Dodge Challenger SRT Hellcat XR – Underworld 2.0

Dodge Challenger SRT Hellcat XR

Man nehme einen Challenger im Höllenkatzenformat, verpasst ihm ein Minus an Gewicht, ein fettes Plus an Leistung und nennt das Ganze Dodge Challenger SRT Hellcat XR.

Ein Inferno auf vier Rädern, die Reinkarnation des T-Rex aus Stahl und Carbon, ein Zerstörer auf Rädern – die während unseres Tests gesammelten Bezeichnungen für diese limitierte Höllenkatze würden gut und gerne die Hälfte dieses Fahrberichts ausmachen, wenn wir sie denn alle zitieren würden.

Doch wollen wir nicht übertreiben, denn das kann man voll und ganz diesem Auto überlassen. Hellcat – der Name ist sowas von Programm. Das XR dahinter und alles, was dieses Kürzel mit sich bringt, entspringt aus dem Ideenreichtum von AEC Europe, dem Importeur US-amerikanischer Fahrzeuge. Kenner wissen mittlerweile um dieses Kürzel und schlussfolgern sofort, hier eines von nur 50 Exemplaren einer exklusiven AEC-Sonderserie vor sich zu haben und kommen aus sabbernden Euphorie-Bekundungen nicht mehr heraus.


Dodge Challenger SRT Hellcat XR schräg vorne links
Kontrast-Maker – Carbon und ein ziegelroter Lack namens GoMango setzt den XR in Szene.



Ein Challenger ist bereits eine imposante Erscheinung und der Inbegriff für ein traditionsreiches und unverwechselbares US-Car. Wenn es dann noch einen nicht unbeträchtlichen Teil der Karosserie aus Sichtkarbon vorweisen kann und die Leistung auf fast 900 PS steigt, ist die Grenze zwischen Himmel und Hölle nicht nur erreicht, sondern mit feurigen, krallenbewehrten Katzenpranken überschritten. Um nicht zu sagen, mit fegefeurigem Temperament durchfahren.

In einem Erstkontakt hatten wir bereits ein kurzes Vergnügen mit dem Dodge Challenger SRT Hellcat XR. Das war in und um München, bei regnerischem Wetter, bei dem die Höllenkatze auch mit scharfen Krallen kaum eleganter vorankam, als eine Hauskatze auf Glatteis. Aus diesem Grund kam die Hellcat XR nun zu einem ausführlichen Test auf unser Test-Territorium gerollt.

Ungezügelt bollernd zog sie dabei bereits sämtliche Aufmerksamkeit der näheren Umgebung auf sich, was reihenweise plattgedrückte Nasen an den Fenstern der umliegenden Hausfassaden sowie eine schnell dichter werdende Traube um das Exponat selbst ungeniert bestätigte.




Exterieur – Carbon und Leidenschaft

Auch als Dodge Challenger SRT Hellcat XR rollt der gebürtige US-Amerikaner als uneingeschränkt dominante Erscheinung vor. Die Katze aus dem Schattenreich demontiert mit seinen über fünf Metern Länge gestandene Oberklasse-Limousinen und wirkt dazu so breit, wie das Grinsen des Lottospielers, der die Zusatzzahl als siebte Übereinstimmung auf seinem Spielschein gefunden hat.


Carbon Motorhaube
Carbon – das geflochtene Köper-Muster umgarnt die riesige Lufthutze.



Herrlich kontrastierend präsentiert sich ein rabenschwarzer Frontgrill, Front- und Heckdeckel aus Sichtkarbon und ein schwarzes Dach zum Karosseriekleid in GoMango, einem leuchtenden Ziegelrot. Im Frontgrill wird später ein „X“ auf den Sonderstatus dieser Sonderserie hinweisen.

Damit das Antlitz noch brachialer erscheint, verpasste man der Hellcat XR kurzum die Haube des Challenger SRT Demon, welcher die bisherige Speerspitze des Dodge Muscle Cars mit 851 PS und gar 1.044 Newtonmetern darstellte.


Hellcat Symbol im Scheinwerfer
Detailverliebt – Das Hellcat-Symbol findet sich sogar in den Röhren im Scheinwerfer.



