Somebody please call 911 – Zum 50. Geburtstag des berühmtesten Porsche

Fragt man die Menschen nach ihrem Traumauto, gibt es wohl ein Geschoss, das in diesem Zusammenhang  besonders häufig genannt wird: Der Porsche 911.

Und das hat einen guten Grund. Das besondere Design des Wagens, der bereits 1963 auf der IAA (damals noch als 901er) präsentiert wurde, ist mit über 820.000 gebauten Boliden der erfolgreichste Sportwagen der Welt.

Porsche 911 Carrera 4S Coupé und Porsche 911 2.0 Coupé (Baujahr 1964)

Getreu der aus dem Fußballjargon gängigen Weisheit „Never change a winning team“  hat die Automobilschmiede aus Zuffenhausen diese übertragen auf das Credo „Never change a winning design“ und die Fahrzeuge deshalb zwar immer konsequent weiterentwickelt, ohne aber jemals dessen attraktiven Ursprung aus den Augen zu verlieren. So kommt es, dass man auch in den anderen erfolgreichen Modellen, wie dem Panamera, dem Boxter oder dem Cayenne immer zumindest Teile des 911 wieder erkennen kann.  Das Geheimnis seines Erfolges liegt dabei darin, dass der Wagen trotz seiner extremen Sportlichkeit stets sehr elegant wirkt und man das Gefühl hat, ihn ebenso in Jogginghose fahren zu können, wie im Boss-Anzug.

Interieur des Porsche 911 2.0 Coupé (Baujahr 1964)

Der 911 ist aber mehr als nur ein schönes Auto. Holte Porsche bis heute insgesamt mehr als 30.000 Rennsiege, war es in zwei Dritteln der Fälle der Fahrer eines 911, der die schwarz-weiß karierte Fahne winkend als erster begrüßen durfte. Da der 911er in diesem Jahr stolze 50 Jahre alt wird, hat Porsche weder Kosten noch Mühen gescheut, dieses Jubiläum gebührend zu feiern:

Interieur des Porsche 911 Carrera 4S Coupé

Vom 07.-10. März 2013 sind in Stuttgart auf der „Retro Classics“ ein Vorserien-911 Turbo 3.0 aus 1973, eine 911 Cabriolet-Studie aus 1981, eine Straßenversion des 911 GT1 aus 1997 und ein Prototyp aus dem Jahre 1959, der 754 „T7“, entworfen von Ferdinand Alexander Porsche höchstpersönlich, vertreten.

Ab Ende Februar schickt Porsche einen echten und unverfälschten 911 von 1967 auf Weltreise. Wer mag, kann diese hier begleiten und ihn auf den jeweiligen Veranstaltungen besuchen.

Porsche 911 Carrera 4S Coupé und Porsche 911 2.0 Coupé (Baujahr 1964)

Natürlich wird es auch eine Sonderausstellung im Porsche-Museum geben, die zwischen 04.06.-29.09.2013 unter dem Motto „50 Jahre Porsche 911“ die Geschichte dieses Fahrzeugmodells wieder erzählt.  Im hauseigenen Verlag erscheint passend dazu der Jubiläumsband „911×911“.

Porsche 911 Carrera 4S Coupé und Porsche 911 2.0 Coupé (Baujahr 1964)

Seven generations of succsess:

(Ein Kurzüberblick)

 1.     Der „Ur-Elfer“ 1963 – Eine Ikone wird geboren

Vorgestellt auf der IAA als 901 wird er zur Markteinführung 1964 911 getauft. Es folgten der etwas weniger sportliche 912 aus 1965, der mit Fuchs Leichtmetallfelgen ausgestattete 911S aus 1966, im selben Jahr der 911 Targa (der mit dem Überrollbügel für die Sicherheit der Insassen – ein Novum!), der 911 Sportomatic im Jahre 1967 mit halbautomatischem Viergang-Getriebe, und die Modelle 911 T, E und S, die die strengen US-Abgasvorschriften als erste deutsche KFZ erfüllen. Außerdem wurde 1969, 1971 und 1972 der Hubraum zur Leistungssteigerung stetig erhöht. Der 911 Carrera RS 2,7 aus 1972 mit dem ersten serienmäßigen Heckspoiler für Serienfahrzeuge gilt wohl noch heute für viele als der Traumwagen schlechthin.

2.     G-Serie 1973 (bis 1989) – Die zweite Generation

Faltenbalg Stoßstangen, serienmäßige Dreipunkt Sicherheitsgurte und Kopfstützen steigerten die Insassen-Sicherheit. 1974 erschien der erste 911 Turbo mit Heckspoiler. Ab 1982 gab es den 911 dann auch „oben ohne“.

3.     Typ 964 – Die klassische Moderne

1988 erschien der 911 Carrera 4. ABS, Tiptronic, Servolenkung und Airbags waren seine technischen Neuheiten. Ab 1990 gab es den 9564 Turbo mit 3,3 Litern und 300 PS. Er wurde als erster mit Allradantrieb angeboten.

4.     Typ 993 (1993) – Der letzte Luftgekühlte

Die von 1993 bis 1998 gebaute Version war die letzte mit luftgekühltem Boxermotor und ist deshalb bei den „echten“ 911-Fans noch heute eines der beliebtesten Modelle. Für jene, denen der 911 noch nicht sportlich genug war, baute man den GT2, quasi einen Rennwagen mit Straßenzulassung.

5.     Typ 996 (1997) – Die Wasserkraftanlage

Erstmals wurden die 911er von einem wassergekühlten 300-PS Boxermotor angetrieben. Das Interieur wurde komplett überarbeitet und man achtete neben der Sportlichkeit noch mehr auf den Fahrkomfort. Auch in dieser Generation gab es mit dem 911 GT2 aus dem Jahr 2000 eine Straßenrakete

6.     Typ 997 aus 2004 – Klassik und Moderne

Am Ende dieser Generation gab es insgesamt unglaubliche 24 Modellvarianten dieser Baureihe, wie z.B. den Carrera, Targa, das Cabriolet, der GTS, etc. , etc.

Auffällig ist dabei, dass die Wagen immer leistungsstärker und effizienter wurden.

Porsche 911 Carrera 4S Coupé

7.     Typ 991 (2011) Der beste 911 aller Zeiten

Immer weniger Verbrauch, immer mehr Leistung. Dank überarbeitetem Fahrwerk, neuer Karosserie-Bauweise und jeder Menge technischer Hilfsmittel, ist dieses Modell im Hinblick auf seine Performance und Effizienz heute das Maß aller Dinge.

Jedenfalls, bis die nächste Generation in den Startlöchern steht…

Bildquelle: Porsche

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