Erstkontakt: Skoda Karoq Scout – Mit Ecken und Kanten

Skoda Karoq Scout

Seit einiger Zeit bietet die Tschechen ein ganz besonderes Derivat ihres kompakten SUVs an: den Skoda Karoq Scout.

Wie bereits Octavia und Kodiaq, tritt nun auch der sympathische T-Roc-Konkurrent in die geländeaffinen Fußstapfen der Scout-Modelle und präsentiert sich uns als noch immer sympathisches, wenn auch ein wenig maskuliner gestaltetes Kompakt-SUV.

 

Design – Markant und sympathisch

Emerald Grün Metallic — so heißt die Lackierung unseres Testwagens und scheint bereits von weitem betrachtet, des Förster´s Liebling zu werden. Das dunkle Tannengrün harmoniert gut mit den restlichen Gelände-Applikationen und lässt den Offroad-Karoq solide dastehen.

Die Front trägt ebenso wie das Heck einen Unterfahrschutz aus solidem GFK und soll so den Unterboden vor etwaigen Berührungen durch beispielsweise Aufsetzer verhindern. Dieser sogenannte „Triebwerks-Unterschutz“ wird von einem Steinschlagschutz-Unterboden ergänzt. Die Außenspiegelgehäuse in mattem Silber lockern die burschikose Ansicht derweil ein wenig auf.

 

Skoda Karoq Scout Front
Markant – Der Unterfahrschutz verrät den rustikalen Karoq.

 

Die Seitenansicht offeriert ein vertrautes Bild. Die serienmäßigen 18-Zoll-Räder mit polierten Felgen in getarntem Anthrazit stehen dem Kleinen wirklich gut, auf Wunsch bietet Skoda hier 19 Zoll große Räder an, die ebenfalls in Anthrazit lackiert wurden und mit 390 Euro nur mäßig ins Gewicht fallen. Dafür füllen sie die Radkäsen noch besser aus und wer mit seinem Scout nicht ständig in unwegsamem Gelände unterwegs ist, wird wohl auch lange Freude daran haben.

 

Skoda Karoq Scout Seite
18 oder 19? – Der Aufpreis für die 19-Zoll-Räder beträgt gerade einmal 390 Euro.

 

Das Heck des Skoda Karoq Scout wartet ebenfalls mit einem Unterfahrschutz auf, welcher das Fahrzeug deutlich massiver wirken lässt. Ansonsten verzichtet der Offroad-Karoq auf jedweden Protz, dicke Endrohrblenden lassen sich hier ebensowenig finden, wie großartige Design-Experimente. Dafür weist ein 4×4-Schriftzug auf den im Karoq Scout immer vorhandenen Allradantrieb hin.

 

Skoda Karoq Scout Heck
Kein Protzer – Der Karoq Scout verzichtet auf dicke Endrohre.

 

Der Innenraum des Skoda Karoq Scout bietet hingegen weniger Gestaltungsmöglichkeiten, ein schwarzes Interieur ist hier immer Serie. Gleiches gilt für den grauen Dachhimmel, der jedoch gut zum maskulinen Wesen des Tschechen passt. Die mit braunem Wabenmuster und eingesticktem Scout-Schriftzug versehenen Sitze bieten ein ansehnliches Komfortniveau und warten darüber hinaus mit einer ordentlichen Portion Seitenhalt auf.

 

Skoda Karoq Scout Sitze
Brown interior – Die Sitze des Karoq weisen braune Applikationen auf.

 

Die hinteren Plätze sind für zwei groß gewachsene Personen auch über längere Distanzen problemlos nutzbar, im Falle unseres Testwagens kommen Passagiere der beiden äußeren hinteren Sitze zudem in den Genuss einer Sitzheizung.

 

Skoda Karoq Scout Rückbank
Bequem zu viert – Mit vier Personen lässt es sich im Karoq Scout bequem reisen.

 

Das Kofferraumvolumen beträgt 521 Liter und lässt sich durch Umklappen der Rücksitze auf bis zu 1.630 Liter erweitern. Eine überaus praktische und lediglich 50 Euro teure Wendematte im Kofferraum sorgt zudem dafür, dass beispielsweise nasse Kleidung sorgenfrei transportiert werden kann.

