Renault Megane GT – sympathischer Troublemaker

Auch Renault will mit dem GT-Modell des Mégane einen waschechten Gran Turismo in das gut befüllte Kompaktklasse-Segment bringen. Ist das gelungen?

Ob das Ziel durch einen entsprechenden Sport- und Komfortbonus in der vierten Generation des Mégane erreicht wurde, haben wir zusammen mit unserem Erstkontakt und diesem zweiten umfangreichen Test herausgefunden.

Vor einem knappen Jahr testeten wir den kräftig krawalligen Renault Mégane RS, der zumindest auf dem Papier leistungstechnisch eine Stufe über dem neuen GT liegen dürfte. Jedoch wirkt er im direkten Vergleich gegen den neuen Mégane GT um viele Jahre älter. Der Neue wirkt frischer, ergonomischer und vor allem moderner. Diverse technische und optische Aufwertungen lassen das Vorgängermodell ziemlich obsolet wirken. Ob der aufgrund des Downsizings kleiner ausgefallene Motor diese Modernisierung harmonisch rund machen kann?

 

Exterieur – ein Statement namens GT

Am Mégane GT wurden Modifikationen groß geschrieben. Die Änderungen gegenüber den anderen Modellen sind unübersehbar und stechen sofort ins Auge. Unser Testwagen erhielt die Metallic-Lackierung Black Pearl-Schwarz – die ihm ausgezeichnet steht. Captain Jack Sparrow hätte mit Sicherheit auch auf diese ‚Black Pearl‘ ein Auge geworfen.

An der Front erwartet das Augenpaar beispielsweise die tief nach unten gezogene GT-Frontschürze, welche seitlich aerodynamische Einlässe für die vorderen Bremssysteme beinhalten. Dazu sichert ein schwarzes Wabengitter – ebenso im Frontgrill – die für die Antriebs- und Kühlaggregate unablässige Zufuhr von Frischluft in großzügigem Maße.

 

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Markantes Gesicht – die Lichtsignatur verrät die Markenzugehörigkeit schon von weitem.

 

Die Haube verfügt über eine vierfache Kontierung und übernimmt dabei die Linienführung der Front und übergibt sie lückenlos auf die weiterlaufende Karosserieform.

Unter dem Renault-Rhombus verrät das GT-Buchstabenkürzel in Chrom das Top-Modell. Das auf ‚Edge Light‘ getaufte LED-Tagfahrlicht zeigt wie ein optischer Fingerprint die Zugehörigkeit zur neuen Modellreihe – analog zum großen Bruder Talisman.

An den vorderen Kotflügeln bekennt sich der Mégane GT mittels Schriftzug ungeniert seiner Zugehörigkeit zum ‚Renault Sport‘ Programm. Spezielle, nur dem GT vorbehaltene, glanzgedrehte 18-Zoll Leichtmetallräder im Design ‚Magny-Cours‘ füllen die Radhäuser gut aus, ohne dabei gedrungen zu wirken.

 

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Viel Fleisch – der vordere Überhang wirkt etwas überdimensioniert.

 

Die Gürtellinie mit dem markanten Knick kurz vor der C-Säule, verbreitern optisch die hinteren Radhäuser nochmals deutlich. Der Überhang vorne ist relativ groß und vermindert den ansonsten agilen Auftritt ein wenig.

Ein wichtiges Erkennungsmerkmal des GT ist der ‚4Control‘-Schriftzug an den B-Säulen. Denn nur der Mégane GT erhält die in dieser Klasse bislang einzigartige Vierradlenkung. Doch dazu später.

Am markantesten ist der GT in der Heckansicht als solcher erkennbar. Ein weit nach oben gezogener Diffusor in Aluminium-Optik, nimmt zwei großzügig dimensionierte, trapezförmige Abgasendrohre auf und sorgt in diesem Zusammenspiel für einen muskulös, satten Auftritt.

 

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Zum Hinterherpfeifen – Ein straffer, sportlich trainierter Hintern nennt der GT sein eigen.

 

Allerdings übernimmt nur eines der beiden Endrohre seine eigentliche Aufgabe, was konträr zur ansonsten souverän sportlichen Optik steht. Dies wird in den kühleren Jahreszeiten auch augenscheinlich – wenn es nur aus einem der Abgasendungen dampft. Das ist fast ein bisschen peinlich. Erinnert es doch zwangsläufig an einen halbherzigen Tuningversuch einer Hinterhofschmiede.

