VW T6.1 Multivan – Reise Reise, flüsterleise

VW T6.1

Gut 72 Jahre nach dem ersten Prototypen des VW Busses, steht uns nun ein VW T6.1 für einen ausgiebigen Test zur Verfügung.

Als T6.1 wird das nunmehr dritte Facelift der fünften Generation T5 bezeichnet. Wir sprechen hier quasi von einer seit 17 Jahren bestehenden Modellgeneration, was im Vergleich zur gewachsenen Schnelllebigkeit der Fahrzeuggenerationen als ungewöhnlich gelten darf.

Dass es neben Bulli, Multivan und Caravan auch Transporter als Version dieses Volkswagens gibt, ist allgemein bekannt. Die Konkurrenz ist mittlerweile auch alles andere als überschaubar. Von Mercedes bis Toyota, von Ford bis Citroen, kämpfen immer mehr Fahrzeughersteller um entsprechend geneigte Interessenten sowie potenzielle Fahrer in der Klasse der Nutzfahrzeuge.

Im Rahmen der im letzten Jahr durchgeführten dritten Modellpflege, fielen die Modifikationen signifikanter, weil umfangreicher aus. Wir fuhren den VW T6.1 Multivan als Bulli „Edition“ in der aktuell stärksten Motorisierung, mit dem 199 PS starken 2.0 TDI Dieselmotor und Allradantrieb. Im nachfolgenden Fahrbericht präsentieren wir eine detaillierte Übersicht aller Ergebnisse.





Exterieur – Mehr Avantgardismus, weniger Verspieltheit

Als VW T6.1 legt der Wolfsburger im Vergleich zu seinem Vorgänger sogleich einen progressiveren Look an den Tag, was hauptsächlich der umfangreich modernisierten Front zu verdanken ist. Mit einem gewachsenen Frontgrill, welcher den ebenso neu definierten Stoßfänger einbezieht, wirkt dieser Bulli auf Anhieb massiver und auch dynamischer, erinnert entfernt durchaus auch ein wenig an das hauseigene SUV-Flaggschiff.


VW T6.1 Front
Mehr Grill, neue Scheinwerfer – Das Facelift fiel diesmal deutlicher aus.



Neue Scheinwerfer mit einer modernen Lichtsignatur tun ihr Übriges für einen topktuellen Auftritt und das „4Motion“-Logo im Kühlergrill gibt sogleich Aufschluss über die sichere Gangart des Busses. Das satte Grau „Pure Grey“ ist eine nach unserem Empfinden sehr gut passende Farbgebung für den VW T6.1 und ähnelt nicht unerheblich der des kürzlich getesteten VW Passat Facelift.


VW T6.1 Seite
Erkannt? Die Seitenlinie sollte den Volkswagen recht schnell als solchen verraten können.



Die Seitenpartie bleibt in jeder Hinsicht ganz und gar „Bus“ und die am Schwellerrand verlaufende Designlinie mit den „Edition“-Schriftzügen verraten hier das Sondermodell. Die in den vorderen Kotflügeln befindlichen Einsätze bezeugen jetzt den Modellnamen – in unserem Falle „Bulli“. Etwaige Änderungen zum T6 fallen ansonsten hier eher dezent aus, was aber nicht ins Gewicht fällt, denn die klassische VW-Bus-Silhouette bleibt dementsprechend vollständig erhalten.


VW T6.1 Heck
Diese Lichtsignatur ist neu und ein typisches Merkmal für den VW T6.1.



Am Heck fallen die neuen Lichtsignaturen der Heckleuchten sofort ins Auge. Diese emittierende zerklüftete Struktur steht dem Facelift ungemein. Dass dieser Bus auf allen Vieren unterwegs ist, wird übrigens auch hier per Schildchen an der Heckklappe kommuniziert.


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Interieur – Riesig, funktional, phänomenal

Im Innenraum des T6.1 findet man vor allem das, was einen Bus in erster Linie auszeichnet: Ein scheinbar grenzenloses Platzangebot. Die bequemen Vordersitze erlauben vielfältige Einstellungen, besitzen ausreichende Reserven an Beinauflage sowie Seitenhalt und trotz der fehlenden Mittelkonsole lassen sich dank an beiden Vordersitzen vorhandener Armlehne auch bequeme Sitzhaltungen auf längeren Fahrten einnehmen.


