Erstkontakt: Jaguar E-Pace – Rassekätzchen

Mit dem Jaguar E-Pace haben die Briten ein weiteres SUV auf den Markt gebracht. Unterhalb des F-Pace angesiedelt, soll die kleine Raubkatze den Markt der Kompakt-SUVs aufmischen.

Ob dem so ist, wollten wir herausfinden. Zeit für einen Erstkontakt. Fahrbericht!

 

Design – Die Kleider des F-Pace

Schon auf den ersten Blick wird die Verwandtschaft zum großen Bruder, dem Jaguar F-Pace deutlich. Weiche, organische Formen zieren die Front des Kompakten, ein schwarzer Kühlergrill und die ebenfalls in Schwarz gehaltenen Lufteinlässe harmonieren ausgezeichnet mit der weißen Lackierung unseres Testwagens. Die tropfenförmig eingelassenen LED-Scheinwerfer wurden bis weit in die Seite gezogen und komplettieren das Antlitz des E-Pace. Ganz tief unten befinden sich derweil die Nebelleuchten.

 

Jaguar E-Pace Front
Hübsches Antlitz – Auch die kleinste Katze trägt das Markenantlitz.

 

Seitlich betrachtet, wirkt der Jaguar E-Pace nicht ganz so athletisch wie sein großer Bruder. Die kurzen Überhänge vorne und hinten fallen dem Betrachter sofort ins Auge und der recht hohe Aufbau verspricht vernünftige Platzverhältnisse. Dennoch wirken die am Testwagen angebrachten 19-Zoll-Räder keinesfalls überdimensioniert.

 

Jaguar E-Pace Seite
Pummelig – Das hohe Dach verspricht Platz, lässt den E-Pace jedoch ein wenig gestaucht wirken.

 

Das Heck der Katze erinnert abermals an das des F-Pace – wie eine Festung, massiv und doch ästhetisch. Die geradlinigen LED-Heckleuchten tragen die CI-konforme Lichtsignatur und ein Endrohr auf beiden Seiten suggeriert, dass auch im Junior-Jaguar keine Leistungsdefizite zu erwarten sind.

 

Jaguar E-Pace Heck
Massiv – Auch hier zeigt sich die bullige Jaguar-SUV-Heckansicht.

 

Dass auch die Briten mit viel Liebe zum Detail agieren, zeigt sich unter anderem in der Windschutzscheibe, deren unterer Keil einen Jaguar samt Nachwuchs gemeinsam auf Streifzug zeigt. Im Innenraum wartet derweil das Ablagefach für Smartphones mit der typischen Jaguar-Musterung auf. Tolle Gimmicks, die künftige Besitzer immer wieder auf´s Neue erfreuen werden.

 

Jaguar E-Pace Kätzchen Frontscheibe
Detailverliebt – Die kleine Jaguar-Familie im Keil der Frontscheibe.

 

Apropos Innenraum: Die – zugegeben – etwas gewöhnungsbedürftige rote Möblierung mag nicht jedem gefallen, wirkt aber durchaus frisch und peppig. Die klar fahrerorientierte Anordnung der Instrumente ist übersichtlich und intuitiv – Fragezeichen kamen bei unserem ersten Test keine auf.

 

Jaguar E-Pace Interieur
Red Interior – Die rote Möblierung ist Geschmacksache, wirkt aber peppig.

 

Gleiches gilt für etwaigen Platzmangel. Sowohl vorne als auch hinten herrschen vernünftige Platzverhältnisse, sodass mit vier Personen standesgemäß gereist werden kann. Das Gepäck findet derweil seine Ruhe im 557 Liter fassenden Kofferraum. Falls benötigt, werden hier bis zu 1.234 Liter frei.

 

Jaguar E-Pace Rücksitze
Zweite Reihe – Auch hinten reist man im E-Pace komfortabel.

 

Technik & Assistenz – Von Luxus bis Sport

Der Jaguar E-Pace verfügt über jede Menge technischer Helferlein, die teils im Rahmen der Serienausstattung und teils optional verfügbar sind.

Serienmäßig bekommt der E-Pace-Kunde unter anderem das Infotainment-System Touch Pro samt 10-Zoll-Touchscreen, eine Rückfahrkamera sowie LED-Scheinwerfer.

 

Jaguar E-Pace LED Scheinwerfer
Die Scheinwerfer – LED ist Serie, Matrixlicht optional.

 

Auch in puncto Assistenz lässt sich der britische Autobauer nicht lumpen und spendiert jedem E-Pace einen Aufmerksamkeits- und Spurhalteassistenten sowie eine autonome Notbremsfunktion samt aktive Motorhaube und Fußgängerairbag.

Darüber hinaus wartet jeder E-Pace – sehr löblich – mit einer Verkehrszeichenerkennung auf. Ein Tempomat sowie Parksensoren vorne und hinten gehören ebenfalls zum Standard-Equipment.

Optional wartet der E-Pace mit einem schwarz getönten Panorama-Glasdach sowie Matrix-LED-Scheinwerfern und einem Head-Up-Display auf. Auch die Tachoeinheit ist auf Wunsch für 729 Euro volldigital.

 

Jaguar E-Pace Infotainment
Zentrale – Der gut ablesbare Bildschirm beherbergt alle Infotainment-Funktionen.

 

Darüber hinaus wartet der Jaguar E-Pace und seine Geschwister auch mit einem weiteren Trumpf im Ärmel auf: Da Jaguar in einem Konzern mit Land Rover steckt, kann hier auch fleißig auf die entsprechende Offroad-Erfahrung zugegriffen werden. Das zeigt sich unter anderem in den verschiedenen Assistenzsystemen, wie beispielsweise dem All Surface Progress Control, welches das einfache Befahren von teils anspruchsvollem Gelände ermöglicht.

