Seat Tarraco FR – Erwecke den Sportler in dir

Seat Tarraco FR

Nachdem wir bereits den stärksten Benziner und den zweitstärksten Diesel testeten, steht hier nun der Vollständigkeit halber noch der Seat Tarraco FR für eine Testfahrt zur Verfügung.

Als FR zeigt sich das SUV in einer ausgewogenen Mixtur aus Sportlichkeit und Komfort. Fahrbericht.




Exterieur und Interieur – Vom FR-Training definiert

Der sportliche FR-Dress steht dem großen Spanier gut und unterstreicht das iberische Temperament nachdrücklich. Das Weiß unseres Testwagens hingegen lässt ihn richtig unschuldig aussehen. Wir empfehlen daher beim Zurückgreifen auf ein FR-Modell auch gern auf eine der farbenfroh anmutenden Lackfarben zurückzugreifen.


Seat Tarraco FR Seite
Die 20-Zoll-Räder stehen dem Tarraco ausgezeichnet, wirken gut proportioniert.



Nach wie vor wirkt der Tarraco sehr groß, doch im FR-Trimm zeigt er sich definierter und gewissermaßen austrainierter, was die optische Dynamik unterstreicht und dem Spanier eine zusätzliche Dosis Eleganz mit auf den Weg gibt. Dazu tragen auch die schicken 20-Zoll-Räder – serienmäßig steht der FR auf 19 Zoll – einen nicht unerheblichen Anteil bei.

Der nun in Schreibschrift ausgeführte Tarraco-Schriftzug am Heck bringt einen künstlerischen Aspekt mit ins Spiel und steht gewissermaßen antagonistisch dem Trend der in Versalien ausgeführten Modellnamen anderer Hersteller gegenüber.


Modellschriftzug
Mit geschwungenem Stift – Wie mit der Feder geschrieben steht der Modellname am Heck.



Im Innenraum sorgen Sportsitze mit einem Steppmuster in Rautenform auf den Sitz- und Lehnenbahnen und einer Wangenbespannung mit Alcantara für eine angemessene Optik und bieten dabei auch viel Komfort, der insbesondere auf langen Reisen erhalten bleibt. Rote Kontrastnähte akzentuieren hier das dunkel gehaltene Interieur gekonnt.




Auch das FR-Lenkrad besitzt diese Kontrastnähte und erfreut die Fahrerhände mit an den Griffseiten perforiertem Leder und einer Abflachung der Unterseite des Lenkradkranzes. Wer einen FR auswählt, erhält unter anderem digitale Instrumente und einen nüchtern-kühlen Innenraum mit sportiver Note, der auch jüngere Menschen anspricht, weil er weder altbacken noch langweilig wirkt.




Platz gibt’s natürlich auch im Seat Tarraco FR in riesigen Mengen. Als Fullsize-SUV bleiben weder im Fahrgastraum noch im Kofferraum Wünsche offen.


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Motor und Fahreigenschaften – Aus den Tiefen kommt die Kraft

Mit dem stärksten Diesel ausgestattet, fährt sich das SUV grundsätzlich auch immer noch als ein typischer Tarraco, der hier jedoch dem sportlichen Anspruch gerecht wird. Dank Sportfahrwerk liegt er besser in Kurven, wirkt agiler und irgendwie lebendiger – das macht Spaß und so ergibt es durchaus Sinn, dass Seat seine Modellpalette um den FR erweitert hat.


Motorraum mit TDI
Best Choice – Der stärkste Diesel passt nach unserem Empfinden am besten zum Tarraco.



Der 2.0-Liter Turbodiesel steht dank 190 PS und 400 Newtonmetern maximalem Drehmoment gut im Futter, stellt für den FR eine sportliche und zeitgleich wirtschaftliche Motorisierung dar. Das bereits ab 1.750 Touren verfügbare Maximaldrehmoment lässt den Tarraco bereits aus dem Drehzahlkeller kraftvoll lospreschen. Nur das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe legt auch hier eine Anfahrschwäche an den Tag, wenn es aus dem Schubbetrieb wieder in den Vortrieb wechseln soll oder man zwischen Vorwärts- und Rückwärtsfahrt switcht.


DSG Knauf
Typisch DSG – Bei Fahrrichtungswechsel und aus dem Schubbetrieb braucht es Zeit.



Ohnedem wäre der sportliche Aspekt noch ausgeprägter. Dafür machen sowohl Lenkung als auch Bremsen einen tollen Job, erstere vermittelt gutes Feedback und die Verzögerungsverantwortlichkeit glänzte im Test durch gute Dosierbarkeit.


Endrohr Seat
Untergetaucht – Die Endung verbleibt unter dem SUV, die Endrohre nur eine Attrappe.



Wer es sportiv mag, aber dennoch auf Komfort nicht verzichten möchte, muss auf das DCC zurückgreifen, welches eine entsprechende Spreizung der Fahrcharakteristik übernimmt. Dank Allradantrieb 4Drive – der jetzt nur noch durch eine „4“ auf der Heckklappe gekennzeichnet ist – sorgt für beste Traktion und ein hohes Maß an Sicherheit. Im Fahrprogramm Komfort lässt es sich ganz entspannt auch auf stundenlange Reisen gehen.