Einen Rundgang um die Kampfkatze beginnen wir an der Front, an denen die Dualscheinwerfer mit grimmig-bösem Blick dreinschauen, die inneren Leuchten besitzen mittig einen Kanal zur Luftzufuhr für den Motorraum. Klar, dass diese Röhre auch ein Hellcat-Emblem ziert, oder?

Die Carbonhaube im bildschönen Köpermuster der verflochtenen Kohlefasern wird mittels Hoodpins zusätzlich gesichert – Motorsport-DNA lässt grüßen. In den weit ausgestellten Radläufen des Wide Body füllen mächtige 20-Zoll-Räder mit 305er Pneus ringsum den verfügbaren Raum aus. Rote Bremssättel glühen förmlich hinter dem mattschwarzen Felgendesign hervor, als würde Luzifer persönlich einen Blick riskieren.


Dodge Challenger SRT Hellcat XR Seite
888 Pferde auf gut fünf Meter Länge komprimiert – Die Hellcat XR.



Schwellerkanten werfen ihre Carbonmuster glänzend dem Betrachter entgegen, bevor am Heck selbige Musterung auch von der Heckklappe und dem darauf residierenden Spoiler prangt. Ebenso in Carbon wurde der Heckdiffusor geformt, der die massiven Endrohre aufmerksamkeitsstark umrahmt.


Dodge Challenger SRT Hellcat XR Heck
Massive Attack – Das breite Heck schindet mit jedem Detail mächtig Eindruck.


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Interieur – Höllisch gezeichnet

Der platztechnisch durchaus als opulent zu bezeichnende Innenraum ähnelt dem des Challenger R/T ScatPack in puncto Größe und Ausstattung, besitzt aber das eine oder andere Alleinstellungsmerkmal. Da wäre beispielsweise das Emblem der Höllenkatze, mit dessen Anzeige das Cockpitinstrument zum Leben erwacht, oder die rot unterlegten Zifferblätter der beiden analogen Instrumente.


Laguna Performance Sportsitze
Laguna Performance nennt Dodge diese Sportsitze, welche ein wenig Clubsessel mimen.



Das Leder der bequemen Laguna Performance Sportsitze ist hier sehr fein und fast kuschelig weich. Fernab vom Recaro-Style ähneln diese hier eher aus einer Lounge entwendet, wobei Seitenhalt und Sitzposition dem Einsatzzweck dennoch gerecht werden kann, wie wir später noch spüren werden. Eine Edelstahlkulisse auf der Mittelkonsole und als Umrahmung für den Zentralbildschirm fördert eine gewisse Strenge im Interieur.


Interieur Dodge Challenger SRT Hellcat XR
Im Mittelpunkt steht der Fahrer – Das sieht man klar an der Struktur der Instrumententafel.



Wir würden übrigens begrüßen, wenn das zwar nicht überall, aber teilweise gut sichtbar zum Einsatz kommende Kunststoff einer schönen Softtouch-Oberfläche oder besser noch einem Alcantara- oder Lederbezug weichen würde. Durch so etwas würde die Qualitätsanmutung im Innenraum nochmals um mehrere Stufen steigen.




Den Kofferraum kann man dank 467 Liter Volumen mit massig Windeln oder Retoure-Tüten für die Insassen bestücken, falls man diese mal mit den Höllenqualen der 888 Teufelspferde drangsalieren möchte – womit wir beim eigentlichen Thema wären.

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Motor und Fahreigenschaften – Haustier des Teufels

Und damit wir uns von vornherein verstehen: Dieses Haustier ist in jeder Hinsicht undomestiziert. Als XR stehen der im Devil-Slang miauenden Katze ein Plus von 161 PS und 110 Newtonmeter gegenüber der herkömmlichen Hellcat zur Verfügung.


Motorraum Dodge Challenger SRT Hellcat XR
Der kleinste-größte Pferdestall in einem Challenger: 888 PS lauern hier in acht Brennräumen.



Was 888 PS und 999 Newtonmeter anrichten, wenn sie über eine Hinterachse herfallen, fühlt sich im Falle des Dodge Challenger SRT Hellcat XR ungefähr so an, als würde man ein Dutzend tollwütige Waschbären in einen Raum mit Steinfußboden einsperren, auf dem fast lückenlos Glasflaschen gefüllt mit Nitroglyzerin stehen und dabei das beste hoffen wollen.

