.

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Interieur – Ausreißer Fehlanzeige

Auch zwei Jahre nach unserem ersten Test des Coupés bleibt auch im Cabriolet der Eindruck einer makellosen Verarbeitung bestehen. Auch wenn zwischenzeitlich die Ansprüche gestiegen sind und die Materialanmutung der verwendeten Materialien nicht mehr so zeitgemäß wirkt wie damals. Damals? Es sind gerade einmal zwei Jahre, doch dies beweist einmal mehr, wie schnelllebig unsere Zeit und auch das Automobilzeitalter geworden sind. Dennoch findet man alles schnell und recht sicher dort, wo man es vermutet.

 

Ford Mustang GT Convertible Armaturenbereich
Gefälliger Ami – auch nach einigen Jahren auf dem Markt kann er noch recht wacker überzeugen.

 

Die lederbezogenen Sitze des Ford Mustang GT Convertible erweisen sich als erstaunlich komfortabel. Kein Vergleich mit den Recaros, die uns im Coupé wie Montagezangen in Fahrtrichtung hielten. Viel Polstervolumen erinnern da fast an einen bequemen Sattel, der allerdings nicht bis in die letzte Instanz zu einem sportlich-wilden Pony passen will. Für lange Ausfahrten erweist sich dieses Gestühl allerdings als die durchaus bessere Wahl.

 

Ford Mustang GT Convertible Lenkrad
Bisschen dicker wäre wünschenswert – das Lederlenkrad im Mustang.

 

Auf der zweiten Sitzreihe weisen die Sitzflächen eine derart starke Konturierung auf, dass man beim Platznehmen darauf fast den Eindruck hat, festgesaugt zu werden. Man verschwindet mit dem Allerwertesten quasi in einer der beiden Sitzmulden.

Die Platzverhältnisse erweisen sich ähnlich denen im Coupé, können bei offenem Verdeck allerdings die grenzenlose Kopffreiheit als Trumpfkarte ausspielen.

Der Kofferraum fasst für ein Cabriolet großzügige 331 Liter und wird durch ein offenes Verdeck kein bisschen eingeschränkt – großartig!

 

Ford Mustang GT Convertible Fahrerbereich
Arbeitsplatz – im Mustang sitzt es sich erstaunlich bequem.

 

Die Rundumsicht ist bei offenem Verdeck ausgezeichnet, im geschlossenen Zustand vermeidet die Rückfahrkamera unfreiwillige Kontakte zu Hindernissen, was ansonsten aufgrund der Unübersichtlichkeit des geschlossenen GT nach hinten nur eine Frage der Zeit wäre. Die formschönen aber sehr kleinen Außenspiegel im Trapezdesign bieten wenig Spiegelfläche und damit eine etwas eingeschränkte Sicht auf den nachfolgenden Verkehr.

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Motorisierung und Fahreigenschaften – sonorer Bass, zackiger Hintern

Der 5.0-Liter-V8 besitzt eine typische Saugmotorencharakteristik und entfaltet seine Kraft von maximal 421 PS und 530 Newtonmeter über ein breites Drehzahlband mit einer gleichbleibenden Kontinuität. Ab 4.500 Touren legt er noch eine Schippe drauf und entfaltet vollends seine Leistung. Dazu klingt er kernig, brabbelnd und ohne dabei zu übertreiben. Ein schöner Achtender mit einem fast beruhigenden Bass und ohne Krawall-Allüren.

 

Ford Mustang GT Convertible Motorraum
Power ohne Gebrüll – Der V8 ist mehr Gentleman als Krawallbruder, doch das wirkt sehr ehrlich.

 

Das 6-Gang-Schaltgetriebe lässt sich überaus knackig schalten. Das macht Spaß und man flutscht die Gänge nur so durch. Doch wenn es richtig schnell gehen soll, wirkt es etwas kontraproduktiv, da die Gänge immer ein bisschen Nachdruck beim Einrasten verlangen, was dabei immer etwas an Zeit kostet. Der sechste Gang ist sehr lang übersetzt und eindeutig als Spargangstufe konzipiert.

