Honda Civic – extrovertierter Gehorsam

Vom ersten Honda Civic in Japan im Jahr 1972 bis zum heutigen Modell in mittlerweile zehnter Generation, konnte sich das Volumenmodell in fast 46 Jahren eine gehörige Portion Erfahrung für Honda erarbeiten und lies diese auch stetig in die Modellentwicklung einfließen.

Der Honda Civic darf als wichtigstes Modell des japanischen Herstellers angesehen werden. Er ist mittlerweile ein anerkannter Glücklichmacher, der auf der Designebene in unseren Breiten polarisiert und mit Sicherheit nicht zufällig eine doch recht große Fangemeinde hierzulande hat.

Besonders der Type R als das Sehnsuchtsobjekt etlicher sportiv ambitionierter Fahrer und Fahrerinnen stellt klar, was asiatisches Kulturgut im Dopingoutfit auch hierzulande für Erfolge verzeichnen kann.

Wir testeten den etwas zivilisierter wirkenden Honda Civic Sport Plus 1.5 VTEC mit 182 PS Benzinmotor des 2017 überarbeiteten Modells.

 

 

Exterieur – Aero-Civic-Dynamic

Nun, man muss schon sagen, der Honda Civic hat sich über die Jahre – und vor allem in der aktuellen Generation – deutlich gemausert und zeigt nun so einige Designspecials auf.

Dabei wird schnell erkennbar, dass die Honda-Designer am Brett wohl ein Faible für eine ästhetisch-sportive Linienführung haben. Dabei lassen sie scheinbar aber auch gerne mal etwas Übermut walten und überzeichnen ein wenig. Dennoch präsentiert sich der neue Civic konturierter, geschärfter und somit deutlich maskuliner.

 

Honda Civic MKX Front
Respekt, Respekt – die kraftvoll wirkende Fahrzeugfront des aktuellen Civic.

 

Die Fahrzeugfront lebt von der Dominanz der schwarzen Flächen und der starken Sicken und wirkt ungemein breit. Moment mal, der wirkt nicht nur so, er ist es auch. Lang außerdem – um genau zu sein, fast 13 Zentimeter länger als der Vorgänger und damit auch deutlich länger als ein aktueller Golf.

Wo üppig dimensionierte „Lufteinlässe“ gezaubert werden und wo sich in ausladendem Strich gezeichnete Spoilerlippen ihren Weg durch die Luftmassen bahnen dürfen, wird enorm viel gekleckert. Klotzen kann ein Type R oder der NSX natürlich besser, aber der Kleine wird artgerecht angepasst, um Geschwisterneid im Keim zu ersticken und auch dem Sport Plus bereits optisch eine deutliche Chance zu geben.

 

Honda Civic MKX Seitenansicht
Gestreckt und geduckt – die hinzugewonnene Größe des Civic fällt ins Auge.

 

Auch in der Seitenansicht überzeugt er mit stylishen Details, die einzig dem Zweck des Auffallens gewidmet zu sein scheinen. Dass um die Radkästen herum noch eine Sicke platziert wird, erhöht den Grad der Oberflächengestaltung hin zur Maskulinität. Die kleinen, aus den US-Modellen übernommenen Positionsleuchten an den Seiten erhöhen die Sicherheit bei Dunkelheit und sorgen überdies bei aktiviertem Standlicht für eine tolle Optik beim Parken.

Die Rundlichkeit vergangener Tage soll Geschichte sein. Der Honda Civic präsentiert sich gestreckt, geduckt und besonders in der Seitenansicht stark aerodynamisch. Dominante Sicken wühlen sich über die ganze Karosserie und verschmelzen dennoch nie direkt miteinander, sondern scheinen in einem leichten Konkurrenzkampf zu stehen, welche der Charakterlinien wohl nun den Blick am stärksten von der Front zum Heck leiten sollen.

Ebenso stylish erscheinen die Außenspiegel mit ihrer unteren Beplankung, wodurch ihre Silhouette optisch auf ein schlankes Minimum reduziert wird.