Daher heißt es von Anbeginn, Vorsicht walten zu lassen. Tut man dies, lässt sich der modifizierte Kompressor auf dem 6.2-Liter V8 durchaus so etwas wie zurückhalten – okay, teilweise zurückhalten. Doch Spaß beiseite: In der Tat, kann man mit charakterlich gefestigter Zurückhaltung des Teufels Haustier zwar fauchend, aber ohne Feuermale auf dem Asphalt hinterlassend bewegen und somit fast unauffällig im Verkehr mitschwimmen – sofern man von optischen und akustischen Reizen mal absieht.


Kompressorantrieb Hellcat
Dieser Riemen treibt den Kompressor an; dank Performance-Scheibe dreht er im XR deutlich schneller.



Dieses Unterfangen kann jedoch bereits beim ersten Überholversuch in einem Desaster enden, sofern man sich nicht ständig das exorbitante Leistungsvermögen dieser Katze vor sein geistiges Auge führt. Denn gibt man hier – ganz wie bei so gut wie jedem anderen Auto gewohnt – freizügig die Sporen, verliert man bereits im Überholansatz schnell jede Spur von Traktion und die Hellcat XR will überall hin – nur nicht mehr geradeaus.


Roter Schlüssel im Hellcat XR
Red Key – Nur mit dem roten Schlüssel liegt die volle Leistung der Hellcat XR an.



Wheelspin ist hier übrigens auch jenseits von Tempo 200 drin und das sollte man nur erfahren, wenn man weiß, was man tut. Doch zurück auf Anfang. Wir haben aufgrund des milden Wetters im Winter zwar lange gebraucht, es aber dennoch geschafft, die Pirelli P-Zero Performance-Pneus einigermaßen auf Temperatur zu fahren. Zwar ist das bei Außentemperaturen von weniger als zehn Grad immer noch nicht optimal, aber besser als Regen oder Frost.

Wir wechseln per Zentralbildschirm auf die Performance Pages, die uns in Echtzeit die Leistungswerte anzeigen. Dank rotem Schlüssel, der erst die volle Leistung von 888 PS aus der Hellcat XR herbeirufen kann, zeigt uns die erreichte Betriebstemperatur sowie das Abstimmungsmenü für das Fahrwerk und den Antrieb volle Bereitschaft bei maximaler Leistungsbereitschaft.


Wählhebel Automatik Hellcat
Die ZF-Automatik erweist sich im Test als Herr der Lage, kann die Leistung bestens übersetzen.



Bereits im Leerlauf zeigt im nun aktivierten Trackmodus ein dreckig bollernder, rotzig-grimmiger Sound aus der klappengesteuerten Abgasanlage von NAP einen akustischen Vorgeschmack, was sich hier gleich abspielen wird. Der Klang wurde exakt auf diesen HEMI-V8 abgestimmt und klingt entsprechend „from hell“. Nachbarn und deren Nachbarn entgeht so jedenfalls kein einziges Herbeirufen der höllischen Katzenkräfte. Aber der TÜV hat dies abgesegnet – womöglich vom Belzebub besessen.

Übrigens hat der Motor dank Aufladung auch in unteren Drehzahlen derart viel Power, dass man auch im Drehzahlkeller ausharrend richtig gut vorankommt. Nicht selten zeigen die Echtzeit-Leistungsdaten bereits bei ungefähr 2.000 Touren ungefähr 600 Newtonmeter anliegendes Drehmoment an.


Eco-Modus Hellcat
Wer hätte das gedacht? Hier gibt es sogar einen Eco-Modus in der XR Höllenkatze.



Automatik-Wahlhebel auf D, runter von der Bremse und sogleich giert der Dodge Challenger SRT Hellcat XR nach vorne. Exponieren lässt sich das mit jedem Millimeter Gaspedalweg. Lässt man das Pedal gleich zentimeterweise Richtung Bodenblech, gleicht es eher einer nuklearen Kettenreaktion, was der jetzt deutlich vernehmbar sirrende Kompressor durch seine 2.4-Liter großen Verdichtungsräume schaufelt und den unter Druck geratenen V8 unter Feuer setzt, was exorbitante G-Werte herbeiruft. Und was für ein Feuer! Ein bisschen zu viel, und die Kraft geht in Rauch aus Pirelli-Gummierung auf. Da helfen auch keine vorab warmgefahrenen Reifen – bei dieser höllischen Macht ist jeder Reifen und auch die Elektronik heillos überfordert.