 

Ford Mustang GT Convertible Gearbox
Knackige Schaltbox, die bei allzu schnellen Gangwechseln aber störrisch wirkt.

 

Spürbar werden bei schlechten Fahrbahnverhältnissen hingegen leichte, aber spürbare Verwindungen der Karosserie, was auf die Karosserieform zurückzuführen ist. Dass dies auch anders funktioniert und eine höhere Verwindungssteifigkeit möglich ist, zeigt unser aktueller Dauertester, der Chevy Camaro, bei dem diese Charaktereigenschaft fast völlig fehlt.

Das Fahrwerk gibt sich ansonsten federungstechnisch für solch ein Auto unerwartet kommod und dazu fahrtechnisch recht unkompliziert, neigt aber aufgrund des Heckantriebs gern zu Übersteuern – sofern man das Gaspedal gerne lupft. Vor allem bei Nässe zeigte sich der Ford Mustang GT Convertible dann gern von seiner – zugegeben provozierten – nervösen Seite. Dabei wackelt er bei fast allgegenwärtigem Schlupf mit dem Hintern wie ein echter Mustang aus Fleisch und Blut, der beim Auskeilen mit den Hinterbeinen um sich tritt.

 

Ford Mustang GT Convertible Fahrmodi
Für jede Situation gewappnet – dank vier Fahrmodi gibt es immer eine passende Optimierung.

 

Doch das früher der Starrachse geschuldete Trampeln und Versetzen der Hinterachse fehlt hier dank einer Einzelradaufhängung vollständig. Angenehm ist zudem, dass sich der Grenzbereich frühzeitig ankündigt – wenn auch nicht so zeitig wie bei seinem direkten Konkurrenten, dem Camaro – sodass man als Fahrer rechtzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten kann. Schließlich soll der Mustang keinen Pirouettentanz abhandeln, sondern Fahrspaß generieren. Und das kann er – vorausgesetzt der Fahrer ist und bleibt stets voll bei der Sache.

Ab ungefähr 150 km/h beobachteten wir ein starkes Flattern der aus Aluminium gefertigten Motorhaube, was sich mit Steigerung der Geschwindigkeit noch etwas verstärkte. Hier besteht Verbesserungspotenzial.

 

Ford Mustang GT Convertible Heck
Die markante GT-Plakette verrät das V8-Modell.

 

Auch bei der Lenkung wünscht man sich eine Spur mehr Rückmeldung, vor allem im Grenzbereich, wenn sich die Hinterräder nicht den Kurvenradien unterordnen möchten.

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Offen fahren:

Auch ohne Windschott bleibt es zumindest auf den vorderen Sitzen ziemlich lange zugfrei, was wir so nicht erwartet hätten. Passagiere auf der zweiten Reihe sollten allerdings Frischluft und Wind lieben, denn bereits bei Geschwindigkeiten ab 60 km/h frischt der Fahrtwind gehörig auf und zerstört aufwändige Frisuren binnen Sekunden. Spätestens ab 130 wird es dann für die Fondpassagiere richtig ungemütlich, es sei denn man trägt eine sturmfeste Kopfbedeckung und ist auch ansonsten eher hart im Nehmen.

 

Ford Mustang GT Convertible Seite geschlossen
Abracadabra Mustang…
Ford Mustang GT Convertible Seite öffnend
… open Sesame…
Ford Mustang GT Convertible Seite offen
…easy!

 

Bei Autobahnfahrten von 130 bis 160 km/h pendelt sich der Verbrauch bei ungefähr 12,5 Liter auf 100 Kilometer ein. Bleibt man deutlich darunter, schafft man auch die 10-Liter-Marke zu knacken, muss dabei aber sehr behutsam mit dem Gaspedal umgehen. Im Drittelmix genehmigte sich das Wildpferd gut 14 Liter, was der Leistung und der Größe des Motors entsprechend in Ordnung geht.

Zur Brembo-Sechskolben-Bremsanlage ein Hinweis: Wer hiermit den Anker wirft, sollte auch mit einem echten Ankerwurf rechnen. Die Zangen verzögern das Ponycar mit brachialer Vehemenz und agieren zudem mit einer stetigen Bissigkeit. Die Dosierung gelingt außerordentlich gut, selbst bei schlechten Fahrbahnverhältnissen. Auch bleibt diese Bremsanlage jederzeit kompromisslos und lässt in ihrer Wirkung auch nach mehrfacher starker Belastung nicht ansatzweise nach.