Sparrunde Tarraco TDI Verbrauch
Auf der Sparrunde zeigte der TDI einen überaus respektablen Verzicht.



Der Verbrauch pendelte sich im Drittelmix bei 8,4 Litern auf 100 gefahrene Kilometer ein. Bei sportlicher Fahrweise muss man mit rund zehn Litern rechnen. Dauervollgas auf der leeren und freigegebenen Autobahn spiegelte sich in Verbräuchen von 14,5 Litern wider. Die obligatorische 20 Kilometer lange Sparrunde absolvierte der Tarraco FR dagegen mit einem Durchschnitt von nur 5,7 Litern auf 100 Kilometer – auch das ist mit dem großen Diesel also möglich.


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Ausstattung, Komfort, Sicherheit im Seat Tarraco FR

Als FR-Modell besaß der Testwagen eine gut sortierte Ausstattung, die mit einigen Highlights noch verfeinert wurde. Nachfolgend eine nennenswerte Auswahl davon.


Navi
Fraglos ein sehr zuverlässiger Routenführer – Das Navi im Tarraco überzeugte in allen Belangen.



Das Navigationssystem Plus überzeugte mit sehr guter Routenführung und einer klaren, sehr übersichtlichen Kartendarstellung. Sehr gute Voll-LED-Scheinwerfer machten auch am Seat Tarraco FR einen lobenswerten Job und der Abstandstempomat war während der Testfahrten insbesondere auf den Autobahnen ein gern genutzter Assistent, da er die Abstände sanft und dabei zügig anpassen konnte.


DCC Drehknopf
Das DCC macht den Tarraco um einiges vielseitiger – daher unsere Empfehlung für dieses.



Die adaptive Fahrwerksregelung DCC ist eine absolute Empfehlung, weil die breite Spreizung der einzelnen Fahrmodi einen facettenreichen Einsatz dieses SUVs ermöglicht. Daher sind die 916 Euro extra aus unserer Sicht extra eine gute Investition.


Fahrassistenten
Mit den Fahrassistenten hatten wir ab und an Meinungsverschiedenheiten, die weniger schön waren.



Sehr eigenwillig entpuppte sich dagegen der Spurhalteassistent, der Bestandteil des Fahrassistenzpakets ist und wiederholt trotz beiden Händen am Lenkrad den Fahrer ermahnte, die Hände an das Steuer zu nehmen. Dabei gab es zur ersten akustischen Warnung zeitgleich einen kurzen, aber kräftigen Bremsimpuls, der dann für einen großen Schreckmoment sorgte und während eines Überholvorgangs auf der Autobahn für ein Lichthupendauerfeuer eines Nachfolgenden sorgte.


Fondkomfort Seat
Eine dritte Klimazone plus Sitzheizungen im Fond sorgt für zusätzlichen Komfort.



Der Sicherheit war dies jedenfalls nicht zuträglich und daher kritisieren wir diese Art der Fehlinterpretation, die wir während des Testzeitraums auch wiederholt feststellen mussten. Besser wäre hier mit Sicherheit der Weg, den auch andere Hersteller gehen und auf Sensorflächen im Lenkradkranz zurückgreifen, die einen Kontakt zwischen Fahrerhänden und Lenkrad zweifelsfrei validieren können.


Sitzheizung und Klima
Direkt im Bedienteil der Klimatisierung liegen die Schalter für die vorderen Sitzheizungen.



Die Sitzheizung heizt extrem schnell und flächendeckend ein. Die elektrische Heckklappe ist quasi Pflicht, da diese beim Öffnen weit nach oben schwenkt. Das schlüssellose Zugangs- und Startsystem samt elektrisch anklappender Außenspiegel ist insbesondere im Innenstadtbereich sehr sinnvoll, da das Auto relativ breit ist und so das Risiko auf etwaige Berührungen mit vorbeifahrenden Verkehrsteilnehmern minimiert wird.


Digital Cockpit
Das Digitalcockpit gehört beim FR-Modell zur Serienausstattung.



Die Rückfahrkamera ist im Tarraco trotz seiner grundsätzlich guten Rundumsicht empfehlenswert, denn hilft diese beim Rangieren in enge Parklücken ungemein. Im FR ist sie ab Werk dabei. Die Müdigkeitserkennung meldete sich im Test nicht einmal – auch nach mehrstündigen Fahrten kam keine Reaktion von diesem Assistenten.


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Varianten und Preise des Seat Tarraco FR

Als FR-Version – der höchsten Ausstattungsvariante – startet der Seat Tarraco bei 35.472 Euro beim aktuell geltenden Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent und besitzt dabei als Antrieb den 1.5-Liter TSI mit 150 PS, der mit einem manuellen 6-Gang-Getriebe und reinem Frontantrieb kombiniert wird. Wer hierbei lieber das 7-Gang-DSG möchte, muss rund 1.800 Euro mehr ausgeben.