VW Bulli Armaturen
Gut strukturiert – Digitale Bildschirme und Sensortasten erobern den VW Bus.



Die Materialauswahl zeigt sich mit einem Alcantara-Leder-Mix – kostet übrigens gut 1.800 Euro zusätzlich – sehr gut gelungen und die Verarbeitung offenbart sich nahezu überall makellos. Nahezu deshalb, weil es dann doch ganz vereinzelt Stellen gibt, die etwas mehr Verkleidung benötigt hätten, wie beispielsweise die untere Rückseite des Fahrersitzes, wenn dieser bei kleinen Fahrern weit nach vorn positioniert wurde. In dem Fall zeigen sich hier ganz ungeniert diverse Kabelführungen den hinteren Passagieren. Sorry Volkswagen, aber bei über 80 Riesen für diesen Bus, ist das ein nicht einfach hinnehmbares Detail.


Kabelführungen VW Bus
Gespart – Die Verkleidung der Kabelführungen unter dem Sitz erweisen sich als nicht ausreichend.



Der aufgeräumt wirkende Armaturenbereich spiegelt die Ankunft des digitalen Zeitalters wider, in dem dieser Volkswagen sichtbar angekommen ist. Dies offenbart sich durch ein digitales Cockpit und das neue Infotainment-System. Letzteres nun ohne Drehregler, dafür mit berührungsempfindlichen Sensortasten ausgestattet. Überall gibt es Ablagen, Getränkehalter und diverse Verstaumöglichkeiten – Das nennt man einen perfekt optimierten Nutzfaktor.


Ablage VW Bus
Ablagen und USB-C-Anschlüsse finden sich an diversen Stellen im VW T6.1.




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Der Laderaum – Variabilität und Multifunktionalität par excellence

Ab der zweiten Reihe geht es im VW T6.1 mit überragender Variabilität weiter. Zwei mechanisch betätigte Schiebetüren mit elektrischer Zuziehhilfe, die ein bisschen an die Softclose-Automatik des Touareg erinnerten, eröffnen den Zustieg, der mit edel anmutenden „Edition“-Schriftzügen beleuchteten Trittstufen überwunden wird. Privacy-Verglasung und zusätzliche Sonnenschutzrollos sorgen für ein hohes Maß an Privatsphäre.




Zwei Einzelsitze in der zweiten Reihe und eine Sitzbank, welche drei Personen als dritte Sitzreihe Platz bietet, lassen sich aufgrund einer durchgängigen Schienenkonstruktion stufenlos und extrem einfach variieren. Dazu können sich die beiden Einzelsitze um 360 Grad drehen und erlauben dadurch einen Face-to-Face Konversationstreffpunkt in diesem Bus. Im Volkswagen-Portfolio gibt es übrigens auch einen passenden Tisch, den man hier ebenso einfach über das Schienensystem integrieren könnte.




Auch der Laderaum profitiert von dieser beispiellosen Variabilität, denn durch diese stufenlose Verstellmöglichkeit aller Einheiten, wird kein einziger Zentimeter an falscher Stelle verschwendet. Der Testwagen besaß auch die zweite Schiebetür auf der linken Seite, was nicht nur die Zustiege erleichtert, sondern auch hilft, die gewünschte Konfiguration nach den bestehenden Erfordernissen herzustellen.




Denn, je mehr Zugang man zu den Innereien des Busses zur Verfügung hat, umso einfacher gehen Konfigurationen von der Hand. Gut gegessen haben sollte man in jedem Fall, wenn die Sitze gänzlich aus dem Fahrzeug verbannt werden sollen. Was bei den Einzelsitzen mit viel Mühe noch für eine kräftige Einzelperson möglich ist, lässt die extrem schwere Sitzbank der dritten Reihe nicht ansatzweise zu. Hier geht es bei einem Gewicht von rund 90 Kilogramm nur mit zwei Personen weiter.


VW T6.1 Innenraum
In der Testwagenkonfiguration passten insgesamt sieben Personen in den Bus.



Sicher gibt es hier beim Wettbewerb deutlich leichter ein- und ausbaubare Sitzgelegenheiten, doch besitzen diese dann nicht das hohe Maß an Varibilität und Sicherheit, wie in einem VW Bus. Denn in jedem Sitz im Passagierberiech des VW Busses wurde das entsprechende Rückhaltesystem in Form des kompletten Sicherheitsgurt-Systems integriert.

