Subaru Outback 6 Test – Mit Adleraugen unterwegs

Subaru Outback VI

Tags

Der Subaru Outback ist so etwas wie der Anti-Trend auf vier Rädern.

Während andere Hersteller ihre Modelle entweder zu SUV aufblasen oder zu Coupé-artigen Lifestyle-Statements verbiegen, bleibt der Outback stoisch bei seinem Konzept: hochgelegter Kombi, Allrad, fertig. 

Seit den 90ern rollt er damit durch die Weltgeschichte und wirkt dabei ungefähr so modisch wie ein Flanellhemd auf einer Fashion Week.

Und genau das ist sein Ding. Die aktuelle Generation steht kurz vor dem Generationswechsel, der noch dieses Jahr erwartet wird. Ein guter Moment also, um sich die Platinum-Version noch einmal genauer anzusehen, bevor die Zukunft womöglich alles digitalisiert, glattbügelt und emotional sterilisiert. Hauptaugenmerk lag in diesem Test auf das EyeSight-System, welches das Herzstück aller Assistenzsysteme dieses Allradlers bildet.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die sechste Generation trägt das neueste EyeSight-System, welches ein Höchstmaß an Sicherheit garantiert.
  • Das klassische Design plus dem riesigen Platzangebot und der Allradantrieb sind die Kernkompetenzen des Outback.
  • Am Ende seiner Laufbahn macht der Geländekombi immer noch eine hervorragende Figur und erfreut sich großer Beliebtheit bei seiner Zielgruppe.


Exterieur & Interieur – Moderne in klassischer Hülle

Optisch blieb der Outback seit jeher konsequent unbeeindruckt von Trends. Während andere Fahrzeuge LED-Signaturen wie Laserschwerter tragen, steht er da wie ein Zeitreisender aus den späten 90ern. Kantig, funktional, ein bisschen wie ein Outdoor-Katalog auf Rädern.

Ist das schlimm? Mitnichten. Exakt so wollen ihn seine Fans und Pragmatismus ist an dieser Stelle eher ein Markenzeichen anstatt eines Kritikpunktes.

Innen wird es deutlich moderner, aber ohne Design-Feuerwerk. Viel Platz, viel Übersicht und sehr funktional.
Die Platzverhältnisse sind üppig wie ein All-you-can-eat-Buffet. Im Fond sitzt man so luftig, dass selbst großgewachsene Mitfahrer nicht über Kniekontakt philosophieren müssen.

Der Kofferraum ist riesig, fast schon frech groß. Maximal passen 1.822 Liter in das Gepäckabteil.

Zum Seitenanfang

Antrieb und Fahreigenschaften – Boxer aus Leidenschaft

Unter der Haube arbeitet ein klassischer Subaru-Boxer: 2,5 Liter Hubraum, 168 PS und 252 Newtonmeter generiert der Benziner, der ohne Turbo oder Kompressor auskommt. Kein Feuerwerk, kein Drama. Eher ein solider Büroangestellter mit Outdoor-Hobby.

Subaru Outlander Motor
Der Boxermotor ist bei Kunden überaus beliebt und genau deshalb hält Subaru daran fest.

Die Leistung ist aber für alles, was der Outback abdecken soll, absolut ausreichend. Der Outback ist weder Sportgerät noch Wanderdüne. Er bewegt sich souverän, ohne Ambitionen, die Pulsuhr des Fahrers zu beeindrucken.

Subaru Outlander Wählhebel
Kein „Shift by Wire“ sondern reine Mechanik – auch beim Wählhebel bleibt Subaru bei der alten Schule.

Das CVT-Getriebe verdient eine kleine Ehrenrunde. Früher bekannt für lautstarkes Hochdrehen bei bereits mittlerem Leistungsabruf mit dem Charme eines Staubsaugers im Endkampf, zeigt sich die aktuelle Version deutlich kultivierter.
Die simulierten Gangwechsel wirken angenehm natürlich und der berüchtigte „Gummiband-Effekt“ bei höheren Geschwindigkeiten oder mittelstarken Beschleunigungen gehört weitgehend der Vergangenheit an.

Das Fahrverhalten lässt sich als komfortbetont und sicher beschreiben. Besonders dank Allrad ist der Outback ein wahrer Traktionsmeister – genau diese Kernkompetenz ist es, die seine Fanbase frenetisch zu feiern weiß.

Der Geländekombi ist sicher kein Kurvenräuber, aber ein souveräner Langstreckenpartner, der aber auch abseits befestigter Wege sein Ziel unbeeindruckt im Auge behält.