 

Motor & Fahreigenschaften – Immer auf allen Vieren

Für den Antrieb stehen im Skoda Karoq Scout zwei Motoren zur Wahl. Ein 1,5 Liter großer Benziner generiert 150 PS und bietet zudem eine Zylinderabschaltung im Teillastbereich. Die Selbstzünder-Sparte wird von einem 2.0 TDI ausgefüllt, der ebenfalls 150 PS generiert. Beide Motoren sind serienmäßig mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe ausgerüstet, für den Diesel kann ein Doppelkupplungsgetriebe optional bestellt werden. Für das Siebengang-DSG werden 1.800 Euro Aufpreis fällig.

Der Allradantrieb 4×4 ist derweil immer serienmäßig an Bord, das sogenannte Schlechtwege-Paket ebenso.

 

Skoda Karoq Scout Motor
Kerniger Selbstzünder – Der 2,0-Liter-Diesel bietet ausreichend Leistung.

 

Im urbanen Einsatzgebiet verrichtet der Skoda Karoq Scout seine Arbeit mit stoischer Ruhe und lässt sich durch nahezu keine Fahrsituation aus dem Konzept bringen. Der von uns getestete 2,0-Liter-Diesel ist im kalten Zustand von außen nicht zu überhören, im Innenraum bleibt es dank der guten Dämmung erstaunlich ruhig. Das schnell schaltende DSG hat währenddessen stets den passenden Gang parat und neigt nicht dazu, ständig die Gänge zu wechseln, was wir positiv bemerken möchten.

 

Skoda Karoq Scout 4x4 Schriftzug
Immer vier – Der Karoq Scout rollt serienmäßig mit Vierradantrieb vor.

 

Parken und Rangieren gelingt im kleinen Bruder des Kodiaq mühelos, eine Rückfahrkamera und Parksensoren unterstützen zusätzlich. Wer diese Aufgabe nicht alleine ausführen möchte, erhält für glatt 300 Euro den Parklenkassistent 3.0, der eigenständig ein- und auf Wunsch auch ausparkt.

 

Skoda Karoq Scout offroad
Feldweg-Phobie ade! – Mit dem Karoq Scout werden solche Pisten zum Kinderspiel.

 

Auf der Landstraße steht der drehmomentstarke Diesel gut im Futter und lässt sich auch bei Starkregen nicht die Butter vom Brot nehmen. Bei zügigem Beschleunigen aus dem Stand heraus scharrt der 4×4-Karoq nur eine gefühlte Millisekunde bevor die Hinterräder zugeschaltet werden und das Fahrzeug rasch vom Fleck bewegt wird.

 

Skoda Karoq Scout Plakette
Namensschild – Der Offorad-Karoq trägt mit Stolz seine „Scout“-Plaketten.

 

Abseits befestigter Straßen durfte der Skoda Karoq Scout dann einmal zeigen, ob er seinen Namenszusatz auch wirklich verdient hat. Doch egal, ob Schlammspiele, Schotterpisten, Wiesen oder andere unliebsame Pfade — der Karoq Scout verliert seine Souveränität auch unter erschwerten Bedingungen nicht und konnte in unserem kurzen Test mit konstant solider Arbeitsbereitschaft glänzen.

Die Autobahn konnten wir während unseres kurzen Tests des Karoq nicht befahren, die Höchstgeschwindigkeit des Off-Karoq mit Diesel und DSG liegt jedoch bei 195 km/h.

 

Skoda Karoq Scout DSG Wählhebel
Dezenter Hinweis – Auch im Innenraum gibt es Hinweise auf den Allradantrieb.

 

Der Verbrauch des Skoda Karoq Scout lag in unserem kurzen Test bei rund 7,2 Litern. Hierin eingeschlossen waren größtenteils Fahrten über Land sowie Stadtverkehr.

 

Technik & Assistenz – Dem Off nicht abgeneigt

Der Skoda Karoq Scout erhält bereits ab Werk eine ihm entsprechende Outdoor-Ausrüstung. Neben dem Allradantrieb 4×4, erhält jeder Scout-Kunde das sogenannte Schlechtwege-Paket, welches unter anderem eine geänderte Dämpferabstimmung sowie den bereits erwähnten Unterbodenschutz umfasst. Derart ausgerüstet, wird zum einen der Schutz des Unterbodens erhöht, zum anderen wird verhindert, dass Dreck und Staub in den Motorraum gelangt.

 

Skoda Karoq Scout Offroad Modus
One Touch – Mit einem Tastendruck kann der Offroad-Modus aktiviert werden.