 

Jaguar E-Pace Kameras
Bordsteinsicht – Die Kameras sorgen für einen vernünftigen Rundumblick beim Einparken.

 

Zwar ist der E-Pace kein Range Rover, doch weiß er dennoch mit der besagten Technik umzugehen. Von seichtem Gelände über Schlick und Schotter bis hin zu unwegsamen Pisten vermag es der kleine Allradler diese mit stoischer Ruhe zu bewältigen.

 

Jaguar E-Pace P300 Schriftzug
Kampfansage – Der E-Pace macht keinen Hehl um sein Leistungspotential.

 

Unterstützt wird er hier vorrangig von dem On-Demand-Allradantrieb, der in den Topversionen des E-Pace über die sogenannte Active Driveline verfügt. Dieser intelligente Allradantrieb verfügt gleich über zwei Lamellenkupplungen zur blitzschnellen Verteilung der Kraft auf alle vier Räder.

 

Motorisierung & Fahreigenschaften – Vier Zylinder und mächtig Power

Unser Testwagen verfügte über die Motorisierung P300 AWD. Wie der Name bereits erahnen lässt, handelt es sich hierbei um einen 300 PS starken Vierzylinder, der seine Kraft auf alle vier Räder verteilt. Das Schalten wird von einer Neungang-Automatik übernommen, auf Wunsch kann der Fahrer die Gänge auch manuell durchschalten.

 

Jaguar E-Pace P300 AWD Motor
Mächtig Dampf – Der Vierzylinder generiert 300 PS und 400 Newtonmeter.

 

Die 300 PS schieben vor allem auf der Autobahn mächtig an und einmal in Fahrt, lassen sich auch längere Strecken am Stück bequem abspulen. Erwartet hätten wir das so nicht, immerhin wartet die rund 4,40 Meter Katze mit einem recht kurzen Radstand von 2,68 Metern auf.

 

Jaguar E-Pace Neungang-Automatik
Schaltet sanft – Die Neungang-Automatik im E-Pace.

 

Möchte man die Fahreindrücke möglichst objektiv halten, so erhält man mit dem Jaguar E-Pace ein sehr sanftmütiges SUV, ohne kräftige, sportlich ausgeprägte Allüren. Neben dem bereits angesprochenen Reisekomfort, überzeugte uns im ersten Test auch die Übersichtlichkeit und das gute Handling des Briten.

Selbst enge Parklücken sind mit dem E-Pace leicht zu meisten, während im Vorfeld der Wocheneinkauf problemlos im Gepäckabteil verstaut wurde. Allerdings wird die Rundumsicht nach hinten durch die recht breite D-Säule beeinträchtigt. Hier hilft das kleine Dreiecksfenster nur bedingt.

 

Jaguar E-Pace Frontansicht
Softes Off? Check! – Dank der Allradkompetenz von Land Rover.

 

Auch ist dem noblen Kompakten eine gehörige Portion Esprit nicht abzusprechen, viele Passanten haben sich nach unserem weißen Testwagen umgedreht. Diese Tugenden sind einem Jaguar nach wie vor sicher, was uns nicht unbedingt überrascht, aber dennoch positiv stimmt.

 

Jaguar E-Pace R-Dynamic Schriftzug
Sportliche Linie – Der R-Dynamic-Schriftzug prangt im Kühlergrill.

 

Der Verbrauch pendelte sich in unserem kurzen Test bei rund zehn Litern auf 100 Kilometern ein. Hierin eingeschlossen sind viele Beschleunigungsmanöver sowie ein guter Teil Autobahn, Stadt und Landstraße zu jeweils weitestgehend gleichen Teilen.

 

Fazit – Mehr als ein City-SUV

Mit dem Jaguar E-Pace zeigt der britische Hersteller, dass nun auch die SUV-Sparte kein Neuland mehr ist. Was wir einst in der ersten Generation des F-Pace kritisierten, ist nun Geschichte. Der E-Pace liegt satt auf der Straße, bietet ausreichend Leistungsreserven und trägt zudem die typischen Jaguar-Gene.

 

Jaguar E-Pace Modell
Gute Gene – Der Jaguar E-Pace ist der entspannte Vertreter der Kompakt-SUV-Riege.

 

Dass die Sportlichkeit beim kleinen Rassekätzchen nicht an erster Stelle steht, ist dabei kein Nachteil. Durch sein vernünftiges Gesamtpaket, sollte sich der Jaguar E-Pace auch mit kleineren Motoren bestückt in Zukunft großer Beliebtheit erfreuen.

Text / Fotos: NewCarz

Kamera: Canon EOS 6D

Konkurrenz:

Audi Q3, BMW X2, Mercedes-Benz GLA, Infiniti QX30, Volvo XC40

 

Technische Daten: Volvo XC40 T3 Momentum

Länge x Breite x Höhe (m): 4,41 x 1,98 x 1,65

Motor: Vierzylinder-Reihenmotor mit Turboaufladung

Leistung: 221 kW (300 PS)

Hubraum: 1.997 ccm

Max. Drehmoment: 400 Nm

Getriebe: Neungang-Automatikgetriebe

Antrieb: Allradantrieb

Durchschnittsverbrauch (WLTP): 8,9 L/100 km

Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 10,2 L/100 km

CO2-Emissionen (Herstellerangabe):  203 g/km

Abgasnorm: Euro 6d-TEMP

Höchstgeschwindigkeit: 240 km/h

Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 6,5 Sekunden

Leergewicht: 1.894 kg

Laderaumvolumen: 557 Liter (1.234 Liter bei umgeklappten Rückenlehnen)

Kraftstofftank:  68,5 Liter

Neupreis des Testwagens inklusive Sonderausstattung: ca. 65.832 Euro

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