 

Honda Civic MKX schräg hinten
Here comes the Hotstepper – Der Antagonist zur gecleanten Karosserieform ist ein Civic.

 

Die gesamte Silhouette wirkt durch den starken Farbkontrast von Schwarz und Weiß optisch schlank und somit ungemein sportlich. Dazu tragen auch Details wie kleine „Ecken“ unten bei den Radkästen und die schwarzen Felgen bei. Yin und Yang, Schwarz und Weiß, hell und dunkel – diese Kontraste werden bei diesem Fahrzeug mustergültig gegeneinander ausgespielt, um eine sportive, maskuline Optik zu schaffen, die selbst im Stand viel Dynamik ausstrahlt.

Am Heck leistet auch der Spoiler und die abenteuerliche Hecklichtarchitektur einen Beitrag zum Kampf der Linien, deren ausladende Formen nicht den klassischen Regeln der Ästhetik folgen, aber dafür den Blick fesseln, ohne sofort als unästhetisch gewertet zu werden. Andererseits liegt dies auch immer im Auge des Betrachters.

 

Honda Civic MKX Heck
Sportdress – vor allem die Heckansicht macht auf „dicke Hose“; nicht unberechtigt.

 

Die beiden Endrohre tragen dick auf, was auch das erste Mal ist, wo im Übermaß geprotzt wird. Doch wenigstens ist dies eine „ehrliche“ Abgasanlage, ohne Attrappen oder Endungsandeutungen. Die Zeiten von vollkommen überdimensionierten Spoilern sind scheinbar vorbei, nun wird Potenz in der Maßeinheit „Endrohrdurchmesser“ berechnet. Und dennoch – am Honda Civic passt das, basta.

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Interieur – wahrliches Ying Yang

Liebe Honda-Designer, von diesem Carbonimitat hätten Sie eigentlich noch viel mehr in den Innenraum integrieren können, da dessen qualitative Optik und Haptik das Ambiente deutlich aufwertet und man neben einem Hauch erschnüffelten Prestigeduft auch einen ausgeprägten Sportcharakter generiert. Ansonsten wirken die eingesetzten Materialien von unterschiedlicher Güte.

 

Honda Civic MKX Carbonimitat
Bitte mehr davon – Auch wenn es Imitate sind, sie werten den Innenraum auf.

 

Wenn man sich im Innenraum des Honda Civic umsieht und ab und an freudig über Details stolpert, die man einem Kompakten nicht zugetraut hätte, erfreut dies Auge und Gemüt. Dazu gehören auch so kleine Highlights wie die kantig gestaltete Anzeige des Tankfüllstands als eine Art Balkendiagramm. Eine höherwertige Materialauswahl dazu – insbesondere bei der Kunststoffauswahl – hätte den Innenraum definitiv in eine ganz andere Liga gepusht.

 

Honda Civic MKX Armaturenbereich
Stimmige Anordnungen, große Unterschiede beim Materialeinsatz: Interieur des Civic.

 

Überrascht haben die eine Spur zu schmal ausgefallenen Sitzauflagen und das bei forcierter Fahrweise entstehende Verlangen nach mehr Seitenhalt. Hier fehlen eindeutig optionale Sportsitze, denn die könnte man im kompakten Japaner auch gut vertragen. Die Sitzposition zeigt sich tief, deutlich tiefer als beim Vorgänger – erstaunlich, was drei Zentimeter für eine Wirkung haben können. Das schafft fahrtechnisches Vertrauen und passt zu sportlichen Ambitionen. Doch dazu später.

 

Honda Civic MKX Sitzlehne vorn
Hübsche Details an den Sitzen mit zurückhaltenden Seitenwangen.

