Renault Koleos Dauertest – akustische Eindrücke

Renault Koleos Dauertest – Der 100.000 Kilometer-Dauertestlauf

02.02.2018 – km-Stand 1.236 | akustische Eindrücke

Gut ein Monat befindet sich unser neuer Dauertestwagen nun in unserer Obhut. Die eine oder andere Strecke hat er – wie man am Kilometerstand sieht – nun absolviert.

 

Renault Koleos Cockpit
Fast noch jungfräulich – ein guter Tausender ist weg. Zeit für einen ersten Bericht.

 

In diesem Beitrag möchten wir die ersten Auffälligkeiten, die sich in überwiegender Form akustischer Natur offenbarten, präsentieren.

 

Wohin man schaut: Initiale Paris

Doch fangen wir mit optischen Eindrücken an. Auf die Topausstattung ist Renault augenscheinlich recht stolz – fast immer zu Recht, wie wir meinen. Denn wohin man das Auge auch führt, wird man an jeder Ecke und jedem Detail auf die Topversion hingewiesen. Ob mit Intarsien im Lenkrad, an den vorderen Kotflügeln, am Frontgrill oder auch an den Sitzpolstern oder den Kopfstützen oder oder oder.

 

Renault Koleos Fahrersitz
Traum in Leder – die äußerst bequemen Sitze der Intitiale Paris Ausstattung.

 

Dabei legte man immer Wert auf eine elegante und luxuriöse Ausführung der Modellbezeichnung. In den meisten Fällen gelingt das auch durch Materialeinsatz und absolut exakte Verarbeitung des Innenraums. Besonderes Highlight sind – wie auch schon im Dauertester Renault Talisman – die sehr bequemen Sitze mit dem softweichen, anschmiegsamen Lederbezug.

 

 

Weniger passend gelingt dagegen die Materialauswahl für den Dachhimmel, der fast schon antagonistisch zum hochwertigen Leder wirkt. Schlichter Stoffbezug in einem fahlen Grau passt an dieser Stelle aus unserer Sicht nicht unbedingt. Dazu kommt ein sichtbarer Spalt zwischen Panoramadach und Dachverkleidung, welcher weitere Verarbeitungsdetails wie Schraubverbindungen offenbart. Das passt nicht zu einer Topausstattung.

 

Renault Koleos Panodach
Detailoffenbarung der unschönen Art – sichtbare Schraubverbindungen am Glasdach.

 

Gutgemeint ist sicherlich der flauschige Samtbezug der Türablagen. Diese neigen allerdings bei jeder Form von Kontakt zu Streifen- und Druckstellenbildung, welche optisch denen von Verschmutzungen sehr nahekommen.

 

Renault Koleos Türablage
Druckstellen im Samtmuster – berührungsempflindliches Material.

 

Doch kommen wir nun zum Hauptthema dieses Dauertestbeitrags: die akustischen Eindrücke.

 

Antriebs- und Fahrgeräusche detected

 

Antriebsgeräusche:

Was bei unserem Test seit Anbeginn auffällt, ist das mitunter geräuschvolle Auftreten bei simulierten Schaltvorgängen der stufenlosen Automatik X-Tronic. Vor allem beim Heranfahren an Kreuzungen oder Einmündungen, wobei das stufenlose CVT-Getriebe die Drehzahlen entsprechend anpasst, hört man deutliche Geräusche aus dem Antriebstrakt.

 

Renault Koleos Mittelkonsole
Indiziensammlung – verursacht das X-Tronic vielleicht die Antriebsgeräusche?

 

Diese klingen ein bisschen nach Synchronisationsgeräuschen, also wenn Drehzahlen von verschiedenen Wellen einander angepasst werden. Inwieweit dies der Fall ist, werden weitere Tests zeigen. Auch das Allradsystem kommt als „Verdächtiger“ hierfür in Frage. Auch dies werden wir in unseren weiteren Tests ausführlich beleuchten.

 

Fahrgeräusche I:

Beim Dauertestwagen bestätigt sich bereits zum Anfang eine Erfahrung aus unserem Fahrbericht zum Renault Koleos: Das Panoramadach erweist sich als äußerst sensibler Punkt, wenn es um Fahrgeräusche geht. Ab spätestens 140 km/h treten Windgeräusche so dominierend auf, dass man freiwillig die elektrische Abdeckung des großen Glasdachs schließt, wodurch zumindest etwas Linderung geschaffen wird.

 

Renault Koleos Panoramadach
Wunderschön, doch auch Geräuschinitiator per excellence: das Panoramaglasdach.

 

Es bleibt zu hoffen, dass es hierfür alsbald Abhilfe – in welcher Form auch immer – geben wird. Denn in Erwartung von einigen Langstrecken, zwingt dieser Aspekt bereits im Vorfeld die eine oder andere Falte auf die Stirn unserer Redakteure.

 

Fahrgeräusche II:

Noch eine Bestätigung aus unserem Fahrbericht zum Koleos stellen wir bei der Geräuschentwicklung des 2.0-Turbodiesels fest. Vor allem im Teillastbereich neigt dieser zum deutlichen Nageln, was man selbst im Innenraum des SUV unüberhörbar vernehmen kann. Während der Kaltstartzeit verstärkt sich dieses Selbstzündergeräusch auch in anderen Drehzahlbereichen.