 

Auch ein Offroad-Assistent bekommt jeder Karoq Scout ab Werk. Hier lassen sich bei aktiviertem Offroad-Modus bestimmte Parameter, wie Lenkeinschlag, Höhenmeter und ein Kompass ablesen.

Ebenfalls serienmäßig sind unter anderem ein Tempomat sowie ein Frontradar, eine Klimaautomatik, DAB+ sowie elektrisch anklappbare Außenspiegel. Ein Berganfahrassistent unterstützt beim Anfahren an Steigungen, der Fernlichtassistent managt derweil die Lichtverteilung. Für ein entsprechendes Flair sorgt ein Ambientelicht, welches über den Zentralbildschirm justiert werden kann.

 

Skoda Karoq Scout Plakette innen
Auf dem richtigen Pfad – Auch im Innenraum gibt es die Namensplakette.

 

Zu guter Letzt möchten wir erwähnen, dass Fahrer und Beifahrersitz stets höhenverstellbar sind.

Natürlich gibt es für den Skoda Karoq Scout eine lange Optionsliste, die wir uns einmal genauer angeschaut haben. Die interessantesten und sinnvollsten Sonderausstattungen präsentieren wir nachfolgend:

Dreh- und Angelpunkt moderner Fahrzeuge ist deren Infotainment. Für den Skoda Karoq Scout stehen zwei dieser Systeme zur Wahl. Wir empfehlen das Business Amundsen für 1.290 Euro, welches bereits mit acht Zoll Touchscreen, Verkehrszeichenerkennung, Navigationsfunktion, Müdigkeitserkennung, W-LAN-Hotspot und weiteren Annehmlichkeiten aufwartet.

 

Skoda Karoq Scout Fahrmodi
6 to choose – Sechs Fahrmodi stehen zur Wahl.

 

Für das Business Columbus werden knapp 2.700 Euro fällig. Hierin eingeschlossen sind darüber hinaus ein DVD-Laufwerk, ein SD-Karten Slot, ein 9,2-Zoll-Touchscreen und die elektrische Heckklappe.

Den Abstandsregeltempomaten ACC gibt es für den Karoq in zwei Auführungen. Bis 160 km/h kosten 280 Euro. Soll das System bis 210 km/h funktionieren, so müssen 780 Euro auf den Tisch gelegt werden. Für die Scout-Variante empfehlen wir daher das kleinere Paket.

 

Skoda Karoq Scout Offroad Parameter
News aus dem Off – Der Zentralbildschirm zeigt verschiedene Parameter an.

 

Spurhalte- Spurwechsel- und ein sogenannter Ausparkassistent sind nur zusammen zu bekommen und schlagen mit 720 Euro zu Buche. Der Name „Ausparkassistent“ ist hier etwas irreführend, eigentlich handelt es sich um einen Querverkehrswarner mit aktivem Bremseingriff bei drohender Kollision.

Die sogenannte Fahrprofilauswahl ist beim Karoq Scout bereits ab Werk dabei und offeriert dem Fahrer diverse Fahrmodi — einschließlichh eines Offroad-Modus. Als Ergänzung hierzu empfehlen wir das adaptive Fahrwerk für 780 Euro, welches wir bereits aus anderen Modellen kennen und daher wärmstens empfehlen können.

 

Skoda Karoq Scout Klimaeinheit
Intuitiv – Die Bedienung im Karoq Scout ist durchgängig intuitiv.

 

Das volldigitale Cockpit ist aus unserer Sicht eine echte Empfehlung — nicht nur für Technik-Freaks. Die Darstellung kann sich auch im Karoq sehen lassen und die gewünschten Informationen können über das Infotainment voreingestellt werden. Drei verschiedene Ansichten stehen hier zur Wahl — analog zu beispielsweise dem Volkswagen T-Roc. Für rund 390 Euro erhält der Kunde das digitale Kombiinstrument.

 

Skoda Karoq Scout Digitales Cockpit
Volldigital – Das digitale Cockpit macht auch im Karoq Scout eine gute Figur.

 

Ebenfalls empfehlenswert sind aus unserer Sicht die sehr guten LED-Scheinwerfer, die neben einer echten Bereicherung der Sicht auch optisch ordentlich was hermachen. Für echte Offroad-Fans sollte die 150 Euro teure Scheinwerferreinigungsanlage ebenfalls zum Ausstattungsumfang gehören.