 

Das dunkle Ambiente passt sehr gut zu den vielen ebenso dunkel gehaltenen Akzenten beim Exterieur. Das Raumgefühl geht absolut in Ordnung und lässt auch auf der zweiten Bank genug Raum für Kopf und Beine, sofern man nicht zahlendes Mitglied im Klub der „Überzweimeter“ ist. Vermisst haben wir am Testwagen die dritte Öse für das Gurtschloss des mittleren Platzes, die auch nach intensiver Suche verschollen blieb.

 

Honda Civic MKX Rückbank
Nummer 3 fehlt – Nur zwei Gurtschlosse waren im Testfahrzeug zu finden.

 

Die Rundumsicht wird durch knapp bemessene Glasflächen etwas eingeschränkt. Die Sicht nach Hinten wirkt durch den Heckspoiler zweigeteilt, aber die Einschränkung hält sich hier in Grenzen. Auch die Platzierung des Heckscheibenwischers samt Antrieb genau hinter der mittleren Kopfstütze erweist sich als klug gewählt und behindert die Sicht nicht zusätzlich.

 

 

Beim Laderaum spielt der Honda Civic einen seiner Joker aus, denn mit 420 Liter – Varianten mit dem 1.0-Liter-Benzinmotor offerieren sogar 478 Liter – kann keiner der Wettbewerber in diesem Segment mithalten. Die quer einrollbare Gepäckabdeckung bietet zwar den Vorteil, eingerollt an Bord bleiben zu dürfen, ließ sich im Test aber nur widerspenstig ein- und ausrollen sowie arretieren.

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Motorisierung und Fahreigenschaften – Turbo mit Saugcharakter

Mit einer aufwendigen Animation begrüßt den Fahrer das dynamische Display beim Aktivieren der Zündung. Zudem gibt es eine Art Leuchtstreifen, der im Stand weiß leuchtet, bei Aufnahme der Fahrt bei dezentem Gasfuß grün bleibt und bei Nutzung des Gaspedals je nach Stärke zu weiß wechselt.

 

Honda Civic MKX Motorraum
Weckt Frage- und Ausrufezeichen gleichzeitig – der souveräne 1.5-Liter VTEC.

 

Der 1.5-Liter VTEC Benzinmotor mit Turboaufladung leistet sich weder Anfahrschwäche noch ein Turboloch. Im Gegenteil: Die Leistungscharakteristik des VTEC ähnelt viel mehr einem Saugmotor als einem aufgeladenen Aggregat. Er zieht sauber über das Drehzahlband und entfaltet seine Leistung fast linear, ohne turbotypischem Punch und besagtem Loch zuvor. Dazu geht ihm auch in höheren Drehzahlen nicht die Puste aus und freudig dreht er somit weiter bis zum roten Ende. Zuvor legt er bei zirka 4.500 Touren sogar noch einen Zacken zu.

Erklärend für diese Leistungscharakteristik: Das maximale Drehmoment von 240 Newtonmetern steht zwischen 1.900 und 5.000 Touren zur Verfügung – eine beachtliche Range. In 8,2 Sekunden sollen ab dem Start Tempo 100 erreicht sein. Wir schafften es in 8,8 Sekunden.

 

Honda Civic MKX Schalthebel
Top-Dolmetscher: Die Übersetzungen der Schaltbox passen wie die Faust aufs Auge.

 

Das 6-Gang-Schaltgetriebe harmoniert gut mit der Leistung des Vierzylinders und die einzelnen Gänge lassen sich auf eine Spur zu lang erscheinenden Schaltwegen satt und knackig einrasten.

Die optionale adaptive Dämpfersteuerung sorgte für eine eindrucksvolle Anpassung. So wurde beim Aktivieren des Dynamischen Dämpfermodus eine deutliche Straffung und Verhärtung des Fahrwerks spürbar und lies dadurch umso stärkere Sportambitionen aufkommen.

 

Honda Civic MKX adaptive Dämpfersteuerung
Neben „straffsportlich“ geht auch mit „grünem Daumen“ dank adaptiver Dämpfersteuerung.