Die Fahrgeräusche profitieren von einer recht guten Dämmung. Auch das Verdeck konnte im geschlossenen Zustand positiv überraschen, indem es das Gro an Fahrtwind & Co akustisch aussperren konnte.

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Assistenz, Technik, Sicherheit

Ein spannendes Kapitel, wie unser Test zeigt. Fangen wir mit dem Lenkrad an. Die vielen Multifunktionstasten am Lenkrad wirken auf den ersten Blick etwas überladen, verraten aber recht schnell ihre Funktion und somit ihre Daseinsberechtigung. Die abrufbaren Informationen zum Fahrzeug über das Multiinfodisplay erweisen sich als wahre Flut. Vom Sättigungsverhältnis über die Zylinderkopftemperatur bis zur Ansaugluft-Temperatur kann alles Mögliche abgerufen und angezeigt werden.

 

 

Darüber hinaus steuert man darüber auch alles Assistenzsysteme oder aktiviert die Launchcontrol oder die Vorderradsperre für maximal 15 Sekunden Wheelspin.

Das Navigationssystem punktete bereits im Coupé mit schneller und klar verständlicher Routenführung. Vor allem der einfache und doppelte Gong zur Ankündigung von Aktionen hat uns gefallen.

Dagegen konnte der Tempomat nicht überzeugen. Denn dieser wird durch jede Kupplungsbetätigung sofort deaktiviert. Ein Hoch- oder Runterschalten bei aktivem Tempomat schaltet diesen also aus.

 

Ford Mustang GT Convertible Touchscreen
Neben Navi gibt es 3 weitere Hauptbereiche, jedes davon über ein Viertel des Screens ansteuerbar.

 

Zum Vereinfachen von Park- und Rangiervorgängen übernehmen hinten Parksensoren und eine Rückfahrkamera gute Unterstützungsarbeit. Die Kamera wurde recht hoch positioniert und entgeht dadurch besser der allgemeinen Verschmutzung als bei anderen Modellen.

Das Xenonlicht sichert mit durchschnittlichen Ergebnissen für eine sorgenfreie Nachtfahrt und leuchtet die Fahrbahn gleichmäßig und weit aus. Die prägnante Hell-Dunkelgrenze stört aber etwas. Bei eingeschränkter Sicht unterstützen Nebelscheinwerfer den Lichtteppich zusätzlich und wirksam mit ihrem Licht.

Diese übernehmen übrigens auch die Aufgabe des Tagfahrlichtes und dies – in obsoleter Halogenmanier – will so gar nicht zum Spirit und dem Anspruch eines Mustangs in der heutigen, technologisch anspruchsvollen Zeit passen.

 

Ford Mustang GT Convertible Scheinwerfer
Keine Scheinwerferreinigung – offensichtlich arbeiten hier 25-Watt-Brenner.

 

Einen autonomen Bremsassistenten sucht man genau wie einen Spurhalteassistenten im Ford Mustang GT Convertible – wie auch allen anderen Modellen des Mustangs – vergebens.

Ein wichtiger und in diesem Fall schmerzlicher Punkt ist das Abschneiden des Ford Mustang im Euro-NCAP Crashtest, wobei der nur zwei von fünf Sterne erreichte. Vor allem im Bereich Sicherheitsunterstützung – 16 Prozent – und Insassenschutz Kinder – 32 Prozent – bleibt das Ponycar weit hinter anderen Modellen zurück.

In einem Pre-Test des überarbeiteten Modells, das 2018 als Facelift auf den Markt kommt, erreichte der Mustang einen Stern mehr. Dies verdankt er vor allem dem Zuwachs an sicherheitsunterstützenden Assistenzsystemen, welche das Ergebnis von 16 auf 61 Prozent steigern konnten.