Brembo an Hellcat XR
Steht der Antriebs-Performance in nichts nach: Die Brembo-Anlage verzögert meisterhaft.



Anders sieht das dann schon bei höheren Geschwindigkeiten aus, in denen die besagte Reifentemperatur doch erstaunlich viel ausmacht und die Traktion ab Tempo 180 deutlich manifestierter wirkt. Zur Erinnerung: Mit kalten Sommerreifen, trockener Fahrbahn und knapp zehn Grad Außentemperatur, verliert die Hellcat XR unter Umständen auch bei 220 km/h die Traktion – 888 Pferde und vor allem knapp 1.000 Newtonmeter machen’s möglich.


Performance Pages
In Echtzeit: Die Leistungswerte der Hellcat XR dank Performance Pages.



Jetzt aber verteilen die Pirellis recht gut die Kraft und wir wagen einen Höllenritt. Auch wenn der Sprint uns nicht so gelingen wollte, wie die Leistungsdaten es prophezeien. Auch mit Launch Control schafften wir nie die 3,5 Sekunden von null auf 100 km/h. Unter vier Sekunden schafften wir es einfach nicht, dafür fehlte uns im Winter die gewünschte Traktion. Doch jenseits der 100 Sachen: 160 – 180 – 210 – 240 – 260 – 300… Geschwindigkeit ist immer berauschend, vor allem in dieser Katze.

Untermauert wird das Ganze von einem infernalisch jaulenden Kompressor und einem aus tiefster Seele brüllendem V8. Dabei bleibt es durchgehend spannend, die Gefahr des Traktionsverlustes irgendwie allgegenwärtig, die 305er Bereifung ringsum findet zudem jede Längsrille und jagt dieser hinterher, wodurch man die extrem direkte und im Track-Mode auch passend schwergängige Lenkung nie außer Acht lassen darf.


Dodge Challenger SRT Hellcat XR
Da tobt die Höllenkatze – Der Ritt auf der Kanonenkugel ist hier eine recht treffende Beschreibung.



Wer hier also 100 Prozent von der Hellcat XR einfordert, muss selbst 100 Prozent bei der Sache sein – jederzeit, ohne den Bruchteil einer Sekunde Pause. Falls nicht, gewinnt am Ende ganz schnell die Hellcat und das sollte niemand wollen.

Es ist wirklich, wirklich wichtig, dass der Fahrer versiert ist und kundig – ansonsten ist das Leben der 150.000-Euro-Katze nur von kurzer Dauer.

So der ernstgemeinte Hinweis eines Entwicklers, der sich für die teuflische Erstarkung der Hellcat als XR verantwortlich zeigt. Dass es dabei nicht allein um das Leben der Katze geht, sollte außerdem klar sein.


Line Lock
Wer gern Wheelspin nach typischer Muscle Car Manier mag, wird sich über Line-Lock freuen.



Bis Tempo 318 gehen wir, halten dies über mehrere Kilometer, dann reicht es uns. Nicht, weil es kein Spaß macht, sondern weil es richtig anstrengend ist, echte Schwerstarbeit.

Genau hier scheiden sich die Geister, denn so ein Ritt im Dodge Challenger SRT Hellcat XR ist absolut old school, echte Handarbeit, bei der Fahrer und Maschine unentwegt im Dialog bleiben.

…ein Auto für echte Männer

wie ein Eintrag im Bordbuch das Ganze passend umschreibt.

Vollkommen anders, als beispielsweise in einem Panamera Turbo S, bei dem man bei Tempo 300 noch das Gefühl hat, sich einhändig am Lenkrad noch mit der Einstellung der Ambientebeleuchtung beschäftigen zu können, bleibt in der Hellcat XR deutlich früher, durchaus ab 200 km/h kein Quäntchen Aufmerksamkeit mehr für irgendetwas anderes über, als für des Teufels Hauskatze selbst.


Rennsport-Optionen Hellcat
Selbst im Modus „Street“ bleibt die Federung relativ straff, aber nicht unbequem.



