Herbst auf den Straßen – Fuß vom Gas!

Man hat es nicht nur an den Temperaturen bemerkt, dass der Sommer nun vorüber ist und der Herbst längst seinen Siegeszug mit Nebel, Nässe, Laub und weniger Licht feiert.

Spätestens jetzt sollte man kurz inne halten und sich die veränderten Fahrbahnsituationen verinnerlichen. Denn der Mensch neigt dazu, ein Gewohnheitstier zu sein und gemachte Erfahrungen erfoglreich zu verdrängen.

 

Vergessene Tücken

Dabei lernt man theoretisch bereits in der Führerscheinausbildung die Gefahren während der zweiten Übergangszeit des Jahres kennen. Spätestens jedoch nach seinem ersten gefahren erfahrenen Herbst, weiß man um die ganzen Tücken, die der Herbst mit sich bringt.

Nässe und Laub – eine gefährliche Kombination: Weit vor dem ersten Frost und der damit einhergehenden Glätte, können diese Kombinationen bereits für ebensolche Fahrbahnzustände sorgen. Nasses Laub kann die Traktion ähnlich einer geschlossenen Schneedecke vermindern. Das ist besonders gefährlich, wenn dies unerwartet, plötzlich und nur örtlich auftaucht, wie beispielsweise in einer unübersichtlichen Kurve.

 

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Wirkt idyllisch, birgt für den Autofahrer jedoch einige Gefahren – Herbstlaub.

 

Niesel, Nebel, Dunkelheit: Spätestens bei dieser Art von Sichteinschränkung bemerkt man etwaig verschmutzte Front- und Seitenscheiben sehr deutlich. Auch bemerkenswert und fast immer störend, sind falsch eingestellte Scheinwerfer von anderen Verkehrsteilnehmern. Oder noch schlimmer – Verkehrsteilnehmer, welche bei derartigen Sichtverhältnissen ohne Licht unterwegs sind.

Wärme vs. Beherrschbarkeit: Wer kennt es nicht, man steigt frierend ins Auto und lässt aus Bequemlichkeit die dicke Jacke an. „Es sind ja nur paar Kilometer.“ Doch dabei erweitert man unbewusst das Spiel des Sicherheitsgurtes soweit, dass im Fall der Fälle selbst die – falls vorhandenen – Gurtstraffer nicht mehr ausreichend Kontakt zum Körper herstellen können. Die Verletzungsgefahr steigt dadurch um ein Vielfaches. Ebenso wird der Bewegungs- und Handlungsraum durch dicke Kleidung stark eingeschränkt.

 

Abhilfe – schnell und einfach

Mit wenigen Handgriffen und Vorbereitungen können alle genannten Gefahren schnell und einfach minimiert beziehungsweise vermieden werden. Der wichtigste Punkt zuerst:

Fuß vom Gas: Gleichgültig ob die Fahrbahn nass oder trocken ist – aufgrund der geringeren Außentemperaturen ist der Grip der Reifen nicht mehr so stark wie im Sommer, wo Fahrbahn und Pneus einen viel besseren Kontakt aufweisen. Auch sollte man besonders auf wechselnde Fahrbahnverhältnisse achten und bei uneinsehbaren Streckenabschnitten erhöhte Aufmerksamkeit an den Tag legen. Auch sollte man es grundsätzlich ruhiger angehen. Für die geplante Strecke mehr Zeit einplanen, verhindert nachweislich Stress und fördert eine defensive Fahrweise.

Durchsicht ist die erste Einsicht: Die gesamte Sichtfläche – Heckscheibe nicht vergessen – sollte bereits zu Herbstbeginn einer intensiven Reinigung von innen und außen unterzogen werden. Ebenso sollte – sofern erforderlich – die Funktion und korrekte Einstellung der Scheinwerfer überprüft werden. Auch sollte man darauf achten, bei schlechter Sicht grundsätzlich mit aktiviertem Abblendlicht unterwegs zu sein. Nicht jede Lichtautomatik erkennt schlechte Sichtverhältnisse am Tage, hier bedarf es dringend der Kontrolle und dem Eingriff des Fahrzeugführenden.