Beim Verbrauch war es mit dem Outback noch nie so, dass er Sparpokale abräumen wollte. Im Drittelmix pendelt sich der Outback bei etwa 8,9 Litern ein. Für ein großes Allradfahrzeug ist das ganz in Ordnung. Boxer-Motoren sind bekannt für ihre Laufruhe, nicht für asketischen Spritkonsum.

Subaru Outlander Sparrunde Verbrauch
Immer etwas besser – Das Sparrunden-Ergebnis hat sich mit der Zeit immer wieder verbessert.

Allerdings wurde die Sparrunde von diesem Japaner mit einem Schnitt von 4,8 Litern abgeschlossen. Ein anerkennenswertes Ergebnis, vor allem, weil in vorangegangenen Tests das Ergebnis nicht ganz so bravourös ausfiel.

Zum Seitenanfang

Subaru EyeSight – Das wachsame Doppelauge

Der Outback hat, wie alle aktuellen Modelle der Marke, einen heimlichen Beifahrer, ein ziemlich aufmerksames Kamera-Duo namens EyeSight. Und das schaut nicht nur zu – es mischt sich ein, wenn es nötig wird.

Funktionsweise

Im Kern ist EyeSight erstaunlich „oldschool clever“. Zwei Kameras sitzen links und rechts neben dem Innenspiegel und beobachten permanent die Straße. Diese Stereo-Kamera erzeugt ein räumliches Bild, ähnlich wie unsere eigenen Augen.

Das System erkennt Fahrzeuge, Zweiradfahrzeuge, Fußgänger, Fahrbahnmarkierungen und Abstände sowie Geschwindigkeitsunterschiede. Und daraus entsteht ein kleines Sicherheitsorchester, bestehend aus einem Notbremsassistent, einem adaptiven Tempomaten, einem Spurhalte- und Spurzentrierungsassistent und einem Anfahr-Kollisionswarner.

Wenn es brenzlig wird, warnt EyeSight erst höflich – und greift dann ein, indem es bremst oder die Leistung reduziert.

Der Entwicklungsweg

Die Geschichte von EyeSight ist kein spontaner Geistesblitz, sondern eher ein Langstreckenlauf. Die Entwicklung begann bereits Ende der 80er Jahre und die Serienreife erfolgte über viele Iterationen hinweg.

Die Markteinführung in moderner Form erfolgte dann erst ab 2008. Subaru hat sich dabei bewusst gegen Radar entschieden und setzt bis heute primär auf Kameratechnik. Das ist fast schon philosophisch: Während andere Hersteller Sensorfusion betreiben, setzt Subaru sinngemäß auf zwei gute Augen.

Neuere Generationen wurden kontinuierlich erweitert, etwa durch zusätzliche Weitwinkelkameras, die besonders langsame Verkehrsteilnehmer besser erkennen. Diese sukzessive Weiterentwicklung haben wir auch in unzähligen Tests über das letzte Jahrzehnt erleben können und wissen, dass dieses System mittlerweile eine hervorragende Arbeit leistet. Entsprechend kommen wir zu den…

Subaru Outlander EyeSight
Die beiden Kameras in der Windschutzscheibe bilden das Herzstück des Subaru EyeSight-Systems.

Eigenschaften im Alltag

EyeSight wirkt im Outback wie ein sehr entspannter Co-Pilot: Der adaptive Tempomat arbeitet auf dessen Basis harmonisch und stressfrei. Die Geschwindigkeitsanpassungen erfolgen sanft und nur bei Bedarf mit Nachdruck. Die Spurführung funktioniert sehr ruhig, ohne nervöses Gezappel. Im Stop-and-Go-Verkehr nimmt das System dem Fahrer viel Arbeit ab.

Besonders angenehm: Das System ist nicht überambitioniert und liegt ausgesprochen selten daneben.

Natürlich gibt es Grenzen. Wie bei menschlichen Augen gilt auch hier – bei starkem Regen, Nebel oder verschmutzter Scheibe wird aus Adlerblick schnell Maulwurfmodus.

Vergleich zu anderen Assistenzsystemen

Hier wird es spannend, denn EyeSight geht einen anderen Weg als viele Konkurrenten. Während das Subaru EyeSight rein kamerabasiert arbeitet, welches eine sehr gute Objekterkennung und räumliche Einschätzung gewährleistet und mit weniger Technikmix einen klaren Fokus ermöglicht, setzen andere Systeme (wie beispielsweise bei deutschen Premiumherstellern) auf eine Kombination aus Kamera, Radar und teils Lidar.