Momentan hoffen wir, dass es sich nach einer gewissen Einlaufzeit noch vermindert, doch hegen darin nicht allzugroße Erwartungen. Wir werden auch darüber weiter berichten.

 

The Sound of Music

Nun zum positiven akustischen Eindruck. Im Dauertester genießt man die musikalische Untermalung durch ein Bose-Soundsystem. Offensichtlich – Pardon, offenohrig bedient sich Renault hier großer Membranflächen, die für ein dynamisches und druckvolles Klangbild sorgen. Jedenfalls gefällt der Klang sehr gut, was sich bereits jetzt deutlich in den Einträgen von Redakteuren im Bordtagebuch widerspiegelt.

 

Renault Koleos Bose Centerspeaker
Des Musikliebhabers best friend – das Bose-System überzeugt mit tollem Klang.

 

Wir werden dem Soundsystem und dessen Schnittstellen später einen separaten Bericht widmen.

 

Laderaum olé – Winterurlaub oje

Platztechnisch gibt es im Renault Koleos nun wirklich nicht viel zu kritisieren. Mindestens 530 und maximal 1.677 Liter sollte die meisten Anforderungen locker abdecken können. Was dem SUV aber unverständlicherweise fehlt, ist eine Durchlademöglichkeit.

Zum Winterurlaub beispielsweise, wenn man eine Skiausrüstung transportieren möchte, dürfte das bei der Fahrzeugbeladung für lange Gesichter sorgen. Denn hier bleibt nur das geteilte Umklappen der Rückbank, was in jedem Fall weniger Platz für die Passagiere auf der zweiten Reihe mit sich bringt.

 

Verbrauch mit Einlaufbonus?

Auf den ersten reichlich tausend Kilometern wurde der Renault Koleos überwiegend auf Kurzstrecken bewegt. Das bedeutet einerseits viele Kaltstarts, andererseits keine hohen Geschwindigkeiten. Der Durchschnittsverbrauch liegt jetzt bei exakt 9,0 Liter auf 100 Kilometer, was wir vorerst jedoch noch nicht kritisieren wollen.

 

Renault Koleos Bordcomputer Bildschirm
Nicht knausrig – der Zweiliter zeigt solide Trinkgewohnheiten.

 

Um damit die Eingangsfrage zu beantworten: Ja, wir gewähren einen Einlaufbonus. Interessant wird es in den kommenden Wochen, in denen das neue SUV einen ausgewogeneren Fahrmix durchrollen wird und der Verbrauch sich entsprechend manifestieren und dabei repräsentative Werte liefern wird.

Text/Bilder: NewCarz

Kamera: Canon EOS 6D

Nächster Bordbucheintrag

Zurück zur Hauptseite

 

5 comments

Durchlademöglichkeit und Nageln? Was soll das sein?
Irgendwie wird kein gutes Haar an dem Wagen gelassen. Offenbar gabs nur was zum jammern.Ich bin froh, wenn man noch den Motor hört und wer bei dem Riesending seine Skis nicht unterbringt, der soll sich nen Bus kaufen. Ich bin übrigens selten mit 5 Personen aufm Weg in den Skiurlaub.
Der Wagen ist sensationell, da erwarte ich ein bisschen Respekt, ganz ehrlich.
Ich würde mal gern wissen, was ihr schreiben würdet, wenn ihr meine 20 Jahre alte Kiste fahren müsstet!#
Vermutlich wohnt ihr auch in einer 6-Millionen Dollar Villa … 😉
Ps: habt ihr einen Lederhimmel erwartet? Nur der Neugier halber…

dass der Koleos lauter als vergleichbare Fahrzeuge ist, kann ich bestätigen. Ob das Schiebedach mit daran Schuld ist, weiß ich nicht, da ich nur den Initiale als Probefahrzeug hatte. Aber auf Landstraße oder Autobahn relativiert sich das. Schaltrucken oder Geräusche vom Antriebsstrang konnte ich nicht feststellen. Ich habe mich – nach diversen Testfahrten mit vergleichbaren Fahrzeugen – für den Koleos Intens mit Zusatzausstattung entschieden. Der Initiale bietet nur Dinge, die ich nicht benötige: 19″ Räder, farbig abgestufte Ledersitze, Schiebedach – gut, die Sitzheizung auf den Rücksitzen gibt’s nur bei diesem Modell, aber da sitze ich selten:-) Da gibt´s also schon „Einsparpotenzial“ zum Initiale. Die Verarbeitung ist absolut top – ein vergleichbarer Mazda CX 5 liegt mind. 2 Klassen darunter. Platz ist reichlich vorhanden. Ferner gibt Renault hohe Rabatte auf dieses Fahrzeug, da fiel es mir nicht schwer mich für dieses Fahrzeug zu entscheiden.

Die Windgeräusche am Glasdach kann ich nur bestätigen. Meine Werkstatt hat bisher noch keine Lösung anbieten können. Ausserdem macht die Vorderbremse beim Anfahren und Anhalten unangenehme Schleifgeräusche, die ich bisher in dieser Form noch bei keinem Automatikauto gehört habe. Euer Testfahrzeug scheint dieses Problem nicht zu haben.

Schreibe einen Kommentar

Ich akzeptiere die Datenschutzhinweise