Mit dem AEC Competition Suspension Kit Fahrwerk inklusive Racing Coilovers wirkt die Katze straffer als ein herkömmlicher Challenger, wie zum Beispiel als ScatPack, aber immer noch weit entfernt von kompromisslosem Verzicht auf jedweden Komfort. Doch auch mit dieser hinzugewonnenen Sportlichkeit lässt es sich durchaus einige Stunden auf den Ledersitzen aushalten. Längere Strecken? Kein Problem. Nur schlechte Straßen schütteln die Insassen entsprechend kräftiger durch.

Durch den Einsatz von kohlefaserverstärktem Kunststoff – kurz Carbon – verliert das Sondermodell XR zwar einige Kilo gegenüber der Serienkatze, bleibt aber dennoch in der Nähe von zwei Tonnen Kampfgewicht. Entsprechend fällt auch ein Vergleich zu Supersportwagen mit ähnlichen Leistungswerten schwer, die meist mehrere hundert Kilogramm leichter sind. So erscheint beispielsweise ein McLaren 570S Spider ab ungefähr 270 km/h deutlich agiler, obwohl er leistungstechnisch deutlich unter der Hellcat XR spielt.


Race-Modus Hellcat XR
Wenn es mal heiß herging, kann man auch eine „schnelle Abkühlung“ aktivieren.



Aber das spielt keine Rolle, denn die Fahrcharakteristik ist sowieso eine vollkommen andere und die Er-„Fahrung“ in einem Muscle Car grundsätzlich die gröbere, burschikosere Variante. Gefallen hat uns die ungeahnt breite Spreizung, durch welche ebendiese Höllenkatze von hammerharten Stahlkrallen bis zu Samtpfötchen fast alles mimen kann. All dies  – eine ordentliche Portion Erfahrung vorausgesetzt – allein über den Gasfuß gesteuert.

Entsprechend breit gefächert zeigte sich auch der Kraftstoffkonsum. Dass die Höllenkatze kein Kostverächter sein wird, war uns von vornherein klar. Aber schließlich hat eben auch der Dodge Challenger SRT Hellcat XR die Homologation geschafft und darf sich Euro-6d-Temp-konform nennen.


Tankdeckel Hellcat
70 Liter passen hier hinein. Das reicht, je nach Fahrweise, für 200 bis 800 Kilometer.



Verblüfft hat uns dann doch der Aspekt, dass dieses Monster unsere Sparrunde – ja auch mit dem Hellcat XR fahren wir diese – mit einem Durchschnittsverbrauch von 8,6 Liter absolviert hat. Dabei blieb das Sirren des Twin-Screw-Kompressors natürlich aus und der Gasfuß fast ungenutzt.

Im Drittelmix waren es bei moderater Fahrweise dann ebenso erstaunliche 12,1 Liter, bei gelegentlich ausgefahrenen Krallen blieben 14 Liter auf der Strecke von 100 Kilometern. Alle Werte bleiben dabei immer um ungefähr einen Liter unter dem Challenger Scat Pack mit seinen 492 PS aus dem Sauger-V8 und zudem weit unter den angegebenen 17,9 Litern.


Endrohr Hellcat
Infernal – Was die NAP Klappenabgasanlage an Sound generiert, ist ein höllisches Spektakel.



Das ändert sich schlagartig bei Vollgasfahrten und hier wird deutlich, dass Kraft eben doch von Kraftstoff kommt. Ein unentwegt am Bodenblech verweilendes Gaspedal generiert Verbräuche weit jenseits der 30 Liter – doch zu diesem Umstand muss man mit diesem Auto erst einmal über einen längeren Zeitraum kommen.


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Welche Ausstattung hat ein Dodge Challenger SRT Hellcat XR?

Auch als Gefährt aus der Unterwelt mangelt es der Hellcat XR quasi an nichts. Vollklimatisierte Sitze, Lenkradheizung, adaptiver Tempomat, ein Navigationssystem inklusive Sprachsteuerung, Bi-Xenon und vieles mehr findet sich an Bord und gleicht der Ausstattung des Scat Pack fast aufs Haar.


Woofer Harman/Kardon
Der Schrecken eines jeden Seismografen – Die beiden Woofer bringen gehörigen Bassdruck.



Selbst die phänomenale Harman/Kardon Soundanlage mit den beiden dicken Woofern unter der Kofferraumebene mit insgesamt 900 Watt aus 18 Lautsprechern heizt hier extrem kraftvoll ein. Wir empfanden diese bei aller akustischen Fulminanz im Dodge Challenger SRT Hellcat XR allerdings nur zweite Wahl, lauschten lieber der V8-Orgie und dem Kompressor-Surren. Das ändert sich vielleicht nach einigen Wochen der Euphorie und Endorphindusche auch noch. Wer weiß.