Ebenso verzichtet man beim GT auf den ‚Mégane‘-Schriftzug auf der Heckklappe, den ansonsten alle neuen Mégane-Modelle tragen.

 

Interieur – der Stilberater war ein Sportler

Den Innenraum des Mégane GT wirkt bis ins Detail sehr gelungen. Bereits die stark konturierten Sportsitze mit integrierten Kopfstützen sorgen für die klare Botschaft, dass der sportliche Aspekt hier groß geschrieben wird. Nichtsdestotrotz ist die Sitzposition dank großzügiger Beinauflagen und ergonomisch einwandfreier Rückenlehne überraschend komfortabel für einen Sportsitz.

Fans von Lederbestuhlung müssen allerdings tapfer sein. Denn dies ist im GT nicht vorgesehen und daher nicht bestellbar. Es bleibt die Wahl zwischen Stoff oder Alcantara. Das Alcantara wirkt allerdings sehr hochwertig und passt mit Sicherheit weitaus besser zum sportlichen Charakter als irgendein anderes Material. Dazu wird dieser im Mégane GT mit akzentuierenden Nähten in weiß und blau aufwändig verziert, was den Augen zusätzlich schmeichelt.

 

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Magnetisch – das einladende Interieur wirkt sehr anziehend.

 

Die Farbe Blau dominiert als Kontrast den Innenraum. Für eine ganz besondere Atmosphäre sorgt die indirekte Ambiente-Beleuchtung entlang diverser Linienführungen in den Türverkleidungen, dem Cockpit und der Mittelkonsole. Diese indirekte Beleuchtung ist in fünf verschiedenen Farben einstellbar. Wir fanden Blau am passendsten zu den ohnehin blauen Kontrastnähten und Zierelementen.

 

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Blaulicht – Ambiente-Light wohin der Blick auch fällt. Auch in anderen Farben, wenn gewünscht.

 

Die Kombiinstrumente mit dem teildynamischen Anzeigen liegen fokusgenau im Blickfeld und gefallen durch ihre klare Anordnung und Ablesbarkeit.

Die Materialanmutung ist in Ordnung und im direkten Vergleich zum Wettbewerb könnte man durchaus das Wort hochwertig verwenden. Die Verarbeitung ist bis in die letzte Ecke makellos.

Sehr harmonisch wirkt die neue breitere Mittelkonsole, mit einem dynamischen Verlauf und flüssigem Übergang in den Armaturenträger. Das hinterlässt Ruhe und einen aufgeräumten Eindruck, nicht zuletzt weil sie bewusst sparsam mit Bedienelementen ausgestattet wurde.

 

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Wohl proportioniert – die Mittelkonsole wirkt gemeinsam mit dem Rest wie aus einem Guss.

 

Sehr gefallen hat uns das satt in den Händen liegende Sportlenkrad. Die wohlige Haptik und eine angenehme Dicke vermitteln einen unerschütterlichen Kontakt zur Fahrbahn. Dazu sieht es noch richtig gut aus – erinnert mittels blau unterlegten GT-Emblems den Fahrer auch jederzeit, in welchem Modell er momentan den bis zu 205 Pferden die Sporen gibt.

Der vertikal angeordnete 8,7-Zoll Touchscreen hat uns bereits im Renault Talisman gefallen und wirkt mittig im Armaturenträger des Mégane fast so, als würde er freischweben. Doch ebenso wie im Talisman fehlt es leider an einem Drehknopf für die Lautstärkeregelung.

 

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Traumjob Steuermann – mit dem Lenkrad selbstverständlich.

 

Die Platzverhältnisse  befinden sich für ein Auto der Kompaktklasse im knappen oberen Durchschnitt. Auf den Vordersitzen gibt es nichts zu meckern, es kommt zu keinem Zeitpunkt ein Gefühl des Platzmangels auf. Auch Personen über 1,90 m Körpergröße dürfen sich an einem angemessenen Raumgefühl erfreuen. Auf dem zweiten Rang geht es ein wenig knapper zu, aber im Vergleich zum Wettbewerb muss sich der Mégane keineswegs verstecken.

Der Kofferraum ist mit 384 Litern dagegen etwas kleiner als andere Mitstreiter aus diesem Segment. Bei umgeklappten Rücklehnen macht er dies aber teilweise wieder gut und bietet mit 1.247 Litern genügend Platz, um auch mal in einem Baumarkt die Geldbörse plündern zu können.