Dadurch gibt es zu keinem Zeitpunkt zu kleine oder zu große Abstände, falsche Anschnallwinkel oder ähnliches. Dieses überaus wichtige Sicherheitplus wird durch das unvermeidbar zusätzliche Gewicht erkauft.




Übrigens: Es ist auch möglich, die beiden Einzelsitze durch eine zweite Sitzbank mit drei Plätzen zu ersetzen. In dem Fall wird der VW T6.1 zum Bus mit acht Sitzgelegenheiten, wenn der Fahrersitz mitgerechnet wird.

Wenn man bei einem Bus über Laderaum spricht, sollte jedem klar sein, dass es hier um vollkommen andere Dimensionen geht, als es jeder Kombi, jedes SUV oder jeder Van bieten könnte. Bei insgesamt 4.300 Litern, welche man dachhoch nutzen kann, bleibt sicher nichts zurück, was auf große Reise gehen soll.


Schiebetüren offen T6.1
Zwei Schiebetüren sind optional erhältlich, aber sehr empfehlenswert.



Falls das tatsächlich immer noch zu wenig sein sollte, steht noch eine Langversion des VW T6.1 bereit, dessen Laderaum dank der Erhöhung des Radstands von 3.000 auf 3.400 Millimeter sage und schreibe bis zu 5.000 Liter schluckt. Böse Zungen sprechen hier bereits von einer mobilen Garage für den VW up!.


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Motor & Fahreigenschaften – Mobilmachung auf Leichtölbasis

In unserem Testwagen werkelte als Motor der stärkste verfügbare Diesel für dieses Modell. Der 2.0-Liter TDI  mit zwei Turboladern leistet 199 PS und 450 Newtonmeter maximales Drehmoment. Letzteres liegt bereits ab 1.400 Umdrehungen pro Minute an. Entsprechend zeitig erfolgt der überaus adäquate Vortrieb, der dank 7-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe DSG und dem Allradantrieb 4Motion nahezu jederzeit schlupffrei übertragen wird.


VW Bus Motorraum TDI
Zugfest – Die knapp 200 Pferde lassen den Bus auch entsprechend galoppieren.



Die Kraftentfaltung zeigt sich kraftvoll, aber auch immer irgendwie flauschig, womit Erinnerungen an den durchtrainierten VW Amarok wach wurden. Hier liegen durchaus auszumachende Parallelen. Das heißt, auch einen T6.1 erlebt man als Fahrer eher wie einen PKW als ein Nutzfahrzeug a la Bus oder Transporter. Dieses Auto wirkt trotz seiner Länge von fast fünf Metern richtig handlich.

Die neue elektromechanische Servolenkung erweist sich feinfühlig und lässt eine exakte Steuerung zu, bei der auch jede Menge Feedback von der jeweilig befahrenen Strecke ankommt – toll!


DSG Schaltknauf
Unerwartete Sänfte – Das DSG legte komfortable Schaltvorgänge an den Tag.



Erfreulich ist ebenso, dass das DSG so gut wie keine ruckartigen Charakterzüge zu besitzen scheint und im Test angenehm sanft alle Schaltvorgänge durchführte.

Seine gut zwei Tonnen hat man dabei gut austariert im Griff und so werden selbst die maximal erreichbaren 201 km/h – der Tacho zeigte im Test 206 km/h – nicht zum abenteuerlichen Unterfangen. Stattdessen bleibt der Bulli unaufgeregt in der vorgegebenen Richtung in seiner Spur. Wer dem Bi-Turbo des TDI das volle Programm abverlangt, ist aus dem Stand gestartet, nach exakt 10,1 Sekunden auf Tempo 100. Für so einen Koloss ist das anerkennenswert.


Fahrprogramme VW
Sport gibt’s auf Knopfdruck, doch Comfort passt viel besser zum Charakter des VW T6.1.



