Chevrolet Camaro Convertible – Der sanfte Beginn

Chevrolet Camaro Convertible

Dauertest Chevrolet Camaro Convertible V8

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04.01.2017 – km-Stand 1.250 | Der sanfte Beginn

Da steht er nun, oder besser, da rollt er schon. Denn stehen lassen möchte man diesen Amerikaner nur ungern. Entsprechend fix vergehen die ersten Kilometer im Cabrio mit der unglaublichen Stimme.

 

Reitschule mit dem Ponycar

Vom Händler wurde uns geraten, den Chevrolet Camaro die ersten 1.000 Kilometer noch zu „schonen“ – oder besser gesagt, angemessen einzufahren. Das heißt im Klartext: Drehzahlen über 2.500 Umdrehungen vermeiden, keine Kick-Downs und  – das gilt jedoch grundsätzlich – den Motor immer warmfahren.

Entgegen der anfangs befürchteten niedrigen Geschwindigkeitsbereiche, konnten wir recht schnell feststellen, dass das Einfahren beim Camaro V8 bedeutet, die 180 km/h nicht zu überschreiten. Bei dieser Geschwindigkeit liegen in etwa die besagten 2.500 Umdrehungen an, was uns bei der ersten Autobahnfahrt durchaus positiv überraschte.

 

Im Chevrolet Camaro Convertible wird man zum Sitzenbleiber

In puncto Langstreckentauglichkeit können wir auch jetzt den Eindruck vom Erstkontakt bestätigen und dem Camaro eine unerwartet deutliche Reisetauglichkeit bescheinigen. Gerne nimmt man dabei stundenlanges Platznehmen auf dem Gestühl in Kauf und spult Kilometer um Kilometer mit dem beim aktuellen Wetter lieber geschlossenem Cabrio ab.

Der Kraftstoffverbrauch auf den ersten 1.000 Kilometern variiert stark nach Fahrverhalten und Umgebung. Während auf der Autobahn bei relativ konstanter Geschwindigkeit sogar die Zehn-Liter-Marke unterboten werden kann, genehmigt sich der bullige Achtzylinder im urbanen Bereich mit seinen vielen Beschleunigungs- und Abbremsvorgängen gerne auch mal 17 plus minus zwei Liter Super.

Sicherlich spielen an dieser Stelle die aktuell niedrigen Temperaturen eine nicht unbedeutende Rolle.

 

Hört her, ich bin ein Achtzylinder!

Unbedingt möchten wir einmal den Charakter dieses Chevrolet Camaro V8 beim Kaltstart präsentieren: Nach mehrmaligem Surren des Anlassers brüllt sich der Achtzylinder die ersten 30 Sekunden die Seele aus dem Leib – sehr zu Ungunsten zart besaiteter Nachbarn.

Die ersten ungefähr zwei Kilometer verhält sich der Ami dann derart ruppig und bockig, als hätte man es mit einem uralten, falsch betankten Pickup zu tun. Die Gasannahme verweigert sporadisch den Dienst und der Motor stellt laut seine unregelmäßigen Ein- und Auslasstakte zur Schau.

Auch wenn dieser „Ungehorsam“ für manche vielleicht abschreckend wirkt, finden wir dieses beinahe V8-patriotische Verhalten irgendwie cool. Ein typischer Amerikaner mit großem Achtzylinder darf ruhig auch mal bocken – das zeigt Charakter und wirkt so ganz und gar nicht glattgelutscht.

 

Chevrolet Camaro Convertible
Vom Klang her sympathisch old school – der 6.2-Liter-V8 des Camaro.

 

Und Gott sprach – ‚Es werde Licht!‘

Ebenfalls der dunklen Jahreszeit geschuldet, kamen wir in den übermäßigen Genuss der Bi-Xenon-Scheinwerfer. Für eine derart niedrige Anbauhöhe und der Tatsache geschuldet, dass die Leuchtmittel die 2.000-Lumen-Grenze nicht übersteigen dürfen, erhellen sie die Straße sowohl in der Weite als auch in der Breite ohne Anlass zur Kritik. Die recht homogene Streuung erlaubt auch höhere Geschwindigkeiten bei Nacht ohne subjektive Sichteinbußen.

