BMW 730d xDrive – Parken und Rangieren

BMW 730d xDrive Parken Rangieren

Dauertest BMW 730d xDrive

Vorheriger Bordbucheintrag

31.03.2019 — km-Stand: 40.220 | Parken und Rangieren 

Mit rund 5,10 Metern ist der BMW 730d xDrive alles andere als klein. Insbesondere in urbanen Gefilden könnten sich die Ausmaße der bayrischen Luxuslimousine als problematisch erweisen. Doch dafür hat BMW eine ganze Armada an Helferlein bereitgestellt, die das Parken und Rangieren auch bei beengten Platzverhältnissen ermöglichen sollen. Wir haben diese ausgiebig getestet.

 

Die Park Distance Control

Jeder neue BMW 7er ist mit Parksensoren ausgestattet, die den Fahrer beim Parken und Rangieren unterstützen. Dabei gibt in erster Linie eine optische Anzeige Hinweise auf etwaige Hindernisse, Signaltöne unterstützen hierbei akustisch. Bei diesen Sensoren handelt es sich um klassische Parksensoren beziehungsweise Ultraschallsensoren.

 

BMW 730d xDrive Parksensoren
Tricky – Die seitlichen Sensoren verraten, dass ein Parkassistent an Bord ist.

 

Diese sollten besonders im Winter eis- und schmutzfrei gehalten werden. Aufgewirbelter Schmutz sorgt für gelegentliche Hypervigilanz beim System und führt beim Fahrer so zu Irritationen. Wir können hier von diversen Szenarien berichten, die beim Herausfahren aus Parklücken durch entsprechende Fehlermeldungen dazu führten, dass der Fahrer das Fahrzeug sicherheitshalber verlassen und die Umgebung geprüft hat.

In jedem dieser Fälle waren weitere Fehlermeldungen nach einer anschließenden Fahrzeugwäsche passé.

Die Park Distance Control wird immer dann aktiviert, wenn der Rückwärtsgang eingelegt oder die entsprechende Taste in der Mittelkonsole gedrückt wird. Zusätzlich kann die sogenannte automatische PDC-Aktivierung über das PDC-Menü ausgewählt werden. Dann aktivieren sich die Parksensoren auch, wenn das Fahrzeug mit Schrittgeschwindigkeit auf ein Hindernis zu bewegt wird.

 

BMW 730d xDrive PDC Taste
One Touch – Per Tastendruck kann sowohl das PDC als auch die Kamera aktiviert werden.

 

Die akustischen Meldungen werden intelligenterweise immer durch einen bestimmten Lautsprecher ausgegeben. So wird ein Hindernis hinten links durch einen Lautsprecher an ebendieser Stelle akustisch gekennzeichnet. In der Praxis wird diese Funktion jedoch aufgrund der optischen Orientierung eher vernachlässigt.

Die optische Warnung ohne direkte Bildwiedergabe ist Bestandteil des PDC und dessen Erfassungsbereich wird in den Farben Grün, Gelb und Rot unterteilt.

 

BMW 730d xDrive Automatische PDC Aktivierung
Vollautomatisch – Bei Annäherung aktiviert sich das PDC auf Wunsch in Eigenregie.

 

Optional steht zudem ein Querverkehrswarner zur Verfügung, der wiederum mit dem PDC korrespondiert. Dann wird auch vor Fahrzeugen gewarnt, die sich von hinten beziehungsweise von der Seite nähern.

Ist der optionale Parkassistent konfiguriert worden, so verfügt das Fahrzeug auch über einen sogenannten Flankenschutz. Hier werden durch die seitlichen PDC-Sensoren Hindernisse an der Seite des Fahrzeugs — sofern das System diese erkennt — gemeldet.

 

BMW 730d xDrive Flankenansicht
Flanke im Blick – Der Flankenschutz zeigt auch via Kamera die ideale Perspektive an.

 

Diese Funktion ist insbesondere bei einer dunklen Umgebung sinnvoll, die von den Scheinwerfern nicht oder noch nicht ausgeleuchtet wurden. Auch hier wird im Rahmen der Darstellung zwischen den Farben Grün, Gelb und Rot aufgegliedert sowie eine grau schraffierte Fläche angezeigt, wenn keine Hindernisse erkannt wurden. Ein schwarzer Bereich weist darauf hin, dass dieser Bereich von den Sensoren noch nicht erfasst wurde.