 

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Keine zweite Klasse – auch auf der Rückbank besitzen die Rücklehnen Kontur.

 

Die sehr breiten C-Säulen und die auffallend klein ausfallende Heckscheibe schränken die Sicht nach hinten extrem ein.

Die Innengeräusche werden von einem sportlichen Charakterklang des Motors beziehungsweise eines Soundgenerators beherrscht, die per Druck auf die ‚RS-Drive‘-Taste noch einmal gehörig verstärkt werden. Das klingt verblüffend kernig und sorgt beständig für Motorsportflair. Auf langen Strecken sollte diese Taste aber besser deaktiviert bleiben, sonst weicht die Entspannung von Anfang an der Anspannung.

 

Motorisierung und Fahreigenschaften

Der Renault Mégane GT wird durch einen 1,6 Liter Benzin-Turbovierzylinder mit 205 PS und 280 Newtonmeter maximalem Drehmoment angetrieben. Und von Antreiben kann man hier durchaus im wahrsten Sinne des Wortes sprechen. Das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe hat alle Hände voll zu tun, aber meistert dies souverän. Fans des manuellen Schaltgetriebes sollten in jedem Fall eine Probefahrt absolvieren und erst danach ihr Urteil fällen. Denn der Fahrspaßfaktor leidet im Falle dieser Kraftübertragung aus unserer Sicht keinesfalls.

 

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Klein aber oho – trotz geringem Hubraum macht der Vierzylinder ordentlich Dampf.

 

Allein der Klang des ENERGY TCe 205 EDC – so die korrekte Bezeichnung – belohnt die Ohren mit einem für einen derart kleinen Vierzylinder kernigen, brummig-grimmigen Sound. Und dieser Sound täuscht nichts vor, was der Antrieb nicht auch in die Praxis umsetzen könnte. Der Druck aufs Pedal beschert einen bissig am Gas hängenden, schnell hochdrehenden Vierzylinder, der weder Anfahr- noch Durchzugsschwächen kennt.

Sobald eine Drehzahl von knapp über 2.000 Umdrehungen pro Minute anliegt, glänzt der GT mit einer sehr druckvollen und homogenen Kraftentfaltung. Bislang war dies der spritzigste aufgeladene 1,6 Liter Benzinmotor, den wir in unserem Testrepertoire probieren konnten. Da können sich einige Mitbewerber eine Scheibe abschneiden.

Es bringt ebenso riesigen Spaß, die einzelnen Fahrstufen mittels Schaltwippen durchzureichen. An die recht weit oben liegende Position ebendieser muss man sich allerdings gewöhnen.

Dazu zeigt sich das Fahrwerk des Mégane GT als narrensicher. Die nur im GT unter den Mégane-Modellen verfügbare Vierradlenkung namens ‚4Control‘ spendiert einen nicht unbeträchtlichen Teil zur Handlichkeit und Agilität hinzu. Keines der Wettbewerbsmodelle kann übrigens aktuell eine solche Allradlenkung vorweisen. Enge kurvige Strecken werden damit zum ‚Funny-Track‘. Wie ein Cuttermesser schneidet sich der GT die Ideallinie im Asphalt zurecht und pariert den Fünfsitzer straff und sehr zügig durchs Terrain.

 

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Unique – nur der GT trägt dieses Emblem an den B-Säulen.

 

Zwischen fünf verschiedenen Fahrmodi darf der Fahrer wählen, bei der sich neben dem Doppelkupplungsgetriebe auch das Lenkverhalten anpasst.

Wie bereits in unserem Erstkontakt-Test aufgefallen, ist der GT in der Tat mit – mindestens – zwei verschiedenen Charakteren zu bewegen. Im Komfort- und Neutral-Modus beherrscht er das unaufgeregte, wenn auch kraftvolle, cruisen. Dabei schaltet das Doppelkupplungsgetriebe sehr zeitig in den nächsthöheren Gang und hält Drehzahlen und Geräuschkulisse erfolgreich im Hintergrund.

Im Sportmodus sieht das ganz anders aus und das zackig reagierende Getriebe hält den Motor stets in den Bereichen der maximalen Leistungsausbeute.

Dank der Sportsitze, welche die Insassen auf den vorderen Plätzen wie Schraubstockzangen in Position halten, kommt bereits nach den ersten Metern ein bisschen Go-Kart Feeling auf.

