Erstkontakt: VW Tiguan Facelift – Jetzt auch als eHybrid und R

Technologisch und im Design geupdated und jetzt mit Plug-in-Hybridtechnologie oder als rassig-soundstarker R – das VW Tiguan Facelift offeriert eine breite Range.

Wir testen den Klassiker, den VW Tiguan mit 2.0-Liter-TDI und den VW Tiguan R, welche mit stoisch-sicherem Handling, einer sehr hohen Komfortnote und sehr zugkräftigen Aggregaten zu überzeugen wissen.

Die Plug-in-Hybridtechnologie des neuen Tiguan eHybrid mit 13-kWh-Batterie ist bereits aus dem VW Golf GTE bekannt und verspricht werksseitig eine elektrische Reichweite von rund 65 Kilometern.




Die Preise für das VW Tiguan Facelift

Der modernisierte Tiguan startet in der Basis als 1.5 Liter TSI mit manuellem 6-Gang-Getriebe und 130 PS ab 28.205 Euro, das 150-PS-Pendant mit DSG startet ab 31.948 Euro. Zwei Diesel sind zu sofort konfigurierbar: Der 2.0 TDI SCR mit manuellem 6-Gang-Getriebe und 122 PS startet ab 30.467 Euro, während der getestete 150-PS-Selbstzünder mit DSG mit mindestens 34.885 Euro zu Buche schlägt. Der Twindosing-TDI wurde überarbeitet und verfügt nun über einen doppelten SCR-Katalysator mit zweifacher AdBlue-Einspritzung.

Der Tiguan eHybrid mit 245 PS und der Performance-Tiguan als R mit 320 PS und exklusiver Ausstattung werden demnächst konfigurierbar sein.


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Designupdate – Filigraner, aber immer noch ein „T“

Der VW Tiguan besetzt als Europas meistverkauftes SUV mit exakt 910.926 abgesetzten Fahrzeugen die Pole Position in einem Boomsegment, dessen Aufwärtsspirale nicht zu enden scheinen will. Der Tiguan erfährt als Klassenprimus der SUV – mit sechs Millionen verkauften Exemplaren seit Marktstart – nur feine Designanpassungen, ohne die Seitenlinie und die Maße zu verändern.


VW Tiguan Facelift R-Line
Der überarbeitete Tiguan zeigt vorsichtige, aber dennoch sichtbare Modifikationen.



Das amtierende Modell wusste schon mit einem sehr ansprechenden Look zu gefallen. Die Frontpartie wird durch die neu konzipierten und skizzierten LED-Scheinwerfer – optional als IQ.Light – in Szene gesetzt. Diese greifen den filigranen Strich des Golfs auf, schlagen aber gleichzeitig die Brücke zu den T-Modellen, deren markant-maskuline Grill-Landschaft besonders mit den chromglänzenden Applikationen der R-Line das Auge fesselt.


VW Tiguan Facelift Heck
Klick-Klack – Die neue LED-Technik hat nun auch die Rückleuchten des Tiguan erreicht.



Neu sind ebenso dynamische, wischende Blinker, welche die Sichtbarkeit erhöhen. Die Rückleuchten verfügen nun über das bewährte und optisch sehr ansprechende Klick-Klack-Bremslicht, welches wiederum die Sicherheit steigert. Da großzügige, seitliche Lufteinlässe und dezente Frontspoilerlippchen die Sprache der Dynamik fließend beherrschen und dem Tiguan ausgezeichnet stehen, wird die optische Trennlinie von Sport- und Alltags-SUV aufgebrochen.


Misano Felgen
Ab der „R-Line“-Ausstattung erhältlich: Die 20-Zoll-Räder „Misano“ in Bi-Color.



Ebenso dynamisch wirken die neu designten Leichtmetallräder unserer Testkandidaten. Der TDI im Nightshade Blue Metallic-Lack verfügt über das optional ab R-Line erhältliche 20-Zoll-Modell „Misano“ mitsamt schwarzer Partien – der scheinbar neuste Trend im Felgendesign.

By the Way: Zu unserem Testkandidaten mit Keyless Entry gehört der noch klassische Schlüssel, der seit Jahren im Einsatz ist. Der neue, stylishe Schlüssel des Golf 8 würde aber auch gut zum dunkelblauen Dress harmonieren.


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Designfeatures des ersten VW Tiguan R 2020

Der VW Tiguan R verfügt über etliche Exterieurdesignfeatures wie spezifische Stoßfänger, Radhausverbreiterungen und einen dem R vorbehaltenen Heckdiffusor. Diesem wird von der formvollendet designten, vierflutigen Titanabgasanlage aus dem Hause Akrapovič die Show gestohlen, denn alle Blicke haften an dieser, wie hypnotisiert.