Dank der vier Fahrprogramme des DCC hat man die Qual der Wahl. Hier stellten wir fest, dass der „Sport“-Modus relativ schwierig mit dem Konzept eines Busses zu vereinen scheint. Das Auto möchte sportlich wirken, mit gehärteten Dämpfern, geschärftem Kennfeld und weit ausdrehenden Gängen gibt sich das Wolfsburger Raumwunder zwar gestrafft, dann allerdings auch recht poltrig und stuckernd über Querfugen und kurze Unebenheiten fegend, was vor allem im unbeladenen Zustand markant zur Geltung kommt.


Fahrprogramm Wahlknopf
Der Auswahlknopf für die Fahrmodi liegt links neben der Klimabedienung.



Ganz anders verhält sich der Bus im „Comfort“-Modus. Dieser scheint für dieses Gefährt wie gemacht und die aufkommende Ruhe und komfortable Gangart lässt die Insassen gern auf Langzeit-Touren gehen. Aus diesem Grund ist das DCC dann doch eine Empfehlung wert. Was im Zusammenhang mit dieser komfortorientierten Gangart ebenso zur Geltung kommt, ist die im T6.1 offensichtlich und ohrenscheinlich akribisch verbaute Dämmung. Weder Fahr- noch Antriebsgeräusche spielen bei diesem Volkswagen eine nennenswerte Rolle.

Nicht unerwähnt bleiben sollte der Aspekt, dass der Bus selbst voll besetzt und voller Gepäck seine Gutmütigkeit nicht einbüßt und sein neutrales Fahrverhalten auch bei maximierter Zuladung weitestgehend beibehalten kann.


Tankdeckel VW-Bus
Direkt am Anschluss der Fahrertür liegen hinter einer Klappe die beiden Tankstutzen.



Am Ende dieses Kapitels bleibt der Blick auf den Verbrauch. In Anbetracht des Gewichts und der doch ansehnlichen Motorisierung, waren wir mit einem Drittelmix von 9,8 Litern auf 100 gefahrenen Kilometern fast zufriedengestellt. Auf der Verbrauchsrunde reduzierte sich der Konsum auf 7,8 Liter und als Gegensatz dazu, verlangte der TDI bei Volllast etwas über zwölf Liter.


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Ausstattung, Technik und Sicherheit im VW T6.1

Die globale Digitalisierung im Fahrzeugbereich hat auch vor den VW Bussen nicht halt gemacht. So wartet unser getesteter Bulli mit einem digitalen Cockpit für knapp 500 Euro Aufpreis und dem Navigationssystem Discover Pro für knapp 2.000 Euro zusätzlich auf, welches dank „Streaming & Internet“ mit inkludierter SIM-Card ständig online bleibt und die We-Connect-Dienste nutzen lässt. Allein die rein sensorische Bedienung ist nicht so komfortabel, wie man es von haptisch deutlich einfacher handhabbaren Drehreglern kennt.




Die Dreizonen-Climatronic hat auch den riesigen Innenraum des VW Multivan sehr gut im Griff. Die dritte Zone wird separat über ein Bedienmodul im Dach über der zweiten Sitzreihe angesteuert – Aufpreis hierfür knapp 1.300 Euro. Sechs kräftige LED-Innenbeleuchtungen sorgen bei Bedarf für eine helle Ausleuchtung, ohne diffuse oder dunkle Ecken.


Klimaautomatik VW
Das Bedienteil der Klimaautomatik ist selbsterklärend und VW-konform einfach gegliedert…



Nicht verfügbar im VW T6.1 ist ein Head-up Display oder ein schlüsselloses Zugangssystem. Dafür punkteten die Voll-LED-Scheinwerfer mit einem sehr hellen und fleckenfreien Lichtkegel. Der des Abblendlichtes hätte nach unserer Einschätzung etwas höher und somit weiter reichen dürfen, doch die Reichweite des Fernlichts machte dies sofort wieder wett.


Klimateil Dach VW Bus
…wie auch das Bedienteil der dritten Klimazone im Dach auf der zweiten Sitzreihe.



Als Besonderheit bestehen Abblend- und Fernlicht hier aus zwei getrennten Systemen, wodurch das Fernlicht exakt da ansetzt, wo das Abblendlicht endet. Die beiden dadurch entstehenden Lichtkegel sind daher sehr speziell, bringen aber als Ergebnis das, was man sich wünscht: maximale Ausleuchtung der Fahrbahn.


LED-Scheinwerfer in Betrieb
Kompromisslos – Die LED-Hauptscheinwerfer sorgten für eine sichere Ausleuchtung der Fahrbahn.