 

Insgesamt zeigt sich der kleine Japaner fahrwerkstechnisch erstaunlich ausgewogen. Selbst bei Geschwindigkeiten deutlich jenseits der 200 km/h legt der Honda Civic eine Beharrlichkeit an den Tag, die uns verblüffte. Ein sauberer Geradeauslauf und eine neutrale Abstimmung sorgen für entspanntes Vorankommen. Bei Tempo 200 laut Tacho liegen ungefähr 4.500 Touren an und der Kleine macht noch keinen sonderlich angestrengten Eindruck.

 

Honda Civic MKX Abgasendrohre
Attrappenfrei – die Endrohre werden wirklich genutzt; ohne Krach und Krawall.

 

Durch eine präzise Lenkung lässt sich der Civic feingranular auf kurvigen Passagen dirigieren und glänzt auch hier durch eine reinweiße – neutrale – Weste. Nur der deutsche Konkurrent mit den drei Buchstaben schaffte ein noch exakteres Einlenkverhalten.

Die Werksangabe von 220 km/h übertrumpfte der Testkandidat auf der Uhr um gut zehn Stundenkilometer.

Auch in der Negativbeschleunigung konnte der Honda Civic überzeugen. Die Bremsanlage punktete durch gutes Dosierungsvermögen ebenso wie durch Standfestigkeit.

 

Honda Civic MKX Vorderrad
Nicht die Größte, aber großartig in ihrer Leistung: die Bremsanlage.

 

Beim Thema Verbrauch spielt der Honda Civic – wie die meisten anderen seiner Konkurrenten ebenso – nicht mit offenen Karten. Die angegebenen 5,8 Liter kombiniert auf 100 Kilometer scheinen keineswegs realistisch. Wir fuhren den Kompaktwagen mit ungefähr 8,5 Litern im Drittelmix, was aufgrund der angebotenen Leistung keineswegs viel ist.

Viel benötigt man allerdings an Finger- beziehungsweise Zehenspitzengefühl, wenn man Verbrauchsrekorde einfahren möchte, die sich dann bei etwa um die sechs Liter ansiedeln können – inklusive der Chance auf ein Bußgeld von 20 Euro wegen Verstoß gegen Paragraph 3 Absatz 2 der StVO. Im Geschwindigkeitsrausch steigert sich der Konsum dagegen auch gern in zweistellige Bereiche.

 

Honda Civic MKX Verbrauchsanzeige
Nicht sparsam, aber auch nicht übermäßig durstig – der Verbrauch des Civic.

 

Als vorherrschende Geräuschkulisse zeigte sich vorwiegend die Musikanlage, denn sowohl Wind- als auch Motorengeräusche gelangten dank einer ausreichenden Dämmung nur in moderaten Mengen an die Ohren der Insassen.

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Ausstattung, Sicherheit und Komfort

Ausstattungstechnisch bewegt sich der Honda Civic in puncto Assistenzsysteme absolut auf aktuellem Niveau. Das Kollisionswarnsystem inklusive Bremsassistenten erkennt neben Fußgänger auch Radfahrer – auch unbeleuchtete Zeitgenossen, wie wir eindrucksvoll feststellten – und verzögerte in entsprechendem Fall mit Vehemenz.

 

Honda Civic MKX Außenspiegel
Aufmerksam – der Totwinkelwarner gibt zeitig Signal bei Gefahr.

 

Mit einer Verkehrszeichenerkennung, die vom adaptiven Tempomaten auch zur automatischen Geschwindigkeitsanpassung verwendet wird, über einen sanft korrigierenden aktiven Spurhalteassistenten und einer im Test verlässlichen Ausparkhilfe, hat der Kompakte so ziemlich alles Weitere an Bord, um einen höchstmöglichen Sicherheitslevel zu erreichen.

 

Honda Civic MKX Rückfahrkamera
Überblick behalten – die Rückfahrkamera unterstützt den Fahrer dabei.