Offenbar haben die Entwickler ein schier uneingeschränktes Vertrauen in die in der Tat fulminante Bremsanlage des Mustangs, sodass zur Einführung des aktuellen Modells die vielen wichtigen Assistenzsysteme eher sekundärer Wichtigkeit zugeordnet wurden. Dies wird sich mit der Modellpflege glücklicherweise ändern.

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Ausstattung und Komfort – üppiges Ponycar

Neben den serienmäßigen Features wie einer Klimaautomatik, einem schlüssellosen Zugangs- und Startsystem, Alarmanlage, Rückfahrkamera, Ledersitzen, Xenonlicht und einigem mehr, besteht auch die Möglichkeit zu einem Upgrade namens Premium-Paket.

 

Ford Mustang GT Convertible Plakette
Die obligatorische Plakette im Innenraum darf natürlich auch im Cabrio nicht fehlen.

 

Zum Preis von 2.500 Euro erhält man obendrauf das Navigationssystem, ein Premium-Soundsystem mit 12 Lautsprechern, klimatisierte Vordersitze in Premium-Lederbezug und vieles mehr. Unser Testwagen besaß dieses Paket und es erwies sich in Summe als sinnvolle Investition.

Übrigens, die beheizbaren Außenspiegel besitzen eine elektrische Ein- und Ausklappfunktion. Ein Alleinstellungsmerkmal – weder ein Camaro noch ein Challenger können mit dieser Option aufwarten.

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Varianten und Preise des Ford Mustang GT Convertible

Aktuell kann man das Cabriolet in zwei verschiedenen Motorisierungen ordern. Als GT mit besagtem 5.0-Liter V8 für mindestens 48.500 Euro, oder als 2.3-Liter Vierzylinder Ecoboost Turbobenziner mit 317 PS ab 42.500 Euro.

Der Sechszylinder 3.7-V6 wird mit dem Facelift des Ponycar komplett gestrichen – er wurde einfach zu selten angefragt. Dieser war in Europa aber ohnehin nicht erhältlich. Auch wenn der V8 insgesamt 6.000 Euro Aufpreis gegenüber dem Vierzylinder bedeutet, bleibt er ein beliebter Antrieb, den ein potentieller Besitzer gern in Erwägung zieht.

Beide Varianten kann man entweder mit dem 6-Gang-Schaltgetriebe oder mit der 6-Stufen-Automatik – letztere für 2.500 Euro Aufpreis – kombinieren.

 

Ford Mustang GT Convertible Einstiegsbeleuchtung
Überall Wildpferde – am Einstieg galoppiert ein Mustang bei Dunkelheit über den Boden.

 

Spendiert man dem neuen Ford Mustang GT Convertible dann noch eine Sonderlackierung wie beispielsweise das California-Gelb-Metallic, macht ein Häkchen beim Premium-Paket und ordert die Hosenträger – die schwarzen Doppelstreifen über Motorhaube, Dachholm und Heck – sowie die Alarmanlage mit autarker Stromversorgung, besitzt man eine „volle Hütte“ und legt dafür 55.700 Euro auf den Tisch. Vergleichsweise ist dies immer noch ein echtes Schnäppchen.

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Garantieleistungen und Service

Ford bietet neben der zweijährigen Neuwagengarantie inklusive der Mobilitätsgarantie auch einen Ford Protect Garantie-Schutzbrief, der weitere fünf Jahre unerwartete Reparaturkosten deckt und die Mobilität absichert. Doch Achtung: Dieser Schutzbrief muss bereits beim Kauf des Neufahrzeuges abgeschlossen werden.

Zwei Laufzeiten – einmal 3-Jahre oder maximal 100.000 Kilometer und einmal 5-Jahre oder maximal 140.000 Kilometer – können gewählt werden und die dafür notwendigen Kosten variieren je nach Modell.

Doch auch ohne diesen Schutzbrief besitzt man bei regelmäßiger Inspektion beim Vertragspartner eine 12-monatige Ford Assistance Mobilitätsgarantie, beginnend mit dem jeweiligen abgeschlossenen Inspektionstermin.