Der Fernlichtassistent reagierte vereinzelt etwas zu hektisch und erkannte ältere Halogenscheinwerfer mitunter nicht als solche und blendete kurz auf, um danach sofort wieder abzublenden. Diese ungewollte Lichthupe schien dann Entgegenkommende als freundlichen Gruß zu empfinden und erwiderten diesen in derselben Art.


Scheinwerfer LED
Zwei getrennt arbeitende LED-Einheiten jeweils für das Abblend- und Fernlicht.



Die Außenspiegel lassen sich entweder per Drehknopf der Spiegeleinstellung in der Fahrertür oder über die Fernbedienung anklappen. Letzteres funktionierte durch längeren Druck auf den Verriegelungsknopf. Allerdings wollte der Außenspiegel der Fahrerseite nicht immer in die angeklagte Position fahren – es hakte hier etwas.

Apropos Drehknopf: Befindet sich das Assistenzsystem „Trailer-Assist“ an Bord des Busses, wird die Rangierfunktion über diesen Drehregler der Spiegelverstellung durchgeführt.




Der adaptive Tempomat entspricht vollständig seinem Leumund aus dem Hause Volkswagen und erwies sich in sanfter Manier die Abstände wahrend, als hilfreicher Assistent, den man gerne nutzte. Erfreulich und überaus hilfreich war auch die elektrisch betätigte und schnell öffnende sowie schließende Heckklappe. Aufgrund ihrer Größe fanden wir dies als eine willkommene Annehmlichkeit.


Totwinkelassistent
Reality-Show – Die extrem hellen – in der Intensität auch einstellbaren – Totwinkelwarner.



Dank der großzügigen und fast senkrecht stehenden Verglasung ringsum, besitzt der VW T6.1 eine sehr gute Rundumsicht, was sich bei jedem Parkvorgang positiv bemerkbar machte. Zusätzlich helfen Rückfahrkamera und Parksensoren, um den Bus zentimetergenau zu manövrieren. Eine entsprechende Parklücke muss selbstredend aber erst einmal gefunden werden, was sich insbesondere in stark frequentierten Ballungsräumen als Geduldsaufgabe darstellt.


Rückfahrkamera
Rangieren ist dank zusätzlicher Rückfahrkamera kein Thema im VW T6.1.



Zuguterletzt wollen wir keineswegs vergessen zu erwähnen, dass dieser Bus auch ein ausgemachtes Zugpferd ist. So kann er bis zu zweieinhalb Tonnen gebremste Hängermasse an den Haken nehmen und mittels Trailer-Assist verliert auch jedwede Rangiertätigkeit ihren Schrecken. Bei 100 Kilogramm maximaler Stützlast können das richtige Brocken sein.


LED-Innenbeleuchtung
Diverse LED-Leuchten erhellen den Innenraum des VW-Busses großzügig.



Auch die maximal mögliche Dachlast von 150 Kilogramm ermöglicht eine nicht unerhebliche Erweiterung der ohnehin riesigen Variabilität dieses Busses.


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Varianten und Preise für den VW T6.1

Achtung, jetzt wird es etwas kompliziert. Die Modellvielfalt beim VW T6.1 ist riesig und aus diesem Grund widmen wir uns der Einfachheit halber hier ausschließlich dem Multivan in der Variante mit dem konventionellen Radstand. Als solcher steht der VW Bus in fünf verschiedenen Versionen zur Verfügung:

  • Als Multivan 6.1 wird er zusätzlich in vier Versionen unterteilt: „Family“ als Einstiegsmodell ab 36.890 Euro, „Trendline“, „Comfortline“ und „Highline“
  • Als Multivan 6.1 „Edition“ beginnt der Spaß bei 53.389 Euro
  • Der Multivan 6.1 „Cruise“ ist ab 61.130 Euro zu haben
  • Der Multivan 6.1 „Generation Six“ rollt ab 55.281 Euro an den Start
  • Das Flaggschiff Multivan 6.1 „Exclusive“ startet ab 69.799 Euro.



VW T6.1 Multivan schräg hinten rechts
Als „Edition“ werden mindestens gut 53.000 Euro für einen entsprechend ausgestatteten T6.1 fällig.



