Mazda 3 (MJ 2017) – Unterschätzter Underdog

2003 erblickte der japanische Golf-Konkurrent erstmals das Licht der Welt. Mittlerweile rollt schon die dritte Genration über die Straßen und es wurde nun Zeit, den kompakten Japaner ein wenig aufzufrischen und ihm etwas mehr technisches Know-How beizubringen.

Wir fuhren den neuen Mazda 3 als Fünftürer mit 165-PS-Benziner. Eine neue Exclusive-Line? Lenkradheizung? Verkehrszeichenerkennung? Klingt spannend, Erstkontakt!

 

Exterieur & Interieur – Erwachsensein war nie cooler

Der Mazda 3 ist aus der Pubertät raus, keine Frage. Der Blick ist ernster, verspielte Elemente – wie die runden Nebelleuchten – wurden beinahe alle entschärft und durch formschönere Varianten der Kodo-Designsprache angepasst.

Optisch wartet die Front nun mit einem größeren Kühlergrill auf, welcher von einer Chromleiste unterhalb dessen `geframed´ wird. Neu sind ebenfalls optionale Voll-LED-Scheinwerfer samt horizontalem LED-Tagfahrlicht, welche sich harmonisch in das Gesamtbild einfügen. Die Seitenpartie erhält auf Wunsch neu designte 18-Zoll-Leichtmetallräder im Zehnspeichen-Design, in den Außenspiegeln halten nun LED-Blinker Einzug.

 

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Urbanes Flair – Der neue Mazda 3 fühlt sich in der City pudelwohl

 

Den Abschluss des Fahrzeugs ziert nun eine neue, in Wagenfarbe lackierte Heckschürze. Die markante Lichtsignatur bleibt unverändert und hebt den sportlichen Charakter des Japaners besonders hervor.

Der Kunde hat beim neuen Mazda 3 die Wahl zwischen neun verschiedenen Außenfarben, wobei die Lackfarbe Turmalinblau Metallic neu im Portfolio ist.

Fast scheint es so, als wisse der Kompakte nun worauf es ankommt. Schluss mit lustig also? Dank G-Vectoring Control steht nun der Reisekomfort für die Insassen an oberster Stelle.

 

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Spannendes Design – Die Kodo-Desingsprache kommt im gelifteten 3 besser zur Geltung

 

Auf dem straff gepolsterten Fahrersitz Platz genommen und umgeschaut. Auf Anhieb wird deutlich, was die Japaner hier angestellt haben: Viel, sogar sehr viel Softtouch hat Einzug genommen im gelifteten 3. Das ist zwar kein Leder, vermittelt jedoch haptisch wie optisch einen hochwertigeren Eindruck als die schnöde Plastikwüste vom Vorgänger.

Apropos Sitze: Im Facelift wurden diese in ihrer Form verändert, sodass die Kontaktflächen zum Fahrer erhöht, der punktuelle Druck aber gleichzeitig verringert wurde.

Neu gestaltet ist zudem das Lenkrad des Mazda 3. Die Speichen erhalten Chromzierleisten und sind nach außen hin verjüngt, die Bedienung gelingt nun ergonomischer. Darüber hinaus wartet der kompakte Japaner auf Wunsch mit einer Lenkradheizung auf.

Statt der mechanischen gibt es nun eine elektrische Handbremse und das Head-Up-Display wartet nun mit farbiger Projektion auf.

 

Technik & Assistenz – Helferlein satt

Während die Änderungen beim Design weitestgehend dezent ausfallen, wurden die inneren Werte umso massiver überarbeitet.

 

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Freak inside – Der dezent geliftete 3 ist nun ein Technik-Ass erster Klasse

 

Besonders pointieren möchte der Mazda 3 die Sicherheitskomponente. Hier fand eine Erweiterung der City-Notbremsfunktion statt, welche sich nun auch einer Frontkamera bedient. Der charmante Vorteil: Auch bei höheren Geschwindigkeiten kann das System nun eingreifen. Genau genommen agiert dieses Assistenzsystem bis zu einer Geschwindigkeit von 80 km/h. Zwischen 80 und 160 km/h übernimmt der Smart Brake Support – kurz SBS – welcher bei einer drohenden Kollision zunächst akustisch und optisch warnt, in letzter Instanz selbständig einen Bremsvorgang einleitet.

Überzeugen konnte das System im Test unter anderem auch, weil der Mazda 3 selbst Rückwärtsfahrten überwacht und bei drohender Kollision eingreift. Quasi ein Notbremsassistent für´s Rückwärtsfahren. Mazda nennt dies Smart City Brake Support Reverse – kurz: SCBS R.

 

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Gib mir vier! – Die neuen Voll-LED-Scheinwerfer warten mit vier LEDs pro Seite auf

 

Die bereits erwähnten Voll-LED-Scheinwerfer ersetzen die bisherigen Bi-Xenon-Leuchten und bieten dem Fahrer dank einzeln ansteuerbarer LEDs mehr Sicherheit bei Nacht. Insgesamt vier Dioden pro Scheinwerfer sorgen für einen homogenen Lichtteppich bei niedrigen Geschwindigkeiten. Auf der Autobahn beziehungsweise bei einer Geschwindigkeit ab 105 km/h wird der sogenannte Autobahnmodus aktiviert. Der Lichtkegel wird hier leicht angehoben, um die Leuchtweite angemessen zu erhöhen, sodass auch bei zügigen Fahrten stets genügend Licht offeriert wird. Ein Fernlichtassistent komplettiert dieses `Adaptive LED Headlamps´ genannte System.