Die Performance Pages unterscheiden sich dann auch etwas vom „normalen“ Challenger und blenden weitere Parameter in Echtzeit auf den 8.4-Zoll-Touchscreen.


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Der Preis für den Dodge Challenger SRT Hellcat XR

Es dürfte einleuchten, dass eine auf nur 50 Einheiten limitierte Sonderserie nicht nur marginal über dem Preis einer konventionellen Höllenkatze liegen kann. Diese kostet mit Wide Body Kit zirka gut 80.000 Euro. Als Red Eye mit immerhin 808 PS sind es bereits ungefähr 120.000 Euro.


Dodge Challenger SRT Hellcat XR schräg hinten links
150 Riesen klingt erst einmal viel, aber für 888 PS ist das wiederum fast ein Schnäppchen.



Als XR kostet die Höllenkatze mindestens 150.000 Euro – das sind ungefähr 169 Euro pro PS. Ein Schnäppchen, wenn man das zum Beispiel mit dem 887 PS starken Porsche 918 Spyder vergleicht, bei dem pro PS rund 866 Euro fällig werden – mindestens.

Übrigens soll das XR-Exemplar nicht das letzte Sondermodell bleiben. AEC habe da noch einiges mehr geplant. Unsere Augenbrauen kommen gar nicht mehr zur Ruhe.


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Fazit – The devil’s pet never meows

Der Dodge Challenger SRT Hellcat XR ist bereits in seinem Erscheinungsjahr eine rollende Legende, von AEC behutsam kreiert und für die Ewigkeit veredelt. Ein Fahrzeug fernab jedweder Vernunft, das mit den Instinkten spielt und den Fahrer enorm fordert.

Aus Sicht der Redaktion gehört die XR ausschließlich in kundige Hände, ist prädestiniert für Liebhaber und Sammler und dürfte sich auch weit über die Landesgrenzen hinaus großer Beliebtheit erfreuen.


Dodge Challenger SRT Hellcat XR Posing
Ein echter Berserker, der mit schierer Leistung alles vom Power-Campus jagt, was es so gibt.



Durch die Eingriffe an Fahrwerk und Getriebe bleibt Diablos Haustier durchaus fahrbar – trotz fast 900 PS. Herrlich barbarisch bleibt sie, stets mit der Mentalität einer Brechstange diabolisch grinsend, statt sich in langweiliger Ästhetik zu üben. Die Hellcat mit dem XR -Kürzel schüchtert alles um sich herum ein, taucht potentielle Gegner wahlweise auch in weißen Rauch oder brüllt kilometerlange Autobahnetappen zusammen. Ein Auto, was man nicht braucht, sondern will.




Text / Fotos: NewCarz

Kamera: Canon EOS 6D

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Technische Daten: Dodge Challenger SRT Hellcat XR

  • Farbe: Go Mango / Sicht-Carbon
  • Länge x Breite x Höhe (m): 5,02 x 1,99 x 1,46
  • Radstand (mm): 2.950
  • Antrieb: V8 HEMI mit Twin-Scroll-Kompressor
  • Leistung: 653 kW (888 PS) bei 6.500 rpm
  • Hubraum: 6.166 ccm
  • Max. Drehmoment: 999 Nm bei 4.000 rpm
  • Getriebe: 8-Gang-Automatik von ZF
  • Antrieb: Heck
  • Durchschnittsverbrauch (NEFZ): 17,9 L/100 km
  • Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 13,1 L/100 km
  • CO2-Emissionen (Herstellerangabe): k.A.
  • Abgasnorm: Euro 6d-Temp
  • Höchstgeschwindigkeit: 320 km/h (gemessen 318 km/h)
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 3,5 sec
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gemessen: 4,0 sec (AT 8°C, Asphalt trocken)
  • Leergewicht: 2.001 kg
  • Fahrwerk: AEC Performance Gewindefahrwerk
  • Kofferraumvolumen: 467 Liter
  • Kraftstofftank: 70 Liter
  • Neupreis des Testwagens: ca. 150.000 Euro (Einstiegspreis Hellcat ca. 70.000 Euro)

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