Firmenwagen – Wann lohnt sich dieser und was gibt es zu beachten?

Einen Firmenwagen zu fahren, gilt für viele Arbeitnehmer als eine Art Statussymbol und Anerkennung innerhalb der Firma.

Aber auch Selbstständige benötigen für ihre Tätigkeit häufig ein Fahrzeug. Allerdings sind in beiden Fällen verschiedene Punkte zu beachten, allen voran die steuerliche Komponente.

Je nach Nutzung kann es beispielsweise vorteilhaft sein, ein Fahrtenbuch zu führen. Außerdem ist auch zu beachten, welches Auto für diesen Einsatzzweck den größten Nutzen bringt und wie es sich am besten finanzieren lässt.


Wie kommt man an einen Firmenwagen?

Im Idealfall bekommen Arbeitnehmer einen Dienstwagen vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt, den diese zusätzlich für private Zwecke nutzen dürfen. Für diese Nutzung fallen dann Steuern an, da die unentgeltliche Überlassung des Fahrzeugs für die Privatfahrten als eine Sachzuwendung des Arbeitgebers gilt.


Auch ein Entscheidungskriterium: Dieser Kofferraum fasst ein Volumen von bis zu 1.725 Liter.



Inwiefern der Arbeitnehmer einen Einfluss darauf hat, welches Fahrzeug er zur Verfügung gestellt bekommt, ist individuell unterschiedlich. Besonders für den Außendienst ist ein eigenes Fahrzeug allerdings meist unverzichtbar. Solche Dienstwagen dienen zusätzlich zum praktischen Zweck auch der Motivationshilfe und können gute Mitarbeiter an die Firma binden.


Weitere Möglichkeiten

Eine Finanzierungsmöglichkeit wäre die sogenannte Gehaltsumwandlung. Trotzdem gilt das Auto dann als „geldwerter Vorteil“ und ist daher zu versteuern (Lohnsteuer, Sozialversicherung). Eine Ausnahme bilden Firmenwagen, die sich nicht für private Zwecke eignen, wie beispielsweise Transporter oder LKWs.


Rechner Auswahl Firmenwagen
Für welche Möglichkeit man sich auch entscheidet, sie sollte vorab genau kalkuliert werden.



Anders sieht es aus, wenn der Arbeitnehmer oder auch ein Selbstständiger oder Freiberufler das Fahrzeug selbst kaufen und finanzieren muss. Hier hat der Autokäufer einen großen Einfluss darauf, welches Fahrzeug er kauft und kann damit auch die steuerliche Belastung entsprechend lenken.

Schwierigkeiten gibt es hier meist nur bei der Bank, weil im Gegensatz zu den Einnahmen der Angestellten die Umsätze der Selbstständigen schwanken und Kredite entsprechend teurer werden. Hilfe gibt es häufig im Internet, wo sich auch gute Vergleichsmöglichkeiten zwischen mehreren Anbietern finden lassen.


Wie sieht die Versteuerung aus?

Für die Versteuerung gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten:

  1. Zunächst die Versteuerung mit der 1-Prozent-Pauschale. Dabei beläuft sich der „geldwerte Vorteil“ für den Nutzer auf 1Prozent des Listenpreises bei der Erstzulassung. Was die Firma tatsächlich für das Fahrzeug bezahlt hat, ist daher irrelevant. Bei einem Fahrzeug im Wert von 50.000 Euro beträgt der „geldwerte Vorteil“ also 500 Euro. Dieser Betrag wird zum Monatsgehalt hinzuaddiert und dient als Berechnungsgrundlage für die Lohnsteuer. Außerdem sind die Fahrten von der Wohnung zum Arbeitsplatz ebenfalls zu berechnen und zu versteuern. Es sei denn, der Arbeitnehmer beteiligt sich an der Nutzung des Wagens und bezahlt dafür seinen Arbeitgeber. In dem Fall reduziert sich der „geldwerte Vorteil“.
  2. Die zweite Möglichkeit wäre das Führen eines Fahrtenbuches. Hier muss der Fahrer genau notieren, wann er welche Strecke fährt und warum/wohin. Dadurch lassen sich Privatfahrten und Dienstfahrten genau unterscheiden und abrechnen. Bei Privatfahrten genügt die Angabe des Datums und der gefahrenen Kilometer.



Welche Versteuerung ist besser?

Hier gilt als Faustregel, dass die 1-Prozent-Regelung für denjenigen sinnvoller ist, der auch einen großen privaten Nutzen daraus zieht. Bei einer privaten Nutzung von rund einem Drittel der Fahrten, ist die 1-Prozent-Regel optimal. Wer nur wenige private Fahrten unternimmt, ist mit dem Fahrtenbuch auf der sicheren Seite. Das Fahrtenbuch ist auch dann die bessere Wahl, wenn es sich bei dem Dienstwagen um einen teuren Gebrauchtwagen handelt.