Akrapovic Endrohre am Tiguan R
Gehört am Tiguan R zum guten Ton: Die Akrapovic Klappenabgasanlage sorgt für den Sound.



Fakt ist: R und Akrapovič sind eine Art Symbiose; ein Paar, das zusammengehört. Eine Verschmelzung der Adrenalinfaktoren aus Sound und Performance – für Petrolheads ein Must-Buy. Für eilige Transporte steht im Übrigen auch beim R eine optionale Anhängerkupplung zur Verfügung.

Ein weiteres Designhighlight: Die Bremsanlage mit vorne gelochten Bremsscheiben und Bremssätteln in R-blauem Dress samt kleinem, dezentem „R“-Logo. So viel Understatement ist lobenswert – besonders, wenn es dank Akrapovič wohlig bollert und dröhnt – aber ein etwas größeres Logo hätte optisch reizvoller sein können.


VW Tiguan R 2020
Die 20-Zöller fast filigran im Design, dahinter vorne blaue Bremssättel mit kleinem R-Logo.



Der VW Tiguan R bietet in puncto Interieurdesign serienmäßig Features wie Sportsitze mit integrierten Kopfstützen. Im Testfahrzeug ist dagegen die optional erhältliche Nappaleder-Variante verbaut. Diese bietet dem verzückten Auge eine Art Carbonprägung sowie Ziernähte und Biesen in derselben Blaunuance, die wir auch aus dem VW Golf GTE kennen und schätzen.


Interieur VW Tiguan Facelift R
Blau umrahmt werden viele Details im Tiguan R – Die Sitze bieten viel Seitenhalt.



Dass diese Sitze den Körper umgarnen und in Kurven an Ort und Stelle halten, steht außer Frage. Die Fußmatten verfügen über ein blau eingesticktes R-Logo nebst blauer Umrandung, während die Einstiegsleiste mittels R-Symbol aufgewertet wird. Das Lenkrad ist in puncto Bedienung und Haptik eine wahre Wonne für Fahrerhände und verfügt über eine Partie für den Race-Modus, welcher in unserem Test den Standard-Fahrmodus bildete.


R-Logo VW Tiguan Facelift
Das markante „R“ unter dem Markenlogo am Heck weißt auf das Performance-Modell hin.



Der Grund: Aus Sound- und Performance-Sichtweise ist der Racemode das zentrale Gänsehautfeature des R. Die Schaltwippen sind passenderweise vergrößert worden und das Digital Cockpit Pro kommt nun mitsamt R-Logo und Laptimer. Besonders positiv fällt die Pedalerie aus Edelstahl auf, die dem Piloten viel Grip und eine sehr breite Fußablage bietet.


R-Mode
Feuer frei – Der „R-Mode“ wird im Tiguan R direkt am Lenkrad aktiviert.



Alles in Allem wirkt das Interieur des VW Tiguan R sehr stimmig, hochwertig und langlebig. Die Highlights sind die konturierten Sitze und das Lenkrad samt neuster, haptischer Feedback-Technologie.


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Weiterentwickelter Selbstzünder: VW Tiguan 2.0 TDI im Fahrtest

Die 2.0-Liter-Turbodiesel erhielten einen doppelten SCR-Katalysator inklusive doppelter AdBlue-Einspritzung, welche als Twindosing-Technologie bekannt ist. In puncto Motorauswahl und Leistungsstufen bleibt darüber hinaus alles unverändert.


TDI Motorraum VW Tiguan Facelift
Noch sauberer und effizienter: Der TDI nutzt jetzt das Twin-Dosing-Verfahren.



Der bewährte TDI unseres Testkandidaten verbrauchte laut Bordcomputer im Schnitt 7,3 Liter Diesel auf einer Distanz von rund 90 Kilometern im Drittelmix und 6,7 Liter bei einer 30 Kilometer kurzen Fahrt über vornehmlich Landstraßen. Der getestete 200 PS starke Vierzylinder-Selbstzünder hat dabei ein leichtes Spiel mit dem Fahrzeuggewicht und bietet reichliche Leistungsreserven sowie zügig anmutende Sprints – nach der charmanten Gedenksekunde, die den bewährten VW-TDI prägt.