Seat Tarraco FR 4Drive
Als FR bekommt man den Tarraco bereits für gut 35.000 Euro.



Der stärkere Benziner als 2.0 TSI mit 190 PS startet ab 42.442 Euro und bringt serienmäßig das 7-Gang-DSG sowie den 4Drive Allradantrieb mit.

Der Einstiegsdiesel 2.0 TDI mit 150 PS besitzt Frontantrieb und ein manuelles 6-Gang-Getriebe für mindestens 38.903 Euro. Auch hier kostet das Upgrade auf das 7-Gang-DSG rund 1.800 Euro. Der Allradantrieb 4Drive steht bei diesem Antrieb seit August 2020 nicht mehr zur Auswahl.

Auch der stärkste Diesel ist seit Oktober 2020 nicht mehr der hier getestete 190-PS-Motor, sondern der weiterentwickelte 2.0 TDI mit nunmehr 200 PS. Dieser kostet in dieser Ausstattungsvariante ab 45.620 Euro und wird stets mit dem 7-Gang-DSG sowie dem 4Drive Allrad kombiniert.


Holla Türfeldbeleuchtung
Willkommensgruß – Mit spanischem „Hallo“ begrüßt das SUV Fahrer & Co. bei Dunkelheit.



Serienmäßig an Bord einer FR-Variante befinden sich unter anderem Dinge, wie das volldigitale Cockpit, 19-Zoll-Räder, Sportsitze mit integrierten Kopfstützen und elektrischer Verstellung für den Fahrer, Pedale in Aluminium, Voll-LED-Scheinwerfer und LED-Rückleuchten, das ACC bis 210 km/h, ein Parklenkassistent und eine Rückfahrkamera.

Wer den Seat Tarraco FR als Siebensitzer fahren möchte, muss für das entsprechende Paket knapp 800 Euro mehr einplanen. Alle Kreuzchen auf der Aufpreisliste gesetzt, münden in einem Preis für den FR mit dem stärksten Diesel bei knapp 55.000 Euro, ohne Garantieverlängerungen und Zubehör.


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Fazit: FR – Für ein Quantum mehr Dynamik

Der Seat Tarraco FR zeigt sich als spannende Variante der ohnehin reizvollen spanischen Full-Size-SUV-Reihe. Unterstellungen bezüglich einem etwas schwachen Temperament sind hier ausgeschlossen, als Selbstzünder mit ordentlich Drehmoment gibt sich der Spanier betont dynamisch.


Seat Tarraco FR schräg vorn rechts
Mit dem FR setzen die Spanier dem Tarraco noch ein Krönchen auf – er ist das sportive SUV.



Hinzu kommt ein reichhaltiges Angebot aus diversen Assistenz- und Komfortfeatures, die – zumindest teilweise – bereits serienmäßig an Bord sind. Kleine Assistenzdefizite sollten zukünftig verbessert werden. In Summe sollte der Tarraco FR definitiv berücksichtigt werden, wenn es um die Anschaffung eines neuen Fullsize-SUVs geht.

Das neue Modelljahr ist mittlerweile eingeführt und wird neben dem überarbeiteten stärksten Dieselmotor sicherlich auch weitere Verbesserungen in petto haben. Wir werden dieses daher alsbald ebenfalls einem Test unterziehen.




Text / Fotos: NewCarz

Kamera: Canon EOS 6D

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Technische Daten: Seat Tarraco FR 2.0 TDI 190 PS 4Drive

  • Farbe: Oryx Weiß Exclusive
  • Länge x Breite x Höhe (m): 4,74 x 1,84 (2,12 mit Außenspiegel) x 1,66
  • Radstand (mm): 2.790
  • Antrieb: Vierzylinder Commonrail Turbodiesel mit SCR-Kat und DPF
  • Leistung: 140 kW (190 PS) bei 3.500 rpm
  • max. Drehmoment: 400 Nm bei 1.750 rpm
  • Hubraum: 1.968 ccm
  • Getriebe: 7-Stufen-Doppelkuplungsgetriebe
  • Antriebsart: Allrad 4Drive
  • Durchschnittsverbrauch (WLTP): 7,3 L/100 km
  • Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 8,4 L/100 km
  • CO2-Emissionen (Herstellerangabe): 191 g/km
  • Abgasnorm: Euro 6d
  • Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 8,0 Sekunden
  • Wendekreis (m): 11,9
  • Bodenfreiheit (mm): k.A.
  • Leergewicht (kg): 1.816
  • Zuladung (kg): 594
  • Kofferraum (l): 760 bis 1.775
  • Anhängelast ungebremst/gebremst (kg): 750/2.300
  • Stützlast (kg): 100
  • Dachlast (kg): 75
  • Kraftstofftank (l): 60
  • AdBlue-Tank (l): 12
  • Kraftstoffart: Diesel
  • Neupreis des Testwagens: 59.363 Euro (Einstiegspreis Tarraco FR ab 35.472 Euro)

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