Wer sich im Winter das lästige Scheibenkratzen sparen will, erhält für gerade einmal 190 Euro eine beheizbare Windschutzscheibe oder für 990 Euro eine Standheizung samt Fernbedienung.

 

Skoda Karoq Scout elektrische Heckklappe
Auf Wunsch elektrisch – Die Heckklappe des Karoq Scout.

 

Die bereits angesprochene Rückfahrkamera projiziert ein scharfes Bild auf den Zentralbildschirm und damit sich dies auch unter widrigen Bedingungen nicht ändert, gibt es für diese eine eigene Waschdüse, die mit der Scheibenwaschanlage der hinteren Scheibe gekoppelt ist.

Die Sitzheizung für die vorderen Plätze schlägt mit 250 Euro zu Buche, beheiztes Gestühl vorne und hinten kostet 500 Euro extra. Die 120 Euro für das beheizte Lenkrad sind ebenfalls eine sinnvolle Investition, Sitz- und Lenkradheizung lässt sich im Übrigen in drei Stufen einstellen.

 

Skoda Karoq Scout Canton Soundsystem
Sinnvolle Option – Das voluminöse Canton Soundsystem.

 

Da der Skoda Karoq Scout bereits serienmäßig mit DAB+ Radio kommt, empfehlen wir als sinnvolle Ergänzung das Soundsystem aus dem Hause Canton. Die 470 Euro teure Musikanlage bietet einen sehr hochwertigen Klang, angenehm tiefe Bässe und einen sehr natürlich wirkenden Raumklang.

 

Fazit – Die rustikale Alternative

Summa summarum offeriert der Skoda Karoq Scout eine interessante und weit weniger bürgerliche Alternative zum bereits in der Basis grundsoliden, tschechischen Kompakt-SUV. Sympathiepunkte büßt der rustikale Karoq dabei keinesfalls ein, sondern sorgt mit seiner markanten Optik vielmehr dafür, dass man ihn schlicht gerne anschaut und den ein oder anderen Abstecher über den Feldweg nicht meidet.

 

Skoda Karoq Scout Heckansicht
A little different – Der Karoq Scout ist die rustikale Alternative des Kompakt-SUV.

 

Das könnte der herkömmliche Karoq zwar auch, doch die robuste Anmutung sorgt für ein zusätzliches Sicherheitsgefühl, lässt die Angst vor etwaigen Beschädigungen am Unterboden oder Kratzen an den Radkästen verschwinden und suggeriert dem Fahrer eine gewisse charakterliche Kontinuität.

Lässt man es wirklich drauf ankommen, spuckt der Scout nicht nur große Worte, sondern kraxelt auch wirklich brav durch Matsch und Schlamm gleichermaßen wie durch Pfützen und über unliebsame Schotterpisten, ohne dabei auch nur ansatzweise an seine Grenzen zu kommen.

 

Skoda Karoq Scout Offroad-Ansicht
Matsch, Pfützen, Schotter – Der Karoq Scout kann mehr als man denkt.

 

Für urban lebende Freunde der klassischen Geländewagen-Optik, bei denen ein 4×4-Antrieb zum Pflichtprogramm gehört, scheint der Skoda Karoq Scout die ideale Wahl.

Text / Fotos: NewCarz

Kamera: Canon EOS 6D

 

Technische Daten: Skoda Karoq Scout 2.0 TDI SCR 4×4 DSG

Länge x Breite x Höhe (m): 4,38 x 1,84 x 1,61

Motor: Vierzylinder-Reihenmotor mit Turboaufladung

Leistung: 110 kW (150 PS)

Hubraum: 1.968 ccm

Max. Drehmoment: 340 Nm

Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe

Antrieb: Allradantrieb

Durchschnittsverbrauch (WLTP): 5,5 L/100 km

Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 7,2 L/100 km

CO2-Emissionen (Herstellerangabe):  144 g/km

Abgasnorm: Euro 6d-TEMP

Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h

Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 8,8 Sekunden

Leergewicht: 1.591 kg

Laderaumvolumen: 521 Liter (1.630 Liter bei umgeklappten Rückenlehnen)

Kraftstofftank:  55 Liter

Neupreis des Testwagens inklusive Sonderausstattung: ca. 47.150 Euro (Skoda Karoq Scout ab 33.640 Euro)

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