Steuerliche Besserstellungen bei modernen Autos (Elektroauto oder Plug-in-Hybride) sind aber 2020 nach dem Einkommensteuergesetz vorgesehen. Hier können Halbierungen oder sogar Viertelungen des „geldwerten Vorteils“ bei der Bewertung vorkommen.


Eintrag in der Steuererklärung

Verunsicherung besteht häufig beim richtigen Eintrag des geldwerten Vorteils in der Steuererklärung. Er gehört bei Angestellten in die Anlage N, bei Selbstständigen in die Anlage KP. Bei Unsicherheiten kann entweder der Steuerberater weiterhelfen oder ein Blick in die Ausfüllhilfen des Finanzamts, die für alle Formulare online zu finden sind. Dazu gibt es auch Hilfe in Foren des ELSTER-Portals.


Steuererklärung
Ein Firmenwagen muss je nach Nutzungsparametern unterschiedlich angegeben werden.



Für wen lohnt sich ein Firmenwagen?

Ein Arbeitnehmer hat durch einen Firmenwagen nicht nur Vorteile. Denn er muss exakt und aufwändig das Fahrtenbuch führen oder die Steuer für ein Fahrzeug bezahlen, das er sich in den meisten Fällen nicht aussuchen konnte, da es Bestandteil der Firmenflotte ist.

Dafür übernimmt allerdings der Arbeitgeber alle Kosten von der Anschaffung über die notwendigen Inspektionen, Reparaturen, Reifen, TÜV bis hin zum Sprit. Er hat dabei den Vorteil, dass er diese Anschaffungs- und Unterhaltskosten als Betriebsausgaben abschreiben kann. Außerdem kann er das Bruttogehalt des Angestellten inklusive Lohnnebenkosten um den geldwerten Vorteil des Autos reduzieren.


Was gibt es bei der Anschaffung von Firmenwagen zu beachten?

Vor dieser Frage stehen vor allem die Unternehmer, die die Autos kaufen müssen sowie die Selbstständigen, die das Fahrzeug für ihr Geschäft benötigen.

Welches Modell?

Hier gibt es kein richtig oder falsch, denn das Fahrzeug muss in erster Linie zum Unternehmen passen und den größtmöglichen Nutzen bringen. Bei verschiedenen repräsentativen Tätigkeiten ist es wichtig, durch das Fahrzeug Seriosität zu symbolisieren und das ist gerade bei gehobenen Positionen nicht mit klapprigen alten Autos in quietschbunten Farben zu erreichen. Stattdessen sind neue, moderne Modelle die bessere Wahl. Sie stehen auch für das Umweltbewusstsein des Unternehmens.


Firmenwagen Mercedes-Benz
Primär sollte der geplante Einsatzzweck für Marke und Modell eines Dienstwagens entscheiden.



Kaufen oder Leasen?

Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten, da beide Varianten Vor- und Nachteile bringen können. Leasing ist kurzfristig immer eine gute Lösung, könnte aber an einer Kilometerbegrenzung scheitern. Außerdem ist der Kaufpreis am Ende sogar höher als bei einem Sofortkauf. Hier sind Restwert des Wagens und ein eventueller Kaufzwang des Fahrzeugs am Ende der Leasingzeit zu beachten. Beim Kauf lassen sich die Betriebsausgaben für das Auto in den sechs Folgejahren steuerlich absetzen. Falls das Unternehmen einen Kredit aufnimmt, kann es auch die Zinsen dafür während der sechs Jahre absetzen.


fenyr
Besonders bei Exoten muss genau abgewägt werden, ob ein Kauf oder ein Leasing besser ist.



Was ist steuerlich zu beachten?

Das Firmenfahrzeug muss zum steuerlichen Betriebsvermögen gehören. Dafür muss der Anteil der betrieblichen Nutzung aber bei zehn bis 50 Prozent liegen. Bei unter zehn Prozent wird es dagegen als Privatvermögen deklariert. Ansonsten besteht die Wahlmöglichkeit der 1-Prozent-Regelung oder der Nutzung eines Fahrtenbuches.

Anspruch auf Privatnutzung?

Die Mitarbeiter haben grundsätzlich keinen Anspruch auf eine private Nutzung des Fahrzeugs. Daher müssen die entsprechenden Regelungen im Arbeitsvertrag festgehalten werden. Auch Selbstständige können theoretisch auf einen Dienstwagen verzichten und ihre geschäftlichen Fahrten mit dem Privatfahrzeug erledigen.

Da nicht der Chef, sondern ein Mitarbeiter das Auto fährt, ist es wichtig, mit einer Vollkaskoversicherungvorzubeugen. Im Schadensfall kann der Fahrer dann seine Selbstbeteiligung leisten.

Text: Erik Steffgen / Fotos: NewCarz, Audi

Schreibe einen Kommentar

Ich akzeptiere die Datenschutzhinweise