Auch das Bremssystem ist voll und ganz auf Sportlichkeit getrimmt. Dieses verzögert nämlich jederzeit äußerst beherzt, und dies mit vorbildlicher Dosierungsmöglichkeit.

 

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Alte Bekannte – die dynamischen Cockpitinstrumente sind identisch mit denen im Talisman.

 

Möchte man mit dem Renault Mégane GT auf große Tour – auf Gran Tourisme – gehen, sorgt der Fahrmodus ‚Komfort‘ für ein entspanntes Fahrverhalten. Auch nach einer mehrstündigen Fahrt möchte man nicht an Stressfaktoren denken. Es sei denn, man hat diese Strecke im RS-Drive-Modus absolviert. Dann dürfte sich der Adrenalinspiegel in etwa mit dem eines Kampfstiers, der frisch in die Arena einläuft, messen.

Übrigens, der Mégane GT besitzt sogar eine Launch Control. Dazu müssen beide Pedale voll durchgetreten und die beiden Schaltwippen für zwei Sekunden gezogen werden. Nachdem der GT seine Bereitschaft signalisiert, runter vom Bremspedal – und der GT sprintet los. Die Werksangabe von 7,1 Sekunden für den Spurt von Null auf 100 km/h haben wir um nur eine zehntel Sekunde verpasst. Und es fühlt sich dabei mit jedem gefahrenen Meter einfach schneller an.

Die Höchstgeschwindigkeit testeten wir bereits in unserem Erstkontakt-Test und verzichteten darauf diesmal bewusst.

Das Zusammenspiel von alldem bringt dem GT auf einer Fahrspaßfaktorskala von null bis zehn eine verdiente knappe acht.

Den angegebenen Durchschnittsverbrauch von 6 Litern auf 100 Kilometer erreicht man mit sportlichen Einlagen selbstredend nicht. Aber auch mit extrem zurückhaltendem Gasfuß, sind derartige Verbräuche schwer zu realisieren. Gute sieben Liter sollten aber drin sein. Nur wer grundsätzlich Bleisohlen am rechten Fuß trägt, darf sich auf Verbräuche im zweistelligen Bereich einstellen.

Unsere Testfahrt, bei der von jeder denkbaren Fahrcharakteristik etwas dabei war, waren es am Ende 8,7 Liter pro 100 gefahrene Kilometer. Unter Berücksichtigung der Charakteristik und Kraftentfaltung des Mégane GT ein nach unserem Empfinden nach absolut akzeptabler Wert.

 

Assistenz und Sicherheit

Die im GT in Serie vorhandenen Voll-LED-Scheinwerfer darf man auf der Höhe der aktuell technischen Gegebenheiten betrachten. Eine großzügige und homogene Ausleuchtung der Fahrbahn in Tageslichtfarbe ist das Resultat und kann sich durchaus sehen lassen. Ein Kurven- und/oder Abbiegelicht gibt es leider nicht. Auch wenn sich die Ausleuchtung der LED Pure Vision Scheinwerfer breiter gestaltet als bei herkömmlichen Xenontechnologien, wäre zumindest ein zusätzliches Abbiegelicht durchaus wünschenswert.

 

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Lichtemission voraus – die LED-Scheinwerfer können überzeugen.

 

Dafür gibt es neben dem C-förmigen 3D Tagfahrlicht an der Front sogar am Heck LED-Tagfahrleuchten, um auch bei normalen Sichtverhältnissen die Erkennbarkeit von hinten zu erhöhen. Nebenbei ist diese markante Lichtsignatur ein Garant für einen hohen Wiedererkennungswert.

Insgesamt elf verschiedene Assistenzsysteme gibt es im Mégane GT. Der adaptive Tempopilot hält die eingestellte Geschwindigkeit in Abhängigkeit von vorausfahrenden Fahrzeugen und regelt automatisch den Abstand. Das funktionierte in unserem Test problemlos und ab einer Geschwindigkeit von 50 bis maximal 140 km/h, wobei wir uns den aktiven Dienst dieses Assistenten gern bis wenigstens 160 km/h gewünscht hätten.

Der Parkassistent verbannt die schlechte Übersichtlichkeit nach hinten in das Argumenten-Nirvana und übernimmt das Ein- und Ausparken auf Wunsch komplett.

