VW Passat Variant – Fazit zum Dauertestende

Dauertest VW Passat Variant BlueMotion 2.0 TDI

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26.11.2016 – km-Stand 43.302 | Der Kombi? Sehr gut. Der Service? Verbesserungswürdig.

Nach über einem Jahr Dauertest, entlassen wir unseren Kandidaten nun mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Wir haben zeittechnisch etwas überzogen. Normalerweise sollte so ein Dauertest ungefähr über ein Jahr, oder eben 100.000 Kilometer gehen. Letzteres haben wir nicht erreicht, ein Jahr war vor anderthalb Monaten vorbei.

 

Doch wir hatten einen Grund zum Überziehen

Denn wir hatten eigentlich vom betreuenden Händler noch Antworten zu offenen Geschichten erwartet – wir berichteten darüber. Bis dato blieben diese Antworten leider aus. Das heißt aber nicht, dass wir diese Antworten schuldig bleiben. Wir beenden den Test, doch die Antworten liefern wir an dieser Stelle noch nach. Versprochen.

Ein kleiner Mangel hat sich seit gut zwei Monaten noch hinzugesellt. Die Seitenwange des Fahrersitzes zeigte ab dem Kilometerstand 36.000 bereits sichtbare Abnutzungsspuren, was bei dieser Laufleistung nicht unbedingt als normal betrachtet werden kann.

 

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Das ging zu schnell – solche Spuren erwartet man erst deutlich später.

 

Das wurde durch uns sofort an den Servicepartner kommuniziert – bisher ohne Antwort oder gar eine Lösung. Wie auch die weiteren Punkte:

  • Abgeschaltete Komfortschließung des Panoramadaches wegen Überschreitung der Grenzwerte für den Einklemmschutz
  • überdurchschnittlicher Verschleiß der Winterbereifung

Auch wenn das eher eine bilaterale Problematik zwischen Händler und Autobesitzer darstellt und nur peripher mit dem Hersteller zu tun hat, kann es für Irritationen im empathischen Vermögen für die gefahrene Marke des jeweiligen Autobesitzers sorgen.

 

Und sonst?

Ansonsten gab der Passat keine weiteren Gründe für Beanstandungen. Insgesamt waren wir in der Redaktion sehr zufrieden mit dem Fahrzeug und liebten vor allem längere Fahrten mit dem Kombi.

Auffällig unauffällig kann man das Fahrverhalten des Passats beschreiben. Der Durchschnittsverbrauch setzte sich nach der gefahrenen Strecke von reichlich 40.000 Kilometern bei 6,4 Liter Diesel fest. Dabei war der VW Passat niemals ein Verkehrshindernis und sorgte stets für zügiges Vorankommen.

 

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Zurückhaltender Durst – das dynamische Display informierte auf Wunsch auch darüber.

 

Sehr gefallen hat uns das reichhaltige Portfolio an Volkswagen-Zubehör, wovon viele Dinge sinnvoll und sich bis ins Detail als durchdacht erwiesen.

Als extrem starke optische Aufwertung erwies sich zudem das R-Design, wodurch der Passat eine gehörige Portion Sportlichkeit erhielt. Dies empfehlen wir daher gerne weiter.

 

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Kleines „R“ – große Wirkung. Optisch ist das ‚R-Line‘ in jedem Fall empfehlenswert.

 

 

Der Passat als Gebrauchtwagen

Vergleichbare Modelle werden mit dieser Laufleistung, Motorisierung und Ausstattung um die 30.000 Euro gehandelt. Damit hatte unser Passat einen bisherigen Wertverlust von ca. 29 Cent pro gefahrenen Kilometer, oder insgesamt knapp 12.400 Euro, was knapp 24 Prozent des Neuwertes innerhalb eines Jahres entspricht.

 

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Er will der König der Kombis sein. In einigen Bereichen ist er das durchaus.

 

Im ersten Jahr erfahren Autos bekanntlich den höchsten Wertverlust. Bei diesem Passat hält er sich im direkten Vergleich zu vergleichbarem Wettbewerb allerdings in Grenzen. Der Kombi ist begehrt und trotz Dieselskandal ist die Nachfrage zumindest als Gebrauchter nicht gerade dezent.

 

Das Auto in einem Satz

Der VW Passat Variant BlueMotion 2.0 TDI ist ein sehr empfehlenswerter, gut verarbeiteter Familienkombi, mit sparsamer und kräftiger Motorisierung sowie jeder Menge Platz in allen Bereichen.

 

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Zuverlässig, nicht ganz leise, aber kräftig und sparsam schlägt das Dieselherz.

 

 

Der Service in einem Satz

Aufgrund einer sehr zurückhaltenden Kommunikation bleiben viele Fragen zu normalerweise als unkompliziert geltenden Themen offen, was das Vertrauen zum Händler und damit auch zur Marke, nachhaltig beeinträchtigen kann.

 

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Keine Klemmgefahr – aus dem Grund wurde das Schließen aus der Ferne vom Händler deaktiviert.

 

 

Am Ende…

…bleibt der Passat Variant ein toller Kombi, dem man die Kilometer und das Jahr – von der Fahrersitzwange mal abgesehen – überhaupt nicht ansieht oder anderweitig anmerkt. Er fühlt sich genauso blutjung an wie am ersten Tag. Dadurch ist der Passat auch als Gebrauchter eine echte Empfehlung. Mit seinen passablen und dabei effizienten Motorisierungen, seinem hohen Fahrkomfort, der ausgezeichneten Sicherheitsausstattung und dem sinnvollen Portfolio an Zubehör, beglückt er seine Besitzer mit einem facettenreichen Spektrum an Nutzungsmöglichkeiten.

Die offenen Fragen zu den kleinen Problemen sorgen jedoch für einen schalen Nachgeschmack im Gesamteindruck.

In Zeiten von Dieselgate & Co. stellt sich die Frage, warum man in derartigen Zeiten nicht die Kundenbindung stärker denn je in den Fokus stellt. Stichwörter ‚After-Sales‘ oder ‚Garantie‘ würden da wahrscheinlich Wunder wirken. Gespürt hat man davon eher das Gegenteil. Fire and forget – pardon – verkauft und vergessen. So kam es uns manchmal vor. Schade. An ein wirklich ernsthaftes Problem und dem damit erforderlichen Gang zum Händler möchten wir unter den Umständen lieber nicht denken.

Wir denken jedoch, das ist ein Einzelproblem mit Fokus auf dem verantwortlichen Händler und steht sicherlich nicht repräsentativ für den allgemeinen Service bei Volkswagen. Unser Testwagen ist in jedem Fall mehr wert als der erfahrene Service.

 

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Können diese Augen lügen? Nein, aber die Erleuchtung bringt das LED-Licht. Kompromisslos.

 

 

Text/Foto: NewCarz

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