VW Tiguan Facelift schräg hinten rechts
Unverkennbar – Der überarbeitete Tiguan bleibt seinem Charme treu; die schicken Endrohre…



Zur Verfügung stehen die Leistungsstufen 122 PS, 150 PS sowie 200 PS. Der Allradantrieb 4motion ist beim großen Aggregat Serie und für den 150-PS-TDI optional erhältlich. Das 400 Newtonmeter-Drehmomentplateau liegt zwischen niedrigen 1.750 und 3.500 Touren an. Unser Testkandidat überzeugt neben einem Überangebot an Leistung auch mit einem überaus sicheren Handling.


Endrohr TDI
…sind beim TDI aber nur Show, das echte Endstück bleibt unter dem Fahrzeug verborgen.



Besonders in rasant gefahrenen Kurven bei norddeutschem Wohlfühlwetter mit Regengüssen biblischen Ausmaßes spielt der Tiguan seine Karten aus und zeigt eine hohe Kontrollierbarkeit. Den VW Tiguan kann man reinen Gewissens bis zum Topspeed von der Leine lassen, denn was Sicherheit, Fahrkomfort, Fahrwerksabstimmung und Handling betrifft, lässt der Erstplatzierte des SUV-Segments kaum Grund zur Kritik zu.


Standardsitze im VW Tiguan Facelift
Keine Zangenmentalität – Die konventionellen Sitze weisen eher moderate Konturierungen auf.



Ein Punkt lässt sich im Test schnell ausmachen: Die Standardsitze bieten nur 70 Prozent des Seitenhaltes, der wünschenswert ist, wenn man sich physikalischen Grenzen nähert. Diese Momente werden vom Tiguan grundsätzlich nur sehr gedämpft an die Passagiere weitergegeben und die deutlichsten Hinweisgeber sind die etwas zu seicht konturierten Sitze.


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Soundstarke Offenbarung – VW Tiguan R setzt ein Statement

Der allradangetriebene VW Tiguar R bietet als neu entwickeltes Flaggschiff und als Mitglied des R-Quintetts, wie auch beim VW Golf R und VW T-Roc R eine Leistung von 320 PS aus einem 2.0-Liter-Turbobenziner. Dazu kommen aus dem Rennsport bekannte Features wie ein Torque-Splitter, welcher die Kraft des Antriebs nicht nur auf Vorder- und Hinterachse sondern zusätzlich zwischen den zwei Hinterrädern verteilt – besonders in Kurven generiert das System maximale Traktion.


Motorraum Tiguan R
Böser Junge – Die 320 Pferde des Tiguan R setzen das SUV ordentlich unter Druck.



Dazu kommt ein um zehn Millimeter abgesenktes Fahrwerk samt adaptiv regelnder Dämpfer. Ab 2.100 Umdrehungen pro Minute steht das maximale Drehmoment von 420 Newtonmeter an. Im Stand schon laut hechelnd, scharrend, aufgedreht, wirkt der Tiguan R wie ein automobilgewordenes Zwitterwesen. Auf der einen Seite gibt sich der neue R als rasender Midlife-Express, für dessen Soundgenuss kein Hörgerät vonnöten ist und auf der anderen Seite ist er ein abenteuerlich überambitioniertes Familienschiff für Sportjunkies im Dauer-Überholmodus.


VW Tiguan Facelift R vorn schräg
Kann beides: Potenter Bad Boy oder schnelles Familien-Shuttle – Der neue VW Tiguan R.



Der R ist ein unerwartet heißblütiger Links-Räumer, ein auf Krawall gebürsteter Best-Ager-Begleiter und die Art von Asphaltbeißer mit serienmäßiger Launch Control, die den Nachwuchs unerbittlich mit G-Kräften wachrüttelt.

Dabei ist der VW Tiguan R auch im Dauer-Fahrmodus – dem neuen Racemodus – etwas weniger kompromisslos und mehr SUV-typisch-komfortabel als Golf R und T-Roc R. Entsprechend breit ist die Zielgruppe, denn das gewissermaßen „narrensichere“ Handling und die kontrollierbare Leistungsentfaltung sind optimal für den Alltagseinsatz bis zum Topspeed von 250 km/h.


VW Tiguan R Facelift schräg hinten
Das Heck des R-Modells wird wahrscheinlich die am häufigsten zu betrachtende Perspektive sein.



Im Racemodus wird die Segel-Funktion deaktiviert und der Motorsound via Abgasklappen nach außen maximiert. Innen untermalt der Soundgenerator die Stimmung des Piloten. Sportlicher gestimmt werden dabei auch das DSG, das Fahrwerk, die hervorragende Progressivlenkung und das R-Performance Torque Vectoring des Allradantriebes.