Ein Sicherheitsabstandswarner ist zwischen 30 und 200 km/h aktiv und ein wirksames System, welches dem Fahrer stetig informiert, wenn der Sicherheitsabstand zu knapp bemessen ist. Auch dies funktioniert einwandfrei und zeigt seine Wirkung von Anfang an, weil der visuelle Appell an das schlechte Gewissen des Piloten meist erhört wird.

 

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Namensschild – immer im Blick, welches Modell man bewegt.

 

Ein Fernlichtassistent ist ebenso an Bord wie ein Toter-Winkel-Warner. Die Verkehrszeichenerkennung arbeitete fast durchgehend fehlerfrei und wird – sofern optional geordert – auch auf dem farbigen Headup-Display angezeigt. Analog zum Talisman, wird dieses durch ein ausfahrbares, transparentes Kunststoffpanel realisiert, welches vor dem Lenkrad im Sichtfeld positioniert ist.  Bei schlechten Fahrbahnverhältnissen mussten wir mitunter ein Flattern des Displays beobachten – ein Nachteil dieser kostenoptimierten HUD-Konstruktion.

Der Notbremsassistent verhindert oder vermindert Aufprallsituationen zwischen 30 und 140 km/h. Ferner gibt es einen Spurhaltewarner, allerdings nur für Geschwindigkeiten unter 70 km/h, dessen Einschränkung wir nicht nachvollziehen können.

Die Allradlenkung misst einmal pro Hundertstelsekunde die Gegebenheiten um den Lenkwinkel der Hinterachse anzupassen. Bis 60 km/h lenkt diese entgegen, darüber im Einklang mit der Vorderachse. Im Sportmodus geschieht dies bis 80 km/h. Das Fahrverhalten wir dadurch signifikant und bedeutend stärker als bei Vorgängermodellen mit Allradlenkung beeinflusst.

Das Multi-Sense-System beinhaltet die bereits genannten fünf Fahrmodi. Beim GT sind das Comfort, Sport, Neutral, RS-Drive und Personalisiert – für die individuelle Abstimmung der Parameter. Bei anderen Mégane-Modellen ersetzt der ‚Modus Eco‘ den ‚RS-Drive‘.

Sechs Airbags und ein Reifendruckkontrollsystem befinden sich im Rahmen der Serienausstattung.

Der Renault Mégane GT erreichte im NCAP-Euro Crashtest im Jahr 2015 fünf Sterne.

 

Ausstattung und Komfort

Die Ausstattung des Mégane GT ist gewohnt umfangreich für einen Franzosen und bei der Top-Variante noch weit darüber hinaus. Vom DAB-Radio über Multi-Sense mit Ambientebeleuchtung, Sitzheizung für die Vordersitze, automatische Parkbremse, Komfortpaket mit Zweizonen-Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, LED-Scheinwerfer, Allradlenkung und Doppelkupplungsgetriebe sind nur einige der serienmäßigen Merkmale.

 

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Indirekt – Leuchtlinien in den Türen erzeugen viel Aufmerksamkeit.

 

Dazu kommen optional unter anderem ein Alcantara-Paket, diverse der bereits genannten Assistenzsysteme und das Bose-Audiosystem, dessen Klang aus zehn Lautsprechern sehr dynamisch und klar bezeichnet werden kann. Im Bassbereich fehlt es dem System – wie auch bereits bei Vorgängermodellen mit Bose-System – etwas an Druck und Tiefe. Dennoch gehört es hörtechnisch definitiv zu den besseren Systemen auf dem Markt.

Das R-Link 2 Multimediasystem sorgt mit diversen Schnittstellen für die heutzutage fast schon unabdingbare Konnektivität und Vernetzung mit anderen Geräten und dem Internet.

Die Kopplung mit Android- und Applegeräten funktionierte sekundenschnell und komplikationslos.

Das Navigationssystem wird auch im Renault Talisman verwendet. Dadurch weist einem dieselbe synthetisch unterkühlte, quäkend klingende Stimme den gewählten Weg. Die Sprachsteuerung funktionierte in unserem Test fehlerfrei – und das nicht nur für das Navigationssystem.

Im Innenraum gibt es genügend Ablageoptionen, unter anderem ein drei Liter großes Ablagefach unter der Armauflage der Mittelkonsole.

Für mehr Lichtdurchflutung gibt es gegen Aufpreis auch ein elektrisches Glasschiebedach, was unser Testkandidat aber leider nicht an Bord hatte.