 

Übrigens zeigt die Verkehrszeichenerkennung sowohl die im System gespeicherte und per GPS ermittelte Höchstgeschwindigkeit, als auch die per Kamera ausgelesenen Verkehrszeichen an. Da kommt es mitunter zu Differenzen. Doch im Zweifel gilt grundsätzlich das aufgestellte Verkehrszeichen. Daher sollte in so einem Fall zur Verhinderung von Irritationen der gespeicherte – und abweichende – Wert ausgeblendet werden.

Beispielhaft zeigte sich das Licht der LED-Scheinwerfer, welche eine üppig „geluxte“ und homogen verteilte Ausleuchtung sicherstellten. Damit gelingen auch schnell gefahrene Autobahnetappen bei Nacht absolut problemlos. Unsere absolute Empfehlung.

 

Honda Civic MKX Scheinwerfer
LED-Technik hinter Spiegel-Labyrinth – die Hauptscheinwerfer konnten im Test überzeugen.

 

Auffällig zeigte sich der Fernlichtassistent, der bei Benutzung der Lichthupe deaktiviert wird und nicht mehr eingeschaltet werden konnte. Nur das manuelle Ausschalten des Fahrlichts – direkt auf „Aus“ – und zurückstellen auf „Automatik“ konnte den Fernlichtassistenten wieder aktivieren. Zudem ignorierte er gern vorausfahrende Fahrzeuge und maßregelte diese dann in Form von Fernlichtduschen.

Exotisch, aber durchaus hilfreich erwiesen sich die akustischen Hinweise zu diversen Funktionen. So wird beispielsweise per freundlicher Frauenstimme darauf hingewiesen, dass man sich auf dem Beifahrersitz anschnallen soll oder dass man zum Gang einlegen die Kupplung betätigen muss, wenn man am Ganghebel rüttelt, ohne die Kupplung zu treten.

Das Öffnen und Schließen der elektrischen Fenster geschieht auffällig langsam. Das könnte insbesondere bei Regenwetter als nervig lang erscheinen. Schnell agierende Sitzheizungen vorn sowie die Zweizonen-Klimatisierungsautomatik übernehmen durch alle Jahreszeiten hindurch ein schnelles und zuverlässiges Sicherstellen des Wohlfühlfaktors im Inneren des Honda Civic.

Die mittig platzierte Infozentrale Honda CONNECT mit dem 7-Zoll-Touchscreen zeigt alles in einem sehr farbenfrohen Design an, was ein wenig an Cartoons erinnern mag. Insbesondere die Kartendarstellung des Navigationssystems erscheint ein bisschen im Comic-Stil. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die wählbaren Symbole für den aktuellen Standort, zu denen auch ein miniaturisiertes Flugobjekt gehört, welches sich aus dem Animationsfilm „Cars“ verirrt zu haben scheint.

 

 

Vorbildlich und orientierungsfördernd zeigt die Navigationskarte auch bei nichtaktiver Routenführung stets den aktuellen Standort beziehungsweise die befahrene Strecke an. Die akustische Routenführung wird über den Centerspeaker realisiert und klingt ein bisschen nach einem alten Kofferradio, wodurch man die Lautstärke der Routenführung mitunter deutlich erhöhen muss.

 

Honda Civic MKX Navi
Ein bisschen Comic gefällig? Im Civic geht’s auch per „Flieger“.

 

Das kann die soundtechnische Untermalung mittels 11 Lautsprecher um einiges besser und beschallt mit 465 Watt Gesamtleistung den Innenraum mit einem warmen, zwar etwas zurückhaltenden, aber dafür sauberen Klang. Eine Spur mehr Dynamik wäre hier eventuell angebracht, doch unterm Strich ist dies vernachlässigbar.

 

Honda Civic MKX Hochtöner
Hält das optische Versprechen – Hochtöner sichern klare Klangverhältnisse.

 

Dank Apple Car Play, Android Auto, einem Internet-Browser, Internetradio und integrierter Aha-App sowie USB und HDMI-Schnittstellen erhält das Kapitel Konnektivität ein sattes Häkchen.

