Autonomes Parken – Future Vibes im Livetest

Autonomes Parken Audi

Volkswagen, Audi und Porsche präsentierten am Hamburg Airport eindrucksvoll, welches Potenzial das Thema autonomes Parken beinhaltet. 

Was für Funktionen dabei bereits ab dem kommenden Jahrzehnt zur Verfügung stehen sollen, erfahren Sie in diesem Bericht aus dem Parkhaus 4.

Das Team von NewCarz war live bei der Vorführung dabei und staunte nicht schlecht über die hochkomplexen Technologien und ausgetüftelten Konzepte, die unsere Mobilität der Zukunft maßgeblich mitbestimmen sollen.

 

Fahrerlos ein- und ausparken – die Faszination

Ein wenig eingepfercht, zeitgleich aber ehrfürchtig und leicht angespannt stehen die Journalisten und Kamerateams in einem abgeschirmten Bereich bereit und starren gebannt in Richtung der Parkhausschranke. Kurze Zeit später fangen etliche klickende Kameras und mannigfaltiges Video-Equipment den Moment ein, in dem der Fahrer des VW Passat GTE aussteigt und sein Auto verriegelt.

 

Autonomes Parken Audi
Mausert sich später als „Annahmestelle“ für einen Hemdenservice – der autonom parkende Audi

 

Per App startet er das autonome Parken, während er bereits in Richtung der Terminals eilt. Alsbald öffnet sich die Schranke und der Kombi mit der charakteristisch-stylishen Lichtsignatur rollt nahezu lautlos den Korridor entlang – vollkommen autonom.

Zielgerichtet steuert der VW-Kombi eine Parklücke vorwärts an und kommt schnurgerade und perfekt mittig zum Stehen. Genauso gut, wie der GTE vorwärts einparkt, vermag er dies auch rückwärts zu tun und fügt sich kurze Zeit später harmonisch in die Mitte zwischen einem Porsche Panamera 4 E-Hybrid und einem Audi Q7 in eine noch freie Parklücke ein.

Dabei ließen uns die besonderen Services dieser drei Fahrzeuge nicht schlecht stauen.

 

Funktionsweise – simple Karten und hochkomplexe Technik

Der Volkswagen Konzern testete das autonome Parken am Hamburg Airport mit einer hochinteressanten Technologie. Dabei steuern die Fahrzeuge nach Erfassen einer grob gepixelten Karte selbstständig die ihnen zugewiesenen Parkplätze an.

 

Autonomes Parken Audi
Die pixelige Karte oben am Deckenträger (mittig oben im Bild) fungiert als Orientierungspunkt

 

Dank der simplen Bildmarker ist die Installation in prinzipiell jedem Parkhaus auch nachträglich möglich. Anfang des kommenden Jahrzehnts soll die Funktion für erste Kunden in ausgewählten Parkhäusern und für die ersten Fahrzeuge aus dem Volkswagen Konzern zur Verfügung stehen.

Beim gezeigten Testszenario können die Nutzer den Parkplatz am Hamburg Airport von zuhause per App buchen und ihr Auto am Eingang des Parkhauses abgeben. Nach der Rückkehr von seiner Reise sendet der Fahrer mittels App einen Hinweis und das Fahrzeug ist kurze Zeit später am Ausgang des Parkhauses bereit zur Heimfahrt. Entsprechend erfolgt die Abrechnung ebenso via App.

 

Maximal sicher – autonomes Parken wird stufenweise eingeführt

Autonomes Parken soll anfangs nur in separaten respektive nicht zugänglichen Bereichen ausgewählter Parkhäuser verfügbar sein.

Als nächster Schritt ist der Betrieb im Mischverkehr geplant, in dessen Zuge autonom parkende Fahrzeuge in denselben Parkhausbereichen wie Autos mit Fahrer agieren.

 

Autonomes Parken Volkswagen
An gewünschter Stelle einparken – dank großer wie simpler Karten als Orientierungsanker

 

Als Garant für die Sicherheit dient die aktive Umfelderkennung, welche Objekte identifiziert und mit einem Ausweichen, einem Abbremsen oder komplettem Stillstand reagiert. Dazu werden die Fahrzeuge mit einem Sensorenset samt Ultraschall, Radar sowie Kamerafunktionen ausgestattet. Die Verarbeitung der Daten erfolgt in einem zentralen Steuergerät des Autos.

 

Volkswagen We Deliver – Das geparkte Fahrzeug als Paketannahmestelle

Das autonome Parken soll außerdem um verschiedene Services ergänzt werden, wodurch die Zeit des Parkens um ein Vielfaches effektiver wird. Wir konnten uns einen Blick verschaffen, welche Full-Service-Angebote für das komfortable und stressfreie Parken der Zukunft garantieren sollen.