 

Varianten und Preise

Da wir die verschiedenen Varianten des Renault Mégane bereits an dieser Stelle kommuniziert hatten, gehen wir an dieser Stelle nur auf das GT-Modell ein.

Der GT wird in nur einer Motorisierung und auch nur in Verbindung mit dem siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe angeboten.

 

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Alcantara mit Akzenten – ein GT zeigt sich schließlich gern individuell.

 

Der Einstiegspreis beläuft sich aktuell bei 29.090 Euro zuzüglich Überführung. Wer alles auf den Ausstattungslisten verfügbare auch in seinem GT haben möchte, muss knapp 35.000 Euro berappen.

Im Vergleich zum Renault Mégane RS ist der Einstiegspreis ca. 1.500 Euro höher, wiederum kostet der GT im Vergleich ungefähr 1.500 Euro weniger, wenn man alle optionalen Ausstattungen mitnimmt – und man hat das in vielerlei Hinsicht modernere Auto. Zugegeben mit 60 PS weniger, aber dadurch auch mit geringerem Verbrauch und mit der Abgasnorm Euro 6 anstatt 5.

 

Was sagen die Kunden?

Unsere Zusammenfassung der nicht repräsentativen Stimmungsanalyse in deutschsprachigen Netzwerken ergab, dass einige potenzielle Interessenten die einzige Kraftübertragung mittels Doppelkupplungsgetriebe stört. Sie vermissen eine Version mit manuellem Schaltgetriebe. Für einige sei dies sogar ein K.O.-Kriterium, welches sie vom Kauf abhält.

Ebenso sprachen einige User negativ über das Downsizing und die Abschaffung des Zweiliter-Motors aus den Vorgängermodellen. Wiederum andere User hielten dagegen, dass der Motor keineswegs enttäuscht und mehr bietet, als andere Motoren anderer Hersteller in dieser Größe. Letzteres können wir durchaus unterschreiben.

Das Design – insbesondere das Interieur – werden von der deutlichen Mehrheit gelobt. Auch die Preise für den Mégane GT finden wenig Anlass für Kritik.

Einen Anspruch auf Vollständigkeit unserer Stimmungsanalyse können wir wie gehabt nicht erheben. Es bleibt es eine grobe Meinungsspiegelung.

 

Fazit – Mission erfolgreich

Resümierend kann man dem Renault Mégane GT die Lizenz zum Tragen der beiden Buchstaben ohne Zögern ausstellen. Er bringt all das mit, was einen Gran Turismo auszeichnet. Er ist sportlich, lässt sich überaus zackig bewegen und generiert dabei Fahrspaß in Hülle und Fülle.

Andererseits zeigt er auf Knopfdruck seine komfortable Seite und ermöglicht das ermüdungs- und stressfreie Fahren – durchaus auch auf längeren Strecken.

 

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Direkt aus dem Jungbrunnen – der GT sieht frisch und modern aus.

 

Und der Preis stimmt auch. Wenn man bedenkt, dass der Platzhirsch in diesem Segment, in Form eines GTD, in sehr ähnlicher Ausstattung knapp 9.000 Euro mehr kostet, wird der Renault fast zum Schnäppchen.

 

Text/Fotos: NewCarz

 

Konkurrenz:
VW Golf GTD, Peugeot 308 GT , Hyundai i30 Turbo , Kia Pro_cee’d GT, Volvo V40 T5, Opel GTC OPC, Ford Focus ST, Seat Leon Cupra

 

 

Technische Daten: Renault Mégane GT

Länge x Breite x Höhe (m): 4,36 x 1,81 (2,06 mit Außenspiegel) x 1,44

Motor: Vierzylinder Benzinmotor mit Turbolader

Leistung: 151 kW (205 PS)

Hubraum: 1.618 ccm

Max. Drehmoment: 280 Nm bei 2.400 rpm

Getriebe: 7-Stufen Doppelkupplungsgetriebe EDC

Antrieb: Front

Durchschnittsverbrauch (NEFZ-Norm): 6,0L/100 km

CO2-Emissionen: 134 g/km

Abgasnorm: Euro 6

Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h

Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 7,1 Sekunden

Leergewicht: 1.467 kg

Kofferraumvolumen: 384 l (1.247 l bei umgeklappten Sitzen)

Kraftstofftank: 50 Liter

Preis des Testwagens: 34.450 Euro (laut Konfigurator)

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