 

Active PDC mit Notbremsfunktion

Auch diese Funktion kann über das PDC-Menü separat ausgewählt werden. Hierbei handelt es sich um eine Erweiterung der klassischen Park Distance Control. Sie leitet bei einer drohenden Kollision mit einem Hindernis autonom eine Notbremsung ein, um Kaltverformungen aller Art zu vermeiden. Das System nutzt dabei die Ultraschallsensoren des PDC sowie die des Parkassistenten.

 

BMW 730d xDrive Notbremsfunktion Active PDC
Schütz vor Kollisionen – Die Notbremsfunktion der Park Distance Control.

 

Erfahrungsgemäß können wir anhand unseres BMW 730d xDrive sagen, dass dieses System weitgehend von Vorteil ist, allerdings sollte man sich im Vorfeld im Klaren darüber sein, diese Funktion auch an Bord zu haben. Ein Redakteur, der mit diesem Ausstattungsmerkmal nicht vertraut war, wurde beim Rangieren von einem kleinen Büschel Gras im wahrsten Sinne des Wortes ausgebremst und hatte das Gefühl, etwas Massives gerammt zu haben. Sogleich stieg er aus und sah den kleinen, grünen Übeltäter, der nun wirklich niemandem hätte gefährlich werden können.

 

BMW 730d xDrive Bild Rückfahrkamera
Stets überwacht – Droht eine Kollision, bremst das Active PDC automatisch.

 

In einem anderen Fall erkannte das System jedoch sogar einen mitten im Nirgendwo aufgestellten Fahrradständer, den ein Kollege bei Dunkelheit im Vorfeld nicht detektiert hat. Die Notbremsfunktion wurde auch hier ihrem Namen gerecht und konnte so eine etwaige Berührung vermeiden.

 

Die Kameras

Der BMW 730d xDrive verfügt je nach Ausstattung über diverse Kameras, die unterschiedliche Funktionen erfüllen. Wir befassen uns in diesem Artikel in erster Linie mit den vier Außenkameras, die unter anderem für das Surround View zuständig sind.

 

BMW 730d xDrive Frontkamera
Front View – Die kleine Frontkamera sitzt versteckt zwischen den beiden Nieren im Kühlergrill.

 

Den Anfang macht das sogenannte Front View — eine Kamera an der Fahrzeugfront zwischen den beiden Nieren —, das Side View — je eine Kamera in der Unterseite der Außenspiegel — sowie dem Rear View — der Rückfahrkamera. Zusammen bilden diese vier Kamera das sogenannte Surround View, eine 360-Grad-Ansicht rund um das Fahrzeug.

 

BMW 730d xDrive Seitenkamera
Side View – Die beiden Seitenkameras sitzen weit außen an den Außenspiegeln.

 

Im Falle des BMW 7er besteht die Möglichkeit, verschiedene Perspektiven zu wählen. Neben Front-, Heck- und 360-Grad-Ansicht, kann der Fahrer auch eine Flankenansicht rechts oder links wählen. Auf Wunsch aktiviert das Fahrzeug situationsabhängig auch automatisch die jeweils sinnvollste Kameraperspektive.

Größtes Manko: Da die Rückfahrkamera weder von einer Abdeckung geschützt wird, noch eine eigene Waschdüse besitzt, ist sie aufgewirbeltem Schmutz und anderen Einflüssen schutzlos ausgeliefert. Dadurch kommt es regelmäßig vor, dass die Bildwiedergabe – besonders bei Dunkelheit – derart miserabel ist, dass die Redakteure entweder ausgestiegen sind und die Kamera manuell gereinigt oder sich an den Spiegeln orientiert haben. Hier sollte BMW unbedingt nachbessern.

 

BMW 730d xDrive Rückfahrkamera
Rear View – Die Rückfahrkamera ist nicht geschützt und besitzt keine eigene Waschdüse.