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Innovationen und Ausstattung des VW Tiguan Facelift

Das VW Tiguan Facelift erhält ab der Ausstattungslinie Life löblicherweise – und das dürfte viele Interessenten freuen – ein Bedienfeld für die Aktivierung der Sitzheizung und Lenkradheizung. Dazu kommen Assistenzsysteme wie der Travel Assist, der in vorherigen Tests besonders bei Fahrten in unbekannten Gefilden viel Lob sammeln konnte und den Fahrkomfort stark erhöht.


We Connect Plus
Viele Konnektivitätslösungen besitzt der modernisierte Tiguan, die wir später beleuchten werden.



Neu ist ebenfalls das MIB3 mit den Online-Diensten We Connect und We Connect Plus, die wir im Rahmen zukünftiger Tests beleuchten werden. Eine Neuerung, auf die alle Apple-CarPlay- und Android-Auto-Nutzer hinfieberten, ist nun endlich an Bord und funktionierte in unserem Test völlig einwandfrei: Die kabellose Nutzung dank dem neuen App-Connect Wireless.


Induktive Ladestation
Schnittstellen die Lademöglichkeit für Mobilgeräte aller gängigen Größen sind vorhanden.



Neben dieser guten Nachricht erfreut es zusätzlich, dass die Lademulde fürs induktive Laden auch große Smartphones problemlos aufnimmt – hervorragend! Dazu kommen zwei beleuchtete USB-C-Schnittstellen. Weitere Highlights wie das neue IQ.Light und das harman/kardon-Soundsystem sind in einem künftigen, ausführlichen Fahrtest genau zu beleuchten.


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VW Tiguan eHybrid – Die Symbiose

Das VW Tiguan Facelift ist nun mit einem Plug-In-Hybridantrieb mit einer Systemleistung von 245 PS ausgestattet. Die 13 kWh-Batterie soll eine rein elektrische Reichweite von rund 65 Kilometern ermöglichen. Im vorangegangenen Test des Golf GTE und Golf eHybrid konnten wir die angegebene E-Reichweite annähernd ausreizen.


Zentralbildschirm
Der zentrale Bildschirm im Tiguan wird nur noch von Sensortasten umgarnt.



Den Hybridmodus zeichnet aus, dass der 150 PS leistende Turbobenziner und die E-Maschine mit 115 PS zusammenarbeiten. Ein Laden ist über eine sehr sanfte Rekuperation mit variabler Intensität oder über das Kabel möglich. Per We Connect-App soll der Zeitpunkt des Ladens wählbar sein. Der VW Tiguan eHybrid wird die Elektrifizierung in die sehr breite Käuferschicht der Mid-Size-SUV-Kunden tragen und es ist somit nicht auszuschließen, dass weitere Hybrid-Derivate folgen könnten.


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Fazit – Evolution von Bewährtem

Das VW Tiguan Facelift ist optisch nur dezent angepasst worden, während technologisch alle Karten auf den Tisch gelegt wurden. Zu Recht, denn der Bestseller – das SUV, das den Golf in puncto Verkaufszahlen überholte – repräsentiert die Marke und führt das Segment an.


VW Tiguan Facelift
Auch ein echtes Zugpferd bleibt das VW Tiguan Facelift; dank Travel Assist zudem überaus sicher.



Der modernisierte VW Tiguan offeriert modernste Sicherheitssysteme, die Integration von Onlinediensten und viele Optimierungen bewährter Technik. Ebenso bewährt ist die unveränderte Motorenpalette, die mit dem eHybriden und dem Tiguan R um zwei sehr konträre Sphären erweitert wurde. Der Tiguan ist eben wie ein Chamäleon, das sich den stets dynamischen Kundenwünschen ausgezeichnet anpassen kann.




Text / Fotos: NewCarz

Kamera: Canon EOS 6D

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2 comments

Hallo, danke für den Bericht. Ich denke ihr hattet nicht den 150PS Diesel im Fahrtest sondern die 200PS Maschine. Zumindest sprechen die Angaben zum Drehmoment dafür und bei 150 PS kann ich mir bei dem Fahrzeuggewicht kein „Überangebot“ an Leistung vorstellen.

Guten Tag,

vielen Dank für den Hinweis. Bei dem getesteten Fahrzeug handelt es sich tatsächlich um die Variante mit 200 PS und 4Motion Allradantrieb. Wir haben dies entsprechend angepasst.
Weiterhin viel Spaß beim Lesen unserer Berichte!

Viele Grüße vom NewCarz-Team

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