Eine weitere Serviceleistung umfasst die Ford Motorcraft: Hiermit hat der Kunde eines mindestens fünf Jahre alten Gebrauchtwagen die Möglichkeit zum Erwerb verschiedener Service-Pakete für die Reduzierung von Reparatur- und Ersatzteilkosten. Diese sind je nach Modell verfügbar und variieren je nach Umfang im Preis.

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Fazit – Freiheit und Abenteuer

Der Ford Mustang GT Convertible ist eines der großen amerikanischen Träume, welchem Tradition und Leidenschaft innewohnen und mit dem man neben dem Erwerb einer Fahrmaschine auch eine Lebenseinstellung offenbart.

Offenfahren in einem Mustang, das ist immer noch ein Traum vieler, die ebendiese Sehnsucht nach Freiheit, Abenteuer und Charakter suchen. Auch wenn die lückenhafte Ausstattung mit sicherheitsrelevanten Assistenzsystemen den Begriff Abenteuer mitunter anders definieren lässt, schreckt dies echte Fans und Freunde der gepflegten V8-Kultur in keiner Weise ab.

Und wenn doch, dürfte die überarbeitete Version des 2018 erscheinenden Version des Mustangs mit den bislang fehlenden Assistenten an Bord dann vielleicht eine Option sein.

Es hat sich bereits eine Menge getan und der Mustang lässt sich einfacher manövrieren, er ist sehr gut verarbeitet und überzeugt obendrein mit einem europäisierten Fahrcharakter. Good Bye, Sofa- und Couchgefühl, bye bye widerspenstige Hinterachse – hier fährt Dynamik und Sportgeist als stetiger Beifahrer mit.

 

Ford Mustang GT Convertible schräg vorne links
Er fällt auf, bleibt seinen Genen treu und weiß zu begeistern: Der Ford Mustang GT Convertible.

 

Auch wenn er eher der Cruiser der Ponycar-Riege ist und nicht die satte Straßenlage eines Camaro bietet, besitzt das Wildpferd neben jeder Menge Alltagstauglichkeit weiterhin einen ureigenen Charakter. Mit dem bewahrt er sich neben aller Domestizierung immer einen Rest an ungezähmter Wildheit. Und genau das scheint einen Ford Mustang auszumachen.

Der Preis wurde zwar nach oben korrigiert, doch bleibt das Cabriolet mit Legendenbonus im Vergleich mit anderen Boliden in diesem Segment auch weiterhin ein Schnäppchen.

Text/Fotos: NewCarz

Kamera: Canon EOS 6D

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Konkurrenz:
Chevy Camaro Cabriolet, Dodge Challenger

 

 

Technische Daten: Ford Mustang GT Convertible

Farbe: Indic Blau Metallic

Länge x Breite x Höhe (m): 4,78 x 1,92 (2,07 mit Außenspiegel) x 1,39

Radstand in mm: 2.720

Motor: Achtzylinder V-Saugmotor

Leistung: 310 kW (421 PS) bei 6.500 rpm

Hubraum: 4.951 ccm

Max. Drehmoment: 530 Nm bei 4.250 rpm

Getriebe: 6-Gang Handschaltung

Antrieb: Heck

Verbrauch kombiniert (NEFZ-Norm): 13,6 L/100 km

Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 14,5 L/100 km

CO2-Emissionen (Herstellerangabe): 306 g/km

Abgasnorm: Euro 6

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h

Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 4,8 Sekunden

Leergewicht: 1.830 kg

Laderaumvolumen: 332 Liter

Kraftstofftank: 61 Liter

Neupreis des Testwagens: 49.600 Euro

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2 comments

„Ab nächstes Jahr wird der Vierzylinder mit dem Facelift des Ponycar komplett gestrichen – er wurde einfach zu selten angefragt.“
Diese Aussage stimmt nicht. Der Vierzylinder ist sogar der am meisten verkaufte Mustang. Gestrichen wird tatsächlich der Sechszylinder aufgrund zu geringer Nachfrage!

Hallo Herr Rabe, das ist vollkommen korrekt. Da schlich sich der Fehlerteufel ein und wütete unerkannt – bis zu Ihrem aufmerksamen Hinweis. Vielen Dank dafür!
Beste Grüße

Das NewCarz-Team

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