 

Motor & Antrieb – Never change a winning team

Nichts verändert wurde hingegen bei den Motoren und Getrieben. Getreu dem Motto, man möge doch bitte niemals ein gut eingespieltes Team auseinanderreißen, lässt Mazda den 3 bei den gewohnten fünf Aggregaten – bestehend aus drei Benzin- und zwei Dieselmotoren. Die Benziner leisten zwischen 100 und 165 PS, den Selbstzünder gibt 105 respektive 150 Pferdestärken.

 

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Angenehm stark – Der 165 PS starke Benziner bietet viel Leistung bei geringem Durst

 

Wir fuhren den neuen Mazda 3 als 165 PS starken Benziner. Dank SKYACTIV-Technologie soll auch der Top-Benziner gerade einmal 5,8 Liter Super pro 100 Kilometer verbrauchen. Ob wir diese Werte erreichen?

Zunächst jedoch zum Fahrverhalten: Auf den ersten Metern verhält sich der geliftete 3 so unauffällig wie eh und je. Der Motor ist alles andere als ein Krawallmacher, gleitet recht angenehm über den Asphalt und vermittelt einen souveränen Eindruck.

Die Lenkung ist recht leichtgängig, wirkt aber nie synthetisch. Insbesondere in dichten Innenstädten lässt sich der Mazda 3 angenehm leichtfüßig auch durch enge Gassen zirkeln. Einparken stellt ebenfalls keine Hürde dar.
Bei Kurvenfahrten – insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten – macht sich das G-Vectoring Control bemerkbar. Aus einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren ergibt sich ein flüssiges, sehr souveränes Verhalten, welches dem Komfort der Insassen spürbar zugute kommt und im Segment durchaus ein Alleinstellungsmerkmal verkörpert.

 

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G-Vectoring Control regelt – Das System verschafft dem Mazda 3 ein Alleinstellungsmerkmal

 

Die Stärken des 165-PS-Benziners liegen in seinem ruhigen Motorlauf und der recht linearen Kraftentfaltung. Ab 2.200 Umdrehungen geht´s beim Tritt auf´s Gaspedal recht flott voran, untermalt von leichtem Knurren – das gefällt. Die manuelle Sechsgang-Schaltung weist kurze Schaltwege auf, etwaiges Verschalten ist hier nahezu ausgeschlossen.

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Wir fuhren den Mazda 3 mit gut sechs Litern bei normaler Fahrweise. Das geht aus unserer Sicht völlig in Ordnung, haben wir nun auch nicht jedes Mal die Schaltempfehlung im Infodisplay berücksichtigt.

 

Ausstattungen & Preise – G-Vectoring ist immer Serie

Insgesamt stehen für den neuen Mazda 3 die Ausstattungslinien Prime-Line, Center-Line, die neue Exclusive-Line sowie die höchste Sports-Line zur Verfügung. G-Vectoring Control ist bei jedem Modell serienmäßig integriert.

 

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Vier Linien – Die Exclusive-Line ist neu und eine echte Alternative

 

Die Preise starten bei 17.990 Euro für den 100-PS Benziner in der Prime-Ausstattung.
Die Center-Line beginnt bei 21.090 Euro.
Wer sich für die neue Exclusive-Line entscheidet, muss mindestens 22.990 Euro einkalkulieren. Und für die Sports-Line werden mindestens 24.390 Euro fällig.

 

Fazit – Modernes Makeup

Rundum gelungen – so lautet unser Fazit zum Mazda 3 MY 2017. Die Optik des kompakten Japaner wurde wahrlich nur in geringen Dosen verändert. Ein Lidstrich hier, etwas Puder dort – das war´s. Und das reicht auch – grobe Foundation hat der 3 nicht nötig, schick war er auch schon vor dem Facelift.

 

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Facelift gelungen? – Der neue Mazda 3 ist eine attraktive Alternative zu den Platzhirschen

 

Wirklich interessant sind die technischen Neuerungen, die er größtenteils vom großen 6 spendiert bekommen hat. Vor allem die sicherheitsrelevanten Features wie der City-Notbremsassistent samt Fußgängererkennung und Ausparkhilfe sorgen in der Praxis für ein nicht unerhebliches Plus an Sicherheit. Mit dem G-Vectoring Control sichert sich der Mazda 3 darüber hinaus ein Alleinstellungsmerkmal, welches klassenunüblich ist, jedoch mit viel Fahrspaß auftrumpfen kann.

Die Voll-LED-Scheinwerfer sind zudem überaus praktisch und setzen ebenfalls Maßstäbe in seiner Klasse.

Ab sofort können Interessenten den neuen Mazda 3 bestellen. Die Auslieferung der ersten Fahrzeuge beginnt mit der Händlerpremiere am 3. Februar 2017. Besonders Kunden der Exclusive-Line dürfen an dieser Stelle gespannt sein.

Text: NewCarz

Fotos: Van der Vaart Fotografie für NewCarz

Technische Daten: Mazda 3 SKYACTIV-G 165

Länge x Breite x Höhe (m): 4,47 x 1,80 x 1,47

Motor: Vierzylinder-Reihen-Motor

Leistung: 121 kW (165 PS)

Hubraum: 1.998 ccm

Max. Drehmoment: 210 Nm

Getriebe: 6-Gang-Handschaltgetriebe

Antrieb: Frontantrieb

Durchschnittsverbrauch (NEFZ-Norm): 5,8 L/100 km

CO2-Emissionen: 135 g/km

Abgasnorm: Euro 6

Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h

Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 8,2 Sekunden

Leergewicht: 1.230 kg

Kofferraumvolumen: 364 – 1.263 l

Kraftstofftank: ca. 51 Liter

 

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