Nürburgring 24-h-Rennen 2016 – Mit allen Wassern gewaschen

Nürburgring und 24-Stunden-Rennen – das ist eine feste Einheit und gehört weltweit zu einer der renommiertesten Langzeit-Rennveranstaltungen.

1970 erstmals ins Leben gerufen, findet das ADAC Zurich 24-h-Rennen – so der offizielle Name – in diesem Jahr nunmehr zum 46. Mal statt. Bis zu 200.000 Zuschauer erleben das größte Autorennen der Welt hautnah und nehmen dafür so einiges in Kauf. Beliebt ist vor allem das Campieren direkt an der Strecke. Jedoch ohne dem ‚Luxus‘ im Form von fließend Wasser und Strom. Aber die Motorsportbegeisterten stört das wenig und so kamen auch dieses Jahr wieder tausende Menschen nach Nürburg, um dem Renngeschehen nah zu sein.

NewCarz war dank einer Einladung durch Nissan Center Europe ebenfalls live vor Ort und möchte Euch die Highlights vom diesjährigen ADAC Zurich 24-Stunden-Rennen am Nürburgring chronologisch vorstellen:

 

15:30 Uhr

Pünktlich und ohne Komplikationen startet das Rennen. Insgesamt drei Gruppen starten im Abstand von wenigen Minuten.

 

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Anfangs war wettertechnisch noch alles in Ordnung.

 

16:08 Uhr

Erste Regentropfen werden gemeldet. Bereits im Vorfeld ließen die Wettervorhersagen nichts Gutes erahnen. Gerade einmal drei Minuten später wurde aus den wenigen Tropfen dann ein Starkregen, Start und Ziel blieben dabei jedoch völlig trocken.

 

16:17 Uhr

Totales Chaos. Der Super-Gau. Die Aremberg-Kurve steht komplett unter Wasser, die Autos rutschen reihenweise von der Piste in den Schotter. Auch der auf dem zweiten Platz befindliche 18 BMW konnte die Spur nicht halten. Zudem kommen Meldungen auf, dass starker Hagel in der Fuchsröhre für Furore sorgt.

 

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Später jedoch zog das Eiffel-Wetter alle Register.

 

16:20 Uhr

AUS! Die Rote Flagge wird geschwungen! Aufgrund von „unbeherrschbaren Wetterbedingungen“ wird das Rennen bis auf Weiteres unterbrochen. Die Zeit jedoch läuft weiter, am Sonntag um punkt 15:30 ist das 24-Stunden-Rennen vorbei.

 

16:27 Uhr

Begründung für den Rennabbruch: Die Fuchsröhre ist von Hagel bedeckt. Die GT3-Boliden kommen den Berg nicht mehr herauf. Kurz vor dem Adenauer Forst geht nichts mehr.

 

16:40 Uhr

Nun sind fast alle Fahrer zurück in der Box. Spitzenpilot Maro Engel: „Das war absolutes Chaos da draußen und tierisches Aquaplaning. Ich konnte nicht schneller als 40-60 km/h fahren.“ Trotzdem hat er die Leitplanke leicht touchiert. Ein größerer Schaden sei jedoch nicht entstanden.

 

16:43 Uhr

Es geht die Meldung raus, dass trotz einiger Unfälle keine Verletzten zu verzeichnen sind, lediglich Blechschäden. Das Rennen wird voraussichtlich für mindestens 90 Minuten unterbrochen.

 

17:19 Uhr

Die Autos dürfen bis zum Restart in den Boxen repariert werden.

 

18:00 Uhr

Der voraussichtliche Restart soll um 19:20 erfolgen.

 

19:00 Uhr

Plötzlich setzt ein Dauerregen ein.

 

19:23 Uhr

Kein Restart! Aus Sicherheitsgründen wird noch eine zweite Einführungsrunde gefahren.

 

19:38 Uhr

Noch immer kein Restart. Dichter Nebel behindert die Sicht erheblich, sodass die Rennleitung entscheidet, noch eine dritte Einführungsrunde zu fahren.

 

20:03 Uhr

Nun ist es soweit. Das 24-Stunden-Rennen wird erneut gestartet. Die Reihenfolge ist aus der letzten Runde vor der Roten Flagge übernommen worden.

