Stromschlag oder Turbopower – der Dodge Charger 2026 kann beides.
Beim neuen Modell beginnen gleich zwei neue Epochen. Die amerikanische Ikone kehrt zurück und wagt den wohl größten Spagat ihrer Geschichte: Elektroantrieb auf der einen Seite, klassischer Verbrenner auf der anderen.
Für eingefleischte Muscle-Car-Fans klingt das zunächst ungefähr so, als würde man einem Rodeoreiter ein Tablet in die Hand drücken. Doch Dodge meint es ernst.
Schon auf den ersten Blick wird klar: Das ist kein braver Neustart. Der neue Charger steht breit auf der Straße, trägt seine Schultern stolz zur Schau und blickt mit einer aggressiven Frontpartie in den Rückspiegel der Konkurrenz. Die klassische Silhouette bleibt erhalten, wirkt aber moderner, schärfer und aerodynamischer. Besonders auffällig ist das sogenannte „R-Wing“-Design an der Front, das den Luftstrom verbessert und gleichzeitig aussieht, als hätte ein Windkanal persönlich Hand angelegt.
Dodge Charger Daytona 2026 – Muskelpaket mit Steckdose
Die größte Überraschung trägt den traditionsreichen Namen Daytona. Hinter dem legendären Emblem steckt erstmals ein vollelektrischer Dodge. Für viele Puristen mag das zunächst wie ein Sakrileg wirken, doch die Leistungsdaten sprechen eine andere Sprache:
Allradantrieb mit 536 PS und 547 Newtonmeter – mit Scat Pack sogar 670 PS und 850 Newtonmeter. Das reicht für einen Sprint von null auf Tempo 100 in nur 4,7 Sekunden (Scat Pack 3,3 Sekunden) und eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h (mit Scat Pack 216 km/h). Die Batterie hat eine Kapazität von 105 kWh und soll den Dodge Charger Daytona mit einer Füllung bis zu 510 Kilometer (Scat Pack 418 km) weit bringen.


Dank sofort verfügbarem Drehmoment katapultiert sich der Charger Daytona mit Nachdruck nach vorne. Allradantrieb sorgt dabei für maximale Traktion, während Features wie der PowerShot-Boost und verschiedene Fahrmodi zusätzliche Würze ins Fahrerlebnis bringen. Der Daytona zeigt dabei, dass ein Muscle Car auch ohne Benzingeruch und V8-Gebrabbel ordentlich Power produzieren kann.
Charger Sixpack – Der Verbrenner lebt weiter
Wer allerdings lieber Benzin statt Kilowattstunden konsumiert, darf aufatmen. Mit dem Charger Sixpack bleibt die klassische Performance-Fraktion im Spiel – wenn auch nicht mit Achtzylinder.

Unter der langen Haube arbeitet der neue Hurricane-Reihensechszylinder mit zwei Turboladern. Der moderne Sechszylinder ersetzt die bekannten V8-Triebwerke und liefert je nach Ausführung bis zu 550 PS und 719 Newtonmeter. Aus dem Stand erreicht der Benziner das maximal erlaubte Landstraßentempo in fünf beziehungsweise mit Scat Pack in 3,9 Sekunden und Top Speed ist mit 270 km/h (Scat Pack 285 km/h) deutlich höher als beim vollelektrischen Charger.

Besonders erfreulich für Traditionalisten: Der Sixpack setzt weiterhin auf Hinterradantrieb und bewahrt damit das typische Muscle-Car-Gefühl beim Herausbeschleunigen aus Kurven.
Hightech-Cockpit statt Dinosaurier-Armaturen
Im Innenraum hat Dodge den Sprung ins digitale Zeitalter endgültig vollzogen. Große Displays, ein individuell konfigurierbares Kombiinstrument und moderne Infotainment-Systeme prägen das Bild. Smartphone-Integration, Echtzeit-Telemetrie und Over-the-Air-Updates gehören ebenso zum Programm wie moderne Assistenzsysteme.

Dodge Charger 2026 für Deutschland? Ja, aber nur über Umwege
Für deutsche Fans gibt es allerdings einen wichtigen Haken: Der neue Dodge Charger wird aktuell nicht offiziell über ein reguläres Dodge-Händlernetz in Deutschland vertrieben. Wer einen Charger fahren möchte, ist auf spezialisierte Importeure angewiesen.
Zu den wichtigsten Anbietern gehört die europäische Importorganisation K&W Auto (Klintberg & Way), die Dodge-Fahrzeuge für zahlreiche europäische Märkte homologiert und vertreibt. Die Fahrzeuge werden dabei an europäische Vorschriften angepasst und über ausgewählte Händler verkauft. (KW Auto)
Genau deshalb schwanken die Preise erheblich. Je nach Importeur, Ausstattung, Homologation, Transportkosten und Wechselkurs können zwischen einzelnen Angeboten schnell mehrere Tausend Euro Unterschied liegen. Aktuelle Angebote in Deutschland zeigen bereits neue Charger Daytona-Modelle mit Preisen zwischen rund 70.000 und 85.000 Euro, abhängig von Version und Ausstattung.
NewCarz meint dazu:
Der neue Dodge Charger ist ein Neustart mit ordentlich Mut, denn Chargerfahrer lieben bekanntlich fast ausnahmslos den V8 und kauften bislang besonders deswegen diese Limousine. Nun kombiniert Dodge Elektropower und Verbrennertechnik in Form eines Reihensechsers unter einem Dach mit zwei Modellen und erweitert damit die Definition des Muscle Cars für eine neue Generation. Ob er weiterhin die Aufmerksamkeit erhält, werden die Kunden entscheiden. Das Rüstzeug klingt auf jeden Fall vielversprechend und manchmal hilft es, sich einfach mit neuen Gegebenheiten auseinanderzusetzen, um auf den Geschmack zu kommen. Doch Achtung: Wer hierzulande vom neuen Charger träumt, sollte nicht nur die Motorisierung wählen, sondern auch mehrere Importangebote vergleichen.
Quelle & Fotos: Dodge / Text: NewCarz

Unser Chefredakteur erstellt seit 2015 schwerpunktmäßig Fahrberichte und testet alle Fahrzeuge akribisch – mit Liebe zum Detail – auf Herz und Nieren. Dabei entgeht ihm nichts. Seine Objektivität bewahrt er dabei kompromisslos. Robertos Spezialgebiete sind neben SUVs und Kombis die alternativen Antriebskonzepte. Sein Herz schlägt aber auch gern im V8-Takt.