Der Vorteil bei schlechter Sicht: Radar „sieht“ durch Regen/Nebel besser. Die Technik dafür fällt aber oft deutlich komplexer aus und muss teilweise feiner abgestimmt werden. Das wiederum führt zu einem interessanten Charakterunterschied: Während EyeSight oft natürlicher und weniger „überkorrigierend“ arbeitet, bieten technisch vielseitigere Konkurrenzsysteme mehr Möglichkeiten, agieren aber auch manchmal nervöser.

Im Subaru Outback passt EyeSight aber auch gerade durch diese Unaufgeregtheit, die Zuverlässigkeit und die Funktionalität statt Spektakel perfekt ins Gesamtbild.

Zum Seitenanfang

Ausstattung, Komfort & Technik

Die Platinum-Ausstattung des Subaru Outback kommt ziemlich vollgepackt daher. Subaru verfolgt hier offenbar das Motto: lieber alles rein als lange Optionslisten schreiben.

Serie sind hier unter anderem Matrix-LED-Scheinwerfer, die sich im Test keine erkennbaren Schwächen leisten. Sehr gute Helligkeit und Reichweite und eine zuverlässige Ausblendung anderer Verkehrsteilnehmer. Nicht ganz so filigran wie manche High-End-Systeme, aber absolut praxistauglich und ungemein überzeugend bei jeder Nachtfahrt.

Dazu gibt’s ein großes Infotainment mit riesigem vertikalen Zentralbildschirm inklusive Navi und kabelloses Android Auto sowie Apple CarPlay.

Die Sitz- und Lenkradheizungen arbeiten schnell und gleichmäßig, als hätten sie einen Thermik-Doktortitel. Dann kommt die Audioanlage und trübt den Gesamteindruck etwas. Klanglich erinnert sie nicht wirklich an ein Premiumsystem. Und nein, es gibt kein Upgrade. In einem Auto jenseits der 50.000 Euro wirkt das ungefähr so passend wie Instantkaffee im Sternerestaurant.

Subaru Outlander Fondklimatisierung
Neben Sitzheizungen für die äußeren Fondsitze gibt es zusätzlich USB-Slots für die Fondpassagiere.

Extras sind kaum relevant, da schon fast alles drin ist. Es gibt neben Anhängerkupplung, Seitentrittbretter und diverse Felgendesigns ausschließlich Zubehör gegen Aufpreis. Das Problem liegt eher darin, was nicht optional ist – wie beispielsweise eine bessere Audioanlage.

Entgegen dem EyeSight mit verlässlich nach vorn gerichteten Augen, zeigte sich die Fahrerüberwachung mitunter zu sensibel und ermahnte den Fahrer zum „Blick nach vorn“, auch wenn es nur der notwenige Schulterblick beim Abbiegeprozess war, den das System missinterpretierte.

Zum Seitenanfang

Varianten und Preise des Subaru Outback

Der Outback wird in Deutschland relativ übersichtlich angeboten. Der 2.5i ist praktisch die einzige Motorisierung. Dazu gibt es vier Ausstattungen:

  • Trend – Der Einstieg liegt bei 46.690 Euro und bietet unter anderem bereits das EyeSight-System, 18-Zöller, Smartphone-Wireless und vieles mehr.
  • Active – Ab 48.890 Euro kommen eine elektrische Heckklappe, ein Navi und elektrisch verstellbare Vordersitze zur Serienausstattung hinzu.
  • Exclusive Cross – mindestens 49.890 Euro verlangt Subaru für diese Ausstattung und legt dafür on top wasserabweisende Sitzbezüge, Alu-Pedalerie, eine Dachreling und Designelemente in Grün und Schwarz obendrauf.
  • Platinum – Die Pole-Position startet bei 51.790 Euro und offeriert zusätzlich ein elektrisches Glasschiebedach, Memoryfunktion für den Fahrersitz und die Außenspiegel und Nappaleder als Sitzbezüge.

Subaru Outlander Seite
Bei knapp 47.000 Euro startet die 6. Generation des Outback; die nächste Generation wird mit Sicherheit teurer.

Die nächste Generation des Outback soll noch in diesem Jahr nach Deutschland kommen. Eine vollelektrische Variante, der E-Outback soll im Herbst dieses Jahres folgen.

Zum Seitenanfang

Was sagen die Kunden zum Subaru Outback?