Ein Blick auf die Wischergummis sollte regelmäßig, vor allem vor Herbstbeginn geschehen. Wenn die Gummis verschlissen sind oder Schlieren beim Wischvorgang bilden, sollten sie schnellstmöglich ausgetauscht werden. Nicht vergessen: Damit beim ersten Frost keine böse Überraschung droht, sollte die Flüssigkeit im Scheibenwaschbehälter durch ein frostsicheres Mittel ersetzt werden.

 

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Wenn es schliert und rubbelt – sind neue Wischerblätter fällig.

 

Bei Nebel auf Sicht fahren. Immer: Auf Sicht fahren heißt, in jeder Situation sicher zum Stehen kommen zu können. Wichtig ist es ebenso, bei Nebel die zusätzliche Beleuchtung zu nutzen. Doch Achtung – die Nebelschlussleuchte darf erst bei Sichtweiten unter 50 Metern aktiviert werden. Bei höheren Sichtweiten blendet sie den rückwärtigen Verkehr!

Daher bedeutet Nebel immer erhöhte Aufmerksamkeit und entsprechende Reaktion nach Sichtweite – also genügend Abstand einhalten. Überholen Sie niemals bei Nebel – dies kommt einem Russisch Roulette gleich und bedeutet Lebensgefahr für Sie und andere Verkehrsteilnehmer.

‚Klammern‘ Sie sich auch keinesfalls mit hoher Geschwindigkeit an das Heck des Vordermanns – genau auf diese Weise kommt es immer wieder zu Massenkarambolagen. Wenn ihr Vordermann aufgrund der überhöhten Geschwindigkeit in ein Hinderniss verunfallt, kommen Sie nicht einmal dazu, das Bremspedal zu benutzen, bevor Sie dasselbe Schicksal ereilt.

 

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Waschküchenszenario – bei Nebel ist besondere Vorsicht und Rücksichtnahme gefragt.

 

Außenbekleidung nicht im Auto tragen: Auch wenn es für die ersten Minuten vielleicht schwerfällt, ziehen Sie Jacke, Mantel, Anorak & Co. vor dem Fahrtantritt aus und legen diese am Besten in den Kofferraum. Dadurch kann die eventuell aufgenommene Feuchtigkeit dieser Kleidung sich nicht sofort an den Innenseiten der Scheiben niederschlagen. Dazu bleiben Sie beweglich und die Rückhaltesysteme sind in einer Crashsituation in ihrer Funktion nicht eingeschränkt.

 

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Indoor Look – Winterbekleidung sollte vor dem Fahrtantritt abgelegt werden.

 

 

Außerdem…

…sollte man zeitig genug einen Termin zum Radwechsel auf Winterbereifung vereinbaren. Wenn alle – wie üblich – bei den ersten Schneeflocken losstürmen, sind terminliche Engpässe vorprogrammiert. Falls die Sommerbereifung abgefahren ist, wäre jetzt im Herbst kein schlechter Zeitpunkt, um diese zu erneuern. Am Saisonende werden Sommerreifen meist zu besseren Konditionen angeboten.

 

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Neue Sommerreifen fällig? Die sind im Herbst meist günstig zu erwerben.

 

Empfehlenswert ist es außerdem, an einem Fahrsicherheitstraining mit dem eigenen Auto teilzunehmen. Dabei lernt man unter anderem auch sein Auto in Extremsituationen besser zu beherrschen. Das kann vor Blechschäden und – was viel wichtiger ist – vor Schäden für Leib und Leben bewahren.

 

Mit diesen einfachen, jedoch wirkungsvollen Tipps kommen Sie sicher und gut durch den Herbst. Wir wünschen eine angenehme, bunte und vor allem unfallfreie Jahreszeit.

 

Text: NewCarz

 

 

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