 

Acht minus Vier macht Leise

Auf längeren Strecken schalten sich gerne mal vier der acht Zylinder ab. Dies zeigt der Chevrolet Camaro Convertible auch im Cockpit an und wird dabei flüsterleise und spart auch Sprit. Zeit, um das Soundsystem mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Die ersten Töne kamen zu unserem Erstaunen maßlos übersteuert aus den Boxen und wir waren zunächst ein wenig schockiert. Nach kurzer Rast und einer entsprechenden Justierung konnten wir jedoch Entwarnung geben und kamen nach einigen weiteren Feineinstellungen in den rauchigen Genuss der Bose-typischen Klänge aus der acht Lautsprecher beinhaltenden Audioanlage.

 

Winter & Camaro – eine gute Liaison

Loben möchten wir die außerordentlich tüchtige Lenkradheizung, welche jedem noch so kalten Wintermorgen den Schrecken nimmt. Es ist jedoch nicht nur die permanente Heizleistung, sondern auch die extrem schnelle Aufheizphase: In weniger als einer Minute erwärmt sich das mit Leder bezogene Volant und umschmeichelt die Hände des Fahrers mit wohltuender Wärme. Die Sitzheizung wärmt ebenfalls recht ordentlich, benötigt aber deutlich länger, um sich durch die ledernen Sitzbezüge bemerkbar zu machen.

Erwähnenswert ist, dass wir den größten Teil der bereits gefahrenen Kilometer im Tour-Modus zurückgelegt haben. Aufgrund der teils tiefen Temperaturen und feuchten Straßen ließen wir vorerst die Finger vom Sport- oder gar Track-Modus. Wir sind jedoch gespannt, wie sich der Schnee/Eis-Modus bei entsprechenden Gegebenheiten im Alltag schlagen wird.

 

Chevrolet Camaro Convertible
Keine Sorge, dieser Durchschnittsverbrauch zeigt sich nur auf den ersten gefahrenen Metern nach dem Reset.

 

Summa summarum können wir bis auf den hohen innerstädtischen Verbrauch und die bei geschlossenem Verdeck stark eingeschränkte Sicht erst einmal keine Kritik am doch erstaunlich alltagstauglichen Chevrolet Camaro Convertible äußern. Nach der eher sanften Einfahrzeit wird es nun sicher spannend.

Text/Fotos: NewCarz

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5 comments

Hi,
hört sich alles gut an.
Was macht das Verdeck auf der Autobahn, ist das Leise wie beim C 43 AMG, hier ist die Geräusch Qualität das beste was ich je beim Cabrio gesehen habe.

Hallo Henry,
vielen Dank für dein Interesse an unserem Dauertest. Zu deiner Frage: Berücksichtigt man die Bauform mit dem Stoffverdeck, kann man die Geräuschentwicklung doch als durchaus zurückhaltend bezeichnen.
Insgesamt bedeutet dies in der Praxis, dass man ungefähr bis Tempo 160 eine moderate Geräuschkulisse beobachten kann. Darüber wird es lauter, exponentiell lauter. Bei Tempi über 200 werden Gespräche schon anstrengend, wobei man bei dieser Gangart auch nicht das Hauptaugenmerk auf Gespräche legen sollte, denn die Fahrbahn fordert Konzentration und die Ohren bestaunen viel lieber den orchestralen Klang des Achtzylinders.

Dass es einem Coupé mit fester Dachkonstruktion nicht gleich kommen kann, sollte man bei Interesse für ein Cabriolet unbedingt berücksichtigen. In der Geräuschdämmung des Verdecks, dürfte sich der Camaro unter den Cabrios im guten Durchschnitt bewegen.

Ich hoffe, wir konnten dir mit dieser Antwort weiterhelfen.

Viele Grüße und weiterhin viel Spaß auf unserer Seite wünscht

Das NewCarz-Team

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