 

 

Panorama View

Mittels Front View — also der Frontkamera — wird das sogenannte Panorama View realisiert. Diese Funktion ermöglicht bei unübersichtlichen Ausfahrten einen Blick auf den vorderen Querverkehr. Hierbei kennzeichnen gelbe Linien das vordere Ende des Fahrzeugs. Allerdings ist die räumliche Bildwiedergabe — je nach Winkel — etwas verzerrt, sodass sich das Kamerabild nicht zum Abschätzen von Abständen eignet. Übrigens: Im Vorgängermodell des BMW 7er wurde diese Aufgabe vom Side View ausgeführt, da die Kameras hier rechts und links im vorderen Stoßfänger platziert wurden.

 

BMW 730d xDrive Panorama View
Alles im Blick dank Panorama View – Die gelben Linien markieren das vordere Fahrzeugende.

 

Darüber hinaus kann der Fahrer sogenannte Aktivierungspunkte setzen. Diese schalten das Panorama View an diesen Stellen automatisch ein, sofern das Fahrzeug ein GPS Signal empfängt.  Diese Funktion ist besonders sinnvoll etwa für die eigene Ausfahrt zuhause, im Büro oder bei anderen regelmäßig frequentierten Orten. Beim BMW 730d xDrive können bis zu zehn Aktivierungspunkte gesetzt werden.

 

BMW 730d xDrive Panorama View GPS basiert
Schlaue Kameras – Das Panorama View aktiviert sich auf Wunsch an vorgegebenen Stellen.

 

 

Eine Frage der Perspektive

Eine „sinnvolle Spielerei“ ist derweil die bewegliche Kameraperspektive des BMW 7er. Hier kann der Fahrer sein Fahrzeug aus verschiedenen Blinkwinkeln betrachten, was beispielsweise dann hilfreich ist, wenn man erkennen möchte, ob das Fahrzeug exakt dorthin platziert wurde, wo man es hinrangiert hat.

Ansonsten verblüfft dieser Ausstattungsumfang in erster Linie unwissende Beifahrer, die hiermit teilweise auch minutenlang beschäftigt werden können.

 

BMW 730d xDrive Bewegliche Kameraperspektive
Sinnvolle Spielerei – Die bewegliche Kameraperspektive ermöglicht die Umfeldbeobachtung.

 

Die sogenannte Flankenschutz-Perspektive ist derweil im Alltag erheblich nützlicher und bietet dem Fahrer eine zusätzliche optische Unterstützung beim Rangieren in Längsparklücken. Der Bordstein wird hier sehr übersichtlich gekennzeichnet und ermöglicht zentimetergenaues Einparken.

 

BMW 730d xDrive Flankenschutz Ansicht
Bordstein im Blick – Dank Flankenschutzansicht lässt sich der 7er wie im Videospiel rangieren.

 

Eine weitere Perspektive trägt den Namen „Waschanlagenansicht“, deren Einsatzzweck keiner weiteren Erklärung bedarf. Beim Einfahren in die Waschstraße wird hier eine Draufsicht auf die Fahrzeugfront einschließlich der eigenen Reifenspur gezeigt. So kann der Fahrer exakt in das Förderband fahren, ohne Felgenbeschädigungen befürchten zu müssen.

 

BMW 730d xDrive Waschanlagenansicht
Felgenkratzer ade – Dank Waschanlagenansicht lässt sich der 7er exakt auf das Förderband manövrieren.

 

Ebenfalls nützlich sind die im Stand angezeigten Türöffnungswinkel bei aktiviertem Surround View. Da der benötigte Platz für alle vier Türen angezeigt wird, kann der Fahrer beispielsweise bei Platzmangel gegebenenfalls noch einmal korrigieren.

 

BMW 730d xDrive Türöffnungswinkel
Genügend Platz – Ist „P“ gewählt, zeigt das Surround View die Türöffnungswinkel an.

 

 

Der Parkassistent

Der Parkassistent im BMW 730d xDrive unterstützt den Fahrer beim Einparken des Fahrzeugs in Quer- und Längsparklücken.

 

BMW 730d xDrive Parkassistent Ton
Akustischer Hinweis – Ist eine geeignete Parklücke gefunden, ertönt ein Hinweis.

 

Die Funktionsweise ist dabei relativ simpel: Mittels vier seitlich angebrachten Ultraschallsensoren werden beim langsamen Vorbeifahren an Parklücken und gesetztem Blinker etwaige Parklücken vermessen. Geeignete Parklücken können auf beiden Seiten gefunden werden. Es sollte beachtet werden, dass die maximale Geschwindigkeit zum Erkennen von Parklücken bei 35 km/h liegt.