 

21:06 Uhr

Langsam aber sicher fahren die GT3-Rennwagen nach und nach zum planmäßigen ersten Boxenstopp.

 

In der Nacht

Die Dämmerung hat schon eingesetzt und es dauert nicht mehr lange, dann hat sich die Dunkelheit über die Nordschleife gelegt. Dass das 24-Stunden-Rennen in der Nacht nicht pausiert wird, leuchtet jedem ein. Apropos Leuchten. Welche Scheinwerfer besitzen eigentlich die GT3-Renner und weshalb sind manche von ihnen gelb?

Viele der teilnehmenden Fahrzeuge sind mit diversen Zusatzscheinwerfern bestückt. Während einige auf neuere Xenon- oder gar LED-Technik vertrauen, bleiben andere bei ganz klassischen, gelben Halogenscheinwerfern. Letztere bieten einen entscheidenden Vorteil: Durch die gelbliche Farbe wird das Licht quasi „gefiltert“, was zu weniger Eigenblendung (Reflexion) der Lichtteilchen vor allem bei Regen und Nebel führt.

Aber: Wo gefiltert wird, da fällt auch was weg. Bei klarer Sicht hingegen fällt in Folge weniger Licht auf den Asphalt, was wiederum zu einer geringeren Lichtausbeute führt.

Daher vertrauen die einzelnen Teilnehmer auf verschiedene Lichtsysteme.

 

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Pitschnass lag der Nürburgring am späten Abend.

 

21:46 Uhr

Unfassbar! Der favorisierte 18 BMW geht auf der Döttinger Höhe in Rauch auf! Nach einem gewaltigen Knall steigen dichte, helle Rauchschwaden auf. Ein Motorschaden erster Klasse! Die Bestätigung von BMW folgt wenig später: „Das Fahrzeug 18 wird aufgrund von technischen Problemen aus dem Rennen genommen. Eine große Enttäuschung für Jörg Müller und seine Teamkollegen.“

 

23:00 Uhr

Erneut wird dichter Nebel im Adenauer Forst gemeldet. Es ist schwer, die Hand vor Augen zu sehen.

 

00:00 Uhr

Der Nebel hat sich gelichtet und auch sonst scheinen sich die Wetterbedingungen nun zum Guten zu wenden.

 

14:00 Uhr

Eineinhalb Stunden kämpfen vier (!) Mercedes-Modelle um den Sieg des diesjährigen 24-Stunden-Rennen.

 

Letzte Runde

In der letzten Runde sicherte sich Maro Engel durch ein hartes Überholmanöver den Sieg im letzten Moment – im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Die Soundsieger

  1. Nissan GT-R: sein heiseres Brüllen in hohen Drehzahlen sorgt für Gänsehautstimmung. Frech-rotzend beim Herunterschalten, dreist-sprotzelnd beim Gangwechsel.
  2. Black Falcon Mercedes : sein basslastiges Donnergrollen – insbesondere beim Herunterschalten ähnelt – passend zum Wetter – einem aufkommenden Gewitter, das jeden Moment über einen hereinbricht.
  3. Ford Mustang: Sonores Brabbeln und Gelassenheit selbst beim Renneinsatz bescheren dem Mustang Platz 3

 

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Ohrenmeister – Der GT-R Nismo beschert eine phantastische Soundkulisse.

 

Wir ziehen ein Resümee.

Beim diesjährigen 24-Stunden-Rennen war von allem etwas dabei. Der Mythos Nürburgring wirkt auch bei diesem Rennen allgegenwärtig. Insbesondere die Startphase sorgte für viel Furore. Starkregen, Hagel, Nebel. Konditionen, wie sie kaum schlechter sein konnten. Das Wetter in der Eiffel, die daraus resultierenden Unpässlichkeiten und Spannung bis zum Schluss ließen uns kaum ein Auge zumachen.

Wir gratulieren Maro Engel im Black-Falcon-Mercedes mit der Startnummer 4 und seinem Team zum errungenen und verdienten Sieg und danken auch allen anderen Teilnehmern für dieses spannende Spektakel.

 

Besonderen Dank möchten wir auch an Nissan aussprechen, die uns freundlicherweise zu diesem Spektakel eingeladen hatten.

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Generalprobe – Kopf an Kopf Rennen der Schutzhelme vor dem Start.

Text / Fotos: NewCarz

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