 

Autonomes Parken Volkswagen
Retouren und frankierte Pakete können auch vom Paketzusteller mitgenommen werden

 

Dabei kann der Kofferraum als Lieferadresse fungieren, denn dank des Serviceangebots „We Deliver“ können künftig Pakete direkt ins Auto geliefert werden. Dementsprechend lokalisiert der Paketzusteller das frei zugänglich geparkte Auto in einem Umkreis von 300 Metern anhand von GPS-Daten und erhält einen einmaligen Zugang zum Kofferraum.

 

Audi AI – hochvernetzt und elektrifiziert

Die Vision des autonomen Fahrens befeuert Audi mittels einer sich stetig weiterentwickelnden Fahrzeugintelligenz und einer stetig wachsenden Interaktionsintelligenz. Entsprechend soll autonomes Parken und Fahren für eine Zeitersparnis und einen Komfortgewinn garantieren.

 

Autonomes Parken Audi
Könnte in Zukunft selbstständig in eine Waschanlage fahren und gebügelte Hemden bereithalten

 

In speziellen „Audi AI Zones“ erledigt ein Audi künftig verschiedene Dinge selbstständig und unbemannt. So könnte das Fahrzeug eine Waschanlage, eine Tankstelle oder gar einen Hemdenservice ansteuern und zwischenzeitlich autonom parken.

Nach erfolgreicher Mission steht der Audi wieder in der sogenannten Übergabe-Zone zur Weiterfahrt mit seinem Fahrer bereit. Derweil konnte dieser alle Aktionen seines Autos via App verfolgen und mittels weiterer Services kombinieren und ergänzen.

 

Porsche Park & Charge – vollautomatisches Laden

„Laderoboter werden im öffentlichen Raum, unter Umständen sogar im privaten Raum, dazu beitragen, die Akzeptanz der E-Mobilität zu erhöhen“

U. Michael, Leiter Entwicklung Elektrik/ Elektronik bei Porsche, skizziert, inwiefern autonomes Parken mit einem automatischen Ladevorgang einhergehen sollte. Zeitgleich kann so – dem Konzept nach – die Auslastung der Ladeinfrastruktur optimiert werden, da ein Fahrzeug wie der präsentierte Porsche Panamera 4 E-Hybrid ausschließlich in der Zeit des Ladevorgangs auf diesem Parkplatz steht.

 

Autonomes Parken Volkswagen
Laderoboter in Action – der Arm steuert vollautomatisch seinen Zielort an

 

Dabei kommunizieren das geparkte Fahrzeug und der Laderoboter vollautomatisiert via WLAN. Daraufhin wird die Ladeklappe des E- oder Plug-in-Hybridautos automatisch geöffnet, der Arm des Laderoboters nähert sich und stellt die Verbindung zwischen Stromnetz und Onboard-Lader her.

 

Autonomes Parken Ladestation
Laderoboter – das System agiert vollkommen ohne menschliches Zutun mit dem anvisierten Panamera

 

Nach vollbrachtem Ladevorgang parkt der elektrifizierte Performance-GT autonom auf einen gewöhnlichen Parkplatz, um die Ladestation wieder freizugeben.

 

Autonomes Parken und die urbane Mobilität der Zukunft

 „Aktuell verbringen die Menschen rund 30 Prozent ihrer Fahrzeit im Stadtgebiet mit der Parkplatzsuche. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum autonomen Fahren ist daher das autonome Parken wie wir es hier am Hamburg Airport testen“

So Johann Jungwirth, Chief Digital Officer des Volkswagen Konzerns. Autonomes Parken soll damit für eine Zeitersparnis, für einen maximierten Komfort im Alltag und generell dafür stehen, die Fahrzeuge mittels App-Steuerung selbstständig effektiv agieren zu lassen.

 

Autonomes Parken Audi
Autos, die autonom parken und als Serviceschnittstelle fungieren, sind kein Griff nach den Sternen

 

Damit ist das Konzept ein zentraler Bestandteil des Volkswagen Konzerns auf dem Weg zum führenden Anbieter urbaner Mobilität im Rahmen der „TOGETHER – Strategie 2025“. Daher investiert der Volkswagen Konzern mehr als 34 Milliarden Euro in neue Zukunftstechnologien wie die Elektromobilität, autonomes Fahren, digitale Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer und neue Mobilitätsdienste.

Noch ist dies ein Pilotprojekt. Da Themen wie E-Mobilität, Reichweiten und die Praktikabilität der Elektroautos im Alltag nach wie vor ausgesprochen kontrovers diskutiert werden, bietet unser Ratgeber zum Thema des Ladens von elektrischen Autos Aufschluss über einige hierfür relevante Fragen.

Text/ Fotos: NewCarz

Kamera: Canon EOS 6D

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