 

BMW 730d xDrive Parkassistent Sensoren
Ultraschall 2.0 – Die seitlichen Sensoren vorne und hinten vermessen potentielle Parklücken.

 

Ist eine passende Lücke gefunden, wird diese auf dem Control Display angezeigt. Das Fahrzeug übernimmt beim anschließenden Parkvorgang das Lenken, Beschleunigen und Bremsen sowie das Wechseln der Gänge. Eine Besonderheit ist der Umstand, dass die Taste für den Parkassistenten während des gesamten Parkvorgangs gedrückt gehalten werden muss.

 

BMW 730d xDrive Balken
Grün, Gelb, Rot – Die farbigen Balken zeigen an, wie weit das Hindernis entfernt ist.

 

Grundsätzlich wählt der BMW 7er automatisch zwischen Quer- und Längsparklücken. Für den Fall, dass beide Varianten möglich sind, kann der Fahrer die auf dem Control Display das gewünschte Manöver auswählen.

 

BMW 730d xDrive Rückfahrkamera Perspektive
Optimierte Ansicht – Wird der Abstand zu gering, bietet eine Draufsicht die bessere Perspektive.

 

Selbstverständlich hat der Fahrer die Möglichkeit, in den automatischen Parkvorgang einzugreifen.

 

Selber parken dank BMW Integral-Aktivlenkung

Wer hingegen seinen BMW 730d xDrive selbst in Parklücken manövrieren möchte, der kann dies mit Freude tun. Dank der Vierradlenkung, die bei den Bayern den Namen BMW Integral-Aktivlenkung trägt, lässt sich die große Limousine kinderleicht einparken.

 

BMW 730d xDrive Heckansicht Kamera
Selber parken leicht gemacht – Dank Integral-Aktivlenkung gelingt dies kinderleicht.

 

Aufgrund der mitlenkenden Hinterachse sind Parkvorgänge im Idealfall in zwei Zügen erledigt, die automatische Beifahrerspiegel-Absenkung hilft derweil, Felgenbeschädigungen am Bordstein zu vermeiden.

Nach dem Parkvorgang kann der Kunden entscheiden, ob er die Spiegel mittels Tastendruck anklappen will. Alternativ besteht die Möglichkeit, diese Aktion mit dem Verriegeln des Fahrzeugs zu koppeln.

Die Handbremse ist im BMW 7er elektronisch und wird nach dem Parken nur angezogen, wenn vorher die sogenannte Auto-Hold-Funktion aktiv war. Wurde diese Funktion bei der zuletzt getätigten Fahrt nicht aktiviert, so muss nach dem Parken die elektronische Handbremse manuell aktiviert werden.

 

BMW 730d xDrive Querverkehrswarnung
Ebenfalls an Bord des BMW 7er – Ein Querverkehrswarner vorne und hinten.

 

Das sogenannte „Ferngesteuerte Parken“ werden wir derweil in einem separaten Bericht behandeln.

 

Akzeptabler Verbrauch selbst im Winter

Auch die teils tiefen Temperaturen haben unserem BMW 730d xDrive nichts anhaben können und so können wir von einem weiteren Winter ohne etwaige Fehler berichten. Interessant ist der Umstand, dass die bayrische Luxuslimousine selbst bei tiefen Minusgraden nach dem Anlassen nicht etwa mit einer unruhigen Startphase auf sich aufmerksam macht. Stattdessen bietet der 7er BMW ab der ersten Umdrehung eine herrliche Laufruhe und zeigt sich bei jeder Temperatur erstaunlich kultiviert.

Der Verbrauch belief sich in den letzten Wochen auf durchschnittlich 8,8 Liter pro 100 Kilometer. Die letzte Überlandfahrt wurde mit glatt sieben Litern belohnt, während eine 500 Kilometer lange Fahrt bei fast permanent 210 km/h mit 9,1 Litern quittiert wurde.

Text / Fotos: NewCarz

Kamera: Canon EOS 6D

Zurück zur Hauptseite

1 comments

Schreibe einen Kommentar

Ich akzeptiere die Datenschutzhinweise