Nissan Qashqai e-Power – Vollhybrid im Erstkontakt

Nissan Qashqai e-Power

Mit dem Nissan Qashqai e-Power bringt der japanische Automobilbauer den ersten Vollhybrid-Qashqai auf den Markt, mit dem wir hier erstmals auf Tuchfühlung gehen konnten.

Anlässlich der Fahrveranstaltung in Stockholm, hatten wir die Möglichkeit, den Qashqai mit dem neuentwickelten Antrieb erstmals auszuprobieren.

Die als e-Power bezeichnete Motorisierung ist der erste in Europa verfügbare Hybrid von Nissan in dieser Art.

Arnaud Charpentier, Vice President Product Strategy & Pricing für die Nissan AMIEO-Region meint dazu:

Die Einführung des innovativen e-Power Antriebssystems im Qashqai bringt noch mehr Pioniergeist in das Crossover-Segment. Die Kunden werden das Gefühl lieben, ein Elektroauto zu fahren, ohne aufladen zu müssen. e-Power öffnet die Türen zum vollelektrischen Fahren und ist ein wichtiger Meilenstein in der Elektrifizierungsstrategie von Nissan.



Optische Eindrücke außen und innen

Rein optisch ist der Nissan Qashqai e-Power kaum von seinen Geschwistern zu unterscheiden. Einziges Merkmal sind die „e-Power“-Embleme, welche dezent auf die Antriebsart hinweisen. Viele Analogien finden sich daher auch zum Innenraum der anderen Qashqai-Modelle. Doch beim genaueren Hinschauen erkennt man auch hier kleine Hinweise, dass es sich hier um ein besonderes Modell handelt. Die Taste zur Aktivierung des e-Pedals ist beispielsweise einer davon. Der Rest gleicht im Großen und Ganzen dem eines klassischen Qashqai.


Der Antrieb des Nissan Qashqai e-Power

Das Herzstück des Kompakt-SUVs ist eine Antriebskombination aus Verbrenner und Elektromotor. Beim Benzinmotor handelt es sich um einen 1.5-Liter-Dreizylinder mit Turbolader und variablem Verdichtungsverhältnis, der 158 PS sowie 250 Newtonmeter maximales Drehmoment leistet. Als Elektroantrieb fungiert ein 190 PS starker E-Motor, der 350 Newtonmeter in die Waagschale wirft. 

Das Besondere an diesem Antriebskonglomerat ist einmal, dass der Verbrenner nur Elektroenergie erzeugt und diese je nach Bedarf entweder an den E-Motor oder eine 2-kWh-Batterie oder an beide abgibt. Eine direkte Verbindung zwischen Benzinmotor und den Antriebsrädern gibt es nicht. Das nennt man einen seriellen Hybridantrieb.

Der E-Motor fungiert als permanenter Antrieb des SUVs und das ist ein eklatanter Unterschied zu anderen Hybridmodellen, in denen der Verbrenner vorrangig als Antriebseinheit herangezogen wird. Der Qashqai generiert somit die zum Antrieb notwendige Elektroenergie autark mittels Verbrenner und speichert diese in einer Hochleistungsbatterie mit zwei Kilowattstunden Kapazität. Diese muss nicht extern nachgeladen werden. Eine Lademöglichkeit wird daher auch nicht angeboten.


So fährt sich der Nissan Qashqai e-Power

Das SUV fühlt sich bei unserer ersten Probefahrt ähnlich an wie ein Elektroauto, da der E-Antrieb sofort zum Einsatz kommt und der Benziner leise im Hintergrund bleibt. Erst beim stärkeren Beschleunigen erkennt man den Benziner klar. Angenehm ist zudem, dass der Motor stets je nach Abruf der Leistung seine Drehzahl erhöht. Dieses lineare Verhalten fühlt sich sehr angenehm an, eine Entkopplung der Motordrehzahlen vom jeweiligen Leistungsbedarf wie er bei anderen Modellen zu beobachten ist, gibt es hier nicht.


Nissan Qashqai e-Power onroad
Unsere ersten Fahreindrücke zum Qashqai e-Power waren durchweg positiver Natur.



Nissan nennt dies „Linear Tune“ – dies sichert einen Einklang zwischen Motordrehzahl und Leistungsabruf und wie wir feststellen konnten, ist dies ein Garant für komfortables Fahrverhalten.

Wenn es mal flott voran gehen soll, hilft der Wechsel in den Sportmodus, in dem das Crossover-SUV deutlich lebendiger wirkt und noch spontaner auf jeden Gasbefehl reagiert. Ansonsten bleibt der Qashqai kultiviert und genügend agil, um den alltäglichen Anforderungen mehr als gerecht zu werden.


Das e-Pedal

Wir kennen dieses bereits aus dem Nissan Leaf und konnten feststellen, dass es sich auch hier in einem Hybridmodell gut macht. Es ist erstaunlich, wie schnell man sich an die Einpedal-Steuerung gewöhnt. Beim Gas wegnehmen wird sofort maximal rekuperiert, will heißen, das Auto wird sogleich durch Bremsenergierückgewinnung verzögert. 

Die Nutzung ist vor allem innerstädtisch und in suburbaner Umgebung sehr komfortabel und sorgt zudem für einen stets gut gefüllten Akkuspeicher.


Verbrauch, Reichweite und Preise des Nissan Qashqai e-Power

Theoretisch sind laut Nissan mit einer Tankfüllung rund 1.000 Kilometer Reichweite möglich. Aufgrund der Kürze unserer Testfahrt in diesem Erstkontakt, können wir dies natürlich nicht validieren. Doch ein erster Blick auf die Verbrauchswerte, die bei knapp über sechs Litern lagen, straft diesen Wert keine Lügen. 

Bei 55 Litern Tankvermögen muss man sich nur etwas in Zurückhaltung üben, um sich dieser Reichweitenangabe zu nähern. Dies werden wir im Rahmen eines ausführlichen Tests auch gern ausprobieren.

Der Einstiegspreis für den Qashqai als e-Power liegt bei 41.360 Euro. Diesen gibt es in den Ausstattungen N-Connecta, Tekna (45.220 Euro) und Tekna+ (48.070 Euro). Das sparsame SUV ist ab sofort bestellbar und die ersten Modelle werden ab September dieses Jahres ausgeliefert.


Unser erstes Fazit

Der Qashqai e-Power ist ein typischer Qashqai, mit dessen typisch ausgewogenen Fahrverhalten, einem guten Platzangebot und einer reichhaltigen Ausstattung. Zusätzlich überzeugte uns der e-Power mit einem sehr kultivierten und auch kraftvollen Antrieb, der neben seiner hohen Effizienz auch mit seinem guten Leistungsvermögen punkten konnte. 


Nissan Qashqai e-Power schräg hinten rechts
Da zieht was auf, zumindest für die Konkurrenz – Als e-Power zeigt sich der Qashqai besonders effizient.



Da er unabhängig von Lademöglichkeiten effektiv die Hybridtechnik einsetzt, muss sich der geneigte Interessent nicht um etwaige Ladeinfrastrukturen sorgen oder seine Reiserouten im Vorfeld planen, sondern kann sich zurücklehnen und sich über eine Effizienz freuen, die einem topmodernen Dieselantrieb gleichkommt.

Damit erweist sich dieser neue Antrieb als erste Wahl besonders für Vielfahrer. Da er kurze Strecken auch rein elektrisch zurücklegen kann, dürfte er auch eine interessante Alternative für Pendler sein. 

Text/Fotos: NewCarz

 

 

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