Motorentechnisch wird der VW T6.1 aktuell mit einem 2.0-Liter TDI in drei Leistungsstufen angeboten: 110 PS, 150 PS und 199 PS. Der Allradantrieb „4Motion“ ist ab der 150-PS-Version erhältlich und kostet rund 4.300 Euro Aufpreis. In Kombination mit dem stärksten Diesel beträgt der Aufpreis für das „All Wheel Drive“ 3.731 Euro.  Die Aufpreisliste ist bei Volkswagen auch im Sektor Nutzfahrzeuge lang und nach oben ist viel Raum, mindestens so viel, wie im Bus selbst, wie der Preis unseres Testwagens zeigt.


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Fazit – Multivan, Multitalent, Multimobil

Auch der VW T6.1 reiht sich nahtlos in die Riege der legendären Bullis ein und ist bereits heute mit einem Kultfaktor ausgestattet, den er nicht allein aufgrund der legendären Modellhistorie besitzt. Als teurer Familienbegleiter, der problemlos bis zu acht Personen bis ans Ende der Welt bringt, konnte er im Test zeigen, dass er fahrtechnisch eher im PKW- denn im Nutzfahrzeugsegment spielt. Mit rund 80.000 Euro lässt er sich das aber auch fürstlich bezahlen.


VW T6.1 Bulli
Der Preis ist hoch, doch Busse sind kaum echte Schnäppchen, wobei der VW viel bieten kann.



Dennoch ist die stärkste Dieselversion immer die Topempfehlung, wenn der Bus häufig auf Langstrecke geht. Seine Leistungsreserven bei noch moderaten Verbräuchen sorgen vor allem hierbei für entspanntes Vorankommen über Stunden.


VW T6.1 schräg hinten links
Raumwunder, Reisegefährte und Lademeister – Es gibt kaum Dinge, die der T6.1 nicht abdeckt.



Im T6.1 hat nun auch die Digitalisierung vollends Einzug gehalten und so verwundert es wenig, dass wir die meisten Features bereits aus den PKW-Modellen von Volkswagen kennen. Während Großfamilien mit überdurchschnittlichem Einkommen gleichermaßen auf den allradgetriebenen Luxus-Bus schielen dürfen, kommen auch komfortbegeisterte Leute mit extrem hohem Platzbedarf sowie Bus-Fans und Freunde gepflegter Langzeitreisen auf Ihre Kosten.




Text / Fotos: NewCarz
Kamera: Canon EOS 6D

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Konkurrenz: 
Peugeot Traveller, Toyota ProAce Verso, Mercedes-Benz V-Klasse, Citroen SpaceTourer, Opel Zafira Life, Ford Tourneo Custom, Hyundai H1 Travel, Nissan NV300

Technische Daten: VW T6.1 Multivan „Edition“ 2.0 TDI 4Motion 148 kW

  • Farbe: Pure Grey (Uni) /Dach schwarz
  • Länge x Breite x Höhe (m): 4,90 x 1,90 (2,30 mit Außenspiegel) x 1,97
  • Radstand (mm): 3.000
  • Bodenfreiheit maximal (mm): 193
  • Antrieb: Reihenvierzylinder Turbodiesel mit SCR-Kat und DPF
  • Leistung: 148 kW (199 PS) bei 3.800 rpm
  • Max. Drehmoment: 450 Nm bei 1.400 rpm
  • Hubraum: 1.968 ccm
  • Getriebe: 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
  • Antrieb: Allrad 4Motion
  • Durchschnittsverbrauch (WLTP): 8,1 L/100 km
  • Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 9,8 L/100 km
  • CO2-Emissionen (Herstellerangabe): 214 g/km
  • Abgasnorm: Euro 6d-TEMP-EVAP-ISC
  • Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 10,1 Sekunden
  • Wendekreis (m): 11,9
  • Leergewicht (kg): 2.093
  • Zuladung (kg): 987
  • Kofferraumvolumen (l): 4.300
  • Kraftstofftank (l): 70
  • AdBlue-Tank (li): 13
  • Anhängelast ungebremst/gebremst 12% in kg: 750/2.500
  • Stützlast (kg): 100
  • Dachlast (kg): 150
  • Kraftstoffart: Diesel
  • Neupreis des Testwagens: 80.474,94 Euro (Basispreis als Multivan ab 36.890 Euro)

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