Ein Blick in soziale Netzwerke zeigt ein ziemlich klares Bild. Gelobt wird die Zuverlässigkeit des Outback („läuft einfach“), der permanente Allradantrieb („kommt überall durch, auch wenn man es eigentlich nicht braucht“) und das Platzangebot („Umzug? Kein Problem.“)

Kritisiert wird das Infotainment („funktioniert, aber wollen keine Freunde werden“), der Verbrauch („okay, aber nicht zeitgemäß“) und ja, auch die Audioanlage bekommt regelmäßig ihr Fett weg.

Ein typischer Kommentar lässt sich sinngemäß so zusammenfassen:

Ich habe ihn nicht gekauft, weil ich ihn liebe. Ich habe ihn gekauft, weil er mich nie im Stich lässt.

So gesehen ist das keine Romanze, sondern eine stabile Ehe.

Zum Seitenanfang

Fazit – Alte Schule ohne maroden Putz und Inventar

Der Subaru Outback 2.5i ist ein Auto für Menschen, die sich von Trends ungefähr so beeindrucken lassen wie ein Fels von einer Wetter-App.

Er bietet enorm viel Platz, solide Technik, echten Allradnutzen und eine angenehm entspannte Fahrcharakteristik. Gleichzeitig leistet er sich kleine Eigenheiten, die man in dieser Preisklasse eigentlich nicht mehr erwartet. Wirklich Abbruch scheint dies aber dem Allradler nicht zu tun.

Subaru Outlander schräg hinten
Als Outback VI zeigt sich der Subaru auch ein letztes Mal im klassischen Design.

Der Outback ist kein Blender, kein Statussymbol und auch kein Technik-Showcar. Aber er macht seinen Job – und das so gut, dass so manchem Pseudo-Offroader oder Crossover-Kombi die Luft wegbleibt. Dabei fiel trotz ganzheitlichem Hang zur „Old School“ die Weiterentwicklung der Sicherheits- und Assistenzsysteme nie in Stagnation, was dieser Blick auf das EyeSight-System eindrucksvoll unterstreichen konnte.

Text & Fotos: NewCarz

Zum Seitenanfang

Pro & Contra

Pro:

  • enormes Platzangebot und riesiger Kofferraum
  • sehr komfortables Fahrverhalten mit souveränem Allrad
  • deutlich verbessertes CVT-Getriebe
  • nahezu komplette Serienausstattung (Platinum)

Contra:

  • durchschnittliche Audioanlage ohne Upgrade-Möglichkeit
  • Design wirkt bewusst aus der Zeit gefallen
  • Verbrauch nur durchschnittlich
  • Infotainment nicht auf Premium-Niveau

Zum Seitenanfang

Konkurrenz: Mercedes-Benz E-Klasse Allterrain, Audi A6 Allroad quattro

Technische Daten: Subaru Outback 2.5 i Platinum (Generation 6)

  • Farbe: Autumn Green Metallic
  • Fahrzeugklasse: Mittelklasse  / Kombi
  • Länge x Breite x Höhe (m): 4,87 x 1,88 (2,07 mit Außenspiegel) x 1,68
  • Radstand (mm): 2.745
  • Antrieb: 2.5-Liter-Vierzylinder-Boxer-Ottomotor mit OPF
  • Hybridart: –
  • Hubraum (ccm): 2.498
  • max. Leistung: 124 kW (169 PS) bei 5.000 rpm
  • max. Drehmoment (Nm): 252 bei 3.800 rpm
  • Getriebe: stufenlose Automatik CVT
  • Antriebsart: Allrad (Symmetrical AWD)
  • Durchschnittsverbrauch (WLTP): 8,6 l/100 km
  • Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 8,9 l/100 km
  • CO2-Emissionen (Werksangabe): 193 g/km
  • Abgasnorm: Euro 6e
  • Höchstgeschwindigkeit: 193 km/h
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h (sec): 10,2
  • max. Bodenfreiheit (mm): 213
  • Wendekreis (m): 12,2
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 19,7°/22,6°
  • Rampenwinkel: 21,0°
  • Kofferraumvolumen (l): 561 bis 1.822
  • Leergewicht (kg): 1.676
  • Zuladung (kg): 524
  • max. Anhängelast ungebremst/gebremst (kg): 750/2.000
  • max. Stützlast (kg): 90
  • max. Dachlast (kg): 68
  • Kraftstoffart: Benzin E5/E10 mind. 95 Oktan
  • Neupreis des Testwagens: 53.975,58 Euro
  • Basispreis „Trend“: 46.690 Euro

 

Zum Seitenanfang

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ich akzeptiere die Datenschutzhinweise