Aspekte der Elektromobilität

Elektromobilität

Das Thema Elektromobilität ist derzeit in aller Munde. Autos mit Verbrennungsmotor sollen nach dem Willen von Klimaschützern und immer mehr Politikern spätestens in zehn Jahren überhaupt nicht mehr verkauft werden dürfen.

Das Erreichen der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens ist offenbar massiv davon abhängig, inwieweit die Emissionen von Fahrzeugen mit klassischen Verbrennungsmotoren zurückgefahren werden können.

Einerseits setzt man dabei auf den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel und ein deutlich dichteres Radwegenetz in Großstädten, andererseits sollen die Kaufanreize für Elektroautos die Autofahrer davon überzeugen, so früh wie möglich auf diese Technologie umzusteigen.

Doch die Skepsis ist aktuell noch groß. Das Thema ist deutlich vielschichtiger als es von Klimaschützern in der Regel dargestellt wird. Daher lohnt es sich, verschiedene Aspekte genauer zu beleuchten.


Anschaffungs- und Unterhaltskosten

Wenn man die reinen Anschaffungskosten eines Elektroautos betrachtet, fällt die Bilanz ernüchternd aus. Trotz staatlicher Subventionen in Form des Umweltbonus liegen die Listenpreise der Hersteller teilweise um 100 % höher als vergleichbare Modelle mit Verbrennungsmotor. Bei den Unterhaltskosten sieht die Sache allerdings erfreulicher aus.

Wer beim Reifenkauf viel Geld sparen möchte, ist mit einem Elektroauto gut bedient, denn die Abnutzung der Reifen fällt im Großteil der E-Autos aufgrund der deutlich bewussteren Fahrweise deutlich geringer aus. Aber auch in anderen Bereichen punkten die Elektrofahrzeuge.


Die Spanne beim Elektroauto ist mittlerweile enorm groß, reicht vom günstigen Twizy…



Zum einen sind sie zehn Jahre lang von der KfZ-Steuer befreit. In diesem Zeitraum bedeutet dies eine durchschnittliche Preisersparnis von 1.500 bis 2.000 Euro zu einem vergleichbaren Modell mit Verbrennungsmotor.

Zum anderen ist das Aufladen der Batterie in fast allen Fällen deutlich günstiger als eine Tankfüllung für einen Verbrenner. Zwar ist der Tarifdschungel bei den Ladestationen noch unübersichtlich und die genauen Kosten abhängig vom Modell des Fahrzeugs, der Ladedauer und des Anbieters, jedoch lässt sich in jedem Fall eine Kostenersparnis feststellen.


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…bis zum Porsche Taycan Turbo S, der vollends in der Premium-Liga angesiedelt ist.



Tesla bietet seinen Kunden sogar ein völlig kostenfreies Aufladen an ihren eigenen Ladestationen an. Interessant ist auch die Betrachtung der Werkstattkosten. Dadurch, dass in Elektroautos deutlich weniger Verschleißteile verbaut sind und auch die Abnutzung der Bremsen geringer ausfällt, ist das Sparpotenzial hier besonders hoch.


Die Umweltbilanz der Elektromobilität

Natürlich verursachen Elektrofahrzeuge zunächst keine direkten Emissionen. Doch diese Betrachtungsweise greift zu kurz. Für die Produktion eines Elektroautos wird deutlich mehr Energie benötigt als für die Herstellung eines Autos mit Verbrennungsmotor.


Gewicht und Platz – Unter dem Laderaumboden versteckt sich hier der Hybrid-Akku.



Dies liegt primär an den hohen Kosten für die Produktion der Batterie. Außerdem ist längst nicht jede Art der Energieerzeugung emissionsfrei. So gesehen startet ein Elektroauto erst einmal mit einem gewaltigen Öko-Nachteil gegenüber den Verbrennern. Doch dieser baut sich mit zunehmender Lebensdauer ab.


Keine Emissionen gilt nur beim Fahren, nicht für die aufwändige Herstellung von E-Autos.



Experten schätzen, dass ab einer Laufleistung von 50.000 bis 100.000 Kilometern der Wendepunkt erreicht ist und die Bilanz der Elektromodelle günstiger ausfällt. Ethisch hochproblematisch ist jedoch die Tatsache, dass bei der Förderung der für die Batterieproduktion wichtigen Rohstoffe wie Lithium oder Kobalt häufig unmenschliche Arbeitsbedingungen herrschen. So ist Kinderarbeit in den kongolesischen Kobaltminen keine Seltenheit.


Weitere Aspekte

Inwieweit Autofahrer mit der teilweise deutlich geringeren Reichweite von Elektroautos oder mit der Tatsache, dass längst nicht überall ausreichend Ladestationen vorhanden sind, zurechtkommen oder nicht, hängt auch von den persönlichen Ansprüchen an ein Fahrzeug zusammen.


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Zahlreiche Apps für Mobilgeräte helfen beim Auffinden von Ladepunkten und deren Nutzung.



Auch darf nicht vernachlässigt werden, dass die fast geräuschlosen Elektromotoren ein Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr darstellen können, da sich viele Passanten zu sehr auf ihr Gehör verlassen und daher herannahende Fahrzeuge nicht oder erst zu spät wahrnehmen.

Zusammenfassend heißt das, dass man sich zur Elektromobilität bekennen muss. Und das nicht allein mit Anpassung der persönlichen Fahrweise und der planenden Vorbereitung seiner Routen und Strecken.

Text: Gastautor – Fotos: NewCarz

 

 

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