Auch glänzt die induktive Ladestation mit einer absolut beispielhaften Funktionalität: Smartphone reinfallen lassen und zack – es wird geladen. Vollkommen gleich, ob es gerade, schräg oder verkantet liegt – das Aufladen funktioniert immer. Bravo!

 

Honda Civic MKX induktive Ladestation
Testsieger – die Ladestation funktionierte problemlos und ist abschaltbar.

 

Im Euro NCAP-Crashtest absolvierte der Honda Civic gleich zwei geplante Verschrottungen im Jahr 2017. Einen zweiten Crashtest gab es, weil man dem Kompaktwagen eine Modifizierung der Seitenairbags zukommen ließ, welche die Verletzungsgefahr bei Kindern weiter verringern solle. Der Test bestätigte dies auch. Das 5-Sterne-Ergebnis zeigte einen um acht Prozentpunkte – auf nun 75 Prozent – verbesserten Insassenschutz bei Kindern.

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Varianten und Preise des Honda Civic

In dieser Übersicht geht es allein um die Fünftürer-Variante. Die Limousine wird hier nicht berücksichtigt.

Das Volumenmodell des japanischen Automobilherstellers mit Sitz in Tokio wird in Europa aktuell mit drei verschiedenen Motoren angeboten.

  • Der Einstiegsmotor 1.0 VTEC ist ein Dreizylinder Benziner mit Turboaufladung und 129 PS,
  • Der hier getestete 1.5 VTEC leistet als benzinbetriebener Turbovierzylinder 182 PS,
  • Das Sportmodell Type-R wird durch einen 2.0 VTEC und 320 PS ordentlich unter Feuer gesetzt.

Der überarbeitete 1.6 i-DTEC Diesel mit 120 PS wird ab März dieses Jahres das Sortiment ergänzen.

 

Honda Civic MKX Tacho
Den aktuellen Turbodruck kann man auf dem Kombiinstrument abrufen.

 

Die aktuellen Motorisierungen werden je nach Ausstattungslevel angeboten, von denen es momentan acht verschiedene gibt, plus dem Sportmodell Type-R.

  • S – das Einstiegsmodell mit dem kleinen Benzinmotor in Kombination mit der Handschaltung und noch recht spartanischer Ausstattung aber sehr günstigen 19.990 Euro wird gefolgt vom
  • Comfort – ebenfalls nur mit kleinstem Motor und manueller Schaltung, besserer Ausstattung ab 22.790 Euro,
  • Elegance – mit zusätzlicher Wahlmöglichkeit zwischen Handschaltung oder CVT-Automatik ab 25.490 Euro, wobei das Upgrade zur Automatik 1.300 Euro aufruft,
  • Executive – mit zusätzlichen Ausstattungsoptionen ab 28.390 Euro,
  • Executive Premium – serienmäßig on top mit Lederausstattung, Sitzheizung hinten und induktiver Ladestation ab 29.290 Euro,
  • Sport – das erste Modell mit dem 1.5 VTEC-Motor ab 27.990 Euro,
  • Sport Plus – mit erweiterter Ausstattung ab 30.890 Euro und last but not least
  • Prestige – als Topmodell mit einer opulenten Vollausstattung ab 31.890 Euro

 

Der Honda Civic Type-R wird wiederum in drei Varianten unterteilt:

  • Type-R S ab 36.490 Euro
  • Type-R ebenfalls ab 36.490 Euro, allerdings mit LED-Scheinwerfer serienmäßig
  • Type-R GT ab 39.490 Euro mit Klima, Navi und diversen Assistenten im Portfolio.

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Garantieleistungen und Service

Bei Honda gibt es auf jeden Neuwagen eine 3-jährige Herstellergarantie, die wahlweise auch bis zu einer maximalen Laufleistung von 100.000 Kilometer gilt.

Ebenso drei Jahre gilt die Lackgarantie gegen sichtbare Korrosionen auf Lackoberflächen, welche ohne Kilometerbegrenzung Anwendung findet.

 

Honda Civic MKX Einstiegsleiste
Gegen Vergesslichkeit – die Einstiege erinnern beleuchtet an das gefahrene Modell.

 

Gegen Korrosion auf Karosserie und tragenden Teilen steht zudem eine 12-Jahre-Garantie ohne Kilometerbegrenzung. Wichtige Komponenten am Fahrzeug werden zehn Jahre lang gegen Durchrostung und Funktionsausfall abgesichert – ebenfalls ohne Laufleistungsbegrenzung.

Sogar die Abgasanlage – ausschließlich Hitzeschutzbleche am Kat – finden eine 5-Jahre-Garantie bei Honda gegen Durchrostung.

Eine IMA-Garantie sichert die Material- und Herstellungsfehlerfreiheit des Integrated Motor Assist-Systems für fünf Jahre oder 100.000 Kilometer Laufleistung ab.

All diese Leistungen erhält man automatisch beim Kauf eines Neuwagens. Darüber hinaus gibt es eine Anschlussgarantie namens Honda Quality Drive, mit der man wahlweise 12- oder 24-monatige Garantieleistungen kostenpflichtig erwerben kann. Bis zu maximal 180.000 Kilometern werden fast alle mechanischen und elektrischen Teile am Fahrzeug dadurch abgesichert. Zu einzelnen Modellen muss man den Vertragshändler kontaktieren.

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Fazit – Mittendrin und voll dabei

Insgesamt erwies sich der Honda Civic im Test als positive Überraschung. Von wegen Eigenbrödler oder Underdog. Auch wenn er mit Sicherheit optisch zu polarisieren weiß, er ist ein ernstzunehmender und dazu stylisher Konkurrent in der Kompaktklasse, mit jeder Menge technischen Helferlein, einem hohen Sicherheitslevel, richtig guten Scheinwerfern und zudem einem humanen Preis.

 

Honda Civic MKX schräg vorne Fahrerseite
Angekommen – extrovertierte Optik, Platz ohne Ende und technologisch vorne.

 

Ein gutmütiges, ja nahezu narrensicheres Fahrwerk in Verbindung mit einem interessanten und kraftvollen Antrieb machen ihn zum alltagstauglichen Begleiter mit garantiertem Spaßfaktor.

Neben den beiden Benzinern folgt in Kürze zusätzlich ein überarbeiteter Diesel, der vor allem für Pendler und Vielfahrer interessant werden dürfte.

Extrovertierte Persönlichkeiten werden ihre helle Freude am Honda Civic haben. Wir sehen in dem kompakten Japaner eine willkommene Abwechslung und Auffrischung im mittlerweile fast unübersichtlichen Angebot in der Kompaktklasse.

 

Text/Bilder: NewCarz

 

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Technische Daten: Honda Civic Sport Plus 1.5 VTEC

Farbe: White Orchid Pearl

Länge x Breite x Höhe (m): 4,52 x 1,80 (2,08 mit Außenspiegeln) x 1,43

Radstand in mm: 2.697

Motor: Reihenvierzylinder mit Abgasturbolader und variabler Ventilsteuerung VTEC

Leistung: 134 kW (182 PS) bei 5.500 rpm

Hubraum: 1.498 ccm

Max. Drehmoment: 240 Nm bei 1.900 – 5.000 rpm

Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe

Antrieb: Front

Verbrauch kombiniert (NEFZ-Norm): 5,8 L/100 km

Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 8,6 L/100 km

CO2-Emissionen (Herstellerangabe): 133 g/km

Abgasnorm: Euro 6

Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h

Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 8,3 Sekunden

Leergewicht: 1.357 kg

Laderaumvolumen: 420 – 1.187 Liter

Kraftstofftank: 46 Liter

Neupreis des Testwagens: 31.410 Euro (laut Konfigurator)

 

 

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